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Wie Ernst Probst zum Buchautor wurde
Samstag, 10. Juli 2010, 14:40:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Buchautor Ernst Probst

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Nach der Veröffentlichung eines langen Zeitungsartikels über ein populärwissenschaftliches Thema fragte mich mein Mainzer Redakteurskollege Karl Heinz Withofs: „Warum schreiben Sie nicht mal ein Buch?“ Schon am nächsten Tag schrieb ich den ersten Buchverlag an und bekam schnell eine Absage. Dann fragte ich beim nächsten Buchverlag an und bekam die Antwort, ich würde zwar sehr flüssig schreiben, aber das vorgeschlagene Thema würde kaum jemand interessieren. Doch der dritte Verlag, nämlich C. Bertelsmann, zeigte Interesse, bot mir 1982 einen Vertrag an und zahlte sogar einen Vorschuss.

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Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Mein Manuskript für „Deutschland in der Urzeit“ wurde immer umfangreicher und 1985 war klar, dass der avisierte Ladenpreis von weniger als 40 DM nicht mehr zu halten war. Der Erscheinungstermin wurde deswegen um ein Jahr verschoben, um das große Werk in aller Ruhe produzieren zu können. Manche Wissenschaftler, die von meinem Buchvorhaben wussten, spöttelten schon über meine „Unendliche Geschichte“. Im Herbst 1986 erschien dann endlich ein dicker Band mit zahlreichen Fotos, Zeichnungen, Gemälden und Karten, die eigens dafür geschaffen wurden. Dieser Wälzer hatte den stolzen Ladenpreis von 168 DM. Im Verlag versprach man sich mit diesem relativ teuren Werk keinen großen Erfolg. Doch als immer mehr Zeitungen und sogar der „Spiegel“ über dieses Buch berichteten, musste schon kurz vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Insgesamt wurden fünf Auflagen, darunter zwei Buchclub-Ausgaben, mit jeweils unterschiedlichen Preisen verkauft.

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Frage: Was passierte nach „Deutschland in der Urzeit“?

Antwort: Der Erfolg meines ersten Buches „Deutschland in der Urzeit“ blieb anderen Buchverlagen nicht verborgen. Sogar der erwähnte Verlag, der meinte, das vorgeschlagene Urzeit-Thema würde kaum jemand interessieren, meldete sich eines Tages bei mir und schlug vor, ich solle nun für ihn über etwas anderes schreiben. Das erzählte ich schmunzelnd und ohne Hintergedanken dem Lektor Dr. Erich Rößler von C. Bertelsmann, der mich betreute. Kurze Zeit danach bot mir der Verlag als so genanntem „Erfolgsautor“ einen Vertrag für einen Nachfolgeband an, dessen Titel noch nicht fest stand. Daraus entstand „Deutschland in der Steinzeit“ (1991), über das der „Spiegel“ und viele andere Zeitschriften und Zeitungen berichteten. Das Steinzeitbuch wog rund drei Kilogramm, brachte es auf insgesamt drei Auflagen und kostete zeitweise bis zu 198 Mark.

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Frage: War Ihr Buch „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) ebenfalls ein großer Erfolg?

Anwort: Die „Bronzezeit“ interessierte das Publikum merklich weniger als die Urzeit und die Steinzeit. Es gab daher nur zwei Auflagen, darunter eine preiswerte Buchclub-Ausgabe. Der „Spiegel“ war an diesem Werk nicht mehr interessiert. Der Verlag offenbar auch nicht sonderlich, weil für diesen Titel kaum Werbung gemacht wurde und manche Rezensenten die Hälfte des Ladenpreises bezahlen sollten. Damals schwor ich mir, kein Buch mehr in diesem Verlag zu veröffentlichen. Und so kam es auch.

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Frage: Aber Sie haben doch bis heute mehr als 100 Bücher, Taschenbücher, Broschüren, Museumsführer und E-Books veröffentlicht, wo sind diese erschienen?

Antwort: Ab 2001 veröffentlichte ich meine Bücher in meinem eigenen kleinen Buchverlag, den ich 2006 aus Altersgründen schloss, und später bei „GRIN Verlag für akademische Texte“. Mit „GRIN“ http://www.grin.de bin ich sehr zufrieden. Dort erscheinen alljährlich etliche Taschenbücher und E-Books aus meiner Feder, ohne dass mir jemand bei der Gestaltung oder beim Inhalt reinredet.

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Ernst Probst schrieb vor allem populärwissenschaftliche Werke aus den Themenbereichen Paläontologie und Archäologie sowie Biografien über berühmte Frauen und Männer.

Paläontologie: Deutschland in der Urzeit, Rekorde der Urzeit, Dinosaurier in Deutschland (zusammen mit Raymund Windolf), Archaeopteryx, Deutschland im Eiszeitalter, Der Ur-Rhein, Der Rhein-Elefant, Höhlenlöwen, Der Mosbacher Löwe, Säbelzahnkatzen, Der Höhlenbär

Archäologie: Deutschland in der Steinzeit, Rekorde der Urmenschen, Deutschland in der Bronzezeit, Die Bronzezeit, Die Aunjetitzer Kultur, Die Straubinger Kultur, Die Adlerberg-Gruppe, Die Hügelgräber-Bronzezeit, Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit, Die Stader Gruppe in der Bronzezeit, Die nordische Bronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur, Die Lausitzer Kultur

Kryptozoologie: Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti, Der Drache. Wie die Sagen über Lindwürmer entstanden, Das Einhorn. Die Entstehung der Sagen über ein geheimnisvolles Wesen, Monstern auf der Spur, Nessie. Das Monsterbuch, Riesen. Supermänner oder Tölpel?, Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster

Biografien: 14 Taschenbücher über Superfrauen, Königinnen der Lüfte, Königinnen des Tanzes, Superfrauen aus dem Wilden Westen, Der Schwarze Peter. Ein Räuber aus dem Hunsrück und Odenwald, Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit Sonja Probst), Elisabeth I. Tudor. Die jungfräuliche Königin, Maria Stuart. Schottlands tragische Königin, Pocahontas. Die Indianer-Prinzessin aus Virginia, Machbuba. Die Sklavin und der Fürst, Julchen Blasius. Die Räuberbraut des Schinderhannes, rund 70 Kurzbiografien über berühmte Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen, Astronautinnen und Kosmonautinnen

Aphorismen: Der Ball ist ein Sauhund, Worte sind wie Waffen (beide zusammen mit Doris Probst

Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen und in rund 1.000 Online-Buchshops sowie in jeder guten Buchhandlung erhältlich.

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Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com


Wie das erste Buch von Opernsängerin Ursula Prem geboren wurde
Mittwoch, 07. Juli 2010, 16:39:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Frage: Frau Prem, Sie sind Opernsängerin, Buchautorin, Bloggerin, Videoproduzentin und Mutter, wie kriegen Sie das alles unter einen Hut?

Antwort: Naja, ich mache ja nicht immer alles gleichzeitig. Meine Tätigkeit als Sängerin ruht seit etwa zwei Jahren komplett, nach über 17 Jahren auf der Bühne. 250 Tage Abwesenheit im Jahr und eine schulpflichtige Tochter (10), das verträgt sich überhaupt nicht gut. Aber ich bin nicht traurig darüber, gab mir die veränderte Situation doch die Möglichkeit, mich sehr tief in andere Gebiete einzuarbeiten, die mich schon immer interessiert haben, für die mir jedoch früher komplett die Zeit fehlte.

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Frage: Sie sagen, Sie sind nicht traurig darüber. Vermissen Sie die Bühne nach so langer Zeit denn gar nicht?

Antwort: Doch. Aber ich bin kein Mensch, der sich lange mit Gefühlen wie Vermissen oder Sehnsucht aufhält. Sie sind nichts weiter als Affirmationen des Mangels. Halten einen in dem Gefühl fest, früher sei alles besser gewesen. Dabei ist das Leben als freiberufliche Opernsängerin nicht gerade einfach: Permanent auf Reisen, ständig neue Opernhäuser, neue Rollen zu lernen, der Kampf mit Erkältungskrankheiten nach langen Fahrten in Zügen mit ausgefallener Heizung, despotische Regisseure (nicht alle, aber einige) und Gewaltakte, die man sich unter normalen Umständen gar nicht vorstellen kann. Wer noch nie mit beginnender Kehlkopfentzündung zwei Tage vor einer großen Premiere irgendwo in einem Land, dessen Sprache er kaum beherrscht, im Hotel gesessen ist, wohl wissend, dass niemand die Rolle im Krankheitsfall würde so schnell übernehmen können, kennt das Gefühl der Einsamkeit nur unvollkommen.

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Frage: Sie haben 1990 im Opernhaus Nürnberg, also in Ihrer Geburtsstadt, Ihr Debüt auf der Bühne gefeiert. Ging dabei alles glatt?

Antwort: Damals, in meiner ersten Solorolle, stellte ich eine von drei Zeitungsverkäuferinnen in der zeitgenössischen Oper »Graf Mirabeau« von Siegfried Matthus dar. Obwohl es längst keine Hauptrolle war, war ich unendlich nervös. Ich erinnere mich, dass ich die ganze Zeit darüber nachgedacht habe, wie ich jemals eine Hauptrolle würde ausfüllen können, wenn ich schon für eine kleinere Rolle keinen Nerv hätte. Später bemerkte ich dann, dass es sich genau umgekehrt verhält: Je größer die Rolle, desto mehr singt sich die Nervosität im Laufe des Abends weg und weicht im idealen Fall reiner Euphorie. Diese Möglichkeit gibt es bei kleinen Rollen nur begrenzt: Kaum hat man sich warm gesungen, wenn überhaupt, muss man die Bühne schon wieder verlassen.
Trotz aller Nervosität klappte aber damals, beim Bühnendebüt, alles wie am Schnürchen.

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Frage: Was waren Ihre größten Erfolge als Opernsängerin?

Antwort: Es ist immer die Frage, mit welchem Maß Erfolg sich bemisst. Fragt man nach der Menge frenetischer Besprechungen in der Zeitung, dann war das, wenn ich mich recht entsinne, mein Rollendebüt als »Turandot« 1998 an der Komischen Oper in Berlin. Dieses Empfinden ist wohl der Mediendichte der Bundeshauptstadt geschuldet, denn viele andere Produktionen waren nicht minder erfolgreich, nimmt man die Reaktion des Publikums als Maßstab, sei es bei meinem Rollendebüt als »Salome« am Anhaltischen Theater in Dessau, oder bei meiner Darstellung der »Brünnhilde« in Richard Wagners »Siegfried« und »Götterdämmerung« in Mexiko City.

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Frage: Gab es auch mal einen Auftritt, an den Sie sich ungern erinnern?

Antwort: O ja! J Die Erinnerung stammt aus meiner Anfängerzeit, Anfang der 90-er, an der Staatsoper Stuttgart. Man stelle sich vor: Erstes festes Engagement, es war Februar, Hochsaison der Erkältungen. Ich sang eine kleinere aber heikle Rolle, die Nymphe Najade, in Richard Strauss’ »Ariadne auf Naxos«. Unerfahren, alleine gelassen, ahnungslos und pflichtbewusst bis über die Grenze der Dummheit, wie man als Anfänger eben ist, war der Gedanke, eine Vorstellung wegen Krankheit abzusagen, für mich absolut unvorstellbar. Also betrat ich trotz 39° Celsius Fieber und schwerer Bronchitis die Bühne. Mit dem Ergebnis, dass es während der Vorstellung zum Totalausfall meiner Stimme kam.

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Frage: Welche Musik hören Sie gerne?

Antwort: Mein Musikgeschmack hat sich seit meiner Jugend nicht verändert. Noch immer sind die Opern Richard Wagners und Richard Strauss’ meine Favoriten, hinzu kommen viele andere klassische Komponisten.

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Frage: Pop-Musik hören Sie nie?

Antwort: Doch, ständig. Unfreiwillig. Denn man kann ihr praktisch nicht entkommen. In früheren Jahren war ich schon mal lautstarker Beschwerdeführer wegen »akustischer Umweltverschmutzung«, mit der Zeit habe ich mich an manches gewöhnt. Eine gewisse fatalistische Grundhaltung trägt wohl dazu bei. Und, Sie werden lachen: Ich bewundere Menschen wie Dieter Bohlen, schon wegen seiner bodenständigen Geschäftstüchtigkeit und hohen Intelligenz. Und das meine ich ausdrücklich nicht zynisch.

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Frage: Wann und wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Antwort: 2005, noch auf einem Gastspiel in Mexiko, wo ich die Titelpartie in Giacomo Puccinis »Turandot« sang, herrschte in Mexiko City glühende Hitze. Da ist es keine Option für eine Sängerin, größere Touren zu unternehmen und unnötig Kräfte zu verschleißen. So saß ich an den vorstellungsfreien Tagen im Hotel. Das Fernsehprogramm war, abgesehen von CNN, komplett in spanischer Sprache gehalten, die ich, mit etwas Anstrengung, zwar so lalá verstehe, aber nie gelernt habe. Mitgenommene Lektüre war längst ausgelesen. Irgendwann schaltete ich die Flimmerkiste ab und saß da. Eine Stunde lang. Zwei. Drei. Und dann war es wieder da, das Kribbeln in der Hand, das ich früher aus Zeitmangel nur unzureichend beachtet hatte. Schreiben wollte ich. Unbedingt. Ein Romanplot, der mir schon vorher etwas unbestimmt durch den Kopf gegangen war, stand plötzlich in Einzelheiten vor mir. Ich begab mich also zum naheliegenden WalMart und erwarb mehrere Schreibblöcke und einen größeren Vorrat an Kugelschreibern.
Und dann schrieb ich. Zwei Wochen später, nach Beendigung des Gastspiels, hatte ich 2/3 meines Romans »Vorsicht Liebensgefahr!« im Handgepäck und laborierte an einer beginnenden Sehnenscheidenentzündung der rechten Hand. Zurück in Deutschland, verstand ich schnell, dass ein handgeschriebenes Manuskript - ist »handgeschriebenes Manuskript« nicht ein Pleonasmus? - heute keinen Pfifferling mehr wert ist, und ich einen Computer würde anschaffen müssen, um den Roman veröffentlichen zu können, was ich unbedingt machen wollte.
Also kaufte ich einen Laptop. Es war der erste Computer meines Lebens. Als die Windows-Fanfare zum ersten Mal ertönte, fiel ich fast vom Stuhl, denn ich hatte bis dato nicht gewusst, dass Computer auch Geräusche machen. Ich hatte sie immer für moderne Schreibmaschinen gehalten. Welch eine Ignoranz … J
Einige Tage später hatte ich den Bogen dann wenigstens rudimentär raus, übertrug das in Mexiko Geschriebene in die digitale Form und beendete mein erstes Buch.

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Frage: Welche Bücher haben Sie bisher veröffentlicht?

Antwort: Zuerst, im Jahr 2006, den Beziehungsthriller »Vorsicht Liebensgefahr!«, der etliche Leute damals ziemlich schockiert hat, da er mit drastischen erotischen Szenen nicht spart. Da ich auf der Bühne nicht davor zurückgeschreckt war, als Salome auch schon mal nackt aufzutreten, als es in das Konzept der Produktion passte, war es für mich nur folgerichtig, auch in meinem Buch eine ganze Geschichte zu erzählen. Es ist nicht nur die Frage: Wie schön ist etwas?, die Frage sollte vielmehr lauten: Wie wahrhaftig ist es? Mit wie viel Mut zur Totalität wird eine Geschichte erzählt? Nur Wahrhaftiges interessiert mich. Alles andere ist Zeitverschwendung.
Nach Erscheinen von »Vorsicht Liebensgefahr!« pausierte ich eine Weile mit dem Schreiben, denn ich hatte die Welt des Internet entdeckt. Von Computern hatte ich noch immer wenig Ahnung, aber eine eigene Homepage sollte es sein. Nein, gleich zwei, eine für die Sängerin, eine für die Autorin. Natürlich selbst gebaut. Daran wäre ich monatelang fast verzweifelt, doch irgendwann tauchte ich wieder auf und begann mit dem Schreiben am zweiten Roman: »2010 – Denn Hass zieht dunkle Kreise«, der 2008 erschien. Es ist ein ganz anders geartetes Buch als »Vorsicht Liebensgefahr!«, für das am besten die Bezeichnung »satirischer Mysterythriller« passen würde.
Als drittes Buch erschien 2009 das Kinderbuch »Einmaleins Walpurgisnacht! – Rechnen ist (keine) Hexerei«. Darin habe ich das Kleine Einmaleins in Reime gefasst, welche in eine heitere Walpurgisnachtgeschichte verpackt sind. Die Grundidee ist, dass gerade kleine Kinder sich gereimte Sprüchlein mit müheloser Leichtigkeit merken können, wenn sie ihnen oft genug vorgelesen werden. Warum also nicht das Kleine Einmaleins ganz nebenbei mit vermitteln? Späteres Auswendiglernen der Einmaleinsreihen wird dadurch weitgehend überflüssig, sodass mehr Zeit für das Üben seiner Anwendung bleibt.

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Frage: Arbeiten Sie momentan an einem weiteren Buch?

Antwort: Aktuell sind es drei Projekte, die ich zum Abschluss bringen möchte: Zu »Einmaleins Walpurgisnacht!« wird es eine Fortsetzung geben, an der ich augenblicklich arbeite. Außerdem ruht auf meiner Festplatte seit einiger Zeit ein in seiner Rohfassung fast fertiger, bisher 500-seitiger historischer Roman, den ich grundlegend überarbeiten und umgestalten möchte, was noch einige Zeit dauern wird.
Abgesehen davon ist vor etwa zwei Monaten eine Biografie erschienen, die ich als Ghostwriterin verfasst habe. Eine weitere wird noch in diesem Jahr als Privatausgabe gedruckt werden. Sie ist bereits fertig und wartet nun auf ihre Autorisierung durch die betreffende Person.

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Frage: Seit wann betätigen Sie sich auch als Bloggerin?

Antwort: Schon vor Gründung meines ersten Blogs im Jahr 2008 habe ich viel mit Websites experimentiert. Das Internet stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, neue Bücher bekannt zu machen. Angesichts von etwa 100.000 jährlichen Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt ist es nicht mal annähernd möglich, dass herkömmliche Buchhändler sich mit jedem verfügbaren Titel bevorraten. Doch der Platz in den virtuellen Bücherregalen des Internets ist unerschöpflich.
Aus dieser Motivation heraus kam ich schließlich auch zum Bloggen. Vorteil des Bloggens ist, dass die oft sehr langen Bauzeiten für eine herkömmliche Website durch die ausgeklügelten Vorlagen der Blogging-Systeme drastisch verkürzt sind, sodass man schneller auf das Wesentliche kommen kann: die Erstellung von Inhalten. Auch eine der aufwändigsten Tätigkeiten eines Websitebauers, die interne Verlinkung, fällt in einem Blog weg: Jeder neue Beitrag wird automatisch dem Archiv hinzugefügt, was gerade für Vielschreiber wie mich eine unglaubliche Erleichterung darstellt.

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Frage: Welche Erfahrungen haben Sie als Bloggerin gemacht?

Antwort: Die grundlegende Erfahrung wohl jeden Bloggers ist es, dass man ein völlig neues Gespür dafür bekommt, wie schnell die Zeit vergeht. Will man Blogs lebendig halten, ist es unabdingbar, immer wieder neue Beiträge zu veröffentlichen. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber gleichzeitig auch eine Herausforderung.
Meine schönste Erfahrung auf diesem Gebiet stellt aber mit Sicherheit die Gründung der Autorengemeinschaft »Ein Buch lesen!« dar, deren Mitglied ich bin, und deren Blog http://ein-buch-lesen.blogspot.com ich betreue. Unser »harter Kern« besteht aus fünf Leuten: Sylvia B., Walter-Jörg Langbein, g.c.roth, Rita Hajak und mir. Kennen gelernt haben wir uns, wie sollte es anders sein, in einem Internet-Forum. Irgendwann haben wir erkannt, dass es nicht so viel bringt, wenn jeder für sich alleine durch die unendlichen Weiten des World Wide Web treibt, und dass es besser wäre, in Sachen Buchmarketing zusammenzuarbeiten. Was lag da näher, als die Erstellung eines gemeinsamen Blogs, auf das jeder Einzelne von uns Zugriff hat, um seine Beiträge einzustellen. Da jeder von uns andere Themengebiete abdeckt, ist solch ein Gemeinschaftsblog ungleich vielfältiger und interessanter, als von Einzelpersonen betriebene Seiten. Auch mit der Verlinkung und Vernetzung klappt es besser, denn jeder von uns betreibt auch eigene Seiten, die auf das Gemeinschaftsblog verweisen und nutzt seine Möglichkeiten der externen Verlinkung. Inzwischen betreiben wir auch einen YouTube-Kanal http://www.youtube.com/user/einbuchlesen, der unsere Buchtrailer miteinander verbindet, einen gemeinsamen Twitter-Account http://twitter.com/ein_Buch_lesen sowie das Blog http://einbuchlesennachrichten.blogspot.com, über welches sämtliche Neuigkeiten rund um unsere Aktion und deren Partner gebündelt werden. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich in diesem Zusammenhang bei Sylvia B., die wirklich unermüdlich am weiteren technischen Ausbau von »Ein Buch lesen!« werkelt. Auch alle anderen leisten Hervorragendes: füllen eigene Blogs mit Inhalten, verfassen ellenlange Blogserien mit absolut einzigartigem Content oder stehen den anderen mit technischen Fragen zum Thema Buchsatz oder Covergestaltung zur Seite. Wir sind ein wirklich tolles Team, und ich bin sehr froh, dazuzählen zu dürfen.

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Frage: Ihre Tochter Cosima konnte bereits zwei Jahre vor dem Schuleintritt lesen und schreiben. Wer hat ihr das beigebracht?

Antwort: Cosima zeigte schon in sehr jungen Jahren großes Interesse an allem Gedruckten. Und das nicht, weil Mama zufällig Bücher schreibt, denn damit hatte ich damals, im Jahr 2000, ja noch gar nicht angefangen. Es war einfach so: Ständig hatte sie den Blick in Büchern oder Zeitschriften.
Auf einem Spaziergang, genau an ihrem ersten Geburtstag, deutete sie auf eine große Werbeaufschrift eines geparkten Lieferwagens. Sie legte ihren Finger auf den Buchstaben A und sagte laut und deutlich: »A«.
Ein weiteres Jahr später konnte sie alle Großbuchstaben sicher voneinander unterscheiden. Nicht, weil wir es ihr gezielt beigebracht hätten. Wir (d.h.: ihre Großeltern und ich) haben vielmehr einfach jede Frage, die von ihr kam, beantwortet und ihrem Interesse nichts in den Weg gelegt.
Zu beobachten, wie so ein kleiner Mensch die Welt der Buchstaben erobert, wenn man ihn nicht dabei stört, war wirklich faszinierend. Buchstaben wurden gemalt, geknetet, mit der Kinderschere ausgeschnitten, sogar mit dem Körper nachgeturnt.
Eines Tages, mit gut 4 Jahren, saß sie auf der Couch, in der Hand Preußlers »Kleine Hexe«, und kündigte an, mir vorlesen zu wollen. Fließend las sie das erste Kapitel, laut und deutlich. Ich vermutete zuerst, sie hätte es nach wiederholtem Vorlesen einfach auswendig gelernt und gab ihr, weil ich es nicht glauben konnte, ein Buch aus meinem eigenen Regal: Goethes »Faust«. Ich schlug die ersten Seiten auf und bat sie, das Geschriebene vorzulesen. »Ihr naht Euch wieder, schwankende Gestalten …«, tönte es von der Couch. Cosima hatte Lesen gelernt.

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Frage: Cosima hat im Alter von acht Jahren ihr Buch „Vier Freundinnen auf Schatzsuche“ veröffentlicht. Wie ist es dazu gekommen, und welche Folgen hatte das?

Antwort: Als Cosima sich entschloss, ein eigenes Buch schreiben zu wollen, war ich gerade in den letzten Zügen mit meinem Roman »2010«. Sehnsüchtig schaute sie stets auf den Laptop, auf dem sich Seite um Seite mit Text füllte. Von »Mama, ich will auch ein Buch schreiben!« bis zum Beginn ihrer Arbeit an »Vier Freundinnen auf Schatzsuche« vergingen nur wenige Stunden. Dabei durfte ich nichts von dem lesen, was sie geschrieben hatte, darauf legte sie größten Wert. Ich habe das auch respektiert, denn ich kann es während der Arbeit selbst nicht leiden, wenn mir ständig jemand über die Schulter schaut. Ich habe sie also einfach machen lassen. Niemals hätte ich geglaubt, dass sie es tatsächlich schafft, eine einzige Geschichte in Buchlänge durchzuführen. Drei Monate später wurde ich eines Besseren belehrt, als sie mir stolz ihr fertiges Manuskript präsentierte. Ihr Buch enthält 81 Seiten, und wir veröffentlichten es kurz darauf.
Die Folgen waren durchaus unterschiedlich. Die Reaktionen reichten von Beschimpfungen gegen die »Rabenmutter, die ihr Kind zum Schreiben zwingt«, »bestimmt hat sie das nicht selbst geschrieben, das ist ein Werbegag« oder kleinkarierten Kommentaren á la »Alter und Aussehen sind eben heute das Wichtigste für einen Autor«, bis hin zu neidlosem Lob für diese große Leistung. Mehrere Zeitungen brachten einen Beitrag, BILD-Halle titelte einen Artikel im Regionalteil mit »Sie ist acht, liest seit sie vier ist und schreibt gerade ihr zweites Buch«.
Ich versuche, Cosima zu vermitteln, sich möglichst unabhängig zu machen und einfach ihren Weg zu gehen. Was aus dem Inneren eines Menschen kommt, das hat Wahrhaftigkeit. Fühlt man sich dieser verpflichtet, dann schwindet das Interesse an Kritik oder Lob.

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Frage: Interessiert sich Ihre schriftstellerisch begabte Tochter auch für Musik?

Antwort: Nicht wirklich. Musik scheint nicht Cosimas ureigenes Ausdrucksmittel zu sein. Möglicherweise hatte sie auch einfach genug davon, da ich in der Schwangerschaft sehr viele Vorstellungen gesungen habe: Alleine 18 mal die Rolle der »Senta« im »Fliegenden Holländer«, dazu eine Serie »Salome«, eine Serie »Turandot« … Als sie kleiner war, versuchte sie sich ein wenig am Klavier, doch sie verlor das Interesse schnell. Ich habe sie auch nicht dazu gedrängt. Warum einen Menschen quälen mit etwas, was ihm nicht liegt? Dennoch hört sie gelegentlich gerne Musik und zeigt dabei ein erstaunliches Ohr für Qualität.

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Frage: Antwort: Eine Ihrer Internetseiten heißt „Kleines Einmaleins: Lernen ist keine Hexerei!“! Worum geht es dort?

Antwort: Die Seite http://www.kleines-einmaleins.de habe ich gegründet, um mein Buch »Einmaleins Walpurgisnacht! – Rechnen ist (k)eine Hexerei« bekannt zu machen, das man auch direkt über die Seite bestellen kann. Ich fülle die Seite nach und nach mit Inhalten rund um das Thema Vorschulbildung, mit Schwerpunkt auf das Kleine Einmaleins. Aufgrund meiner Erfahrungen mit Cosima weiß ich, dass der menschliche Geist gerade in der Zeit vor der Einschulung aufnahmefähig ist wie ein Schwamm. In dieser Zeit lernt man sehr leicht, wofür man später unendliche Mühe aufwenden muss.

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Frage: Gibt es eine Interviewfrage, die man Ihnen noch nie gestellt hat, die Sie aber gerne beantworten würden?

Antwort: Ja. Eines meiner Lieblingsthemen ist die Frage nach dem Wesen der Kreativität und ihrer Auslebung. Denn unsere ganze Gesellschaft krankt weder an Geldmangel noch an technischen Möglichkeiten. Sie krankt ausschließlich an einem: an der Abtötung der Kreativität des Einzelnen. Jeder andere Mangel ist ausschließlich eine Folge davon und deshalb mit Geld nicht wirklich zu beseitigen, eher das Gegenteil ist der Fall.
Dabei verstehe ich unter Kreativität den unbedingten Schaffensdrang, den Wunsch, etwas zu gestalten, zu erfinden, eine Firma zu gründen, was auch immer. Dann kommt der pekuniäre Erfolg irgendwann nach, sofern man unablässig am Ball bleibt. Dieser Drang ist in jedem Menschen angelegt, wird aber leider oft schon im Kleinkindalter verschüttet. Spätestens, wenn das Ausmalen schwachsinniger, vorgedruckter Arbeitsblätter in der Grundschule beginnt, haben wir alle unseren Knacks weg. Die unerfreulichen Folgen treten nun immer schneller und deutlicher zutage und werden mit dem merkwürdigen Wort »Wirtschaftskrise« belegt.
Der Schaffensdrang ist einer der kostbarsten Impulse des Menschen, und Eltern sollten ihn bei ihren Kindern mit Zähnen und Klauen verteidigen. Den Nachwuchs stark machen gegen die Zumutungen der Welt, so gut sie nur immer können. Etwas Eigenes zu erschaffen, was auch immer, ist heute eines der schlimmsten Dinge, die einer tun kann. Er zieht sofort das Hasspotential dementsprechend Gehemmter auf sich und braucht einen langen Atem, um zu sich selbst stehen zu können. Ich habe das noch und nöcher in sogenannten »Autorenforen« im Internet beobachten können, wo das Gros der Mitglieder nicht darauf aus zu sein scheint, Anregungen für eigenes Schaffen zu finden, sondern den verhassten Schaffenden ihr Werk madig zu machen. Ich gehe davon aus, dass dies auf allen Gebieten gleich funktioniert, unter Autoren und Opernsängern ebenso, wie unter Webdesignern, Erfindern, Forschern oder Kaninchenzüchtern. Einfach unfassbar, welch pures Kapital auf diese Weise verbrannt wird. Denn nicht Geld ist unser Kapital, nein, der Geist ist es. Selbst das unvollkommenste eigene Werk ist ungleich wertvoller, als die geschliffenste Kritik darüber. Denn ersteres wird vielleicht zum Samen etwas Besseren, während Letzteres höchstens auf der Toilette seiner Bestimmung zugeführt werden könnte, wenn man sich denn die Mühe machen würde, es überhaupt auszudrucken.

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Frage: Sie betreiben auf der Videoplattform „YouTube“ einen Kanal. Womit befassen Sie sich in Ihren Videoclips, auf denen sie zu hören und zu sehen sind?

Antwort: Die meisten meiner Videoclips sind Trailer zu meinen Büchern. YouTube ist heute ein ganz hervorragendes Mittel, im Netz gefunden zu werden. Meine Videos befinden sich noch ein wenig in der Experimentierphase. Hier möchte ich technisch noch viel hinzulernen, komme aber nur selten dazu. Auch einen Zeichentrickfilm habe ich schon zusammengebastelt, es ist ein Buchtrailer zu meinem Kinderbuch: http://www.youtube.com/watch?v=_2aWkJeeyck.
Eine Art filmische »Zwischenbilanz« meiner Sängertätigkeit habe ich hier veröffentlicht:
http://www.youtube.com/watch?v=qsRw2v-41Io

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Frage: Sind Sie von Ihren Eltern bei Ihrem Wunsch, Opernsängerin werden zu wollen, gefördert oder behindert worden?

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Antwort: Bevor ich mit der Welt der Oper in Berührung kam, und zwar durch das mehr zufällige Anschauen einer Aufzeichnung von »Tristan und Isolde« aus Bayreuth, ich war damals etwa 15 Jahre alt, war es mein Plan gewesen, eine Schreinerlehre im Betrieb meines Vaters zu absolvieren. Meine Begegnung mit Wagner veränderte mit einem Schlag alles. Meine Eltern haben mich in jeder Weise bei meinen Plänen unterstützt, nachdem sie den Kontakt mit einer Expertin vom Fach hergestellt und ich ihr vorgesungen hatte. Diese bescheinigte mir damals große Aussicht auf Erfolg, und so war die Entscheidung gefallen: Ich würde ein Studium am Konservatorium beginnen. Leider standen dem noch einige Hindernisse im Weg: Mindestbedingung für die Aufnahme eines Musikstudiums war der Besitz der Mittleren Reife. Da ich schon damals mit dem Schulsystem auf Kriegsfuß gestanden war, besaß ich nur den Qualifizierenden Hauptschulabschluss, diesen allerdings mit einem Notendurchschnitt von 1,0. Dennoch hieß es, ich müsse dringend wenigstens die Mittlere Reife erwerben, außerdem würden 15jährige normalerweise nicht zum Studium angenommen. Ein Unding für ein Musikstudium, denn mit dem Üben kann man nie zu früh beginnen, aber eben Regel in einem verblödeten System.
Meine Eltern ermöglichten mir dann die Aufnahme eines Fernstudiums, welches auf drei Jahre ausgelegt war und mit der Mittleren Reife abschloss. Da ich mit dem Gesangsstudium möglichst schnell beginnen wollte, setzte ich mich auf den Hosenboden und schaffte es, das Fernstudium in der halben Zeit abzuschließen, mit einem Notenschnitt von 1,7. Mit 17 nahm ich dann das Gesangsstudium auf, welches auch diverse Irrungen und Wirrungen beinhaltete, auf die ich hier aus Platzgründen nicht näher eingehen möchte. Mit 23 erhielt ich das erste feste Engagement, einen Anfängervertrag an der Staatsoper Stuttgart, nachdem ich erste Bühnenluft schon im Extrachor der Oper und mit kleineren Solorollen in Nürnberg geschnuppert hatte. Meine Eltern, die sich über diese Entwicklung sehr freuten, haben kaum je eine Opernproduktion verpasst, in der ich aufgetreten bin. Was immer ich auch anpackte: Sie haben mich von Anfang an in jeder Weise dabei unterstützt, wofür ich ihnen unendlich dankbar bin. Ja, mit meinen Eltern habe ich ein großes Glück, und wir stehen uns bis heute sehr nahe. Bei Cosima halte ich es genauso: Wenn ich sehe, sie strebt ein Ziel an, dann bekommt sie von mir jede nur denkbare Hilfestellung.

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Frage: Auf welchen Internetseiten kann man noch mehr über Sie erfahren

Antwort: Hier gibt es meine Sängerseite:
http://www.ursulaprem.de. Aufgrund der oben schon erwähnten momentanen Unterbrechung meiner Sängertätigkeit beinhaltet sie keine aktuellen News, aber gibt einen Abriss über das, was ich bisher auf diesem Gebiet gemacht habe.

Meine Autorenseite, die ich nach Erscheinen meines ersten Romans gegründet und nach und nach ausgebaut habe, ist hier zu finden:
http://www.prembuch.de

Außerdem bin ich unter anderem aktiv auf den Blogs
http://ein-buch-lesen.blogspot.com
http://www.buchstaben-lernen.de
http://www.kleines-einmaleins.de
http://aktuelle-kommentare.blogspot.com (hier schreibe ich nicht regelmäßig, sondern nur, wenn mir ein Thema unter den Nägeln brennt).

Auch auf Twitter bin ich präsent:
http://twitter.com/Ursula_Prem

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Die Fragen für das Interview stellte der Journalist und Buchautor Ernst Probst
http://internet-zeitung.blogspot.com und http://interview-weblog.blogspot.com


Interview mit der Sängerin Ute Schönherr
Mittwoch, 09. Juni 2010, 17:50:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Ute Schönherr - I Love To Live" von "Kanal von Ute Schönherr" bei "YouTube"
http://www.youtube.com/user/UteSchoenherr

Wiesbaden (interview-weblog) - Die deutsche Sängerin Ute Schönherr präsentiert auf der Videoplattform "YouTube" eine musikalische Kostprobe ihrer Kunst. In ihrem "Kanal von Ute Schönherr" zeigt sie den sehens- und hörenswerten Videoclip "Ute Schönherr - I Love To Live". Die Single "Ute Schönherr. I love to live" ist im Internet weltweit zu kaufen z.B. bei "I Tunes" oder "Musicload".

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UteSchoenherr

Interview mit der deutschen Sängerin Ute Schönherr

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Frage: Konnten Sie sich 2010 bereits über einen künstlerischen Erfolg freuen?

Antwort: Seit November 2009 habe ich mit dem namhaften Produzenten Gottfried
Koch an einem neuen Album gearbeitet. Diese Album ist nun fertig: Es heisst: "Born to sing". Die erste Single mit dem Video "Ute Schönherr I love to
live" liegt bei sämtlichen Radiosendern vor.

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Frage: Haben Sie sich für dieses Jahr etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Ich wünsche mir gehört zu werden.

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Frage: Welche Sängerin und welchen Sänger bewundern Sie?

Antwort: Diana Krall und Michael Buble

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Frage: Schreiben Sie - wie viele andere Künstler - irgendwann eine
Autobiographie?

Antwort: Eigentlich ist meine Autobiographie schon über die Hälfte
fertig ...

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Frage: Gibt es im Internet etwas von Ihnen zu hören?

Antwort: Auf http://www.uteute.de und auf http://www.myspace.com/uteschoenherr09

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Frage: Wo können Ihre Fans etwas über Sie im Internet lesen?

Antwort: Unter anderem entsteht eine neue Webpräsens: http://www.born-to-sing.com


Interview mit der Sängerin Ute Schönherr
Mittwoch, 09. Juni 2010, 17:50:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Ute Schönherr - I Love To Live" von "Kanal von Ute Schönherr" bei "YouTube"
http://www.youtube.com/user/UteSchoenherr

Wiesbaden (interview-weblog) - Die deutsche Sängerin Ute Schönherr präsentiert auf der Videoplattform "YouTube" eine musikalische Kostprobe ihrer Kunst. In ihrem "Kanal von Ute Schönherr" zeigt sie den sehens- und hörenswerten Videoclip "Ute Schönherr - I Love To Live". Die Single "Ute Schönherr. I love to live" ist im Internet weltweit zu kaufen z.B. bei "I Tunes" oder "Musicload".

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UteSchoenherr

Interview mit der deutschen Sängerin Ute Schönherr

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Frage: Konnten Sie sich 2010 bereits über einen künstlerischen Erfolg freuen?

Antwort: Seit November 2009 habe ich mit dem namhaften Produzenten Gottfried
Koch an einem neuen Album gearbeitet. Diese Album ist nun fertig: Es heisst: "Born to sing". Die erste Single mit dem Video "Ute Schönherr I love to
live" liegt bei sämtlichen Radiosendern vor.

*

Frage: Haben Sie sich für dieses Jahr etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Ich wünsche mir gehört zu werden.

*

Frage: Welche Sängerin und welchen Sänger bewundern Sie?

Antwort: Diana Krall und Michael Buble

*

Frage: Schreiben Sie - wie viele andere Künstler - irgendwann eine
Autobiographie?

Antwort: Eigentlich ist meine Autobiographie schon über die Hälfte
fertig ...

*

Frage: Gibt es im Internet etwas von Ihnen zu hören?

Antwort: Auf http://www.uteute.de und auf http://www.myspace.com/uteschoenherr09

*

Frage: Wo können Ihre Fans etwas über Sie im Internet lesen?

Antwort: Unter anderem entsteht eine neue Webpräsens: http://www.born-to-sing.com


So entstand die Idee zu einem Taschenbuch über Machbuba
Freitag, 14. Mai 2010, 14:42:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ (GRIN Verlag für akademische Texte)

*

Frage: Herr Probst, wie und wann kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über die äthiopische Sklavin Machbuba und den deutschen Fürsten Hermann von Pückler-Muskau zu schreiben?

Antwort: Über Machbuba habe ich bereits 2001 in meinem Taschenbuch „Superfrauen 1 – Geschichte“ eine Kurzbiografie veröffentlicht. Diese umfasste allerdings lediglich zweieinhalb Buchseiten und zeigte nur drei Bilder. Im Frühjahr 2010 kam ich auf die Idee, über Machbuba eine Broschüre mit maximal 40 Seiten produzieren. Doch das Thema hat mich so fasziniert, dass ein mehr als 130 Seiten umfassendes Taschenbuch mit zahlreichen Abbildungen entstand.

*

Frage: Was hat Sie an Machbuba und Fürst Pückler besonders fasziniert?

Antwort: Die blutjunge Äthiopierin muss ein Mensch mit besonderem Charakter und Ausstrahlung gewesen sein. Sonst hätte sie den deutschen Fürsten Pückler nicht jahrelang in ihren Bann gezogen. Schließlich verkehrte Pückler in Europa, Afrika und Asien mit Kaisern, Königen, Fürsten, Künstlern und attraktiven Damen. Pückler selbst muss ebenfalls eine ungewöhnliche Persönlichkeit gewesen sein. Man denke nur an seine Erfolge in der feinen Gesellschaft, beim Militär, als Autor und begnadeter Gestalter von Parkanlagen.

*

Frage: Gab es etwas, was sie bei Ihren Recherchen für Ihr Taschenbuch über Machbuba und Fürst Pückler besonders überrascht hat?

Antwort: Für mich war es frappierend, wie unterschiedlich Fürst Pückler von Kritikern beurteilt wird. Manche Autoren verherrlichen Pückler so, als sei er ein Übermensch. Andere Autoren dagegen kritisieren seine Beziehung zu Machbuba auf das Schärfste: bürgerlich als Allüre eines fürstlichen Dandys, imperialismuskritisch als kolonialistisch, feministisch als frauenfeindlich und sozialpolitisch als Pädophilie. Die Wahrheit dürfte, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegen.

*

Frage: Glauben Sie, dass der Fürst eine sexuelle Beziehung mit der Sklavin hatte?

Antwort: Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Über Fürst Pückler liest man nämlich sehr Unterschiedliches. Einerseits soll er mehr Affären als der große Frauenverführer Casanova gehabt haben, andererseits zeugte er kein einziges Kind, und ein Autor hält ihn sogar für impotent. Da ist sozusagen alles oder gar nichts denkbar ...

*

Frage: Wo kann man das Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ kaufen?

Antwort: „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/150529/machbuba-die-sklavin-und-der-fuerst als gedrucktes Taschenbuch oder als elektronisches E-Book im PDF-Format erhältlich. Man kann es aber auch bei rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung erwerben.

*

Inhalt von „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“:

Die berühmteste Sklavin und Geliebte eines deutschen Fürsten im 19. Jahrhundert dürfte Machbuba (um 1823–1840) gewesen sein. Die dunkelhäutige Schönheit aus Äthiopien wurde von dem Adligen Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) auf dem Sklavenmarkt in Afrika gekauft. Danach war sie seine Reisebegleiterin, Krankenpflegerin und Geliebte. Ihr Grab liegt auf dem Friedhof von Bad Muskau in der Oberlausitz (Sachsen). Der Name Machbuba bedeutet zu deutsch „Die Goldene“ oder „Mein Liebling“. Ihr eigentlicher Name war Ajiamé. Das Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst schildert das abenteuerliche Leben des ungewöhnlichen Paares.


So entstand die Idee zu einem Taschenbuch über Machbuba
Freitag, 14. Mai 2010, 14:42:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ (GRIN Verlag für akademische Texte)

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Frage: Herr Probst, wie und wann kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über die äthiopische Sklavin Machbuba und den deutschen Fürsten Hermann von Pückler-Muskau zu schreiben?

Antwort: Über Machbuba habe ich bereits 2001 in meinem Taschenbuch „Superfrauen 1 – Geschichte“ eine Kurzbiografie veröffentlicht. Diese umfasste allerdings lediglich zweieinhalb Buchseiten und zeigte nur drei Bilder. Im Frühjahr 2010 kam ich auf die Idee, über Machbuba eine Broschüre mit maximal 40 Seiten produzieren. Doch das Thema hat mich so fasziniert, dass ein mehr als 130 Seiten umfassendes Taschenbuch mit zahlreichen Abbildungen entstand.

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Frage: Was hat Sie an Machbuba und Fürst Pückler besonders fasziniert?

Antwort: Die blutjunge Äthiopierin muss ein Mensch mit besonderem Charakter und Ausstrahlung gewesen sein. Sonst hätte sie den deutschen Fürsten Pückler nicht jahrelang in ihren Bann gezogen. Schließlich verkehrte Pückler in Europa, Afrika und Asien mit Kaisern, Königen, Fürsten, Künstlern und attraktiven Damen. Pückler selbst muss ebenfalls eine ungewöhnliche Persönlichkeit gewesen sein. Man denke nur an seine Erfolge in der feinen Gesellschaft, beim Militär, als Autor und begnadeter Gestalter von Parkanlagen.

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Frage: Gab es etwas, was sie bei Ihren Recherchen für Ihr Taschenbuch über Machbuba und Fürst Pückler besonders überrascht hat?

Antwort: Für mich war es frappierend, wie unterschiedlich Fürst Pückler von Kritikern beurteilt wird. Manche Autoren verherrlichen Pückler so, als sei er ein Übermensch. Andere Autoren dagegen kritisieren seine Beziehung zu Machbuba auf das Schärfste: bürgerlich als Allüre eines fürstlichen Dandys, imperialismuskritisch als kolonialistisch, feministisch als frauenfeindlich und sozialpolitisch als Pädophilie. Die Wahrheit dürfte, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegen.

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Frage: Glauben Sie, dass der Fürst eine sexuelle Beziehung mit der Sklavin hatte?

Antwort: Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Über Fürst Pückler liest man nämlich sehr Unterschiedliches. Einerseits soll er mehr Affären als der große Frauenverführer Casanova gehabt haben, andererseits zeugte er kein einziges Kind, und ein Autor hält ihn sogar für impotent. Da ist sozusagen alles oder gar nichts denkbar ...

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Frage: Wo kann man das Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ kaufen?

Antwort: „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/150529/machbuba-die-sklavin-und-der-fuerst als gedrucktes Taschenbuch oder als elektronisches E-Book im PDF-Format erhältlich. Man kann es aber auch bei rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung erwerben.

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Inhalt von „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“:

Die berühmteste Sklavin und Geliebte eines deutschen Fürsten im 19. Jahrhundert dürfte Machbuba (um 1823–1840) gewesen sein. Die dunkelhäutige Schönheit aus Äthiopien wurde von dem Adligen Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) auf dem Sklavenmarkt in Afrika gekauft. Danach war sie seine Reisebegleiterin, Krankenpflegerin und Geliebte. Ihr Grab liegt auf dem Friedhof von Bad Muskau in der Oberlausitz (Sachsen). Der Name Machbuba bedeutet zu deutsch „Die Goldene“ oder „Mein Liebling“. Ihr eigentlicher Name war Ajiamé. Das Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst schildert das abenteuerliche Leben des ungewöhnlichen Paares.


So entstand die Idee zu einem Taschenbuch über Machbuba
Freitag, 14. Mai 2010, 14:42:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ (GRIN Verlag für akademische Texte)

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Frage: Herr Probst, wie und wann kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über die äthiopische Sklavin Machbuba und den deutschen Fürsten Hermann von Pückler-Muskau zu schreiben?

Antwort: Über Machbuba habe ich bereits 2001 in meinem Taschenbuch „Superfrauen 1 – Geschichte“ eine Kurzbiografie veröffentlicht. Diese umfasste allerdings lediglich zweieinhalb Buchseiten und zeigte nur drei Bilder. Im Frühjahr 2010 kam ich auf die Idee, über Machbuba eine Broschüre mit maximal 40 Seiten produzieren. Doch das Thema hat mich so fasziniert, dass ein mehr als 130 Seiten umfassendes Taschenbuch mit zahlreichen Abbildungen entstand.

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Frage: Was hat Sie an Machbuba und Fürst Pückler besonders fasziniert?

Antwort: Die blutjunge Äthiopierin muss ein Mensch mit besonderem Charakter und Ausstrahlung gewesen sein. Sonst hätte sie den deutschen Fürsten Pückler nicht jahrelang in ihren Bann gezogen. Schließlich verkehrte Pückler in Europa, Afrika und Asien mit Kaisern, Königen, Fürsten, Künstlern und attraktiven Damen. Pückler selbst muss ebenfalls eine ungewöhnliche Persönlichkeit gewesen sein. Man denke nur an seine Erfolge in der feinen Gesellschaft, beim Militär, als Autor und begnadeter Gestalter von Parkanlagen.

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Frage: Gab es etwas, was sie bei Ihren Recherchen für Ihr Taschenbuch über Machbuba und Fürst Pückler besonders überrascht hat?

Antwort: Für mich war es frappierend, wie unterschiedlich Fürst Pückler von Kritikern beurteilt wird. Manche Autoren verherrlichen Pückler so, als sei er ein Übermensch. Andere Autoren dagegen kritisieren seine Beziehung zu Machbuba auf das Schärfste: bürgerlich als Allüre eines fürstlichen Dandys, imperialismuskritisch als kolonialistisch, feministisch als frauenfeindlich und sozialpolitisch als Pädophilie. Die Wahrheit dürfte, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegen.

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Frage: Glauben Sie, dass der Fürst eine sexuelle Beziehung mit der Sklavin hatte?

Antwort: Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Über Fürst Pückler liest man nämlich sehr Unterschiedliches. Einerseits soll er mehr Affären als der große Frauenverführer Casanova gehabt haben, andererseits zeugte er kein einziges Kind, und ein Autor hält ihn sogar für impotent. Da ist sozusagen alles oder gar nichts denkbar ...

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Frage: Wo kann man das Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ kaufen?

Antwort: „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/150529/machbuba-die-sklavin-und-der-fuerst als gedrucktes Taschenbuch oder als elektronisches E-Book im PDF-Format erhältlich. Man kann es aber auch bei rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung erwerben.

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Inhalt von „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“:

Die berühmteste Sklavin und Geliebte eines deutschen Fürsten im 19. Jahrhundert dürfte Machbuba (um 1823–1840) gewesen sein. Die dunkelhäutige Schönheit aus Äthiopien wurde von dem Adligen Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) auf dem Sklavenmarkt in Afrika gekauft. Danach war sie seine Reisebegleiterin, Krankenpflegerin und Geliebte. Ihr Grab liegt auf dem Friedhof von Bad Muskau in der Oberlausitz (Sachsen). Der Name Machbuba bedeutet zu deutsch „Die Goldene“ oder „Mein Liebling“. Ihr eigentlicher Name war Ajiamé. Das Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst schildert das abenteuerliche Leben des ungewöhnlichen Paares.


Herr Probst - Arbeiten Sie momentan an neuen Büchern?
Freitag, 23. April 2010, 20:01:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Herr Probst, wie viele Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books haben Sie bisher veröffentlicht?

Antwort: Leider kann ich diese Frage nicht genau beantworten. Nach meiner Schätzung handelt es sich um mehr als 100 Titel, die als Bücher, Taschenbücher, Broschüren oder E-Books erschienen sind. Außerdem gibt es auch zwei Museumsführer, an denen ich mitgewirkt habe.

*

Frage: Über welche Themen schreiben Sie?

Antwort: Ich habe mich auf Themen aus den Bereichen Paläontologie, Archäologie, Geschichte, Gesellschaft, Natur und Wissenschaft spezialisiert.

*

Frage: Man kennt Sie vor allem wegen ihrer dicken Werke über die Urzeit, Steinzeit und Bronzezeit, die bei C. Bertelsmann erschienen sind. Was haben Sie sonst noch aus dem Themenbereich Wissenschaft publiziert?

Antwort: Außer Deutschland in der Urzeit, Deutschland in der Steinzeit, Deutschland in der Bronzezeit, Dinosaurier in Deutschland (letzterer Titel zusammen mit Raymund Windolf) sind dies: Rekorde der Urzeit, Rekorde der Urmenschen, Monstern auf der Spur, Archaeopteryx, Der Ur-Rhein, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Der Höhlenbär, Nessie, Affenmenschen, Seeungeheuer.

*

Frage: Was hat Sie bewogen, auch Taschenbücher aus dem Themenbereich Gesellschaft zu schreiben?

Antwort: Ich wollte nicht nur über Pflanzen und Tiere, sondern auch über interessante Menschen schreiben. Dabei haben mich Biografien berühmter Frauen besonders fasziniert. Ergebnis dieser Begeisterung sind folgende Taschenbücher: die 14-bändige Taschenbuchreihe über „Superfrauen“aus den Bereichen Geschichte, Religion, Politik, Wirtschaft und Verkehr, Wissenschaft, Medizin, Film und Theater, Literatur, Malerei und Fotografie, Musik und Tanz, Feminismus und Familie, Sport, Mode und Kosmetik, Medien und Astrologie, sowie die Einzeltitel Superfrauen aus dem Wilden Westen, Königinnen der Lüfte und Königinnen des Tanzes. Hinzu kommen E-Books über Elisabeth I. Tudor und Maria Stuart sowie rund 70 E-Books über berühmte Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen, Astronautinnen und Kosmonautinnen.

*

Frage: Haben Sie auch Biografien über berühmte Männer verfasst?

Antwort: Ja, beispielsweise Der Schwarze Peter und Meine Worte sind wie die Sterne. Bei ersterem Titel geht es um das Leben des Räubers Peter Petri, der im Zuchthaus das Kartenspiel Schwarzer Peter erfunden hat. Bei letzterem Titel, den ich zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst herausgebracht habe, um den legendären Indianerhäuptling Seattle.

*

Frage: Haben wir etwas vergessen, worüber Sie sonst noch schreiben?

Antwort: Ja, zeitweise juckt es mich Aphorismen zu schreiben. Etliche davon wurden bereits in Büchern, Taschenbüchern, in Zeitungen und im Internet veröffentlicht. Am bekanntesten ist: Das Internet bietet unendlich viel Mist, aber der Rest ist gar nicht übel.

*

Frage: Arbeiten Sie momentan an neuen Büchern, Taschenbüchern, Broschüren oder E-Books?

Antwort: Ja, an Biografien berühmter Luftpionierinnen sowie an Taschenbüchern über eine Räuberbraut und über die Geliebte eines deutschen Fürsten. Mehr will ich heute noch nicht verraten.

*

Frage: Wo kann man Ihre Bücher kaufen?

Antwort: Die meisten meiner Werke kann man bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de erwerben sowie in rund 1.000 Online-Buchshops wie Amazon.de, Bol.de, Buch.de oder Libri.de und in jeder guten Buchhandlung.

*

Frage: Wo kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Wenn man bei „Google“ http://www.google.de nach Ernst Probst sucht, wird man schnell fündig. Bei „GRIN“ und „Google Bücher“ http://books.google.de gibt es Leseproben.


Herr Probst - Arbeiten Sie momentan an neuen Büchern?
Freitag, 23. April 2010, 20:01:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

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Frage: Herr Probst, wie viele Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books haben Sie bisher veröffentlicht?

Antwort: Leider kann ich diese Frage nicht genau beantworten. Nach meiner Schätzung handelt es sich um mehr als 100 Titel, die als Bücher, Taschenbücher, Broschüren oder E-Books erschienen sind. Außerdem gibt es auch zwei Museumsführer, an denen ich mitgewirkt habe.

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Frage: Über welche Themen schreiben Sie?

Antwort: Ich habe mich auf Themen aus den Bereichen Paläontologie, Archäologie, Geschichte, Gesellschaft, Natur und Wissenschaft spezialisiert.

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Frage: Man kennt Sie vor allem wegen ihrer dicken Werke über die Urzeit, Steinzeit und Bronzezeit, die bei C. Bertelsmann erschienen sind. Was haben Sie sonst noch aus dem Themenbereich Wissenschaft publiziert?

Antwort: Außer Deutschland in der Urzeit, Deutschland in der Steinzeit, Deutschland in der Bronzezeit, Dinosaurier in Deutschland (letzterer Titel zusammen mit Raymund Windolf) sind dies: Rekorde der Urzeit, Rekorde der Urmenschen, Monstern auf der Spur, Archaeopteryx, Der Ur-Rhein, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Der Höhlenbär, Nessie, Affenmenschen, Seeungeheuer.

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Frage: Was hat Sie bewogen, auch Taschenbücher aus dem Themenbereich Gesellschaft zu schreiben?

Antwort: Ich wollte nicht nur über Pflanzen und Tiere, sondern auch über interessante Menschen schreiben. Dabei haben mich Biografien berühmter Frauen besonders fasziniert. Ergebnis dieser Begeisterung sind folgende Taschenbücher: die 14-bändige Taschenbuchreihe über „Superfrauen“aus den Bereichen Geschichte, Religion, Politik, Wirtschaft und Verkehr, Wissenschaft, Medizin, Film und Theater, Literatur, Malerei und Fotografie, Musik und Tanz, Feminismus und Familie, Sport, Mode und Kosmetik, Medien und Astrologie, sowie die Einzeltitel Superfrauen aus dem Wilden Westen, Königinnen der Lüfte und Königinnen des Tanzes. Hinzu kommen E-Books über Elisabeth I. Tudor und Maria Stuart sowie rund 70 E-Books über berühmte Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen, Astronautinnen und Kosmonautinnen.

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Frage: Haben Sie auch Biografien über berühmte Männer verfasst?

Antwort: Ja, beispielsweise Der Schwarze Peter und Meine Worte sind wie die Sterne. Bei ersterem Titel geht es um das Leben des Räubers Peter Petri, der im Zuchthaus das Kartenspiel Schwarzer Peter erfunden hat. Bei letzterem Titel, den ich zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst herausgebracht habe, um den legendären Indianerhäuptling Seattle.

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Frage: Haben wir etwas vergessen, worüber Sie sonst noch schreiben?

Antwort: Ja, zeitweise juckt es mich Aphorismen zu schreiben. Etliche davon wurden bereits in Büchern, Taschenbüchern, in Zeitungen und im Internet veröffentlicht. Am bekanntesten ist: Das Internet bietet unendlich viel Mist, aber der Rest ist gar nicht übel.

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Frage: Arbeiten Sie momentan an neuen Büchern, Taschenbüchern, Broschüren oder E-Books?

Antwort: Ja, an Biografien berühmter Luftpionierinnen sowie an Taschenbüchern über eine Räuberbraut und über die Geliebte eines deutschen Fürsten. Mehr will ich heute noch nicht verraten.

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Frage: Wo kann man Ihre Bücher kaufen?

Antwort: Die meisten meiner Werke kann man bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de erwerben sowie in rund 1.000 Online-Buchshops wie Amazon.de, Bol.de, Buch.de oder Libri.de und in jeder guten Buchhandlung.

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Frage: Wo kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Wenn man bei „Google“ http://www.google.de nach Ernst Probst sucht, wird man schnell fündig. Bei „GRIN“ und „Google Bücher“ http://books.google.de gibt es Leseproben.


Herr Probst - Arbeiten Sie momentan an neuen Büchern?
Freitag, 23. April 2010, 20:01:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

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Frage: Herr Probst, wie viele Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books haben Sie bisher veröffentlicht?

Antwort: Leider kann ich diese Frage nicht genau beantworten. Nach meiner Schätzung handelt es sich um mehr als 100 Titel, die als Bücher, Taschenbücher, Broschüren oder E-Books erschienen sind. Außerdem gibt es auch zwei Museumsführer, an denen ich mitgewirkt habe.

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Frage: Über welche Themen schreiben Sie?

Antwort: Ich habe mich auf Themen aus den Bereichen Paläontologie, Archäologie, Geschichte, Gesellschaft, Natur und Wissenschaft spezialisiert.

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Frage: Man kennt Sie vor allem wegen ihrer dicken Werke über die Urzeit, Steinzeit und Bronzezeit, die bei C. Bertelsmann erschienen sind. Was haben Sie sonst noch aus dem Themenbereich Wissenschaft publiziert?

Antwort: Außer Deutschland in der Urzeit, Deutschland in der Steinzeit, Deutschland in der Bronzezeit, Dinosaurier in Deutschland (letzterer Titel zusammen mit Raymund Windolf) sind dies: Rekorde der Urzeit, Rekorde der Urmenschen, Monstern auf der Spur, Archaeopteryx, Der Ur-Rhein, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Der Höhlenbär, Nessie, Affenmenschen, Seeungeheuer.

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Frage: Was hat Sie bewogen, auch Taschenbücher aus dem Themenbereich Gesellschaft zu schreiben?

Antwort: Ich wollte nicht nur über Pflanzen und Tiere, sondern auch über interessante Menschen schreiben. Dabei haben mich Biografien berühmter Frauen besonders fasziniert. Ergebnis dieser Begeisterung sind folgende Taschenbücher: die 14-bändige Taschenbuchreihe über „Superfrauen“aus den Bereichen Geschichte, Religion, Politik, Wirtschaft und Verkehr, Wissenschaft, Medizin, Film und Theater, Literatur, Malerei und Fotografie, Musik und Tanz, Feminismus und Familie, Sport, Mode und Kosmetik, Medien und Astrologie, sowie die Einzeltitel Superfrauen aus dem Wilden Westen, Königinnen der Lüfte und Königinnen des Tanzes. Hinzu kommen E-Books über Elisabeth I. Tudor und Maria Stuart sowie rund 70 E-Books über berühmte Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen, Astronautinnen und Kosmonautinnen.

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Frage: Haben Sie auch Biografien über berühmte Männer verfasst?

Antwort: Ja, beispielsweise Der Schwarze Peter und Meine Worte sind wie die Sterne. Bei ersterem Titel geht es um das Leben des Räubers Peter Petri, der im Zuchthaus das Kartenspiel Schwarzer Peter erfunden hat. Bei letzterem Titel, den ich zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst herausgebracht habe, um den legendären Indianerhäuptling Seattle.

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Frage: Haben wir etwas vergessen, worüber Sie sonst noch schreiben?

Antwort: Ja, zeitweise juckt es mich Aphorismen zu schreiben. Etliche davon wurden bereits in Büchern, Taschenbüchern, in Zeitungen und im Internet veröffentlicht. Am bekanntesten ist: Das Internet bietet unendlich viel Mist, aber der Rest ist gar nicht übel.

*

Frage: Arbeiten Sie momentan an neuen Büchern, Taschenbüchern, Broschüren oder E-Books?

Antwort: Ja, an Biografien berühmter Luftpionierinnen sowie an Taschenbüchern über eine Räuberbraut und über die Geliebte eines deutschen Fürsten. Mehr will ich heute noch nicht verraten.

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Frage: Wo kann man Ihre Bücher kaufen?

Antwort: Die meisten meiner Werke kann man bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de erwerben sowie in rund 1.000 Online-Buchshops wie Amazon.de, Bol.de, Buch.de oder Libri.de und in jeder guten Buchhandlung.

*

Frage: Wo kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Wenn man bei „Google“ http://www.google.de nach Ernst Probst sucht, wird man schnell fündig. Bei „GRIN“ und „Google Bücher“ http://books.google.de gibt es Leseproben.


Video "Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth"
Freitag, 23. April 2010, 16:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth" von "7thGenerationDE" bei "YouTube"
http://www.youtube.com/watch?v=AoOWmeIxZYA&feature=fvhl

Beschreibung des Videos:

Vom größten Fleischfabrikanten Europas zum ökologischen Visionär: Vor vielen Jahren verändert Karl Ludwig Schweisfurth sein Leben radikal. Er sagt nein zur industriellen Tiervernichtung um nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland zu revolutionieren.

Auf den Grundsätzen von Ethik, Naturverbundenheit und Qualität erschafft er die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die nicht durch Preiskampf und bedingungsloses Wachstum erfolgreich sind, sondern aufgrund der Ehrfurcht vor dem Leben. Er vertritt den Standpunkt, dass der Konsument bewusst Entscheidungen treffen muss, um auf die Produktpolitik der Konzerne Einfluss nehmen zu können. Jeder hat täglich die Wahl.

Ein Gespräch über nachhaltige Lösungen und die Beweggründe, sein Leben zu ändern.

http://www.seventh-generation.de


Video "Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth"
Freitag, 23. April 2010, 16:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth" von "7thGenerationDE" bei "YouTube"
http://www.youtube.com/watch?v=AoOWmeIxZYA&feature=fvhl

Beschreibung des Videos:

Vom größten Fleischfabrikanten Europas zum ökologischen Visionär: Vor vielen Jahren verändert Karl Ludwig Schweisfurth sein Leben radikal. Er sagt nein zur industriellen Tiervernichtung um nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland zu revolutionieren.

Auf den Grundsätzen von Ethik, Naturverbundenheit und Qualität erschafft er die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die nicht durch Preiskampf und bedingungsloses Wachstum erfolgreich sind, sondern aufgrund der Ehrfurcht vor dem Leben. Er vertritt den Standpunkt, dass der Konsument bewusst Entscheidungen treffen muss, um auf die Produktpolitik der Konzerne Einfluss nehmen zu können. Jeder hat täglich die Wahl.

Ein Gespräch über nachhaltige Lösungen und die Beweggründe, sein Leben zu ändern.

http://www.seventh-generation.de


Video "Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth"
Freitag, 23. April 2010, 16:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth" von "7thGenerationDE" bei "YouTube"
http://www.youtube.com/watch?v=AoOWmeIxZYA&feature=fvhl

Beschreibung des Videos:

Vom größten Fleischfabrikanten Europas zum ökologischen Visionär: Vor vielen Jahren verändert Karl Ludwig Schweisfurth sein Leben radikal. Er sagt nein zur industriellen Tiervernichtung um nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland zu revolutionieren.

Auf den Grundsätzen von Ethik, Naturverbundenheit und Qualität erschafft er die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die nicht durch Preiskampf und bedingungsloses Wachstum erfolgreich sind, sondern aufgrund der Ehrfurcht vor dem Leben. Er vertritt den Standpunkt, dass der Konsument bewusst Entscheidungen treffen muss, um auf die Produktpolitik der Konzerne Einfluss nehmen zu können. Jeder hat täglich die Wahl.

Ein Gespräch über nachhaltige Lösungen und die Beweggründe, sein Leben zu ändern.

http://www.seventh-generation.de


Autorin Vanessa Dungs hat ein Faible für Vampire
Donnerstag, 22. April 2010, 12:54:00  | noreply@blogger.com (Impressum)



















Interview mit der Schriftstellerin Vanessa Dungs aus Essen, Autorin des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“






















Frage: Viele Autoren schreiben zuerst Kurzgeschichten, haben Sie auch so angefangen?

Antwort: Nicht ganz. Ich habe zwar an zwei Kurzgeschichten-Wettbewerben teilgenommen, aber das habe ich gemacht, als ich parallel an meinem Roman gearbeitet habe. Glücklicherweise hat sich die doppelte Mühe gelohnt, weil beide Geschichten in Anthologien veröffentlicht wurden bzw. werden.

*

Frage: „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“ ist ihr erster Roman, wie lange haben Sie dafür gebraucht?

Antwort: Ungefähr ein Jahr, wenn man die unzähligen Überarbeitungen mitrechnet.

*

Frage: Und wie kamen Sie dazu, ausgerechnet einen Vampirroman zu schreiben?

Antwort: Ich habe schon seit meiner Kindheit eine Schwäche für Vampire und ich muss zugeben, dass ich schon seit 2005 eine Geschichte im Kopf hatte, doch ich bin irgendwie erst 2009 dazu gekommen, endlich mal alles aufzuschreiben. Und sie ist auch irgendwie anders geworden, als ich es zu Anfang geplant hatte.

*

Frage: Wurden Sie von den aktuellen Bestsellern inspiriert?

Antwort: Ich denke, dass es teilweise sicherlich so ist. Momentan gibt es eine Vielzahl von Büchern, in denen es um Vampire und Liebe geht, aber trotzdem habe ich meine persönliche Note mit eingebracht. Ich hoffe, dass es den Lesern gefällt, auch wenn ich das Rad nicht neu erfinde, aber das war auch gar nicht meine Absicht, denn ich mag das „klassische“ Bild der Vampire und Bram Stokers Version von Dracula zählt noch immer zu meinen Lieblingsgeschichten.

*

Frage: Planen Sie eine Fortsetzung?

Antwort: Ja, es wird noch einen weiteren Teil geben, an dem ich bereits arbeite.

*

Frage: Haben Sie noch andere Romane, an denen Sie arbeiten?

Antwort: Zurzeit konzentriere ich mich natürlich auf mein aktuelles Buchprojekt. Ich habe allerdings noch einige andere Ideen im Kopf, die ich vielleicht in naher Zukunft realisieren werde.

*

Inhaltangabe des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“:

Nicholas De Winter befolgte immer die Gesetze seiner Art. Er hielt sich im Verborgenen und vermied unnötigen Kontakt mit den Menschen. Bis zu jenem Tag, an dem er ohne ersichtlichen Grund bereit ist, alles aufzugeben, für das er sonst immer gekämpft hatte. Aber die Verbindung zwischen einer Sterblichen und einem Vampir ist verboten. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden. Nicholas wird vor die Wahl gestellt und bringt mit seiner Entscheidung nicht nur sich selbst in große Gefahr. Doch wie kann er einer Frau widerstehen, die sein erstarrtes Herz bereits in den Händen hält…


*

Weitere Infos und Bestellungen des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“ bei:
http://www.aavaa.de/chronik_eines_vampirs.html


Autorin Vanessa Dungs hat ein Faible für Vampire
Donnerstag, 22. April 2010, 12:54:00  | noreply@blogger.com (Impressum)



















Interview mit der Schriftstellerin Vanessa Dungs aus Essen, Autorin des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“






















Frage: Viele Autoren schreiben zuerst Kurzgeschichten, haben Sie auch so angefangen?

Antwort: Nicht ganz. Ich habe zwar an zwei Kurzgeschichten-Wettbewerben teilgenommen, aber das habe ich gemacht, als ich parallel an meinem Roman gearbeitet habe. Glücklicherweise hat sich die doppelte Mühe gelohnt, weil beide Geschichten in Anthologien veröffentlicht wurden bzw. werden.

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Frage: „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“ ist ihr erster Roman, wie lange haben Sie dafür gebraucht?

Antwort: Ungefähr ein Jahr, wenn man die unzähligen Überarbeitungen mitrechnet.

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Frage: Und wie kamen Sie dazu, ausgerechnet einen Vampirroman zu schreiben?

Antwort: Ich habe schon seit meiner Kindheit eine Schwäche für Vampire und ich muss zugeben, dass ich schon seit 2005 eine Geschichte im Kopf hatte, doch ich bin irgendwie erst 2009 dazu gekommen, endlich mal alles aufzuschreiben. Und sie ist auch irgendwie anders geworden, als ich es zu Anfang geplant hatte.

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Frage: Wurden Sie von den aktuellen Bestsellern inspiriert?

Antwort: Ich denke, dass es teilweise sicherlich so ist. Momentan gibt es eine Vielzahl von Büchern, in denen es um Vampire und Liebe geht, aber trotzdem habe ich meine persönliche Note mit eingebracht. Ich hoffe, dass es den Lesern gefällt, auch wenn ich das Rad nicht neu erfinde, aber das war auch gar nicht meine Absicht, denn ich mag das „klassische“ Bild der Vampire und Bram Stokers Version von Dracula zählt noch immer zu meinen Lieblingsgeschichten.

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Frage: Planen Sie eine Fortsetzung?

Antwort: Ja, es wird noch einen weiteren Teil geben, an dem ich bereits arbeite.

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Frage: Haben Sie noch andere Romane, an denen Sie arbeiten?

Antwort: Zurzeit konzentriere ich mich natürlich auf mein aktuelles Buchprojekt. Ich habe allerdings noch einige andere Ideen im Kopf, die ich vielleicht in naher Zukunft realisieren werde.

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Inhaltangabe des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“:

Nicholas De Winter befolgte immer die Gesetze seiner Art. Er hielt sich im Verborgenen und vermied unnötigen Kontakt mit den Menschen. Bis zu jenem Tag, an dem er ohne ersichtlichen Grund bereit ist, alles aufzugeben, für das er sonst immer gekämpft hatte. Aber die Verbindung zwischen einer Sterblichen und einem Vampir ist verboten. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden. Nicholas wird vor die Wahl gestellt und bringt mit seiner Entscheidung nicht nur sich selbst in große Gefahr. Doch wie kann er einer Frau widerstehen, die sein erstarrtes Herz bereits in den Händen hält…


*

Weitere Infos und Bestellungen des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“ bei:
http://www.aavaa.de/chronik_eines_vampirs.html


Autorin Vanessa Dungs hat ein Faible für Vampire
Donnerstag, 22. April 2010, 12:54:00  | noreply@blogger.com (Impressum)



















Interview mit der Schriftstellerin Vanessa Dungs aus Essen, Autorin des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“






















Frage: Viele Autoren schreiben zuerst Kurzgeschichten, haben Sie auch so angefangen?

Antwort: Nicht ganz. Ich habe zwar an zwei Kurzgeschichten-Wettbewerben teilgenommen, aber das habe ich gemacht, als ich parallel an meinem Roman gearbeitet habe. Glücklicherweise hat sich die doppelte Mühe gelohnt, weil beide Geschichten in Anthologien veröffentlicht wurden bzw. werden.

*

Frage: „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“ ist ihr erster Roman, wie lange haben Sie dafür gebraucht?

Antwort: Ungefähr ein Jahr, wenn man die unzähligen Überarbeitungen mitrechnet.

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Frage: Und wie kamen Sie dazu, ausgerechnet einen Vampirroman zu schreiben?

Antwort: Ich habe schon seit meiner Kindheit eine Schwäche für Vampire und ich muss zugeben, dass ich schon seit 2005 eine Geschichte im Kopf hatte, doch ich bin irgendwie erst 2009 dazu gekommen, endlich mal alles aufzuschreiben. Und sie ist auch irgendwie anders geworden, als ich es zu Anfang geplant hatte.

*

Frage: Wurden Sie von den aktuellen Bestsellern inspiriert?

Antwort: Ich denke, dass es teilweise sicherlich so ist. Momentan gibt es eine Vielzahl von Büchern, in denen es um Vampire und Liebe geht, aber trotzdem habe ich meine persönliche Note mit eingebracht. Ich hoffe, dass es den Lesern gefällt, auch wenn ich das Rad nicht neu erfinde, aber das war auch gar nicht meine Absicht, denn ich mag das „klassische“ Bild der Vampire und Bram Stokers Version von Dracula zählt noch immer zu meinen Lieblingsgeschichten.

*

Frage: Planen Sie eine Fortsetzung?

Antwort: Ja, es wird noch einen weiteren Teil geben, an dem ich bereits arbeite.

*

Frage: Haben Sie noch andere Romane, an denen Sie arbeiten?

Antwort: Zurzeit konzentriere ich mich natürlich auf mein aktuelles Buchprojekt. Ich habe allerdings noch einige andere Ideen im Kopf, die ich vielleicht in naher Zukunft realisieren werde.

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Inhaltangabe des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“:

Nicholas De Winter befolgte immer die Gesetze seiner Art. Er hielt sich im Verborgenen und vermied unnötigen Kontakt mit den Menschen. Bis zu jenem Tag, an dem er ohne ersichtlichen Grund bereit ist, alles aufzugeben, für das er sonst immer gekämpft hatte. Aber die Verbindung zwischen einer Sterblichen und einem Vampir ist verboten. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden. Nicholas wird vor die Wahl gestellt und bringt mit seiner Entscheidung nicht nur sich selbst in große Gefahr. Doch wie kann er einer Frau widerstehen, die sein erstarrtes Herz bereits in den Händen hält…


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Weitere Infos und Bestellungen des Buches „Abtrünnig – Chronik eines Vampirs“ bei:
http://www.aavaa.de/chronik_eines_vampirs.html


Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze
Freitag, 09. April 2010, 21:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Köln (interview-weblog) Der Kölner Fotograf und "Iron-Butt"-Motorradfahrer Ralf Voigt plant für den Sommer 2010 eine unvergessliche Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze. Gemeinsam mit seiner Sozia Helene Hoffman sammelt er dabei Geld für die Deutsche Krebshilfe. Nachfolgend ein Interview mit ihm, das mit freundlicher Genehmigung von Lilli Cremer-Altgeld - http://pressetextekostenfrei.blogspot.com - veröffentlicht wird.

*

Frage: Herr Voigt, zehn Bundesländer, neun Nachbarländer, 5000 Kilometer in drei Wochen – der ganze Spass auch noch auf dem Motorrad. Und dabei Geld sammeln für die Deutsche Krebshilfe. Kein Urlaub, sondern eine Grenzerfahrung 2010. Was motiviert Sie?

Ralf Voigt: Wie es der Name schon sagt: Die Grenzerfahrung(en), die wir dabei hoffentlich machen werden. Diese Fahrt, zumal sie mit dem Motorrad vorher noch nicht gemacht wurde, bietet so viele Unwägbarkeiten, dass man sie nicht aufzählen kann und das macht die Sache an sich schon spannend. Darüber hinaus sind wir gespannt auf die vielen neuen Kontakte, die sich daraus ergeben werden.

*

Frage: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Deutschland auf diese Weise erleben zu wollen?

Ralf Voigt: Motorradfahren ist unser gemeinsames Hobby und wir fahren nahezu das ganze Jahr – meist jedoch nur Tagestouren in die Eifel oder nach Belgien und Luxemburg. Jetzt wollten wir mal etwas anderes machen und länger unterwegs sein. Bei der Planung kam es zu Überlegungen wie „durch den Iran bis nach Dubai“ oder „über Frankreich bis an die Südküste Spaniens“ – alles ganz tolle Möglichkeiten. Doch plötzlich fiel uns auf, dass wir ja selbst hier in unserem eigenen Land gar nicht alles kennen – was lag und liegt also näher, eine solche Tour zu entwickeln? Sie wird uns mindestens die gleiche Abwechslung und Spannung bieten und, das war der Grund für den Start im Juli, auch relativ sicher bei gutem Wetter stattfinden.

*

Frage: Ihre Vita zeigt, dass Sie vor allem das Ausgefallene lieben. Erst im letzten Jahr haben Sie spontan die „Iron-Butt-Tour“ geplant und realisiert: Sie sind 1000 Meilen – rund 1600 Kilometer – in 24 Stunden durch Deutschland gefahren und haben sich damit die US-amerikanische Auszeichnung ‚Iron Butt’ verdient. Wie erklären Sie Ihre Vorliebe für das Abenteuer?

Ralf Voigt: Motorradfahren kann süchtig machen…

*

Frage: Die kölsche Rockgruppe ‚Höhner’ hat ihn schon – jetzt haben Sie ihn auch: den KÖLSCH PASS. Jede Grenz-Stadt auf Ihrem Weg wird sich darin per Stempel verewigen. So können interessierte Motorradfahrer Ihre Strecke genau nachfahren und von Ihren Erfahrungen profitieren. Werden Sie noch weitere Anregungen zu dieser Reise geben, wenn Sie wieder zurück in Köln sind?

Ralf Voigt: Ja, einiges. Einerseits zeichnen wir die Route mit Hilfe von zwei Navigationssystem metergenau auf und können sie deshalb später allen, die es interessiert – auch Nicht-Motorradfahrern – zur Verfügung stellen und andererseits werden wir einen tollen Bildband veröffentlichen, der alle Highlights vorstellen wird.

*

Frage: Noch stecken Sie inmitten der Vorbereitungen für diese Reise. Einige Städte planen bereits einen besonderen Empfang für Sie und Frau Hoffmann. Da läuft ja alles rund – oder gibt es noch unerfüllte Wünsche?

Ralf Voigt: Ja, wir wünschen uns natürlich durchweg gutes Wetter, eine pannen- und unfallfreie Fahrt und ganz viele Leser auf unserer Homepage oder Fans auf unserer Facebook-Seite (auch diese Seite trägt dort den Titel Grenzerfahrung 2010). Last but not least sammeln wir ja unterwegs für die Deutsche Krebshilfe – dafür wünschen wir uns viele, sehr viele Spenden, denn auch Krebs ist eine Grenzerfahrung.

*

Kontakt zu Ralf Voigt:

http://www.grenzerfahrung-2010.de
info @ grenzerfahrung-2010.de
sowie mobile: +49 (0)157 76672868


Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze
Freitag, 09. April 2010, 21:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Köln (interview-weblog) Der Kölner Fotograf und "Iron-Butt"-Motorradfahrer Ralf Voigt plant für den Sommer 2010 eine unvergessliche Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze. Gemeinsam mit seiner Sozia Helene Hoffman sammelt er dabei Geld für die Deutsche Krebshilfe. Nachfolgend ein Interview mit ihm, das mit freundlicher Genehmigung von Lilli Cremer-Altgeld - http://pressetextekostenfrei.blogspot.com - veröffentlicht wird.

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Frage: Herr Voigt, zehn Bundesländer, neun Nachbarländer, 5000 Kilometer in drei Wochen – der ganze Spass auch noch auf dem Motorrad. Und dabei Geld sammeln für die Deutsche Krebshilfe. Kein Urlaub, sondern eine Grenzerfahrung 2010. Was motiviert Sie?

Ralf Voigt: Wie es der Name schon sagt: Die Grenzerfahrung(en), die wir dabei hoffentlich machen werden. Diese Fahrt, zumal sie mit dem Motorrad vorher noch nicht gemacht wurde, bietet so viele Unwägbarkeiten, dass man sie nicht aufzählen kann und das macht die Sache an sich schon spannend. Darüber hinaus sind wir gespannt auf die vielen neuen Kontakte, die sich daraus ergeben werden.

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Frage: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Deutschland auf diese Weise erleben zu wollen?

Ralf Voigt: Motorradfahren ist unser gemeinsames Hobby und wir fahren nahezu das ganze Jahr – meist jedoch nur Tagestouren in die Eifel oder nach Belgien und Luxemburg. Jetzt wollten wir mal etwas anderes machen und länger unterwegs sein. Bei der Planung kam es zu Überlegungen wie „durch den Iran bis nach Dubai“ oder „über Frankreich bis an die Südküste Spaniens“ – alles ganz tolle Möglichkeiten. Doch plötzlich fiel uns auf, dass wir ja selbst hier in unserem eigenen Land gar nicht alles kennen – was lag und liegt also näher, eine solche Tour zu entwickeln? Sie wird uns mindestens die gleiche Abwechslung und Spannung bieten und, das war der Grund für den Start im Juli, auch relativ sicher bei gutem Wetter stattfinden.

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Frage: Ihre Vita zeigt, dass Sie vor allem das Ausgefallene lieben. Erst im letzten Jahr haben Sie spontan die „Iron-Butt-Tour“ geplant und realisiert: Sie sind 1000 Meilen – rund 1600 Kilometer – in 24 Stunden durch Deutschland gefahren und haben sich damit die US-amerikanische Auszeichnung ‚Iron Butt’ verdient. Wie erklären Sie Ihre Vorliebe für das Abenteuer?

Ralf Voigt: Motorradfahren kann süchtig machen…

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Frage: Die kölsche Rockgruppe ‚Höhner’ hat ihn schon – jetzt haben Sie ihn auch: den KÖLSCH PASS. Jede Grenz-Stadt auf Ihrem Weg wird sich darin per Stempel verewigen. So können interessierte Motorradfahrer Ihre Strecke genau nachfahren und von Ihren Erfahrungen profitieren. Werden Sie noch weitere Anregungen zu dieser Reise geben, wenn Sie wieder zurück in Köln sind?

Ralf Voigt: Ja, einiges. Einerseits zeichnen wir die Route mit Hilfe von zwei Navigationssystem metergenau auf und können sie deshalb später allen, die es interessiert – auch Nicht-Motorradfahrern – zur Verfügung stellen und andererseits werden wir einen tollen Bildband veröffentlichen, der alle Highlights vorstellen wird.

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Frage: Noch stecken Sie inmitten der Vorbereitungen für diese Reise. Einige Städte planen bereits einen besonderen Empfang für Sie und Frau Hoffmann. Da läuft ja alles rund – oder gibt es noch unerfüllte Wünsche?

Ralf Voigt: Ja, wir wünschen uns natürlich durchweg gutes Wetter, eine pannen- und unfallfreie Fahrt und ganz viele Leser auf unserer Homepage oder Fans auf unserer Facebook-Seite (auch diese Seite trägt dort den Titel Grenzerfahrung 2010). Last but not least sammeln wir ja unterwegs für die Deutsche Krebshilfe – dafür wünschen wir uns viele, sehr viele Spenden, denn auch Krebs ist eine Grenzerfahrung.

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Kontakt zu Ralf Voigt:

http://www.grenzerfahrung-2010.de
info @ grenzerfahrung-2010.de
sowie mobile: +49 (0)157 76672868


Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze
Freitag, 09. April 2010, 21:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Köln (interview-weblog) Der Kölner Fotograf und "Iron-Butt"-Motorradfahrer Ralf Voigt plant für den Sommer 2010 eine unvergessliche Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze. Gemeinsam mit seiner Sozia Helene Hoffman sammelt er dabei Geld für die Deutsche Krebshilfe. Nachfolgend ein Interview mit ihm, das mit freundlicher Genehmigung von Lilli Cremer-Altgeld - http://pressetextekostenfrei.blogspot.com - veröffentlicht wird.

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Frage: Herr Voigt, zehn Bundesländer, neun Nachbarländer, 5000 Kilometer in drei Wochen – der ganze Spass auch noch auf dem Motorrad. Und dabei Geld sammeln für die Deutsche Krebshilfe. Kein Urlaub, sondern eine Grenzerfahrung 2010. Was motiviert Sie?

Ralf Voigt: Wie es der Name schon sagt: Die Grenzerfahrung(en), die wir dabei hoffentlich machen werden. Diese Fahrt, zumal sie mit dem Motorrad vorher noch nicht gemacht wurde, bietet so viele Unwägbarkeiten, dass man sie nicht aufzählen kann und das macht die Sache an sich schon spannend. Darüber hinaus sind wir gespannt auf die vielen neuen Kontakte, die sich daraus ergeben werden.

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Frage: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Deutschland auf diese Weise erleben zu wollen?

Ralf Voigt: Motorradfahren ist unser gemeinsames Hobby und wir fahren nahezu das ganze Jahr – meist jedoch nur Tagestouren in die Eifel oder nach Belgien und Luxemburg. Jetzt wollten wir mal etwas anderes machen und länger unterwegs sein. Bei der Planung kam es zu Überlegungen wie „durch den Iran bis nach Dubai“ oder „über Frankreich bis an die Südküste Spaniens“ – alles ganz tolle Möglichkeiten. Doch plötzlich fiel uns auf, dass wir ja selbst hier in unserem eigenen Land gar nicht alles kennen – was lag und liegt also näher, eine solche Tour zu entwickeln? Sie wird uns mindestens die gleiche Abwechslung und Spannung bieten und, das war der Grund für den Start im Juli, auch relativ sicher bei gutem Wetter stattfinden.

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Frage: Ihre Vita zeigt, dass Sie vor allem das Ausgefallene lieben. Erst im letzten Jahr haben Sie spontan die „Iron-Butt-Tour“ geplant und realisiert: Sie sind 1000 Meilen – rund 1600 Kilometer – in 24 Stunden durch Deutschland gefahren und haben sich damit die US-amerikanische Auszeichnung ‚Iron Butt’ verdient. Wie erklären Sie Ihre Vorliebe für das Abenteuer?

Ralf Voigt: Motorradfahren kann süchtig machen…

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Frage: Die kölsche Rockgruppe ‚Höhner’ hat ihn schon – jetzt haben Sie ihn auch: den KÖLSCH PASS. Jede Grenz-Stadt auf Ihrem Weg wird sich darin per Stempel verewigen. So können interessierte Motorradfahrer Ihre Strecke genau nachfahren und von Ihren Erfahrungen profitieren. Werden Sie noch weitere Anregungen zu dieser Reise geben, wenn Sie wieder zurück in Köln sind?

Ralf Voigt: Ja, einiges. Einerseits zeichnen wir die Route mit Hilfe von zwei Navigationssystem metergenau auf und können sie deshalb später allen, die es interessiert – auch Nicht-Motorradfahrern – zur Verfügung stellen und andererseits werden wir einen tollen Bildband veröffentlichen, der alle Highlights vorstellen wird.

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Frage: Noch stecken Sie inmitten der Vorbereitungen für diese Reise. Einige Städte planen bereits einen besonderen Empfang für Sie und Frau Hoffmann. Da läuft ja alles rund – oder gibt es noch unerfüllte Wünsche?

Ralf Voigt: Ja, wir wünschen uns natürlich durchweg gutes Wetter, eine pannen- und unfallfreie Fahrt und ganz viele Leser auf unserer Homepage oder Fans auf unserer Facebook-Seite (auch diese Seite trägt dort den Titel Grenzerfahrung 2010). Last but not least sammeln wir ja unterwegs für die Deutsche Krebshilfe – dafür wünschen wir uns viele, sehr viele Spenden, denn auch Krebs ist eine Grenzerfahrung.

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Kontakt zu Ralf Voigt:

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info @ grenzerfahrung-2010.de
sowie mobile: +49 (0)157 76672868


Interview mit der Buchautorin Sylvia Wenig-Karasch
Donnerstag, 18. März 2010, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Autorin Sylvia Wenig-Karasch, die das Buch „GLÜCKLICH und SATT für 2 EURO am Tag“ veröffentlicht hat

*

Frage: „Glücklich und satt für 2 Euro am Tag“ – funktioniert das tatsächlich in der Alltagspraxis oder ist das nur ein Werbegag?

Antwort: Nein, natürlich nicht: Alle 84 Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen sind auf den Cent genau durchgerechnet. Wenn man sich strikt an die Einkaufslisten im Buch hält, gibt man für 3 Mahlzeiten tatsächlich nicht mehr als 2 Euro pro Tag und Person aus.

*

Frage: Wie Sie schreiben, wollen Sie mit diesem Buch dazu beitragen, dass Kinder, die sich aus der finanziellen Not der Eltern heraus in Suppenküchen und Tafeln versorgen müssen, so zahlreich wie möglich künftig wieder zu Hause liebevoll zubereite Mahlzeiten bekommen können. Wie wollen Sie das erreichen?

Antwort: Mit diesem Buch zeige ich ja Schritt für Schritt auf, wie man ein Kind mit sehr wenig Geld – rund 60 Euro im Monat – abwechslungsreich und schmackhaft ernähren kann. Je mehr betroffene Eltern sich mit dem Thema beschäftigen, umso größer die Chancen für ihre Kinder …

*

Frage: Bekommen Sie staatlicherseits Unterstützung, dieses Buch zu verbreiten?

Antwort: Nein, es ist ein Projekt, das ich aus meinem journalistischen Verständnis für soziales Engagement heraus gestartet und bislang ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert habe. Allerdings habe ich das Buch allen 16 Sozialministerien der Länder und dem Bundesfamilienministerium vorgestellt und bislang nur positive Bewertungen bekommen.

*

Frage: Wollen Sie mit diesem Buch vielleicht auch die Hartz IV-Gesetzgebung stützen und beweisen, dass man von den aktuellen Regelsätzen sehr wohl fröhlich und in Freuden leben kann?

Antwort: Nein, sich mit der Hartz IV-Gesetzgebung auseinander zu setzen, ist Aufgabe der Politik. Ich möchte mit diesem Buch erreichen, was gesetzliche Regelungen ganz gleich welcher Art meist nicht können: Schnell und gezielt dort Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wo es am Dringendsten benötigt wird. Ein Beispiel: Die Politik setzt sich für bessere Bildungschancen ein. Das ist sicher gut und richtig. Aber die Kinder, die heute in Suppenküchen gehen müssen, können nicht warten, bis sie einen optimalen Schulabschluss haben. Mit leerem Magen lernt es sich nicht gut …

*

Frage: Sie haben das Buch jetzt in einer zweiten erweiterten Auflage herausgegeben. Extra für die Leipziger Buchmesse?

Antwort: Nein. Der Zeitpunkt für die 2. Auflage hat sich zufällig ergeben: Als Resonanz auf die Erstauflage habe ich zahlreiche Anfragen von Leserinnen und Lesern bekommen, ob ich nicht weitere Spartipps geben könne. Das wollte ich so zeitnah wie möglich umsetzen und habe das Buch durch den Sonderteil „Die 50 besten Spartipps zum Einkaufen, Kochen, bei der Essensplanung, bei der Vorratshaltung und bei der Außer-Haus-Verpflegung“ ergänzt.

*

Bestellungen des Buches „GLÜCKLICH und SATT für 2 EURO am Tag“ bei:

Amazon
http://www.amazon.de/GL%C3%9CCKLICH-SATT-EURO-Preiswert-kochen/dp/3839128706/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1268895921&sr=1-1-fkmr0

Libri
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/9612507/sylvia_wenig_karasch_gluecklich_und_satt_fuer_2_euro_am_tag_preiswert_kochen_nicht_nur_fuer_kinder_3839128706.html


Interview mit der Buchautorin Sylvia Wenig-Karasch
Donnerstag, 18. März 2010, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Autorin Sylvia Wenig-Karasch, die das Buch „GLÜCKLICH und SATT für 2 EURO am Tag“ veröffentlicht hat

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Frage: „Glücklich und satt für 2 Euro am Tag“ – funktioniert das tatsächlich in der Alltagspraxis oder ist das nur ein Werbegag?

Antwort: Nein, natürlich nicht: Alle 84 Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen sind auf den Cent genau durchgerechnet. Wenn man sich strikt an die Einkaufslisten im Buch hält, gibt man für 3 Mahlzeiten tatsächlich nicht mehr als 2 Euro pro Tag und Person aus.

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Frage: Wie Sie schreiben, wollen Sie mit diesem Buch dazu beitragen, dass Kinder, die sich aus der finanziellen Not der Eltern heraus in Suppenküchen und Tafeln versorgen müssen, so zahlreich wie möglich künftig wieder zu Hause liebevoll zubereite Mahlzeiten bekommen können. Wie wollen Sie das erreichen?

Antwort: Mit diesem Buch zeige ich ja Schritt für Schritt auf, wie man ein Kind mit sehr wenig Geld – rund 60 Euro im Monat – abwechslungsreich und schmackhaft ernähren kann. Je mehr betroffene Eltern sich mit dem Thema beschäftigen, umso größer die Chancen für ihre Kinder …

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Frage: Bekommen Sie staatlicherseits Unterstützung, dieses Buch zu verbreiten?

Antwort: Nein, es ist ein Projekt, das ich aus meinem journalistischen Verständnis für soziales Engagement heraus gestartet und bislang ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert habe. Allerdings habe ich das Buch allen 16 Sozialministerien der Länder und dem Bundesfamilienministerium vorgestellt und bislang nur positive Bewertungen bekommen.

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Frage: Wollen Sie mit diesem Buch vielleicht auch die Hartz IV-Gesetzgebung stützen und beweisen, dass man von den aktuellen Regelsätzen sehr wohl fröhlich und in Freuden leben kann?

Antwort: Nein, sich mit der Hartz IV-Gesetzgebung auseinander zu setzen, ist Aufgabe der Politik. Ich möchte mit diesem Buch erreichen, was gesetzliche Regelungen ganz gleich welcher Art meist nicht können: Schnell und gezielt dort Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wo es am Dringendsten benötigt wird. Ein Beispiel: Die Politik setzt sich für bessere Bildungschancen ein. Das ist sicher gut und richtig. Aber die Kinder, die heute in Suppenküchen gehen müssen, können nicht warten, bis sie einen optimalen Schulabschluss haben. Mit leerem Magen lernt es sich nicht gut …

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Frage: Sie haben das Buch jetzt in einer zweiten erweiterten Auflage herausgegeben. Extra für die Leipziger Buchmesse?

Antwort: Nein. Der Zeitpunkt für die 2. Auflage hat sich zufällig ergeben: Als Resonanz auf die Erstauflage habe ich zahlreiche Anfragen von Leserinnen und Lesern bekommen, ob ich nicht weitere Spartipps geben könne. Das wollte ich so zeitnah wie möglich umsetzen und habe das Buch durch den Sonderteil „Die 50 besten Spartipps zum Einkaufen, Kochen, bei der Essensplanung, bei der Vorratshaltung und bei der Außer-Haus-Verpflegung“ ergänzt.

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Bestellungen des Buches „GLÜCKLICH und SATT für 2 EURO am Tag“ bei:

Amazon
http://www.amazon.de/GL%C3%9CCKLICH-SATT-EURO-Preiswert-kochen/dp/3839128706/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1268895921&sr=1-1-fkmr0

Libri
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/9612507/sylvia_wenig_karasch_gluecklich_und_satt_fuer_2_euro_am_tag_preiswert_kochen_nicht_nur_fuer_kinder_3839128706.html


Interview mit der Buchautorin Sylvia Wenig-Karasch
Donnerstag, 18. März 2010, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Autorin Sylvia Wenig-Karasch, die das Buch „GLÜCKLICH und SATT für 2 EURO am Tag“ veröffentlicht hat

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Frage: „Glücklich und satt für 2 Euro am Tag“ – funktioniert das tatsächlich in der Alltagspraxis oder ist das nur ein Werbegag?

Antwort: Nein, natürlich nicht: Alle 84 Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen sind auf den Cent genau durchgerechnet. Wenn man sich strikt an die Einkaufslisten im Buch hält, gibt man für 3 Mahlzeiten tatsächlich nicht mehr als 2 Euro pro Tag und Person aus.

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Frage: Wie Sie schreiben, wollen Sie mit diesem Buch dazu beitragen, dass Kinder, die sich aus der finanziellen Not der Eltern heraus in Suppenküchen und Tafeln versorgen müssen, so zahlreich wie möglich künftig wieder zu Hause liebevoll zubereite Mahlzeiten bekommen können. Wie wollen Sie das erreichen?

Antwort: Mit diesem Buch zeige ich ja Schritt für Schritt auf, wie man ein Kind mit sehr wenig Geld – rund 60 Euro im Monat – abwechslungsreich und schmackhaft ernähren kann. Je mehr betroffene Eltern sich mit dem Thema beschäftigen, umso größer die Chancen für ihre Kinder …

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Frage: Bekommen Sie staatlicherseits Unterstützung, dieses Buch zu verbreiten?

Antwort: Nein, es ist ein Projekt, das ich aus meinem journalistischen Verständnis für soziales Engagement heraus gestartet und bislang ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert habe. Allerdings habe ich das Buch allen 16 Sozialministerien der Länder und dem Bundesfamilienministerium vorgestellt und bislang nur positive Bewertungen bekommen.

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Frage: Wollen Sie mit diesem Buch vielleicht auch die Hartz IV-Gesetzgebung stützen und beweisen, dass man von den aktuellen Regelsätzen sehr wohl fröhlich und in Freuden leben kann?

Antwort: Nein, sich mit der Hartz IV-Gesetzgebung auseinander zu setzen, ist Aufgabe der Politik. Ich möchte mit diesem Buch erreichen, was gesetzliche Regelungen ganz gleich welcher Art meist nicht können: Schnell und gezielt dort Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wo es am Dringendsten benötigt wird. Ein Beispiel: Die Politik setzt sich für bessere Bildungschancen ein. Das ist sicher gut und richtig. Aber die Kinder, die heute in Suppenküchen gehen müssen, können nicht warten, bis sie einen optimalen Schulabschluss haben. Mit leerem Magen lernt es sich nicht gut …

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Frage: Sie haben das Buch jetzt in einer zweiten erweiterten Auflage herausgegeben. Extra für die Leipziger Buchmesse?

Antwort: Nein. Der Zeitpunkt für die 2. Auflage hat sich zufällig ergeben: Als Resonanz auf die Erstauflage habe ich zahlreiche Anfragen von Leserinnen und Lesern bekommen, ob ich nicht weitere Spartipps geben könne. Das wollte ich so zeitnah wie möglich umsetzen und habe das Buch durch den Sonderteil „Die 50 besten Spartipps zum Einkaufen, Kochen, bei der Essensplanung, bei der Vorratshaltung und bei der Außer-Haus-Verpflegung“ ergänzt.

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Bestellungen des Buches „GLÜCKLICH und SATT für 2 EURO am Tag“ bei:

Amazon
http://www.amazon.de/GL%C3%9CCKLICH-SATT-EURO-Preiswert-kochen/dp/3839128706/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1268895921&sr=1-1-fkmr0

Libri
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/9612507/sylvia_wenig_karasch_gluecklich_und_satt_fuer_2_euro_am_tag_preiswert_kochen_nicht_nur_fuer_kinder_3839128706.html


Videos: "Hanna Reitsch - The Last Interview"
Donnerstag, 11. März 2010, 19:33:00  | noreply@blogger.com (Impressum)






Videos: "Hanna Reitsch - The Last Interview" von "WW2InColor" bei "YouTube"

*

Beschreibung des Videoclips:

http://www.webalice.it/romanoarchives

A tribute to Hanna Reitsch (1912-1979) in the 30th anniversary of her death.
Excerpt from her last interview (1976), with some outstanding, extremely rare B&W footage of some of the most interesting planes she tested. Part 3 of 3.

A page about Hanna Reitsch:
http://www.ctie.monash.edu.au/hargrave/reitsch.html

*

Literatur:
http://www.grin.com/e-book/145303/hanna-reitsch


Videos: "Hanna Reitsch - The Last Interview"
Donnerstag, 11. März 2010, 19:33:00  | noreply@blogger.com (Impressum)






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Beschreibung des Videoclips:

http://www.webalice.it/romanoarchives

A tribute to Hanna Reitsch (1912-1979) in the 30th anniversary of her death.
Excerpt from her last interview (1976), with some outstanding, extremely rare B&W footage of some of the most interesting planes she tested. Part 3 of 3.

A page about Hanna Reitsch:
http://www.ctie.monash.edu.au/hargrave/reitsch.html

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Literatur:
http://www.grin.com/e-book/145303/hanna-reitsch


Videos: "Hanna Reitsch - The Last Interview"
Donnerstag, 11. März 2010, 19:33:00  | noreply@blogger.com (Impressum)






Videos: "Hanna Reitsch - The Last Interview" von "WW2InColor" bei "YouTube"

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Beschreibung des Videoclips:

http://www.webalice.it/romanoarchives

A tribute to Hanna Reitsch (1912-1979) in the 30th anniversary of her death.
Excerpt from her last interview (1976), with some outstanding, extremely rare B&W footage of some of the most interesting planes she tested. Part 3 of 3.

A page about Hanna Reitsch:
http://www.ctie.monash.edu.au/hargrave/reitsch.html

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Literatur:
http://www.grin.com/e-book/145303/hanna-reitsch


Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?
Dienstag, 09. Februar 2010, 19:02:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit Star-Coach Lilli Cremer-Altgeld

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Frage: Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?

Antwort: Managerinnen sprechen das schon mal ganz offen aus. Sie sagen zum Beispiel: "Ich hab' einfach auf mein Bauchgefühl gehört." Was früher eher verpönt war, gehört heute immer mehr auch im Business zur Normalität. Offiziell werden dann Fakten und Zahlen als Begründung herangezogen - das überzeugt am schnellsten. Allerdings kommen die Aussagen: "Ich habe auf mein Herz gehört." immer öfter gut an. Auch Managern geben in letzter Zeit solche Gutachten ab.

Dabei ist das nicht wirklich neu.

Wir kennen schon von dem Nobelpreisträger Albert Einstein den Satz: "Das eigentlich Wertvolle ist im Grunde die Intuition. (The intellect has little to do on the road to discovery. There comes a leap in consciousness, call it intuition or what you will, and the solution comes to you and you don't know how or why.)"

Einen Beweis lieferte bereits im 19. Jahrhundert Francis Galton (1822-1911), ein Halbcousin von Charles Darwin. Er war ein britischer Forscher und Schriftsteller und es heisst, er konnte bereits mit zweieinhalb Jahren Bücher lesen - im Alter von sechs Jahren wagte er sich an Werke von Shakespeare. Später führte er verschiedene statistische Methoden ein und arbeitete im Rahmen der experimentellen Psychologie, die damals noch weitgehend unbekannt war.

Eines Tages machte er einen seiner bekannten Selbstversuche. Bevor er zu seinem allmorgendlichen Spaziergang in London das Haus verliess, stellte er sich ganz fest vor: "Ich bin der bestgehasste Mensch Englands!". Er konzentriere sich einige Minuten auf dieses Thema - und spazierte hinaus.

Was passierte kurz darauf auf der Strasse als die Menschen ihn sahen? Passanten riefen ihm Schimpfworte zu. Manche wandten sich von ihm ab - offensichtlich mit Gebärden des Abscheus. Ein Hafenarbeiter rempelte ihn im Vorbeigehen an, so dass er hinfiel.

Sogar Tiere nahmen Anstoss an ihm. Ein Droschkengaul schlug nach ihm aus - er ging zu Boden. Es gab einen kleinen Volksauflauf. Dabei ergriffen die Menschen Partei für das Pferd.

Darauf beendete Galton seinen Selbstversuch und eilte nach Hause.

Michael Birkenbihl, der Autor von "Train the Trainer" und Vater von Vera Birkenbihl - Autorin von "Stroh im Kopf?" - schreibt zu 'Galtons famous walk': " Warum (...) erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Nicht nur, weil sie amüsant ist. Sie können aus ihr zwei Lehren ziehen (...): 1. Der Mensch ist, was er denkt. 2. Es ist nicht notwendig, der Umwelt seine innere Einstellung durch Worte mitzuteilen; die Menschen "erspüren" sie auch so."

Es ist ganz einfach, Selbstversuche zu praktizieren. Einer der bekanntesten ist wohl: Ich stelle mir vor, ich habe immer sofort einen Parkplatz. Mit etwas Übung kann man immer öfter, immer schneller immer bessere Parkplätze finden.

Kleines Problem. Die Übung kennen inzwischen so viele Menschen, dass man sich hier in einer grösser werdenden Konkurrenzsituation befindet. Deshalb: Suchen Sie Ihr eigenes Spielfeld und experimentieren Sie. Berichten Sie über Ihre Erfolge: http://tinyurl.com/ProfilLilli oder twittern Sie mit: http://twitter.com/Begabungspresse.

Literatur: Birkenbihl, Michael: Train the Trainer. Arbeitshandbuch für
Ausbilder und Dozenten. Landsberg, Lech 1992.


Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?
Dienstag, 09. Februar 2010, 19:02:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit Star-Coach Lilli Cremer-Altgeld

*

Frage: Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?

Antwort: Managerinnen sprechen das schon mal ganz offen aus. Sie sagen zum Beispiel: "Ich hab' einfach auf mein Bauchgefühl gehört." Was früher eher verpönt war, gehört heute immer mehr auch im Business zur Normalität. Offiziell werden dann Fakten und Zahlen als Begründung herangezogen - das überzeugt am schnellsten. Allerdings kommen die Aussagen: "Ich habe auf mein Herz gehört." immer öfter gut an. Auch Managern geben in letzter Zeit solche Gutachten ab.

Dabei ist das nicht wirklich neu.

Wir kennen schon von dem Nobelpreisträger Albert Einstein den Satz: "Das eigentlich Wertvolle ist im Grunde die Intuition. (The intellect has little to do on the road to discovery. There comes a leap in consciousness, call it intuition or what you will, and the solution comes to you and you don't know how or why.)"

Einen Beweis lieferte bereits im 19. Jahrhundert Francis Galton (1822-1911), ein Halbcousin von Charles Darwin. Er war ein britischer Forscher und Schriftsteller und es heisst, er konnte bereits mit zweieinhalb Jahren Bücher lesen - im Alter von sechs Jahren wagte er sich an Werke von Shakespeare. Später führte er verschiedene statistische Methoden ein und arbeitete im Rahmen der experimentellen Psychologie, die damals noch weitgehend unbekannt war.

Eines Tages machte er einen seiner bekannten Selbstversuche. Bevor er zu seinem allmorgendlichen Spaziergang in London das Haus verliess, stellte er sich ganz fest vor: "Ich bin der bestgehasste Mensch Englands!". Er konzentriere sich einige Minuten auf dieses Thema - und spazierte hinaus.

Was passierte kurz darauf auf der Strasse als die Menschen ihn sahen? Passanten riefen ihm Schimpfworte zu. Manche wandten sich von ihm ab - offensichtlich mit Gebärden des Abscheus. Ein Hafenarbeiter rempelte ihn im Vorbeigehen an, so dass er hinfiel.

Sogar Tiere nahmen Anstoss an ihm. Ein Droschkengaul schlug nach ihm aus - er ging zu Boden. Es gab einen kleinen Volksauflauf. Dabei ergriffen die Menschen Partei für das Pferd.

Darauf beendete Galton seinen Selbstversuch und eilte nach Hause.

Michael Birkenbihl, der Autor von "Train the Trainer" und Vater von Vera Birkenbihl - Autorin von "Stroh im Kopf?" - schreibt zu 'Galtons famous walk': " Warum (...) erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Nicht nur, weil sie amüsant ist. Sie können aus ihr zwei Lehren ziehen (...): 1. Der Mensch ist, was er denkt. 2. Es ist nicht notwendig, der Umwelt seine innere Einstellung durch Worte mitzuteilen; die Menschen "erspüren" sie auch so."

Es ist ganz einfach, Selbstversuche zu praktizieren. Einer der bekanntesten ist wohl: Ich stelle mir vor, ich habe immer sofort einen Parkplatz. Mit etwas Übung kann man immer öfter, immer schneller immer bessere Parkplätze finden.

Kleines Problem. Die Übung kennen inzwischen so viele Menschen, dass man sich hier in einer grösser werdenden Konkurrenzsituation befindet. Deshalb: Suchen Sie Ihr eigenes Spielfeld und experimentieren Sie. Berichten Sie über Ihre Erfolge: http://tinyurl.com/ProfilLilli oder twittern Sie mit: http://twitter.com/Begabungspresse.

Literatur: Birkenbihl, Michael: Train the Trainer. Arbeitshandbuch für
Ausbilder und Dozenten. Landsberg, Lech 1992.


Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?
Dienstag, 09. Februar 2010, 19:02:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit Star-Coach Lilli Cremer-Altgeld

*

Frage: Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?

Antwort: Managerinnen sprechen das schon mal ganz offen aus. Sie sagen zum Beispiel: "Ich hab' einfach auf mein Bauchgefühl gehört." Was früher eher verpönt war, gehört heute immer mehr auch im Business zur Normalität. Offiziell werden dann Fakten und Zahlen als Begründung herangezogen - das überzeugt am schnellsten. Allerdings kommen die Aussagen: "Ich habe auf mein Herz gehört." immer öfter gut an. Auch Managern geben in letzter Zeit solche Gutachten ab.

Dabei ist das nicht wirklich neu.

Wir kennen schon von dem Nobelpreisträger Albert Einstein den Satz: "Das eigentlich Wertvolle ist im Grunde die Intuition. (The intellect has little to do on the road to discovery. There comes a leap in consciousness, call it intuition or what you will, and the solution comes to you and you don't know how or why.)"

Einen Beweis lieferte bereits im 19. Jahrhundert Francis Galton (1822-1911), ein Halbcousin von Charles Darwin. Er war ein britischer Forscher und Schriftsteller und es heisst, er konnte bereits mit zweieinhalb Jahren Bücher lesen - im Alter von sechs Jahren wagte er sich an Werke von Shakespeare. Später führte er verschiedene statistische Methoden ein und arbeitete im Rahmen der experimentellen Psychologie, die damals noch weitgehend unbekannt war.

Eines Tages machte er einen seiner bekannten Selbstversuche. Bevor er zu seinem allmorgendlichen Spaziergang in London das Haus verliess, stellte er sich ganz fest vor: "Ich bin der bestgehasste Mensch Englands!". Er konzentriere sich einige Minuten auf dieses Thema - und spazierte hinaus.

Was passierte kurz darauf auf der Strasse als die Menschen ihn sahen? Passanten riefen ihm Schimpfworte zu. Manche wandten sich von ihm ab - offensichtlich mit Gebärden des Abscheus. Ein Hafenarbeiter rempelte ihn im Vorbeigehen an, so dass er hinfiel.

Sogar Tiere nahmen Anstoss an ihm. Ein Droschkengaul schlug nach ihm aus - er ging zu Boden. Es gab einen kleinen Volksauflauf. Dabei ergriffen die Menschen Partei für das Pferd.

Darauf beendete Galton seinen Selbstversuch und eilte nach Hause.

Michael Birkenbihl, der Autor von "Train the Trainer" und Vater von Vera Birkenbihl - Autorin von "Stroh im Kopf?" - schreibt zu 'Galtons famous walk': " Warum (...) erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Nicht nur, weil sie amüsant ist. Sie können aus ihr zwei Lehren ziehen (...): 1. Der Mensch ist, was er denkt. 2. Es ist nicht notwendig, der Umwelt seine innere Einstellung durch Worte mitzuteilen; die Menschen "erspüren" sie auch so."

Es ist ganz einfach, Selbstversuche zu praktizieren. Einer der bekanntesten ist wohl: Ich stelle mir vor, ich habe immer sofort einen Parkplatz. Mit etwas Übung kann man immer öfter, immer schneller immer bessere Parkplätze finden.

Kleines Problem. Die Übung kennen inzwischen so viele Menschen, dass man sich hier in einer grösser werdenden Konkurrenzsituation befindet. Deshalb: Suchen Sie Ihr eigenes Spielfeld und experimentieren Sie. Berichten Sie über Ihre Erfolge: http://tinyurl.com/ProfilLilli oder twittern Sie mit: http://twitter.com/Begabungspresse.

Literatur: Birkenbihl, Michael: Train the Trainer. Arbeitshandbuch für
Ausbilder und Dozenten. Landsberg, Lech 1992.


Ist Intuition eine Gabe, die heutzutage noch viele Menschen kennen?
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Antwort: Managerinnen sprechen das schon mal ganz offen aus. Sie sagen zum Beispiel: "Ich hab' einfach auf mein Bauchgefühl gehört." Was früher eher verpönt war, gehört heute immer mehr auch im Business zur Normalität. Offiziell werden dann Fakten und Zahlen als Begründung herangezogen - das überzeugt am schnellsten. Allerdings kommen die Aussagen: "Ich habe auf mein Herz gehört." immer öfter gut an. Auch Managern geben in letzter Zeit solche Gutachten ab.

Dabei ist das nicht wirklich neu.

Wir kennen schon von dem Nobelpreisträger Albert Einstein den Satz: "Das eigentlich Wertvolle ist im Grunde die Intuition. (The intellect has little to do on the road to discovery. There comes a leap in consciousness, call it intuition or what you will, and the solution comes to you and you don't know how or why.)"

Einen Beweis lieferte bereits im 19. Jahrhundert Francis Galton (1822-1911), ein Halbcousin von Charles Darwin. Er war ein britischer Forscher und Schriftsteller und es heisst, er konnte bereits mit zweieinhalb Jahren Bücher lesen - im Alter von sechs Jahren wagte er sich an Werke von Shakespeare. Später führte er verschiedene statistische Methoden ein und arbeitete im Rahmen der experimentellen Psychologie, die damals noch weitgehend unbekannt war.

Eines Tages machte er einen seiner bekannten Selbstversuche. Bevor er zu seinem allmorgendlichen Spaziergang in London das Haus verliess, stellte er sich ganz fest vor: "Ich bin der bestgehasste Mensch Englands!". Er konzentriere sich einige Minuten auf dieses Thema - und spazierte hinaus.

Was passierte kurz darauf auf der Strasse als die Menschen ihn sahen? Passanten riefen ihm Schimpfworte zu. Manche wandten sich von ihm ab - offensichtlich mit Gebärden des Abscheus. Ein Hafenarbeiter rempelte ihn im Vorbeigehen an, so dass er hinfiel.

Sogar Tiere nahmen Anstoss an ihm. Ein Droschkengaul schlug nach ihm aus - er ging zu Boden. Es gab einen kleinen Volksauflauf. Dabei ergriffen die Menschen Partei für das Pferd.

Darauf beendete Galton seinen Selbstversuch und eilte nach Hause.

Michael Birkenbihl, der Autor von "Train the Trainer" und Vater von Vera Birkenbihl - Autorin von "Stroh im Kopf?" - schreibt zu 'Galtons famous walk': " Warum (...) erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Nicht nur, weil sie amüsant ist. Sie können aus ihr zwei Lehren ziehen (...): 1. Der Mensch ist, was er denkt. 2. Es ist nicht notwendig, der Umwelt seine innere Einstellung durch Worte mitzuteilen; die Menschen "erspüren" sie auch so."

Es ist ganz einfach, Selbstversuche zu praktizieren. Einer der bekanntesten ist wohl: Ich stelle mir vor, ich habe immer sofort einen Parkplatz. Mit etwas Übung kann man immer öfter, immer schneller immer bessere Parkplätze finden.

Kleines Problem. Die Übung kennen inzwischen so viele Menschen, dass man sich hier in einer grösser werdenden Konkurrenzsituation befindet. Deshalb: Suchen Sie Ihr eigenes Spielfeld und experimentieren Sie. Berichten Sie über Ihre Erfolge: http://tinyurl.com/ProfilLilli oder twittern Sie mit: http://twitter.com/Begabungspresse.

Literatur: Birkenbihl, Michael: Train the Trainer. Arbeitshandbuch für
Ausbilder und Dozenten. Landsberg, Lech 1992.


Welche Karrierechancen haben Pessimisten?
Dienstag, 09. Februar 2010, 18:53:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit Star-Coach Lilli Cremer-Altgeld

*

Frage: Welche Karrierechancen haben Pessimisten?

Antwort: Pessimisten küsst man nicht - das sagte schon Martin Seligman, Professor für Psychologie an der University of Pennsylvania/USA. Und die Berufsaussichten für Pessimisten sind im allgemeinen auch nicht grösser als die Attraktivität im Liebesleben.

Die Karrierechancen sind also schlecht - aber es gibt Perspektiven. Zunächst einmal: Was unterscheidet einen Optimisten von einem Pessimisten? Seligman nennt hier vor allem drei Faktoren:

1. Die Dauerhaftigkeit. Pessimisten glauben, dass die unangenehmen Ereignisse - und deren Ursachen - dauerhaft sind. Optimisten jedoch halten diese Ereignisse und die damit verbundenen Ursachen für eine Zeiterscheinung - mithin vorübergehend.

2. Der Geltungsbereich. Pessimisten generalisieren Misserfolge und Fehlschläge. Optimisten halten den einen oder anderen mangelnden Erfolg für eine singuläre Entwicklung und glauben nicht, dass er übertragbar ist auf die gesamte Lebenssituation.

3. Die Personalisierung. Pessimisten geben sich selbst automatisch die Schuld, wenn es mal nicht so klappt wie gewünscht. Pessimistische Menschen haben ein eher schwaches Selbstwertgefühl und wenig Selbstsicherheit. Optimisten - mit einem starken Selbstbewusstsein ausgestattet - sehen die Ursachen bei anderen Menschen oder den Umständen des Lebens.

Die gute Nachricht: Optimismus kann man - frau - lernen.

Von dieser Lern-Prämisse geht auch Susan Vaughan aus. Sie ist Dozentin für Psychiatrie an der Columbia University (USA) und Harvardabsolventin. In ihrem Bestseller "Pessimisten befördert man nicht" erklärt sie: "Optimismus entsteht aus dem inneren Prozess der Stimmungsregulation, und der lässt sich wie andere Prozesse auch durch Übung und ein paar Zaubertricks meistern."

Das Problem: Menschen mit einer Pessimismus-Tendenz können einen positiven inneren Zustand - und das Gefühl der Kontrolle über ihre Welt - nicht aufrechterhalten! Ihr Selbstbild ist überwiegend negativ. Deshalb erwarten Pessimisten auch negative Ergebnisse.

Analog der unterschiedlichen Denkmuster von Optimisten und Pessimisten liegt die Vermutung nahe, dass anderes Denken auch andere Gefühle bewirkt. Die Autorin empfiehlt deshalb: "Üben Sie optimistisches Denken, dann werden Sie mit der Zeit zum Optimisten. Wer versucht, wie ein Optimist über ein gutes Geschehen zu denken, verändert letztlich das Bild von sich selbst im Vergleich zu anderen Menschen."

Schlüssig zeigt Vaughan, wie wir Schritt für Schritt die Kontrolle über unsere inneren »Gefühlsmonster« gewinnen und zu einer optimistischeren Lebenseinstellung gelangen können. Tipp: Vaughan, Susan: Halb leer? Halb voll!

Wenn Sie selbst zu wenig geküsst und zu selten befördert werden, machen Sie doch mal den - kostenfreien - Test im Manager-Magazin: Pessimisten befördert man nicht! Siehe http://karriere.manager-magazin.de/test.php?test=potenziallight


Und denken Sie daran: Optimismus kann man wirklich lernen. Frau auch.
Twittern Sie mit Lilli Cremer-Altgeld: http://twitter.com/Begabungspresse


Welche Karrierechancen haben Pessimisten?
Dienstag, 09. Februar 2010, 18:53:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
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*

Frage: Welche Karrierechancen haben Pessimisten?

Antwort: Pessimisten küsst man nicht - das sagte schon Martin Seligman, Professor für Psychologie an der University of Pennsylvania/USA. Und die Berufsaussichten für Pessimisten sind im allgemeinen auch nicht grösser als die Attraktivität im Liebesleben.

Die Karrierechancen sind also schlecht - aber es gibt Perspektiven. Zunächst einmal: Was unterscheidet einen Optimisten von einem Pessimisten? Seligman nennt hier vor allem drei Faktoren:

1. Die Dauerhaftigkeit. Pessimisten glauben, dass die unangenehmen Ereignisse - und deren Ursachen - dauerhaft sind. Optimisten jedoch halten diese Ereignisse und die damit verbundenen Ursachen für eine Zeiterscheinung - mithin vorübergehend.

2. Der Geltungsbereich. Pessimisten generalisieren Misserfolge und Fehlschläge. Optimisten halten den einen oder anderen mangelnden Erfolg für eine singuläre Entwicklung und glauben nicht, dass er übertragbar ist auf die gesamte Lebenssituation.

3. Die Personalisierung. Pessimisten geben sich selbst automatisch die Schuld, wenn es mal nicht so klappt wie gewünscht. Pessimistische Menschen haben ein eher schwaches Selbstwertgefühl und wenig Selbstsicherheit. Optimisten - mit einem starken Selbstbewusstsein ausgestattet - sehen die Ursachen bei anderen Menschen oder den Umständen des Lebens.

Die gute Nachricht: Optimismus kann man - frau - lernen.

Von dieser Lern-Prämisse geht auch Susan Vaughan aus. Sie ist Dozentin für Psychiatrie an der Columbia University (USA) und Harvardabsolventin. In ihrem Bestseller "Pessimisten befördert man nicht" erklärt sie: "Optimismus entsteht aus dem inneren Prozess der Stimmungsregulation, und der lässt sich wie andere Prozesse auch durch Übung und ein paar Zaubertricks meistern."

Das Problem: Menschen mit einer Pessimismus-Tendenz können einen positiven inneren Zustand - und das Gefühl der Kontrolle über ihre Welt - nicht aufrechterhalten! Ihr Selbstbild ist überwiegend negativ. Deshalb erwarten Pessimisten auch negative Ergebnisse.

Analog der unterschiedlichen Denkmuster von Optimisten und Pessimisten liegt die Vermutung nahe, dass anderes Denken auch andere Gefühle bewirkt. Die Autorin empfiehlt deshalb: "Üben Sie optimistisches Denken, dann werden Sie mit der Zeit zum Optimisten. Wer versucht, wie ein Optimist über ein gutes Geschehen zu denken, verändert letztlich das Bild von sich selbst im Vergleich zu anderen Menschen."

Schlüssig zeigt Vaughan, wie wir Schritt für Schritt die Kontrolle über unsere inneren »Gefühlsmonster« gewinnen und zu einer optimistischeren Lebenseinstellung gelangen können. Tipp: Vaughan, Susan: Halb leer? Halb voll!

Wenn Sie selbst zu wenig geküsst und zu selten befördert werden, machen Sie doch mal den - kostenfreien - Test im Manager-Magazin: Pessimisten befördert man nicht! Siehe http://karriere.manager-magazin.de/test.php?test=potenziallight


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Frage: Welche Karrierechancen haben Pessimisten?

Antwort: Pessimisten küsst man nicht - das sagte schon Martin Seligman, Professor für Psychologie an der University of Pennsylvania/USA. Und die Berufsaussichten für Pessimisten sind im allgemeinen auch nicht grösser als die Attraktivität im Liebesleben.

Die Karrierechancen sind also schlecht - aber es gibt Perspektiven. Zunächst einmal: Was unterscheidet einen Optimisten von einem Pessimisten? Seligman nennt hier vor allem drei Faktoren:

1. Die Dauerhaftigkeit. Pessimisten glauben, dass die unangenehmen Ereignisse - und deren Ursachen - dauerhaft sind. Optimisten jedoch halten diese Ereignisse und die damit verbundenen Ursachen für eine Zeiterscheinung - mithin vorübergehend.

2. Der Geltungsbereich. Pessimisten generalisieren Misserfolge und Fehlschläge. Optimisten halten den einen oder anderen mangelnden Erfolg für eine singuläre Entwicklung und glauben nicht, dass er übertragbar ist auf die gesamte Lebenssituation.

3. Die Personalisierung. Pessimisten geben sich selbst automatisch die Schuld, wenn es mal nicht so klappt wie gewünscht. Pessimistische Menschen haben ein eher schwaches Selbstwertgefühl und wenig Selbstsicherheit. Optimisten - mit einem starken Selbstbewusstsein ausgestattet - sehen die Ursachen bei anderen Menschen oder den Umständen des Lebens.

Die gute Nachricht: Optimismus kann man - frau - lernen.

Von dieser Lern-Prämisse geht auch Susan Vaughan aus. Sie ist Dozentin für Psychiatrie an der Columbia University (USA) und Harvardabsolventin. In ihrem Bestseller "Pessimisten befördert man nicht" erklärt sie: "Optimismus entsteht aus dem inneren Prozess der Stimmungsregulation, und der lässt sich wie andere Prozesse auch durch Übung und ein paar Zaubertricks meistern."

Das Problem: Menschen mit einer Pessimismus-Tendenz können einen positiven inneren Zustand - und das Gefühl der Kontrolle über ihre Welt - nicht aufrechterhalten! Ihr Selbstbild ist überwiegend negativ. Deshalb erwarten Pessimisten auch negative Ergebnisse.

Analog der unterschiedlichen Denkmuster von Optimisten und Pessimisten liegt die Vermutung nahe, dass anderes Denken auch andere Gefühle bewirkt. Die Autorin empfiehlt deshalb: "Üben Sie optimistisches Denken, dann werden Sie mit der Zeit zum Optimisten. Wer versucht, wie ein Optimist über ein gutes Geschehen zu denken, verändert letztlich das Bild von sich selbst im Vergleich zu anderen Menschen."

Schlüssig zeigt Vaughan, wie wir Schritt für Schritt die Kontrolle über unsere inneren »Gefühlsmonster« gewinnen und zu einer optimistischeren Lebenseinstellung gelangen können. Tipp: Vaughan, Susan: Halb leer? Halb voll!

Wenn Sie selbst zu wenig geküsst und zu selten befördert werden, machen Sie doch mal den - kostenfreien - Test im Manager-Magazin: Pessimisten befördert man nicht! Siehe http://karriere.manager-magazin.de/test.php?test=potenziallight


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Frage: Welche Karrierechancen haben Pessimisten?

Antwort: Pessimisten küsst man nicht - das sagte schon Martin Seligman, Professor für Psychologie an der University of Pennsylvania/USA. Und die Berufsaussichten für Pessimisten sind im allgemeinen auch nicht grösser als die Attraktivität im Liebesleben.

Die Karrierechancen sind also schlecht - aber es gibt Perspektiven. Zunächst einmal: Was unterscheidet einen Optimisten von einem Pessimisten? Seligman nennt hier vor allem drei Faktoren:

1. Die Dauerhaftigkeit. Pessimisten glauben, dass die unangenehmen Ereignisse - und deren Ursachen - dauerhaft sind. Optimisten jedoch halten diese Ereignisse und die damit verbundenen Ursachen für eine Zeiterscheinung - mithin vorübergehend.

2. Der Geltungsbereich. Pessimisten generalisieren Misserfolge und Fehlschläge. Optimisten halten den einen oder anderen mangelnden Erfolg für eine singuläre Entwicklung und glauben nicht, dass er übertragbar ist auf die gesamte Lebenssituation.

3. Die Personalisierung. Pessimisten geben sich selbst automatisch die Schuld, wenn es mal nicht so klappt wie gewünscht. Pessimistische Menschen haben ein eher schwaches Selbstwertgefühl und wenig Selbstsicherheit. Optimisten - mit einem starken Selbstbewusstsein ausgestattet - sehen die Ursachen bei anderen Menschen oder den Umständen des Lebens.

Die gute Nachricht: Optimismus kann man - frau - lernen.

Von dieser Lern-Prämisse geht auch Susan Vaughan aus. Sie ist Dozentin für Psychiatrie an der Columbia University (USA) und Harvardabsolventin. In ihrem Bestseller "Pessimisten befördert man nicht" erklärt sie: "Optimismus entsteht aus dem inneren Prozess der Stimmungsregulation, und der lässt sich wie andere Prozesse auch durch Übung und ein paar Zaubertricks meistern."

Das Problem: Menschen mit einer Pessimismus-Tendenz können einen positiven inneren Zustand - und das Gefühl der Kontrolle über ihre Welt - nicht aufrechterhalten! Ihr Selbstbild ist überwiegend negativ. Deshalb erwarten Pessimisten auch negative Ergebnisse.

Analog der unterschiedlichen Denkmuster von Optimisten und Pessimisten liegt die Vermutung nahe, dass anderes Denken auch andere Gefühle bewirkt. Die Autorin empfiehlt deshalb: "Üben Sie optimistisches Denken, dann werden Sie mit der Zeit zum Optimisten. Wer versucht, wie ein Optimist über ein gutes Geschehen zu denken, verändert letztlich das Bild von sich selbst im Vergleich zu anderen Menschen."

Schlüssig zeigt Vaughan, wie wir Schritt für Schritt die Kontrolle über unsere inneren »Gefühlsmonster« gewinnen und zu einer optimistischeren Lebenseinstellung gelangen können. Tipp: Vaughan, Susan: Halb leer? Halb voll!

Wenn Sie selbst zu wenig geküsst und zu selten befördert werden, machen Sie doch mal den - kostenfreien - Test im Manager-Magazin: Pessimisten befördert man nicht! Siehe http://karriere.manager-magazin.de/test.php?test=potenziallight


Und denken Sie daran: Optimismus kann man wirklich lernen. Frau auch.
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Bassist Thomas Küchler spielt als Autodidakt mit Profimusikern auf Augenhöhe
Donnerstag, 04. Februar 2010, 18:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit Thomas Küchler, Bass der Band „Planet Moon“

*

Frage: Welche Ihrer Musikstücke gefallen Ihnen selbst am besten?

Antwort: „Possibly Strangers“, „Shrinking Brain“

*

Frage: Warum ist das so?

Antwort: „Possibly Strangers“ verbindet den Charme gezupfter Akustik-Gitarre in der Strophe mit einem hymnischen Pop-Refrain, hat für mich eine kraftvolle Dynamik.
„Shrinking Brain“ beschreibt in einem funkigen Groove die missliche Situation eines jeden, der versucht, rational sein Leben zu bestimmen und naturgemäß und insgeheim doch immer wieder seinen Gefühlen folgen muss.

*

Frage: Wann haben Sie erkannt, dass Sie musikalisch sind?

Antwort: Mit ca. acht Jahren, ich war zu Besuch bei einer befreundeten Familie und habe innerhalb von wenigen Tagen gelernt, ein Swing-Stück ziemlich Timing-sicher auf dem Schlagzeug zu begleiten, später konnte ich dann beispielsweise nach einigen Malen Hören aus klassischen Stücken wie z.B. „Die Moldau“ die Stimmen der verschiedenen Instrumente heraushören und mitsingen. Ich kann allerdings nicht mit Sicherheit behaupten, dass ich mir damals schon meiner „Musikalität“ bewusst war – es hat mir einfach Spaß gemacht.

*

Frage: Wer war als Kind Ihr musikalisches Vorbild?

Antwort: Ich fand Reinhard Mey super und habe die Intensität von „Alexandra’s“ Stimme geliebt. Die Komplexität und das Ineinandergreifen der verschiedenen Klänge und Melodien in klassischen Werken haben mich fasziniert. Später waren es dann „ABBA“ und noch später „Depeche Mode“, die mich begeistern konnten … eine ziemlich durchwachsene Mischung also …

*

Frage: Erinnern Sie sich noch an Lieblingssongs aus Ihrer Kindheit?

Antwort: Ja, einige.

*

Frage: Welche waren das?

Antwort: „Swinging Safari“, „Mein Freund der Baum ist tot“, „Über den Wolken“, „Die Symphonie aus der neuen Welt“ und einige andere. Mir fällt auf, dass die typischen Rebellenstücke aus dieser Zeit nicht vorkommen, es war wohl eher eine Zeit der Harmoniesuche, nicht nur musikalisch.

*

Frage: Inwieweit haben diese Songs Ihren Musikgeschmack von heute geprägt?

Antwort: All diese Stücke oder Werke haben Gefühle und Bilder in mir geweckt, haben meine Stimmungen begleitet und mir damit gezeigt, dass Musik eine Sprache sein kann, die auch völlig wortlos funktioniert, die auch meine Ausdrucksmöglichkeit werden kann, wenn mir mal die Worte fehlen oder Worte nicht das adäquate Ausdrucksmittel wären.

*














Frage: Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Antwort: Für mich ist es ein großer Erfolg, als Autodidakt immer wieder mit Profimusikern auf Augenhöhe spielen zu können, mit meinen Kompositionen starke Gefühle in Menschen zu wecken, vor ca. 6.000 Zuschauern auf dem Kölner Ringfest aufzutreten, unter 1.600 Bands in einem Contest unter den ersten 10 zu landen. Auch Peter Rüchel, den Gründer des „Rockpalast“, mit meiner Musik begeistern zu können. Also: mit nicht kommerziell ausgerichteter Musik Hochachtung von Kennern zu erfahren.

*

Frage: Gibt es auch Misserfolge?

Antwort: Bisher konnte ich alle Misserfolge als bereichernde Erfahrung sehen und habe sie somit nicht so sehr als solche empfunden. Aber Enttäuschungen gab es natürlich immer dann, wenn großes Engagement durch ungünstige Zufälle oder der fehlenden Mitarbeit anderer verpufft ist und Zeit und Energie für andere Projekte verloren gegangen waren. So hatten wir mit einem früheren Bandprojekt versucht, ein Musikevent – vergleichbar mit der Popkomm - in Österreich zu initiieren … bis unsere Mitstreiter plötzlich der Mut verließ, das war schon frustrierend.

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Erhalte mir meinen Spaß am Leben!

*














Frage: Kann man im Internet etwas über Sie lesen?

Antwort: Ja, sicher! Als Bassist der Band „Planet Moon“ findet man mich auf
http://www.planetmoon-band.com, als Sprecher habe ich eine eigene Homepage:
http://www.DieStimmeKoelns.de und es gibt ein Interview mit mir auf
http://www.diehochbegabung.blogspot.com



Bassist Thomas Küchler spielt als Autodidakt mit Profimusikern auf Augenhöhe
Donnerstag, 04. Februar 2010, 18:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















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Frage: Welche Ihrer Musikstücke gefallen Ihnen selbst am besten?

Antwort: „Possibly Strangers“, „Shrinking Brain“

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Frage: Warum ist das so?

Antwort: „Possibly Strangers“ verbindet den Charme gezupfter Akustik-Gitarre in der Strophe mit einem hymnischen Pop-Refrain, hat für mich eine kraftvolle Dynamik.
„Shrinking Brain“ beschreibt in einem funkigen Groove die missliche Situation eines jeden, der versucht, rational sein Leben zu bestimmen und naturgemäß und insgeheim doch immer wieder seinen Gefühlen folgen muss.

*

Frage: Wann haben Sie erkannt, dass Sie musikalisch sind?

Antwort: Mit ca. acht Jahren, ich war zu Besuch bei einer befreundeten Familie und habe innerhalb von wenigen Tagen gelernt, ein Swing-Stück ziemlich Timing-sicher auf dem Schlagzeug zu begleiten, später konnte ich dann beispielsweise nach einigen Malen Hören aus klassischen Stücken wie z.B. „Die Moldau“ die Stimmen der verschiedenen Instrumente heraushören und mitsingen. Ich kann allerdings nicht mit Sicherheit behaupten, dass ich mir damals schon meiner „Musikalität“ bewusst war – es hat mir einfach Spaß gemacht.

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Frage: Wer war als Kind Ihr musikalisches Vorbild?

Antwort: Ich fand Reinhard Mey super und habe die Intensität von „Alexandra’s“ Stimme geliebt. Die Komplexität und das Ineinandergreifen der verschiedenen Klänge und Melodien in klassischen Werken haben mich fasziniert. Später waren es dann „ABBA“ und noch später „Depeche Mode“, die mich begeistern konnten … eine ziemlich durchwachsene Mischung also …

*

Frage: Erinnern Sie sich noch an Lieblingssongs aus Ihrer Kindheit?

Antwort: Ja, einige.

*

Frage: Welche waren das?

Antwort: „Swinging Safari“, „Mein Freund der Baum ist tot“, „Über den Wolken“, „Die Symphonie aus der neuen Welt“ und einige andere. Mir fällt auf, dass die typischen Rebellenstücke aus dieser Zeit nicht vorkommen, es war wohl eher eine Zeit der Harmoniesuche, nicht nur musikalisch.

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Frage: Inwieweit haben diese Songs Ihren Musikgeschmack von heute geprägt?

Antwort: All diese Stücke oder Werke haben Gefühle und Bilder in mir geweckt, haben meine Stimmungen begleitet und mir damit gezeigt, dass Musik eine Sprache sein kann, die auch völlig wortlos funktioniert, die auch meine Ausdrucksmöglichkeit werden kann, wenn mir mal die Worte fehlen oder Worte nicht das adäquate Ausdrucksmittel wären.

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Frage: Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Antwort: Für mich ist es ein großer Erfolg, als Autodidakt immer wieder mit Profimusikern auf Augenhöhe spielen zu können, mit meinen Kompositionen starke Gefühle in Menschen zu wecken, vor ca. 6.000 Zuschauern auf dem Kölner Ringfest aufzutreten, unter 1.600 Bands in einem Contest unter den ersten 10 zu landen. Auch Peter Rüchel, den Gründer des „Rockpalast“, mit meiner Musik begeistern zu können. Also: mit nicht kommerziell ausgerichteter Musik Hochachtung von Kennern zu erfahren.

*

Frage: Gibt es auch Misserfolge?

Antwort: Bisher konnte ich alle Misserfolge als bereichernde Erfahrung sehen und habe sie somit nicht so sehr als solche empfunden. Aber Enttäuschungen gab es natürlich immer dann, wenn großes Engagement durch ungünstige Zufälle oder der fehlenden Mitarbeit anderer verpufft ist und Zeit und Energie für andere Projekte verloren gegangen waren. So hatten wir mit einem früheren Bandprojekt versucht, ein Musikevent – vergleichbar mit der Popkomm - in Österreich zu initiieren … bis unsere Mitstreiter plötzlich der Mut verließ, das war schon frustrierend.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Erhalte mir meinen Spaß am Leben!

*














Frage: Kann man im Internet etwas über Sie lesen?

Antwort: Ja, sicher! Als Bassist der Band „Planet Moon“ findet man mich auf
http://www.planetmoon-band.com, als Sprecher habe ich eine eigene Homepage:
http://www.DieStimmeKoelns.de und es gibt ein Interview mit mir auf
http://www.diehochbegabung.blogspot.com



Bassist Thomas Küchler spielt als Autodidakt mit Profimusikern auf Augenhöhe
Donnerstag, 04. Februar 2010, 18:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit Thomas Küchler, Bass der Band „Planet Moon“

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Frage: Welche Ihrer Musikstücke gefallen Ihnen selbst am besten?

Antwort: „Possibly Strangers“, „Shrinking Brain“

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Frage: Warum ist das so?

Antwort: „Possibly Strangers“ verbindet den Charme gezupfter Akustik-Gitarre in der Strophe mit einem hymnischen Pop-Refrain, hat für mich eine kraftvolle Dynamik.
„Shrinking Brain“ beschreibt in einem funkigen Groove die missliche Situation eines jeden, der versucht, rational sein Leben zu bestimmen und naturgemäß und insgeheim doch immer wieder seinen Gefühlen folgen muss.

*

Frage: Wann haben Sie erkannt, dass Sie musikalisch sind?

Antwort: Mit ca. acht Jahren, ich war zu Besuch bei einer befreundeten Familie und habe innerhalb von wenigen Tagen gelernt, ein Swing-Stück ziemlich Timing-sicher auf dem Schlagzeug zu begleiten, später konnte ich dann beispielsweise nach einigen Malen Hören aus klassischen Stücken wie z.B. „Die Moldau“ die Stimmen der verschiedenen Instrumente heraushören und mitsingen. Ich kann allerdings nicht mit Sicherheit behaupten, dass ich mir damals schon meiner „Musikalität“ bewusst war – es hat mir einfach Spaß gemacht.

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Frage: Wer war als Kind Ihr musikalisches Vorbild?

Antwort: Ich fand Reinhard Mey super und habe die Intensität von „Alexandra’s“ Stimme geliebt. Die Komplexität und das Ineinandergreifen der verschiedenen Klänge und Melodien in klassischen Werken haben mich fasziniert. Später waren es dann „ABBA“ und noch später „Depeche Mode“, die mich begeistern konnten … eine ziemlich durchwachsene Mischung also …

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Frage: Erinnern Sie sich noch an Lieblingssongs aus Ihrer Kindheit?

Antwort: Ja, einige.

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Frage: Welche waren das?

Antwort: „Swinging Safari“, „Mein Freund der Baum ist tot“, „Über den Wolken“, „Die Symphonie aus der neuen Welt“ und einige andere. Mir fällt auf, dass die typischen Rebellenstücke aus dieser Zeit nicht vorkommen, es war wohl eher eine Zeit der Harmoniesuche, nicht nur musikalisch.

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Frage: Inwieweit haben diese Songs Ihren Musikgeschmack von heute geprägt?

Antwort: All diese Stücke oder Werke haben Gefühle und Bilder in mir geweckt, haben meine Stimmungen begleitet und mir damit gezeigt, dass Musik eine Sprache sein kann, die auch völlig wortlos funktioniert, die auch meine Ausdrucksmöglichkeit werden kann, wenn mir mal die Worte fehlen oder Worte nicht das adäquate Ausdrucksmittel wären.

*














Frage: Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Antwort: Für mich ist es ein großer Erfolg, als Autodidakt immer wieder mit Profimusikern auf Augenhöhe spielen zu können, mit meinen Kompositionen starke Gefühle in Menschen zu wecken, vor ca. 6.000 Zuschauern auf dem Kölner Ringfest aufzutreten, unter 1.600 Bands in einem Contest unter den ersten 10 zu landen. Auch Peter Rüchel, den Gründer des „Rockpalast“, mit meiner Musik begeistern zu können. Also: mit nicht kommerziell ausgerichteter Musik Hochachtung von Kennern zu erfahren.

*

Frage: Gibt es auch Misserfolge?

Antwort: Bisher konnte ich alle Misserfolge als bereichernde Erfahrung sehen und habe sie somit nicht so sehr als solche empfunden. Aber Enttäuschungen gab es natürlich immer dann, wenn großes Engagement durch ungünstige Zufälle oder der fehlenden Mitarbeit anderer verpufft ist und Zeit und Energie für andere Projekte verloren gegangen waren. So hatten wir mit einem früheren Bandprojekt versucht, ein Musikevent – vergleichbar mit der Popkomm - in Österreich zu initiieren … bis unsere Mitstreiter plötzlich der Mut verließ, das war schon frustrierend.

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Erhalte mir meinen Spaß am Leben!

*














Frage: Kann man im Internet etwas über Sie lesen?

Antwort: Ja, sicher! Als Bassist der Band „Planet Moon“ findet man mich auf
http://www.planetmoon-band.com, als Sprecher habe ich eine eigene Homepage:
http://www.DieStimmeKoelns.de und es gibt ein Interview mit mir auf
http://www.diehochbegabung.blogspot.com



Bassist Thomas Küchler spielt als Autodidakt mit Profimusikern auf Augenhöhe
Donnerstag, 04. Februar 2010, 18:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit Thomas Küchler, Bass der Band „Planet Moon“

*

Frage: Welche Ihrer Musikstücke gefallen Ihnen selbst am besten?

Antwort: „Possibly Strangers“, „Shrinking Brain“

*

Frage: Warum ist das so?

Antwort: „Possibly Strangers“ verbindet den Charme gezupfter Akustik-Gitarre in der Strophe mit einem hymnischen Pop-Refrain, hat für mich eine kraftvolle Dynamik.
„Shrinking Brain“ beschreibt in einem funkigen Groove die missliche Situation eines jeden, der versucht, rational sein Leben zu bestimmen und naturgemäß und insgeheim doch immer wieder seinen Gefühlen folgen muss.

*

Frage: Wann haben Sie erkannt, dass Sie musikalisch sind?

Antwort: Mit ca. acht Jahren, ich war zu Besuch bei einer befreundeten Familie und habe innerhalb von wenigen Tagen gelernt, ein Swing-Stück ziemlich Timing-sicher auf dem Schlagzeug zu begleiten, später konnte ich dann beispielsweise nach einigen Malen Hören aus klassischen Stücken wie z.B. „Die Moldau“ die Stimmen der verschiedenen Instrumente heraushören und mitsingen. Ich kann allerdings nicht mit Sicherheit behaupten, dass ich mir damals schon meiner „Musikalität“ bewusst war – es hat mir einfach Spaß gemacht.

*

Frage: Wer war als Kind Ihr musikalisches Vorbild?

Antwort: Ich fand Reinhard Mey super und habe die Intensität von „Alexandra’s“ Stimme geliebt. Die Komplexität und das Ineinandergreifen der verschiedenen Klänge und Melodien in klassischen Werken haben mich fasziniert. Später waren es dann „ABBA“ und noch später „Depeche Mode“, die mich begeistern konnten … eine ziemlich durchwachsene Mischung also …

*

Frage: Erinnern Sie sich noch an Lieblingssongs aus Ihrer Kindheit?

Antwort: Ja, einige.

*

Frage: Welche waren das?

Antwort: „Swinging Safari“, „Mein Freund der Baum ist tot“, „Über den Wolken“, „Die Symphonie aus der neuen Welt“ und einige andere. Mir fällt auf, dass die typischen Rebellenstücke aus dieser Zeit nicht vorkommen, es war wohl eher eine Zeit der Harmoniesuche, nicht nur musikalisch.

*

Frage: Inwieweit haben diese Songs Ihren Musikgeschmack von heute geprägt?

Antwort: All diese Stücke oder Werke haben Gefühle und Bilder in mir geweckt, haben meine Stimmungen begleitet und mir damit gezeigt, dass Musik eine Sprache sein kann, die auch völlig wortlos funktioniert, die auch meine Ausdrucksmöglichkeit werden kann, wenn mir mal die Worte fehlen oder Worte nicht das adäquate Ausdrucksmittel wären.

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Frage: Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Antwort: Für mich ist es ein großer Erfolg, als Autodidakt immer wieder mit Profimusikern auf Augenhöhe spielen zu können, mit meinen Kompositionen starke Gefühle in Menschen zu wecken, vor ca. 6.000 Zuschauern auf dem Kölner Ringfest aufzutreten, unter 1.600 Bands in einem Contest unter den ersten 10 zu landen. Auch Peter Rüchel, den Gründer des „Rockpalast“, mit meiner Musik begeistern zu können. Also: mit nicht kommerziell ausgerichteter Musik Hochachtung von Kennern zu erfahren.

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Frage: Gibt es auch Misserfolge?

Antwort: Bisher konnte ich alle Misserfolge als bereichernde Erfahrung sehen und habe sie somit nicht so sehr als solche empfunden. Aber Enttäuschungen gab es natürlich immer dann, wenn großes Engagement durch ungünstige Zufälle oder der fehlenden Mitarbeit anderer verpufft ist und Zeit und Energie für andere Projekte verloren gegangen waren. So hatten wir mit einem früheren Bandprojekt versucht, ein Musikevent – vergleichbar mit der Popkomm - in Österreich zu initiieren … bis unsere Mitstreiter plötzlich der Mut verließ, das war schon frustrierend.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Erhalte mir meinen Spaß am Leben!

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Frage: Kann man im Internet etwas über Sie lesen?

Antwort: Ja, sicher! Als Bassist der Band „Planet Moon“ findet man mich auf
http://www.planetmoon-band.com, als Sprecher habe ich eine eigene Homepage:
http://www.DieStimmeKoelns.de und es gibt ein Interview mit mir auf
http://www.diehochbegabung.blogspot.com



Interview mit Dr. Alexander Lukeneder (Wien) über das Massensterben in der Triaszeit
Dienstag, 02. Februar 2010, 14:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit dem österreichischen Paläontologen Dr. Alexander Lukeneder (Foto oben) - Kurator Mesozoikum, Geologisch-Paläontologische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien (NHM) -, der ein Wissenschaftlerteam leitet, das in den kommenden drei Jahren eine der größten Krisen in der Erdgeschichte erforscht. Hauptmitarbeiterin bei diesem Projekt ist M.Sc. Susanne Mayrhofer vom NHM.

*

Frage: Herr Dr. Lukeneder, wie in den Medien zu lesen ist, erwarten Sie und Ihr Team neue und interessante Erkenntnisse über das große Massensterben in den Meeren der Triaszeit vor etwa 220 Millionen Jahren? Weiß man bereits, wodurch dieser weltweite Zusammenbruch der marinen Ökosysteme ausgelöst wurde?

Antwort: Lange Zeit galten auch in der Wissenschaft Meeresspiegelschwankungen als Hauptgründe für das Absterben von Rifforganismen während der Karnischen Krise. Heute gehen wir von mehreren möglichen Ursachen aus. Wärmeres und humideres (also feuchteres) Klima gilt als gesichert. Das wiederum bedeutet, durch die Abregnung, erhöhten Nährstoffeintrag in die Randmeere (Küste, Flachwasser) und durch die enorme Menge an Süßwasser eine Änderung der Salinität in den betroffenen Bereichen. Was wie man auch heute weiß, ist ja gerade die Salinität (Salzgehalt) ein bedeutender Faktor für die Verbreitung von marinen Lebewesen und nicht alle Organismen können sich auf eine Änderung der Salinität einstellen. Die Umstellung in der Salinität und einen erhöhten terrigenen Einfluss (Sedimenteintrag vom Land) kann man zur Zeit der Karnischen Krise vor rund 225 Millionen Jahren gut in den Sedimentgesteinen (tonige Sedimente, Sandsteine etc.), welche um die gesamte Tethys abgelagert wurden, nachweisen.
Primär ursächlich, aber noch diskutiert, für diese Erwärmung könnte der Zerfall von Pangaea zusammen mit den Orogenen Indonesiens und der Schliessung der Paläotethys gewesen sein.
Diese Aktivitäten haben zu vermehrtem Vulkanismus geführt, was wiederum zu vermehrtem Ausstoß von CO2 führte, und so nach heutigem Wissen erheblich die Temperatur erhöhte.

*

Frage: Das Massensterben in den Meeren ereignete sich im Karn, einer Stufe der Triaszeit, und wird deswegen Karnische Krise genannt. Welche Tiergruppen waren davon besonders betroffen?

Antwort: Besonders traf es die Flachwasserorganismen wie Korallen, Stachelhäuter (Seeigel etc.), Bryozoen, Algen und Schwämme, aber eben auch die Ammoniten, welche ja etwas tiefere Meereszonen bewohnten.

*

Frage: War diese Karnische Krise auch auf dem Festland spürbar, wo damals schon frühe Dinosaurier lebten?

Antwort: Ja, auch die Tetrapoden wurden dezimiert und die Landpflanzen- Vergesellschaftungen änderten sich. Bei den Tetrapoden spricht man von einem Rückgang 4 aus 6 Familien, die es betraf.

*

Frage: Sie und Ihr Wissenschaftlerteam mit Experten aus acht Ländern erforschen die Karnische Krise im Taurus-Gebirge in Anatolien (Türkei). Welche Spuren hat das Massensterben vor 225 Millionen Jahren dort hinterlassen?

Antwort: Nach dem drastischen Absterben der Plattformen und Riffe kam es zu einem Massensterben von Ammoniten der Gattung Orthoceltites. Die nahezu schwarzen Kalke, in welchen sich bis zu 200 Millionen Ammoniten befinden, wurden direkt über den Plattformsedimenten abgelagert. Nach diesem „Event“ wurde das Becken sehr tief und Flysch-artige Sedimente des tieferen Wassere wurden abgelagert. Wie lange es dauerte, um solche Massen von Ammoniten abzulagern und wie es zu solchen Massenansammlungen kommen konnte, wird untersucht. Die Dauer der Karnischen Krise wird ja circa mit 2-3 Millionen Jahren veranschlagt. Man stelle sich das auf heutige Zeiten umgerechnet vor.

*

Frage: Im Laufe der Erdgeschichte gab es mehrfach globale Massensterben in den Meeren und auf dem Festland. Kann sich etwas Derartiges auch in der Gegenwart oder Zukunft wiederholen?

Antwort: So etwas kann sich natürlich immer wiederholen. Zum Beispiel durch einen Meteoriteneinschlag wie schon „oft“ in der Erdgeschichte. Der Sternenhimmel wird jedoch so gut untersucht und gescannt, dass das wahrscheinlich nicht in nächster Zeit passieren dürfte. Langfristige Veränderungen wie großräumiger Vulkanismus etc., die zu solchen Krisen führen könnten, sind zur Zeit nicht in Sicht. Wie sich jedoch die Methaneisfelder an den Schelfen der Meere in der Zukunft, bei zum Beispiel weiterer Erderwärmung verhalten, ist noch ungewiss.

*

Frage: Momentan wird viel über eine befürchtete Klimaerwärmung und oft über Klimaschutz gesprochen. Vergisst man dabei, dass sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder geändert hat und auch künftig ändern wird?

Antwort: Die Klimaerwärmung ist da und wird noch fortschreiten, auch dann, wenn man jetzt Schnee sieht, wenn man aus dem Fenster schaut. Alle Berichte, ob von der Arktis, der Antarktis, ja von jedem Gletscherinstitut sprechen klar für eine Erwärmung. Und zwar schneller, als uns das lieb sein kann. Geändert hat sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder und auch künftig wird es sich ändern, das tröstet aber nur wenig, wenn wir sozusagen die Natur überholen.

*

Frage: Vor rund 10.700 Jahren ging das letzte Eiszeitalter zu Ende. Darauf müsste doch eigentlich eine Warmzeit folgen und danach wieder irgendwann eine Kaltzeit? Oder ist dieser natürliche Klimawandel nicht mehr wirksam?

Antwort: Es läuft eigentlich, wie es in der Erdgeschichte immer lief. Einfach ausgedrückt, auf warm folgt kalt. Der Mensch kann nur in gewissem Maße die Richtung etwas beschleunigen, der Erde ist das aber im wahrsten Sinne des Wortes egal. Der Mensch wird sich halt was einfallen lassen müssen.

*

Frage: Sie sind einer der wenigen Wissenschaftler, denen es gelungen ist, vom österreichischen FWF, dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, als Projektleiter für zwei große Projekte bestimmt zu werden. Worum geht es bei Ihrem anderen großen Forschungsprojekt?

Antwort: Bei meinem zweiten FWF-Projekt geht es um das Klima und die Umwelt zur Kreidezeit in den Dolomiten Südtirols. Ein Zeitraum von circa 140-110 Millionen Jahren wird dabei in all seinen Details untersucht. Seit nun 2 Jahren forschen dort mit modernsten Methoden an die 20 Wissenschafter/innen aus 10 Nationen an verschiedenen Problemstellungen. Isotopen-Analysen, Geochemie und Paläomagnetik sind nur einige Beispiele der Methodik. Natürlich werden auch viele Makro-, Mikro- und Nanno-Fossilgruppen untersucht. Besonders eng arbeiten wir dabei mit dem Naturmuseum Südtirol in Bozen zusammen.

*

Frage: Kann die Paläontologie, die Lehre vom Leben in der Urzeit, wertvolle Antworten auf Fragen über die Klimaentwicklung der Zukunft geben?

Antwort: Vergleiche sind natürlich immer möglich. Man darf jedoch auch bei aller Euphorie nicht vergessen, dass manche Parameter in der Erdgeschichte einfach andere waren. So zum Beispiel der Sauerstoffgehalt der Luft (zeitweise um das 10-fache erhöht) oder der CO2 Gehalt der Luft (durch Vulkanismus). Das CO2 stellt natürlich auch in heutiger Zeit ein Mega-Problem für die Zivilisation dar, das ist korrekt. Dieses Problem ist allerdings hausgemacht.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht hat und das Weblog http://internet-zeitung.blogspot.com betreibt

*

Kontakt:
Dr. Mag. Alexander LUKENEDER
Kurator - Mesozoikum
Geologisch-Paläontologische Abteilung
Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
A-1010 Wien
e-mail: alexander.lukeneder (at) nhm-wien.ac.at
Tel: 521777/251
Homepage: http://www.nhm-wien.ac.at/NHM/Geolog/lukeneder.htm


Interview mit Dr. Alexander Lukeneder (Wien) über das Massensterben in der Triaszeit
Dienstag, 02. Februar 2010, 14:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit dem österreichischen Paläontologen Dr. Alexander Lukeneder (Foto oben) - Kurator Mesozoikum, Geologisch-Paläontologische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien (NHM) -, der ein Wissenschaftlerteam leitet, das in den kommenden drei Jahren eine der größten Krisen in der Erdgeschichte erforscht. Hauptmitarbeiterin bei diesem Projekt ist M.Sc. Susanne Mayrhofer vom NHM.

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Frage: Herr Dr. Lukeneder, wie in den Medien zu lesen ist, erwarten Sie und Ihr Team neue und interessante Erkenntnisse über das große Massensterben in den Meeren der Triaszeit vor etwa 220 Millionen Jahren? Weiß man bereits, wodurch dieser weltweite Zusammenbruch der marinen Ökosysteme ausgelöst wurde?

Antwort: Lange Zeit galten auch in der Wissenschaft Meeresspiegelschwankungen als Hauptgründe für das Absterben von Rifforganismen während der Karnischen Krise. Heute gehen wir von mehreren möglichen Ursachen aus. Wärmeres und humideres (also feuchteres) Klima gilt als gesichert. Das wiederum bedeutet, durch die Abregnung, erhöhten Nährstoffeintrag in die Randmeere (Küste, Flachwasser) und durch die enorme Menge an Süßwasser eine Änderung der Salinität in den betroffenen Bereichen. Was wie man auch heute weiß, ist ja gerade die Salinität (Salzgehalt) ein bedeutender Faktor für die Verbreitung von marinen Lebewesen und nicht alle Organismen können sich auf eine Änderung der Salinität einstellen. Die Umstellung in der Salinität und einen erhöhten terrigenen Einfluss (Sedimenteintrag vom Land) kann man zur Zeit der Karnischen Krise vor rund 225 Millionen Jahren gut in den Sedimentgesteinen (tonige Sedimente, Sandsteine etc.), welche um die gesamte Tethys abgelagert wurden, nachweisen.
Primär ursächlich, aber noch diskutiert, für diese Erwärmung könnte der Zerfall von Pangaea zusammen mit den Orogenen Indonesiens und der Schliessung der Paläotethys gewesen sein.
Diese Aktivitäten haben zu vermehrtem Vulkanismus geführt, was wiederum zu vermehrtem Ausstoß von CO2 führte, und so nach heutigem Wissen erheblich die Temperatur erhöhte.

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Frage: Das Massensterben in den Meeren ereignete sich im Karn, einer Stufe der Triaszeit, und wird deswegen Karnische Krise genannt. Welche Tiergruppen waren davon besonders betroffen?

Antwort: Besonders traf es die Flachwasserorganismen wie Korallen, Stachelhäuter (Seeigel etc.), Bryozoen, Algen und Schwämme, aber eben auch die Ammoniten, welche ja etwas tiefere Meereszonen bewohnten.

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Frage: War diese Karnische Krise auch auf dem Festland spürbar, wo damals schon frühe Dinosaurier lebten?

Antwort: Ja, auch die Tetrapoden wurden dezimiert und die Landpflanzen- Vergesellschaftungen änderten sich. Bei den Tetrapoden spricht man von einem Rückgang 4 aus 6 Familien, die es betraf.

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Frage: Sie und Ihr Wissenschaftlerteam mit Experten aus acht Ländern erforschen die Karnische Krise im Taurus-Gebirge in Anatolien (Türkei). Welche Spuren hat das Massensterben vor 225 Millionen Jahren dort hinterlassen?

Antwort: Nach dem drastischen Absterben der Plattformen und Riffe kam es zu einem Massensterben von Ammoniten der Gattung Orthoceltites. Die nahezu schwarzen Kalke, in welchen sich bis zu 200 Millionen Ammoniten befinden, wurden direkt über den Plattformsedimenten abgelagert. Nach diesem „Event“ wurde das Becken sehr tief und Flysch-artige Sedimente des tieferen Wassere wurden abgelagert. Wie lange es dauerte, um solche Massen von Ammoniten abzulagern und wie es zu solchen Massenansammlungen kommen konnte, wird untersucht. Die Dauer der Karnischen Krise wird ja circa mit 2-3 Millionen Jahren veranschlagt. Man stelle sich das auf heutige Zeiten umgerechnet vor.

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Frage: Im Laufe der Erdgeschichte gab es mehrfach globale Massensterben in den Meeren und auf dem Festland. Kann sich etwas Derartiges auch in der Gegenwart oder Zukunft wiederholen?

Antwort: So etwas kann sich natürlich immer wiederholen. Zum Beispiel durch einen Meteoriteneinschlag wie schon „oft“ in der Erdgeschichte. Der Sternenhimmel wird jedoch so gut untersucht und gescannt, dass das wahrscheinlich nicht in nächster Zeit passieren dürfte. Langfristige Veränderungen wie großräumiger Vulkanismus etc., die zu solchen Krisen führen könnten, sind zur Zeit nicht in Sicht. Wie sich jedoch die Methaneisfelder an den Schelfen der Meere in der Zukunft, bei zum Beispiel weiterer Erderwärmung verhalten, ist noch ungewiss.

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Frage: Momentan wird viel über eine befürchtete Klimaerwärmung und oft über Klimaschutz gesprochen. Vergisst man dabei, dass sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder geändert hat und auch künftig ändern wird?

Antwort: Die Klimaerwärmung ist da und wird noch fortschreiten, auch dann, wenn man jetzt Schnee sieht, wenn man aus dem Fenster schaut. Alle Berichte, ob von der Arktis, der Antarktis, ja von jedem Gletscherinstitut sprechen klar für eine Erwärmung. Und zwar schneller, als uns das lieb sein kann. Geändert hat sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder und auch künftig wird es sich ändern, das tröstet aber nur wenig, wenn wir sozusagen die Natur überholen.

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Frage: Vor rund 10.700 Jahren ging das letzte Eiszeitalter zu Ende. Darauf müsste doch eigentlich eine Warmzeit folgen und danach wieder irgendwann eine Kaltzeit? Oder ist dieser natürliche Klimawandel nicht mehr wirksam?

Antwort: Es läuft eigentlich, wie es in der Erdgeschichte immer lief. Einfach ausgedrückt, auf warm folgt kalt. Der Mensch kann nur in gewissem Maße die Richtung etwas beschleunigen, der Erde ist das aber im wahrsten Sinne des Wortes egal. Der Mensch wird sich halt was einfallen lassen müssen.

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Frage: Sie sind einer der wenigen Wissenschaftler, denen es gelungen ist, vom österreichischen FWF, dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, als Projektleiter für zwei große Projekte bestimmt zu werden. Worum geht es bei Ihrem anderen großen Forschungsprojekt?

Antwort: Bei meinem zweiten FWF-Projekt geht es um das Klima und die Umwelt zur Kreidezeit in den Dolomiten Südtirols. Ein Zeitraum von circa 140-110 Millionen Jahren wird dabei in all seinen Details untersucht. Seit nun 2 Jahren forschen dort mit modernsten Methoden an die 20 Wissenschafter/innen aus 10 Nationen an verschiedenen Problemstellungen. Isotopen-Analysen, Geochemie und Paläomagnetik sind nur einige Beispiele der Methodik. Natürlich werden auch viele Makro-, Mikro- und Nanno-Fossilgruppen untersucht. Besonders eng arbeiten wir dabei mit dem Naturmuseum Südtirol in Bozen zusammen.

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Frage: Kann die Paläontologie, die Lehre vom Leben in der Urzeit, wertvolle Antworten auf Fragen über die Klimaentwicklung der Zukunft geben?

Antwort: Vergleiche sind natürlich immer möglich. Man darf jedoch auch bei aller Euphorie nicht vergessen, dass manche Parameter in der Erdgeschichte einfach andere waren. So zum Beispiel der Sauerstoffgehalt der Luft (zeitweise um das 10-fache erhöht) oder der CO2 Gehalt der Luft (durch Vulkanismus). Das CO2 stellt natürlich auch in heutiger Zeit ein Mega-Problem für die Zivilisation dar, das ist korrekt. Dieses Problem ist allerdings hausgemacht.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht hat und das Weblog http://internet-zeitung.blogspot.com betreibt

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Kontakt:
Dr. Mag. Alexander LUKENEDER
Kurator - Mesozoikum
Geologisch-Paläontologische Abteilung
Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
A-1010 Wien
e-mail: alexander.lukeneder (at) nhm-wien.ac.at
Tel: 521777/251
Homepage: http://www.nhm-wien.ac.at/NHM/Geolog/lukeneder.htm


Interview mit Dr. Alexander Lukeneder (Wien) über das Massensterben in der Triaszeit
Dienstag, 02. Februar 2010, 14:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit dem österreichischen Paläontologen Dr. Alexander Lukeneder (Foto oben) - Kurator Mesozoikum, Geologisch-Paläontologische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien (NHM) -, der ein Wissenschaftlerteam leitet, das in den kommenden drei Jahren eine der größten Krisen in der Erdgeschichte erforscht. Hauptmitarbeiterin bei diesem Projekt ist M.Sc. Susanne Mayrhofer vom NHM.

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Frage: Herr Dr. Lukeneder, wie in den Medien zu lesen ist, erwarten Sie und Ihr Team neue und interessante Erkenntnisse über das große Massensterben in den Meeren der Triaszeit vor etwa 220 Millionen Jahren? Weiß man bereits, wodurch dieser weltweite Zusammenbruch der marinen Ökosysteme ausgelöst wurde?

Antwort: Lange Zeit galten auch in der Wissenschaft Meeresspiegelschwankungen als Hauptgründe für das Absterben von Rifforganismen während der Karnischen Krise. Heute gehen wir von mehreren möglichen Ursachen aus. Wärmeres und humideres (also feuchteres) Klima gilt als gesichert. Das wiederum bedeutet, durch die Abregnung, erhöhten Nährstoffeintrag in die Randmeere (Küste, Flachwasser) und durch die enorme Menge an Süßwasser eine Änderung der Salinität in den betroffenen Bereichen. Was wie man auch heute weiß, ist ja gerade die Salinität (Salzgehalt) ein bedeutender Faktor für die Verbreitung von marinen Lebewesen und nicht alle Organismen können sich auf eine Änderung der Salinität einstellen. Die Umstellung in der Salinität und einen erhöhten terrigenen Einfluss (Sedimenteintrag vom Land) kann man zur Zeit der Karnischen Krise vor rund 225 Millionen Jahren gut in den Sedimentgesteinen (tonige Sedimente, Sandsteine etc.), welche um die gesamte Tethys abgelagert wurden, nachweisen.
Primär ursächlich, aber noch diskutiert, für diese Erwärmung könnte der Zerfall von Pangaea zusammen mit den Orogenen Indonesiens und der Schliessung der Paläotethys gewesen sein.
Diese Aktivitäten haben zu vermehrtem Vulkanismus geführt, was wiederum zu vermehrtem Ausstoß von CO2 führte, und so nach heutigem Wissen erheblich die Temperatur erhöhte.

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Frage: Das Massensterben in den Meeren ereignete sich im Karn, einer Stufe der Triaszeit, und wird deswegen Karnische Krise genannt. Welche Tiergruppen waren davon besonders betroffen?

Antwort: Besonders traf es die Flachwasserorganismen wie Korallen, Stachelhäuter (Seeigel etc.), Bryozoen, Algen und Schwämme, aber eben auch die Ammoniten, welche ja etwas tiefere Meereszonen bewohnten.

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Frage: War diese Karnische Krise auch auf dem Festland spürbar, wo damals schon frühe Dinosaurier lebten?

Antwort: Ja, auch die Tetrapoden wurden dezimiert und die Landpflanzen- Vergesellschaftungen änderten sich. Bei den Tetrapoden spricht man von einem Rückgang 4 aus 6 Familien, die es betraf.

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Frage: Sie und Ihr Wissenschaftlerteam mit Experten aus acht Ländern erforschen die Karnische Krise im Taurus-Gebirge in Anatolien (Türkei). Welche Spuren hat das Massensterben vor 225 Millionen Jahren dort hinterlassen?

Antwort: Nach dem drastischen Absterben der Plattformen und Riffe kam es zu einem Massensterben von Ammoniten der Gattung Orthoceltites. Die nahezu schwarzen Kalke, in welchen sich bis zu 200 Millionen Ammoniten befinden, wurden direkt über den Plattformsedimenten abgelagert. Nach diesem „Event“ wurde das Becken sehr tief und Flysch-artige Sedimente des tieferen Wassere wurden abgelagert. Wie lange es dauerte, um solche Massen von Ammoniten abzulagern und wie es zu solchen Massenansammlungen kommen konnte, wird untersucht. Die Dauer der Karnischen Krise wird ja circa mit 2-3 Millionen Jahren veranschlagt. Man stelle sich das auf heutige Zeiten umgerechnet vor.

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Frage: Im Laufe der Erdgeschichte gab es mehrfach globale Massensterben in den Meeren und auf dem Festland. Kann sich etwas Derartiges auch in der Gegenwart oder Zukunft wiederholen?

Antwort: So etwas kann sich natürlich immer wiederholen. Zum Beispiel durch einen Meteoriteneinschlag wie schon „oft“ in der Erdgeschichte. Der Sternenhimmel wird jedoch so gut untersucht und gescannt, dass das wahrscheinlich nicht in nächster Zeit passieren dürfte. Langfristige Veränderungen wie großräumiger Vulkanismus etc., die zu solchen Krisen führen könnten, sind zur Zeit nicht in Sicht. Wie sich jedoch die Methaneisfelder an den Schelfen der Meere in der Zukunft, bei zum Beispiel weiterer Erderwärmung verhalten, ist noch ungewiss.

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Frage: Momentan wird viel über eine befürchtete Klimaerwärmung und oft über Klimaschutz gesprochen. Vergisst man dabei, dass sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder geändert hat und auch künftig ändern wird?

Antwort: Die Klimaerwärmung ist da und wird noch fortschreiten, auch dann, wenn man jetzt Schnee sieht, wenn man aus dem Fenster schaut. Alle Berichte, ob von der Arktis, der Antarktis, ja von jedem Gletscherinstitut sprechen klar für eine Erwärmung. Und zwar schneller, als uns das lieb sein kann. Geändert hat sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder und auch künftig wird es sich ändern, das tröstet aber nur wenig, wenn wir sozusagen die Natur überholen.

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Frage: Vor rund 10.700 Jahren ging das letzte Eiszeitalter zu Ende. Darauf müsste doch eigentlich eine Warmzeit folgen und danach wieder irgendwann eine Kaltzeit? Oder ist dieser natürliche Klimawandel nicht mehr wirksam?

Antwort: Es läuft eigentlich, wie es in der Erdgeschichte immer lief. Einfach ausgedrückt, auf warm folgt kalt. Der Mensch kann nur in gewissem Maße die Richtung etwas beschleunigen, der Erde ist das aber im wahrsten Sinne des Wortes egal. Der Mensch wird sich halt was einfallen lassen müssen.

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Frage: Sie sind einer der wenigen Wissenschaftler, denen es gelungen ist, vom österreichischen FWF, dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, als Projektleiter für zwei große Projekte bestimmt zu werden. Worum geht es bei Ihrem anderen großen Forschungsprojekt?

Antwort: Bei meinem zweiten FWF-Projekt geht es um das Klima und die Umwelt zur Kreidezeit in den Dolomiten Südtirols. Ein Zeitraum von circa 140-110 Millionen Jahren wird dabei in all seinen Details untersucht. Seit nun 2 Jahren forschen dort mit modernsten Methoden an die 20 Wissenschafter/innen aus 10 Nationen an verschiedenen Problemstellungen. Isotopen-Analysen, Geochemie und Paläomagnetik sind nur einige Beispiele der Methodik. Natürlich werden auch viele Makro-, Mikro- und Nanno-Fossilgruppen untersucht. Besonders eng arbeiten wir dabei mit dem Naturmuseum Südtirol in Bozen zusammen.

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Frage: Kann die Paläontologie, die Lehre vom Leben in der Urzeit, wertvolle Antworten auf Fragen über die Klimaentwicklung der Zukunft geben?

Antwort: Vergleiche sind natürlich immer möglich. Man darf jedoch auch bei aller Euphorie nicht vergessen, dass manche Parameter in der Erdgeschichte einfach andere waren. So zum Beispiel der Sauerstoffgehalt der Luft (zeitweise um das 10-fache erhöht) oder der CO2 Gehalt der Luft (durch Vulkanismus). Das CO2 stellt natürlich auch in heutiger Zeit ein Mega-Problem für die Zivilisation dar, das ist korrekt. Dieses Problem ist allerdings hausgemacht.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht hat und das Weblog http://internet-zeitung.blogspot.com betreibt

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Kontakt:
Dr. Mag. Alexander LUKENEDER
Kurator - Mesozoikum
Geologisch-Paläontologische Abteilung
Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
A-1010 Wien
e-mail: alexander.lukeneder (at) nhm-wien.ac.at
Tel: 521777/251
Homepage: http://www.nhm-wien.ac.at/NHM/Geolog/lukeneder.htm


Interview mit Dr. Alexander Lukeneder (Wien) über das Massensterben in der Triaszeit
Dienstag, 02. Februar 2010, 14:56:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit dem österreichischen Paläontologen Dr. Alexander Lukeneder (Foto oben) - Kurator Mesozoikum, Geologisch-Paläontologische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien (NHM) -, der ein Wissenschaftlerteam leitet, das in den kommenden drei Jahren eine der größten Krisen in der Erdgeschichte erforscht. Hauptmitarbeiterin bei diesem Projekt ist M.Sc. Susanne Mayrhofer vom NHM.

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Frage: Herr Dr. Lukeneder, wie in den Medien zu lesen ist, erwarten Sie und Ihr Team neue und interessante Erkenntnisse über das große Massensterben in den Meeren der Triaszeit vor etwa 220 Millionen Jahren? Weiß man bereits, wodurch dieser weltweite Zusammenbruch der marinen Ökosysteme ausgelöst wurde?

Antwort: Lange Zeit galten auch in der Wissenschaft Meeresspiegelschwankungen als Hauptgründe für das Absterben von Rifforganismen während der Karnischen Krise. Heute gehen wir von mehreren möglichen Ursachen aus. Wärmeres und humideres (also feuchteres) Klima gilt als gesichert. Das wiederum bedeutet, durch die Abregnung, erhöhten Nährstoffeintrag in die Randmeere (Küste, Flachwasser) und durch die enorme Menge an Süßwasser eine Änderung der Salinität in den betroffenen Bereichen. Was wie man auch heute weiß, ist ja gerade die Salinität (Salzgehalt) ein bedeutender Faktor für die Verbreitung von marinen Lebewesen und nicht alle Organismen können sich auf eine Änderung der Salinität einstellen. Die Umstellung in der Salinität und einen erhöhten terrigenen Einfluss (Sedimenteintrag vom Land) kann man zur Zeit der Karnischen Krise vor rund 225 Millionen Jahren gut in den Sedimentgesteinen (tonige Sedimente, Sandsteine etc.), welche um die gesamte Tethys abgelagert wurden, nachweisen.
Primär ursächlich, aber noch diskutiert, für diese Erwärmung könnte der Zerfall von Pangaea zusammen mit den Orogenen Indonesiens und der Schliessung der Paläotethys gewesen sein.
Diese Aktivitäten haben zu vermehrtem Vulkanismus geführt, was wiederum zu vermehrtem Ausstoß von CO2 führte, und so nach heutigem Wissen erheblich die Temperatur erhöhte.

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Frage: Das Massensterben in den Meeren ereignete sich im Karn, einer Stufe der Triaszeit, und wird deswegen Karnische Krise genannt. Welche Tiergruppen waren davon besonders betroffen?

Antwort: Besonders traf es die Flachwasserorganismen wie Korallen, Stachelhäuter (Seeigel etc.), Bryozoen, Algen und Schwämme, aber eben auch die Ammoniten, welche ja etwas tiefere Meereszonen bewohnten.

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Frage: War diese Karnische Krise auch auf dem Festland spürbar, wo damals schon frühe Dinosaurier lebten?

Antwort: Ja, auch die Tetrapoden wurden dezimiert und die Landpflanzen- Vergesellschaftungen änderten sich. Bei den Tetrapoden spricht man von einem Rückgang 4 aus 6 Familien, die es betraf.

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Frage: Sie und Ihr Wissenschaftlerteam mit Experten aus acht Ländern erforschen die Karnische Krise im Taurus-Gebirge in Anatolien (Türkei). Welche Spuren hat das Massensterben vor 225 Millionen Jahren dort hinterlassen?

Antwort: Nach dem drastischen Absterben der Plattformen und Riffe kam es zu einem Massensterben von Ammoniten der Gattung Orthoceltites. Die nahezu schwarzen Kalke, in welchen sich bis zu 200 Millionen Ammoniten befinden, wurden direkt über den Plattformsedimenten abgelagert. Nach diesem „Event“ wurde das Becken sehr tief und Flysch-artige Sedimente des tieferen Wassere wurden abgelagert. Wie lange es dauerte, um solche Massen von Ammoniten abzulagern und wie es zu solchen Massenansammlungen kommen konnte, wird untersucht. Die Dauer der Karnischen Krise wird ja circa mit 2-3 Millionen Jahren veranschlagt. Man stelle sich das auf heutige Zeiten umgerechnet vor.

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Frage: Im Laufe der Erdgeschichte gab es mehrfach globale Massensterben in den Meeren und auf dem Festland. Kann sich etwas Derartiges auch in der Gegenwart oder Zukunft wiederholen?

Antwort: So etwas kann sich natürlich immer wiederholen. Zum Beispiel durch einen Meteoriteneinschlag wie schon „oft“ in der Erdgeschichte. Der Sternenhimmel wird jedoch so gut untersucht und gescannt, dass das wahrscheinlich nicht in nächster Zeit passieren dürfte. Langfristige Veränderungen wie großräumiger Vulkanismus etc., die zu solchen Krisen führen könnten, sind zur Zeit nicht in Sicht. Wie sich jedoch die Methaneisfelder an den Schelfen der Meere in der Zukunft, bei zum Beispiel weiterer Erderwärmung verhalten, ist noch ungewiss.

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Frage: Momentan wird viel über eine befürchtete Klimaerwärmung und oft über Klimaschutz gesprochen. Vergisst man dabei, dass sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder geändert hat und auch künftig ändern wird?

Antwort: Die Klimaerwärmung ist da und wird noch fortschreiten, auch dann, wenn man jetzt Schnee sieht, wenn man aus dem Fenster schaut. Alle Berichte, ob von der Arktis, der Antarktis, ja von jedem Gletscherinstitut sprechen klar für eine Erwärmung. Und zwar schneller, als uns das lieb sein kann. Geändert hat sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte immer wieder und auch künftig wird es sich ändern, das tröstet aber nur wenig, wenn wir sozusagen die Natur überholen.

*

Frage: Vor rund 10.700 Jahren ging das letzte Eiszeitalter zu Ende. Darauf müsste doch eigentlich eine Warmzeit folgen und danach wieder irgendwann eine Kaltzeit? Oder ist dieser natürliche Klimawandel nicht mehr wirksam?

Antwort: Es läuft eigentlich, wie es in der Erdgeschichte immer lief. Einfach ausgedrückt, auf warm folgt kalt. Der Mensch kann nur in gewissem Maße die Richtung etwas beschleunigen, der Erde ist das aber im wahrsten Sinne des Wortes egal. Der Mensch wird sich halt was einfallen lassen müssen.

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Frage: Sie sind einer der wenigen Wissenschaftler, denen es gelungen ist, vom österreichischen FWF, dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, als Projektleiter für zwei große Projekte bestimmt zu werden. Worum geht es bei Ihrem anderen großen Forschungsprojekt?

Antwort: Bei meinem zweiten FWF-Projekt geht es um das Klima und die Umwelt zur Kreidezeit in den Dolomiten Südtirols. Ein Zeitraum von circa 140-110 Millionen Jahren wird dabei in all seinen Details untersucht. Seit nun 2 Jahren forschen dort mit modernsten Methoden an die 20 Wissenschafter/innen aus 10 Nationen an verschiedenen Problemstellungen. Isotopen-Analysen, Geochemie und Paläomagnetik sind nur einige Beispiele der Methodik. Natürlich werden auch viele Makro-, Mikro- und Nanno-Fossilgruppen untersucht. Besonders eng arbeiten wir dabei mit dem Naturmuseum Südtirol in Bozen zusammen.

*

Frage: Kann die Paläontologie, die Lehre vom Leben in der Urzeit, wertvolle Antworten auf Fragen über die Klimaentwicklung der Zukunft geben?

Antwort: Vergleiche sind natürlich immer möglich. Man darf jedoch auch bei aller Euphorie nicht vergessen, dass manche Parameter in der Erdgeschichte einfach andere waren. So zum Beispiel der Sauerstoffgehalt der Luft (zeitweise um das 10-fache erhöht) oder der CO2 Gehalt der Luft (durch Vulkanismus). Das CO2 stellt natürlich auch in heutiger Zeit ein Mega-Problem für die Zivilisation dar, das ist korrekt. Dieses Problem ist allerdings hausgemacht.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht hat und das Weblog http://internet-zeitung.blogspot.com betreibt

*

Kontakt:
Dr. Mag. Alexander LUKENEDER
Kurator - Mesozoikum
Geologisch-Paläontologische Abteilung
Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
A-1010 Wien
e-mail: alexander.lukeneder (at) nhm-wien.ac.at
Tel: 521777/251
Homepage: http://www.nhm-wien.ac.at/NHM/Geolog/lukeneder.htm


Interview mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Ein Kollege in einer Mainzer Tageszeitung, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte Riesenglück: C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an.

*

Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?

Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von 168 DM.

*

Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?

Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Ingesamt erreichte dieser Titel trotz des teilweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwie preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.

*

Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere Verlage für mich, darunter einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen erwähnt.

*

Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?

Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) und später noch viele andere Titel.

*

Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?

Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutschland“, bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, das ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage.

*

Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern Enttäuschungen erlebt?

Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmelsscheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu.

*

Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?

Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht.

*

Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?

Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden.

*

Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?

Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 30 Titel sein. Zum Beispiel:
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Nessie. Das Monsterbuch
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst)
Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst), von deutschen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst)
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos)
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Der Höhlenbär
Königinnen der Lüfte
Königinnen des Tanzes
Superfrauen aus dem Wilden Westen
Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald
Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de als Taschenbuch oder E-Book erhältlich.

*

Frage: Haben Ihnen Ihre Dutzende von Büchern und Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?

Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension vorgeschlagen, man solle mir einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt.

*

Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?

Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder.

*

Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?

Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Bücher im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten hunderte von Büchern verschenken.

*

Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?

Antwort: Momentan arbeite ich einem umfangreichen Buch mit Frauenbiografien, dessen Titel ich noch nicht verrate. Es wird wohl nicht der letzte Titel sein ...

*

Weblinks:

Ernst Probst bei "Wikipedia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Probst

Ernst Probst bei "biografien-news"
http://biografien-news.blog.de/2005/12/10/biografien_von_ernst_probst~376539/

Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com

Blick ins Buch
http://blick-ins-buch.blogspot.com


Interview mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

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Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Ein Kollege in einer Mainzer Tageszeitung, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte Riesenglück: C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an.

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Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?

Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von 168 DM.

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Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?

Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Ingesamt erreichte dieser Titel trotz des teilweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwie preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.

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Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere Verlage für mich, darunter einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen erwähnt.

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Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?

Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) und später noch viele andere Titel.

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Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?

Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutschland“, bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, das ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage.

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Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern Enttäuschungen erlebt?

Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmelsscheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu.

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Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?

Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht.

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Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?

Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden.

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Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?

Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 30 Titel sein. Zum Beispiel:
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Nessie. Das Monsterbuch
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst)
Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst), von deutschen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst)
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos)
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Der Höhlenbär
Königinnen der Lüfte
Königinnen des Tanzes
Superfrauen aus dem Wilden Westen
Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald
Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de als Taschenbuch oder E-Book erhältlich.

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Frage: Haben Ihnen Ihre Dutzende von Büchern und Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?

Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension vorgeschlagen, man solle mir einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt.

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Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?

Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder.

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Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?

Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Bücher im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten hunderte von Büchern verschenken.

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Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?

Antwort: Momentan arbeite ich einem umfangreichen Buch mit Frauenbiografien, dessen Titel ich noch nicht verrate. Es wird wohl nicht der letzte Titel sein ...

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Weblinks:

Ernst Probst bei "Wikipedia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Probst

Ernst Probst bei "biografien-news"
http://biografien-news.blog.de/2005/12/10/biografien_von_ernst_probst~376539/

Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com

Blick ins Buch
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Interview mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

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Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Ein Kollege in einer Mainzer Tageszeitung, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte Riesenglück: C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an.

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Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?

Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von 168 DM.

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Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?

Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Ingesamt erreichte dieser Titel trotz des teilweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwie preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.

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Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere Verlage für mich, darunter einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen erwähnt.

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Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?

Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) und später noch viele andere Titel.

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Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?

Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutschland“, bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, das ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage.

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Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern Enttäuschungen erlebt?

Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmelsscheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu.

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Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?

Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht.

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Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?

Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden.

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Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?

Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 30 Titel sein. Zum Beispiel:
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Nessie. Das Monsterbuch
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst)
Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst), von deutschen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst)
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos)
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Der Höhlenbär
Königinnen der Lüfte
Königinnen des Tanzes
Superfrauen aus dem Wilden Westen
Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald
Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de als Taschenbuch oder E-Book erhältlich.

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Frage: Haben Ihnen Ihre Dutzende von Büchern und Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?

Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension vorgeschlagen, man solle mir einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt.

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Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?

Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder.

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Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?

Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Bücher im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten hunderte von Büchern verschenken.

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Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?

Antwort: Momentan arbeite ich einem umfangreichen Buch mit Frauenbiografien, dessen Titel ich noch nicht verrate. Es wird wohl nicht der letzte Titel sein ...

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Weblinks:

Ernst Probst bei "Wikipedia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Probst

Ernst Probst bei "biografien-news"
http://biografien-news.blog.de/2005/12/10/biografien_von_ernst_probst~376539/

Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com

Blick ins Buch
http://blick-ins-buch.blogspot.com


Interview mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

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Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Ein Kollege in einer Mainzer Tageszeitung, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte Riesenglück: C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an.

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Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?

Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von 168 DM.

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Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?

Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Ingesamt erreichte dieser Titel trotz des teilweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwie preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.

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Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere Verlage für mich, darunter einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen erwähnt.

*

Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?

Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) und später noch viele andere Titel.

*

Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?

Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutschland“, bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, das ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage.

*

Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern Enttäuschungen erlebt?

Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmelsscheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu.

*

Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?

Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht.

*

Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?

Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden.

*

Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?

Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 30 Titel sein. Zum Beispiel:
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Nessie. Das Monsterbuch
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst)
Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst), von deutschen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst)
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos)
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Der Höhlenbär
Königinnen der Lüfte
Königinnen des Tanzes
Superfrauen aus dem Wilden Westen
Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald
Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de als Taschenbuch oder E-Book erhältlich.

*

Frage: Haben Ihnen Ihre Dutzende von Büchern und Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?

Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension vorgeschlagen, man solle mir einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt.

*

Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?

Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder.

*

Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?

Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Bücher im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten hunderte von Büchern verschenken.

*

Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?

Antwort: Momentan arbeite ich einem umfangreichen Buch mit Frauenbiografien, dessen Titel ich noch nicht verrate. Es wird wohl nicht der letzte Titel sein ...

*

Weblinks:

Ernst Probst bei "Wikipedia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Probst

Ernst Probst bei "biografien-news"
http://biografien-news.blog.de/2005/12/10/biografien_von_ernst_probst~376539/

Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com

Blick ins Buch
http://blick-ins-buch.blogspot.com


Interview mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













*

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Ein Kollege in einer Mainzer Tageszeitung, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte Riesenglück: C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an.

*

Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?

Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von 168 DM.

*

Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?

Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Ingesamt erreichte dieser Titel trotz des teilweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwie preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.

*

Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere Verlage für mich, darunter einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen erwähnt.

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Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?

Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) und später noch viele andere Titel.

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Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?

Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutschland“, bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, das ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage.

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Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern Enttäuschungen erlebt?

Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmelsscheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu.

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Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?

Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht.

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Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?

Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden.

*

Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?

Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 30 Titel sein. Zum Beispiel:
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Nessie. Das Monsterbuch
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst)
Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst), von deutschen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst)
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos)
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Der Höhlenbär
Königinnen der Lüfte
Königinnen des Tanzes
Superfrauen aus dem Wilden Westen
Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald
Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de als Taschenbuch oder E-Book erhältlich.

*

Frage: Haben Ihnen Ihre Dutzende von Büchern und Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?

Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension vorgeschlagen, man solle mir einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt.

*

Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?

Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder.

*

Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?

Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Bücher im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten hunderte von Büchern verschenken.

*

Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?

Antwort: Momentan arbeite ich einem umfangreichen Buch mit Frauenbiografien, dessen Titel ich noch nicht verrate. Es wird wohl nicht der letzte Titel sein ...

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Weblinks:

Ernst Probst bei "Wikipedia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Probst

Ernst Probst bei "biografien-news"
http://biografien-news.blog.de/2005/12/10/biografien_von_ernst_probst~376539/

Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com

Blick ins Buch
http://blick-ins-buch.blogspot.com


Interview mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













*

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Antwort: Ein Kollege in einer Mainzer Tageszeitung, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte Riesenglück: C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an.

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Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?

Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von 168 DM.

*

Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?

Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Ingesamt erreichte dieser Titel trotz des teilweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwie preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.

*

Frage: Wie ging es weiter?

Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere Verlage für mich, darunter einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen erwähnt.

*

Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?

Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) und später noch viele andere Titel.

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Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?

Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutschland“, bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, das ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage.

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Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern Enttäuschungen erlebt?

Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmelsscheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu.

*

Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?

Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht.

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Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?

Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden.

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Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?

Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 30 Titel sein. Zum Beispiel:
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Nessie. Das Monsterbuch
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des Häuptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit meiner Tochter Sonja Probst)
Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst), von deutschen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball (zusammen mit meiner Ehefrau Doris Probst)
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos)
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Der Höhlenbär
Königinnen der Lüfte
Königinnen des Tanzes
Superfrauen aus dem Wilden Westen
Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald
Die meisten dieser Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de als Taschenbuch oder E-Book erhältlich.

*

Frage: Haben Ihnen Ihre Dutzende von Büchern und Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?

Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension vorgeschlagen, man solle mir einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt.

*

Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?

Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder.

*

Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?

Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Bücher im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten hunderte von Büchern verschenken.

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Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?

Antwort: Momentan arbeite ich einem umfangreichen Buch mit Frauenbiografien, dessen Titel ich noch nicht verrate. Es wird wohl nicht der letzte Titel sein ...

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Weblinks:

Ernst Probst bei "Wikipedia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Probst

Ernst Probst bei "biografien-news"
http://biografien-news.blog.de/2005/12/10/biografien_von_ernst_probst~376539/

Bücher von Ernst Probst
http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com

Blick ins Buch
http://blick-ins-buch.blogspot.com


Schlechte Noten für Wissenschaftsberichterstattung
Freitag, 08. Januar 2010, 12:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Wie steht es um die Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland?

Antwort: Die großen überregionalen Tageszeitungen berichten nach wie vor vorbildlich über wissenschaftliche Themen. Sie leisten sich eine eigene Wissenschaftsredaktion und präsentieren regelmäßig an bestimmten Wochentagen ihre Wissenschaftsseiten. Bei regionalen und lokalen Tageszeitungen dagegen gibt es oft weder einen Wissenschaftsredakteur noch eine Wissenschaftsseite. Dort erscheinen fast nur Berichte oder Meldungen von Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp auf der Seite Vermischtes, Aus aller Welt, Kultur oder Feuilleton. Bei den Fernsehsendern und Rundfunksendern gibt es ebenfalls gravierende Unterschiede. Einige Sender informieren lobenswert über Wissenschaft, viele andere dagegen präsentieren fast nur Klamauk und haben für seriöse Informationen weder Personal noch Publikum.

*

Frage: Wie kommen Sie zu dieser teilweise negativen Einschätzung?

Antwort: Wenn Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp über wissenschaftliche Themen berichten, wird ein großer Teil davon den Lesern, Hörern oder Zuschauern verschwiegen. Entweder sind der Platz oder die Sendezeit nicht ausreichend oder der Redakteur bzw. die Redakteurin hat kein Interesse an Wissenschaft oder keine Ahnung. Freie Journalisten/innen, die honorarpflichtige populärwissenschaftliche Artikel bei Tageszeitungen anbieten, stoßen oft auf großes Desinteresse. Entweder hat der Verleger den Honorar-Etat unzureichend ausgestattet – nach dem Motto „Qualität kann man nicht messen“ – oder es gibt im entsprechenden Blatt zu wenig Platz für Wissenschaftsthemen oder der angesprochene Redakteur bzw. die Redakteurin hat gewisse Vorlieben bzw. Vorurteile. Autoren/innen, die Bücher über wissenschaftliche Themen schreiben und hoffen, dass auf ihr Werk im Lokalblatt hingewiesen wird, werden oft enttäuscht. Ich selbst habe schon oft erlebt, dass meine Bücher in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Wien und Zürich erwähnt werden, nicht aber in den Blättern, die an meinem Wohnort erscheinen.

*

Frage: Kommen in der Wissenschaftsberichterstattung bestimmte Fehler sehr oft vor?

Antwort: Ja! Zum Beispiel werden in Tageszeitungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen häufig Archäologie und Paläontologie verwechselt. Archäologen befassen sich nämlich nur mit Hinterlassenschaften früherer Menschen, Paläontologen dagegen mit Resten urzeitlicher Pflanzen und Tiere, den so genannten Fossilien. Was Letztere sind, weiß offenbar nicht jeder: Der Ressortleiter einer großen überregionalen Tageszeitung hielt während eines Gespräches mit mir Fossilien für Prägedrucke. Manche Journalisten/innen kennen auch nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Solche Beispiele könnte man in Hülle und Fülle aufzählen.

*

Frage: Hat die teilweise schlechte Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland negative Folgen?

Antwort: Natürlich! Viele Diskussionen – zum Beispiel über den Klimawandel – werden bar jeder Sachkenntnis geführt. Erstaunlich viele Menschen sind auch sehr technikfeindlich und wollen anscheinend zurück in die Steinzeit, ohne zu wissen, wie hart und grausam es damals zuging. Andere wiederum, mögen nur Dinge, die bunt blinken, und haben nicht das geringste Interesse an Natur und Wissenschaft. Es soll sogar Menschen im Lande geben, die kein einziges Buch – nicht mal ein Telefonbuch oder Sparbuch – besitzen.

*

Ernst Probst war mehr als 30 Jahre lang Zeitungsredakteur, veröffentlichte über 30 Bücher und betreibt die Weblogs http://medien-news.blog.de und http://wissenschafts-news.blog.de - Zusammen mit seiner Ehefrau Doris veröffentlichte er das Taschenbuch "Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien". Dieser Titel ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen: http://www.grin.com/e-book/91756/worte-sind-wie-waffen-weisheiten-und-torheiten-ueber-die-medien


Schlechte Noten für Wissenschaftsberichterstattung
Freitag, 08. Januar 2010, 12:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Wie steht es um die Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland?

Antwort: Die großen überregionalen Tageszeitungen berichten nach wie vor vorbildlich über wissenschaftliche Themen. Sie leisten sich eine eigene Wissenschaftsredaktion und präsentieren regelmäßig an bestimmten Wochentagen ihre Wissenschaftsseiten. Bei regionalen und lokalen Tageszeitungen dagegen gibt es oft weder einen Wissenschaftsredakteur noch eine Wissenschaftsseite. Dort erscheinen fast nur Berichte oder Meldungen von Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp auf der Seite Vermischtes, Aus aller Welt, Kultur oder Feuilleton. Bei den Fernsehsendern und Rundfunksendern gibt es ebenfalls gravierende Unterschiede. Einige Sender informieren lobenswert über Wissenschaft, viele andere dagegen präsentieren fast nur Klamauk und haben für seriöse Informationen weder Personal noch Publikum.

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Frage: Wie kommen Sie zu dieser teilweise negativen Einschätzung?

Antwort: Wenn Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp über wissenschaftliche Themen berichten, wird ein großer Teil davon den Lesern, Hörern oder Zuschauern verschwiegen. Entweder sind der Platz oder die Sendezeit nicht ausreichend oder der Redakteur bzw. die Redakteurin hat kein Interesse an Wissenschaft oder keine Ahnung. Freie Journalisten/innen, die honorarpflichtige populärwissenschaftliche Artikel bei Tageszeitungen anbieten, stoßen oft auf großes Desinteresse. Entweder hat der Verleger den Honorar-Etat unzureichend ausgestattet – nach dem Motto „Qualität kann man nicht messen“ – oder es gibt im entsprechenden Blatt zu wenig Platz für Wissenschaftsthemen oder der angesprochene Redakteur bzw. die Redakteurin hat gewisse Vorlieben bzw. Vorurteile. Autoren/innen, die Bücher über wissenschaftliche Themen schreiben und hoffen, dass auf ihr Werk im Lokalblatt hingewiesen wird, werden oft enttäuscht. Ich selbst habe schon oft erlebt, dass meine Bücher in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Wien und Zürich erwähnt werden, nicht aber in den Blättern, die an meinem Wohnort erscheinen.

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Frage: Kommen in der Wissenschaftsberichterstattung bestimmte Fehler sehr oft vor?

Antwort: Ja! Zum Beispiel werden in Tageszeitungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen häufig Archäologie und Paläontologie verwechselt. Archäologen befassen sich nämlich nur mit Hinterlassenschaften früherer Menschen, Paläontologen dagegen mit Resten urzeitlicher Pflanzen und Tiere, den so genannten Fossilien. Was Letztere sind, weiß offenbar nicht jeder: Der Ressortleiter einer großen überregionalen Tageszeitung hielt während eines Gespräches mit mir Fossilien für Prägedrucke. Manche Journalisten/innen kennen auch nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Solche Beispiele könnte man in Hülle und Fülle aufzählen.

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Frage: Hat die teilweise schlechte Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland negative Folgen?

Antwort: Natürlich! Viele Diskussionen – zum Beispiel über den Klimawandel – werden bar jeder Sachkenntnis geführt. Erstaunlich viele Menschen sind auch sehr technikfeindlich und wollen anscheinend zurück in die Steinzeit, ohne zu wissen, wie hart und grausam es damals zuging. Andere wiederum, mögen nur Dinge, die bunt blinken, und haben nicht das geringste Interesse an Natur und Wissenschaft. Es soll sogar Menschen im Lande geben, die kein einziges Buch – nicht mal ein Telefonbuch oder Sparbuch – besitzen.

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Ernst Probst war mehr als 30 Jahre lang Zeitungsredakteur, veröffentlichte über 30 Bücher und betreibt die Weblogs http://medien-news.blog.de und http://wissenschafts-news.blog.de - Zusammen mit seiner Ehefrau Doris veröffentlichte er das Taschenbuch "Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien". Dieser Titel ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen: http://www.grin.com/e-book/91756/worte-sind-wie-waffen-weisheiten-und-torheiten-ueber-die-medien


Schlechte Noten für Wissenschaftsberichterstattung
Freitag, 08. Januar 2010, 12:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

*

Frage: Wie steht es um die Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland?

Antwort: Die großen überregionalen Tageszeitungen berichten nach wie vor vorbildlich über wissenschaftliche Themen. Sie leisten sich eine eigene Wissenschaftsredaktion und präsentieren regelmäßig an bestimmten Wochentagen ihre Wissenschaftsseiten. Bei regionalen und lokalen Tageszeitungen dagegen gibt es oft weder einen Wissenschaftsredakteur noch eine Wissenschaftsseite. Dort erscheinen fast nur Berichte oder Meldungen von Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp auf der Seite Vermischtes, Aus aller Welt, Kultur oder Feuilleton. Bei den Fernsehsendern und Rundfunksendern gibt es ebenfalls gravierende Unterschiede. Einige Sender informieren lobenswert über Wissenschaft, viele andere dagegen präsentieren fast nur Klamauk und haben für seriöse Informationen weder Personal noch Publikum.

*

Frage: Wie kommen Sie zu dieser teilweise negativen Einschätzung?

Antwort: Wenn Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp über wissenschaftliche Themen berichten, wird ein großer Teil davon den Lesern, Hörern oder Zuschauern verschwiegen. Entweder sind der Platz oder die Sendezeit nicht ausreichend oder der Redakteur bzw. die Redakteurin hat kein Interesse an Wissenschaft oder keine Ahnung. Freie Journalisten/innen, die honorarpflichtige populärwissenschaftliche Artikel bei Tageszeitungen anbieten, stoßen oft auf großes Desinteresse. Entweder hat der Verleger den Honorar-Etat unzureichend ausgestattet – nach dem Motto „Qualität kann man nicht messen“ – oder es gibt im entsprechenden Blatt zu wenig Platz für Wissenschaftsthemen oder der angesprochene Redakteur bzw. die Redakteurin hat gewisse Vorlieben bzw. Vorurteile. Autoren/innen, die Bücher über wissenschaftliche Themen schreiben und hoffen, dass auf ihr Werk im Lokalblatt hingewiesen wird, werden oft enttäuscht. Ich selbst habe schon oft erlebt, dass meine Bücher in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Wien und Zürich erwähnt werden, nicht aber in den Blättern, die an meinem Wohnort erscheinen.

*

Frage: Kommen in der Wissenschaftsberichterstattung bestimmte Fehler sehr oft vor?

Antwort: Ja! Zum Beispiel werden in Tageszeitungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen häufig Archäologie und Paläontologie verwechselt. Archäologen befassen sich nämlich nur mit Hinterlassenschaften früherer Menschen, Paläontologen dagegen mit Resten urzeitlicher Pflanzen und Tiere, den so genannten Fossilien. Was Letztere sind, weiß offenbar nicht jeder: Der Ressortleiter einer großen überregionalen Tageszeitung hielt während eines Gespräches mit mir Fossilien für Prägedrucke. Manche Journalisten/innen kennen auch nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Solche Beispiele könnte man in Hülle und Fülle aufzählen.

*

Frage: Hat die teilweise schlechte Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland negative Folgen?

Antwort: Natürlich! Viele Diskussionen – zum Beispiel über den Klimawandel – werden bar jeder Sachkenntnis geführt. Erstaunlich viele Menschen sind auch sehr technikfeindlich und wollen anscheinend zurück in die Steinzeit, ohne zu wissen, wie hart und grausam es damals zuging. Andere wiederum, mögen nur Dinge, die bunt blinken, und haben nicht das geringste Interesse an Natur und Wissenschaft. Es soll sogar Menschen im Lande geben, die kein einziges Buch – nicht mal ein Telefonbuch oder Sparbuch – besitzen.

*

Ernst Probst war mehr als 30 Jahre lang Zeitungsredakteur, veröffentlichte über 30 Bücher und betreibt die Weblogs http://medien-news.blog.de und http://wissenschafts-news.blog.de - Zusammen mit seiner Ehefrau Doris veröffentlichte er das Taschenbuch "Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien". Dieser Titel ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen: http://www.grin.com/e-book/91756/worte-sind-wie-waffen-weisheiten-und-torheiten-ueber-die-medien


Schlechte Noten für Wissenschaftsberichterstattung
Freitag, 08. Januar 2010, 12:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst

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Frage: Wie steht es um die Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland?

Antwort: Die großen überregionalen Tageszeitungen berichten nach wie vor vorbildlich über wissenschaftliche Themen. Sie leisten sich eine eigene Wissenschaftsredaktion und präsentieren regelmäßig an bestimmten Wochentagen ihre Wissenschaftsseiten. Bei regionalen und lokalen Tageszeitungen dagegen gibt es oft weder einen Wissenschaftsredakteur noch eine Wissenschaftsseite. Dort erscheinen fast nur Berichte oder Meldungen von Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp auf der Seite Vermischtes, Aus aller Welt, Kultur oder Feuilleton. Bei den Fernsehsendern und Rundfunksendern gibt es ebenfalls gravierende Unterschiede. Einige Sender informieren lobenswert über Wissenschaft, viele andere dagegen präsentieren fast nur Klamauk und haben für seriöse Informationen weder Personal noch Publikum.

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Frage: Wie kommen Sie zu dieser teilweise negativen Einschätzung?

Antwort: Wenn Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp über wissenschaftliche Themen berichten, wird ein großer Teil davon den Lesern, Hörern oder Zuschauern verschwiegen. Entweder sind der Platz oder die Sendezeit nicht ausreichend oder der Redakteur bzw. die Redakteurin hat kein Interesse an Wissenschaft oder keine Ahnung. Freie Journalisten/innen, die honorarpflichtige populärwissenschaftliche Artikel bei Tageszeitungen anbieten, stoßen oft auf großes Desinteresse. Entweder hat der Verleger den Honorar-Etat unzureichend ausgestattet – nach dem Motto „Qualität kann man nicht messen“ – oder es gibt im entsprechenden Blatt zu wenig Platz für Wissenschaftsthemen oder der angesprochene Redakteur bzw. die Redakteurin hat gewisse Vorlieben bzw. Vorurteile. Autoren/innen, die Bücher über wissenschaftliche Themen schreiben und hoffen, dass auf ihr Werk im Lokalblatt hingewiesen wird, werden oft enttäuscht. Ich selbst habe schon oft erlebt, dass meine Bücher in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Wien und Zürich erwähnt werden, nicht aber in den Blättern, die an meinem Wohnort erscheinen.

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Frage: Kommen in der Wissenschaftsberichterstattung bestimmte Fehler sehr oft vor?

Antwort: Ja! Zum Beispiel werden in Tageszeitungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen häufig Archäologie und Paläontologie verwechselt. Archäologen befassen sich nämlich nur mit Hinterlassenschaften früherer Menschen, Paläontologen dagegen mit Resten urzeitlicher Pflanzen und Tiere, den so genannten Fossilien. Was Letztere sind, weiß offenbar nicht jeder: Der Ressortleiter einer großen überregionalen Tageszeitung hielt während eines Gespräches mit mir Fossilien für Prägedrucke. Manche Journalisten/innen kennen auch nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Solche Beispiele könnte man in Hülle und Fülle aufzählen.

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Antwort: Natürlich! Viele Diskussionen – zum Beispiel über den Klimawandel – werden bar jeder Sachkenntnis geführt. Erstaunlich viele Menschen sind auch sehr technikfeindlich und wollen anscheinend zurück in die Steinzeit, ohne zu wissen, wie hart und grausam es damals zuging. Andere wiederum, mögen nur Dinge, die bunt blinken, und haben nicht das geringste Interesse an Natur und Wissenschaft. Es soll sogar Menschen im Lande geben, die kein einziges Buch – nicht mal ein Telefonbuch oder Sparbuch – besitzen.

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Antwort: Wenn Nachrichtenagenturen wie dpa oder ddp über wissenschaftliche Themen berichten, wird ein großer Teil davon den Lesern, Hörern oder Zuschauern verschwiegen. Entweder sind der Platz oder die Sendezeit nicht ausreichend oder der Redakteur bzw. die Redakteurin hat kein Interesse an Wissenschaft oder keine Ahnung. Freie Journalisten/innen, die honorarpflichtige populärwissenschaftliche Artikel bei Tageszeitungen anbieten, stoßen oft auf großes Desinteresse. Entweder hat der Verleger den Honorar-Etat unzureichend ausgestattet – nach dem Motto „Qualität kann man nicht messen“ – oder es gibt im entsprechenden Blatt zu wenig Platz für Wissenschaftsthemen oder der angesprochene Redakteur bzw. die Redakteurin hat gewisse Vorlieben bzw. Vorurteile. Autoren/innen, die Bücher über wissenschaftliche Themen schreiben und hoffen, dass auf ihr Werk im Lokalblatt hingewiesen wird, werden oft enttäuscht. Ich selbst habe schon oft erlebt, dass meine Bücher in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Wien und Zürich erwähnt werden, nicht aber in den Blättern, die an meinem Wohnort erscheinen.

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Frage: Kommen in der Wissenschaftsberichterstattung bestimmte Fehler sehr oft vor?

Antwort: Ja! Zum Beispiel werden in Tageszeitungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen häufig Archäologie und Paläontologie verwechselt. Archäologen befassen sich nämlich nur mit Hinterlassenschaften früherer Menschen, Paläontologen dagegen mit Resten urzeitlicher Pflanzen und Tiere, den so genannten Fossilien. Was Letztere sind, weiß offenbar nicht jeder: Der Ressortleiter einer großen überregionalen Tageszeitung hielt während eines Gespräches mit mir Fossilien für Prägedrucke. Manche Journalisten/innen kennen auch nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Solche Beispiele könnte man in Hülle und Fülle aufzählen.

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Frage: Hat die teilweise schlechte Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland negative Folgen?

Antwort: Natürlich! Viele Diskussionen – zum Beispiel über den Klimawandel – werden bar jeder Sachkenntnis geführt. Erstaunlich viele Menschen sind auch sehr technikfeindlich und wollen anscheinend zurück in die Steinzeit, ohne zu wissen, wie hart und grausam es damals zuging. Andere wiederum, mögen nur Dinge, die bunt blinken, und haben nicht das geringste Interesse an Natur und Wissenschaft. Es soll sogar Menschen im Lande geben, die kein einziges Buch – nicht mal ein Telefonbuch oder Sparbuch – besitzen.

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Ernst Probst war mehr als 30 Jahre lang Zeitungsredakteur, veröffentlichte über 30 Bücher und betreibt die Weblogs http://medien-news.blog.de und http://wissenschafts-news.blog.de - Zusammen mit seiner Ehefrau Doris veröffentlichte er das Taschenbuch "Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien". Dieser Titel ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen: http://www.grin.com/e-book/91756/worte-sind-wie-waffen-weisheiten-und-torheiten-ueber-die-medien


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

*

Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

*

Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

*

Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

*

Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

*

Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

*

Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

*

Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

*

Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen.

Bestellungen des Taschenbuches "Säbelzahnkatzen" als Taschenbuch oder E-Book bei:
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

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Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

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Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

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Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

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Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

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Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

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Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

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Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen.

Bestellungen des Taschenbuches "Säbelzahnkatzen" als Taschenbuch oder E-Book bei:
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

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Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

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Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

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Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

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Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

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Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

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Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

*

Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen.

Bestellungen des Taschenbuches "Säbelzahnkatzen" als Taschenbuch oder E-Book bei:
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

*

Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

*

Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

*

Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

*

Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

*

Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

*

Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

*

Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

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Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen und unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen als gedrucktes Taschenbuch oder E-Book im PDF-Format erhältlich.


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

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Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

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Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

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Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

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Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

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Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

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Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

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Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen und unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen als gedrucktes Taschenbuch oder E-Book im PDF-Format erhältlich.


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

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Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

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Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

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Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

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Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

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Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

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Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

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Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen.

Bestellungen des Taschenbuches "Säbelzahnkatzen" als Taschenbuch oder E-Book bei:
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen


Interview mit Ernst Probst über Säbelzahntiger
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 16:07:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor eines Taschenbuches über Säbelzahnkatzen

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über Säbelzahntiger zu schreiben?

Antwort: Bei den Recherchen für mein Taschenbuch über Höhlenlöwen bin ich immer wieder auf Hinweise über das gleichzeitige Vorkommen von Löwen aus dem Eiszeitalter und Säbelzahntigern gestoßen. Zudem lebe ich in einer Gegend, in der vor rund 600.000 Jahren löwengroße Säbelzahntiger jagten, wie Funde aus den Mosbacher Sanden in Wiesbaden nahe meines Wohnortes beweisen.

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Frage: Wobei handelt es sich bei den Säbelzahntigern aus der Gegend von Wiesbaden?

Antwort: Die Fossilien aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden stammen von der Säbelzahntiger-Art Homotherium crenatidens. Dieser Säbelzahntiger hatte eine Schulterhöhe bis zu 1,10 Meter und eine Gesamtlänge inklusive kurzem Schwanz von maximal 1,90 Metern. Männliche Tiere dieser Art sollen bis zu 400 Kilogramm schwer gewesen sein. Bei den Mosbacher Sanden handelt es sich um Flussablagerungen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind.

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Frage: Welche Fundorte von Säbelzahntigern aus dem Eiszeitalter gibt es noch in Deutschland?

Antwort: Säbelzahntiger der Gattung Homotherium kennt man auch aus Untermaßfeld bei Meiningen und Voigtstedt im Harzvorland (Thüringen), Neuleiningen bei Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Mauer bei Heidelberg und Steinheim an der Murr (Baden-Württemberg), Randersacker bei Würzburg (Bayern). Diese Funde werden zwei unterschiedlich großen Arten von Homotherium zugerechnet. Die ältere und größere Art lebte bis vor rund 300.000 Jahren und heißt Homotherium crenatidens, die kleinere und jüngere Art existierte danach und heißt Homotherium latidens. Letztere ist aus Steinheim an der Murr bekannt.

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Frage: Welche Raubkatzen gab es im Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland?

Antwort: Nach den Funden aus den Mosbach-Sanden in Wiesbaden zu schließen, lebten damals außer dem Säbelzahntiger Homotherium crenatidens auch riesige Mosbacher Löwen (Panthera leo spelaea), Europäische Jaguare (Panthera onca gombaszoegensis) und Geparden (Acinonyx pardinensis). Der Mosbacher Löwe war mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern der größte Löwe in Deutschland und Europa. Er wurde nur noch von dem Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) zwischen etwa 100.000 und 11.700 Jahren um rund 10 Zentimeter Länge übertroffen. Durch einen Fund aus Mauer bei Heidelberg weiß man, dass vor ungefähr 600.000 Jahren in Deutschland auch Leoparden (Panthera pardus sickenbergi) existierten. Damals herrschten in Deutschland klimatische Verhältnisse wie heute in Afrika. Im Rhein schwammen Flusspferde und an seinem Ufer lebten Elefanten, Nashörner, große Raubkatzen und Affen.

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Frage: Welche Raubkatzen musste der Säbelzahntiger Homotherium crenatidens fürchten?

Antwort: Bei einem Kampf mit einem erwachsenen Mosbacher Löwen hatte ein selbst der größte Säbelzahntiger sicherlich keine Chance. Aus den riesenhaften Mosbacher Löwen gingen vor etwa 300.000 Jahren die etwas kleineren Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) hervor, die aber immer noch etwas größer als heutige Löwen in Afrika waren.

*

Frage: In der Literatur liest man heute einerseits von Säbelzahntigern, andererseits von Säbelzahnkatzen. Was ist der Grund?

Antwort: Früher sprach man nur von Säbelzahntigern. Doch dann mochten manche Wissenschaftler diese Bezeichnung nicht mehr und verwendeten den Begriff Säbelzahnkatzen. Seit einiger Zeit unterscheiden Experten zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen. Auf Laien wirkt dies sehr verwirrend, zumal ein Teil der Forscher immer noch von Säbelzahntigern spricht. Nach meinen Erfahrungen können Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen nicht viel anfangen.

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Frage: Aus welcher Zeit kennt man die frühesten Säbelzahntiger in Deutschland?

Antwort: Die ältesten Reste von Säbelzahntigern in Deutschland werden der Art Machairodus aphanistus aus dem Miozän vor rund 10 Millionen Jahren zugerechnet. Diese jagte einst am Ur-Rhein in Rheinhessen, wie Funde aus Eppelsheim und am Wissberg bei Gau-Weinheim in Rheinland-Pfalz belegen, aber auch in der Gegend von Melchingen in Baden-Würrtemberg. Der Säbelzahntiger Machairodus vom Ur-Rhein wurde 1833 erstmals von dem Darmstädter Gelehrten Johann Jakob Kaup wissenschaftlich beschrieben. Ein Zeitgenosse von Machairodus aphanistus war die nur halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius, die an mehreren Fundorten in Deutschland zum Vorschein kam. Über Paramachairodus ogygius wusste man lange Zeit nicht viel, bevor in Spanien komplette Skelette entdeckt wurden. Vor zehn Millionen Jahren lebten am Ur-Rhein in Deutschland noch mindestens drei Arten von Menschenaffen sowie Rhein-Elefanten und bizarr aussehende krallenfüßige Huftiere.
In Dorn-Dürkheim (Rheinhessen) hat man Reste von Säbelzahntigern (Machairodus aphanistus) und Dolchzahnkatzen (Paramachairodus ogygius, Paramacharodus orientalis) aus dem Miozän vor etwa 8,5 Millionen Jahren ausgegraben. Damals gab es in Deutschland bereits keine Menschenaffen mehr.
Bei den Säbelzahntigern und Dolchzahnkatzen aus dem Eiszeitalter in Deutschland sind die rund 1 Million Jahre alten Fossilien aus Untermaßfeld bei Meiningen in Thüringen die geologisch ältesten Funde. Sie stammen aus einer Warmzeit, in der in Deutschland auch Flusspferde, Geparden und Pumas existierten.

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Der Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte 2009 die Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“. Aus seiner Feder stammen auch die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“. Diese Titel sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen.

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Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

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Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

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Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

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Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

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Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

*










Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

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Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

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Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

*

Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

*













Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

*

















Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

*










Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

*

Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

*

Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

*













Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

*

Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

*

Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

*










Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

*

Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

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Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

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Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

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Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

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Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

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Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

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Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

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Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

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Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

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Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

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Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

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Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

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Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

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Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

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Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

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Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

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Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

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Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

*













Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

*

Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

*

Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

*










Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

*

Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

*













Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

*

Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

*













Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

*

















Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

*










Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

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Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

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Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

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Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

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Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

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Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

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Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

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Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

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Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

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Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

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Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

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Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

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Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

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Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

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Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

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Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

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Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

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Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

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Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

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Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

*













Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

*

















Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

*










Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

*

Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

*













Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

*

Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

*

Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

*










Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

*

Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

*













Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

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Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

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Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

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Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

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Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Dick Mol über das Mammoth-Museum in Thessaloniki
Samstag, 26. Dezember 2009, 11:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)












Mammut-Experte Dick Mol (rechts mit blauer Krawatte) und links neben ihm Evangelos Ch. Vlachos, Geologe und Kurator des "Mammoth-Museum"

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Interview mit dem international renommierten Mammut-Experten Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande)

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Frage: Herr Mol, Sie haben zusammen mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala an der feierlichen Eröffnung des neuen „Mammoth-Museum“ („Mammut-Museum“) in Thessaloniki (Griechenland) teilgenommen. Was zeigt dieses Museum?

Antwort: Am Samstag, dem 19. Dezember 2009, wurde das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki eröffnet. In diesem Museum wird anhand von Funden eiszeitlicher Säugetiere vom Nordseeboden, vor allem des Wollhaar-Mammuts (Mammuthus primigenius), gezeigt, dass die Nordsee zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Kontinent in der letzten Eiszeit eine trockene und kalte Steppe gewesen ist. Man konnte zwischen etwa 100.000 und 11.500 Jahren vor heute in der Weichsel-Eiszeit von Holland nach England wandern, ohne nasse Füsse zu bekommen! Es war damals ein Paradies für Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Fellnashorn, den Steppen-Wisent, aber auch Raubtiere wie Löwe, Bär, Hyäne und sogar die Säbelzahnkatze Homotherium. Das Museum gehört zum Dino-Park von Thessaloniki (Mazedonien) in Griechenland und ist sehr geschmackvoll eingerichtet von Studenten der Paläontologie und Geologie der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Viele große Bilder von Fischkuttern, Aktivitäten an Bord der Kutter sowie vom Fisch- und Fossilienfang erläutern die interessante Geschichte der heutigen Nordsee.

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Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki

Frage: Wer hatte die Idee für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Im Juni 2009 kam meine Freundin, Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, zu Besuch in die Niederlande. Seit einigen Jahren arbeiten wir intensiv zusammen. Wir graben eine Fauna aus dem Pliozän mit Mastodonten wie Mammut borsoni (Europäischer Mastodont) und Anancus arvernensis (Mastodont der Auvergne) aus und haben in Milia, in der Nähe von Grevena (Westliches Mazedonien, Griechenland) ein kleines Museum eingerichtet. Es wird jetzt ein sehr großes Zentrum für Paläontologie in Milia geplant. Dazu führten wir viele Gespräche. Natürlich habe ich Frau Tsoukala die Funde der Nordsee gezeigt. Sie war sehr beeindruckt, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der großen Menge der Funde, die jede Woche von den Fischern an Land gebracht wird. Sofort hat Frau Tsoukala vorgeschlagen, ein Museum über die Fossilien aus der Nordsee in Thessaloniki (das auch am Meer liegt) einzurichten, natürlich mit Originalfunden. Das „Mammoth-Museum“ wurde gebaut von Vassilis Michailidis, dem Eigentümer des „Hotel Nouvelle“ und des Dino-Park in Thessaloniki.













Vassilis Michailidis (links), Hotelier und Eigentümer des "Mammoth-Museum", mit Dick Mol

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Frage: Wer ist verantwortlich für das „Mammoth-Museum“?

Antwort: Verantwortlich für das „Mammoth-Museum“ ist Evangelos Ch. Vlachos, ein griechischer Geologe und Student von Evangelia Tsoukala. Er ist Kurator des „Mammoth-Museum“, hat die meiste Arbeit beim Aufbau geleistet und eine Broschüre über das Museum verfasst.

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Frage: Sind im „Mammoth-Museum“ besonders eindrucksvolle Originalfunde zu bewundern?

Antwort: Ja, es gibt einige sehr schöne und spektakuläre Stücke wie einen Mammutschädel mitsamt Oberkiefer, Backenzähnen und Stoßzähnen. Leider nicht komplett, aber sehr gross und eindrucksvoll. Auch einige Extremitäten, wie Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und so weiter sind zu bewundern. Auch möchte ich gerne hinweisen auf das Display über den Zahnwechsel der Mammute. Fasst alle Gebisselemente von Ober- und Unterkiefer sind ausgestellt. Auch der Horizontalwechsel der Zähne wird erklärt und dass man anhand von einem Backenzahn das individuelle Alter des Mammuts bestimmen kann. Das ist meines Ermessens einmalig in der Welt.

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Logo des „Mammoth-Museum“

Frage: Wo findet man das „Mammoth-Museum“?

Antwort:
Multispace Nouvelle, 70 KM, Thessaloniki – Oreokastro.
P.O. 57013, Thessaloniki, Telefon: 2310-686544-5,
Fax: 2310 686546, Mobil: 6976432675
http://www.mouseiomamouth.gr

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Frage: Kann man sich über das „Mammuthus-Museum“ im Internet informieren?

Anwort: Unter den Internetadressen http://www.mouseiomamouth.gr und bald auch http://www.mammothmuseum.gr - zur Zeit nur in griechischer Sprache, aber bald auch in englischer Sprache.

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Überreichung des Zertifikates für den "Guinness World Record" (längste Stoßzähne der Welt) an den Präfekten von Grevena

Frage: Wann und wie hat Ihre Zusammenarbeit mit Frau Professor Dr. Evangelia Tsoukala begonnen?

Antwort: Ich kannte Frau Evangelia Tsoukala von ihren wissenschaftlichen Arbeiten über pliozäne und pleistozäne Säugetiere seit vielen Jahren. 2006 habe ich sie das erste Mal besucht. Dann hat sie mir die reichhaltigen Sammlungen gezeigt, vor allem die Mastodonten-Überreste aus der Umgebung von Grevena. 2007 haben wir zusammen die Ausgrabung geleitet in der Sandgrube von Milia, wo wir ein Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben haben. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Es war im Sommer, es war sehr heiß, 46 Grad Celsius. Ich war damals eher gewohnt, in der Kälte des arktischen Sibirien zu arbeiten. Aber der Mastodont von Milia war etwas ganz Besonderes: Wahnsinnig groß (3,50 Meter Schulterhöhe) und Stoßzähne mit einer Länge von 5 Metern und 2 Zentimetern! Es sind die längsten Stoßzähne der Welt, die man kennt! Im Sommer 2007 wurde dies als „Guinness World Record“ (GWR) anerkannt und ein Zertifikat von GWR an Professor Tsoukala und den Präfekt von Grevena überreicht. Professor Tsoukala und ich sind befreundet, wir haben seit 2006 schon sehr viele Projekte gemeinsam durchgeführt: zum Beispiel am Fundort Milia 5 das Teilskelett von Mammut borsoni ausgegraben, in Kaloneri den Waldelefanten von Kaloneri geborgen, ein pliozänes Nashorn freigelegt, ein Projekt in Siatista angefangen und jetzt das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki. Verschiedene wissenschaftliche Publikationen sind zur Zeit in Druck.

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Frage: War 2009 für Sie als Mammut-Experte ein erfolgreiches Jahr?

Anwort: Ja, 2009 war sehr erfolgreich. Ich habe mehrere erfolgreiche Expeditionen auf der Nordsee durchgeführt. Ich war in Weimar bei Herrn Dr. Ralf-Dietrich Kahlke (Forschungsstation für Quartär-Paläontologie), sechs Mal war ich in Griechenland, ein Mal in Rumänien und dort habe ich die Fundstelle des Racos-Mastodonten (Anancus arvernensis) besucht und war dabei, als die letzten Reste geborgen wurden. Ich habe den Racos-Mastodonten vermessen und mit einer Studie darüber angefangen. In Bulgarien habe ich viele wichtige paläontologische Sammlungen besucht und in Serbien (Kostolac) das Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das 2009 entdeckt wurde, studiert und bestimmen können: ein männliches Tier, ein Bulle, im hohem Alter (anhand der letzten Backenzähne, die schon weit abgekaut sind). Und in Frankreich habe ich mit Herrn Dr. Frédéric Lacombat (Paläontologe am Musée Crozatier, Le Puy-en-Velay) unsere Arbeiten am Steppenmammut von Nolhac (Auvergne) durchgeführt. Auch haben wir weitergearbeitet am Programm für die internationale Konferenz „Mammoths and their Relatives“ die nächstes Jahr in Le Puy-en-Velay in der Auvergne stattfinden wird. Es haben sich jetzt schon 130 Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der rezenten und fossilen Rüsseltiere, aus der ganzen Welt angemeldet. Auch war ich in Italien, um in der Umgebung von Turin Mastodonten zu studieren und einige klassische Fundstellen im Piemont zu besuchen. Im Dezember dieses Jahres war ich in Eppelsheim, um dort das wunderschöne Dinotherium-Museum zu besuchen und am nächsten Tag das Paläontologische Museum in Nierstein. Da war ich zuvor noch nicht gewesen, obwohl ich oft in der Umgebung von Mainz bin, und ich muss sagen, dass es ein sehr gutes und eindrucksvolles Museum ist von Vater Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf. Die Skelette von Seekühen aus dem Mainzer Becken haben mich sehr beeindruckt. Was für Prachtexemplare dort ausgestellt sind. Ich habe das wirklich genossen! Im Mai 2009 kam das Buch „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“ in niederländischer Sprache heraus. Das Buch habe ich zusammen mit meinem Freund, Anton Verhagen aus ‘s-Hertogenbosch, verfasst. Das Buch, reich bebildert, ist meines Ermessens sehr gut gelungen. Es wurden viele Tausende von Exemplaren verkauft.

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Gemälde des Künstlers Remie Bakker von Mammut borsoni

Frage: Werden Sie von Kindern oder Erwachsenen manchmal gefragt, wie man Mammut-Experte werden kann?

Antwort: Ja, ich halte viele Vorträge über eiszeitliche Säugetiere und auch über das Wollhaar-Mammut und meine Expeditionen. Diese Vorträge sind für Jung und Alt bestimmt. Und immer wieder muss ich dann erzählen, dass ich von Beruf Zollbeamter am Flughafen von Amsterdam bin und mein Geld nicht als Paläontologe verdiene. Obwohl ich ehrenamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter von zwei Museen bin: eines davon ist das Naturhistorische Museum in Rotterdam und das andere ist das Musée Crozatier in Le Puy-en-Velay in Frankreich. In Le Puy gibt es sehr interessante und alte Sammlungen mit frühpleistozänen Säugetierresten aus der Auvergne. Die Franzosen Jean-Baptiste Croizet und Antoine Claude Gabriel Jobert haben dort geforscht und 1828 Anancus arvernensis (damals Mastodon arvernensis) erstmals beschrieben. Solche Informationen werden von den Zuhörern sehr geschätzt, glaube ich.

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Gemälde eines Mammuts von Remie Bakker für das Titelbild des Buches „De Groote Wielen, wie woonden er in de Groote Wielen in de ijstijd?“

Frage: Wissen Sie angesichts ihres Schreibfleißes überhaupt noch, wie viele Bücher Sie bereits geschrieben und veröffentlicht haben?

Antwort: Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles teilen muss. Ich habe einige Kenntnisse über eiszeitliche Säugetiere im weitenste Sinne. Diese Kenntnisse teile ich gerne, nicht nur mit professionellen Paläontologen, sondern auch mit Laien. Nicht nur in Büchern, sondern auch in kleineren Aufsätzen und Museen. Ich habe im Laufe der letzten 40 Jahre Hunderte von Publikationen veröffentlicht, darunter verschiedene Bücher, oft mit Gleichgesinnten zusammen. Wie viele Bücher genau, müsste ich nachsehen. Aber ich glaube, die wichtigsten Werke kann man im Internet finden.

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Modell des Mastodons der Auvergne namens Anancus arvernensis von Remie Bakker und Dick Mol

Frage: Haben Sie sich für das neue Jahr 2010 als Mammut-Experte etwas Besonderes vorgenommen?

Antwort: Das Jahr 2010 wird ein echtes Mammut-Jahr. Die erwähnte Mammutkonferenz wird stattfinden. Gleichzeitig ist in Le Puy-en-Velay eine grosse Ausstellung „Mammoths & Cie“ geplant. Für diese Ausstellung bauen der Künstler Remie Bakker aus Rotterdam und ich zur Zeit ein lebensechtes Model von Anancus arvernensis, des Mastodons der Auvergne. Es ist fast fertig, leider kann ich noch nicht zeigen, wie es aussieht, aber ich kann sagen dass es wirklich sehr spektakulär ist! Ein Model im Maßstab 1:10 zeige ich hier gerne. Und ich bin davon überzeugt, dass das „Mammoth-Museum“ in Thessaloniki sehr gut besucht wird. Es ist ein originelles Museum mit einer besonderen Geschichte, nämlich über dramatische Klimaänderungen, die auch heute noch sehr aktuell sind! Im „Mammoth-Museum“ können die Besucher viel lernen über die Eiszeiten, über das Klima und die damalige Tierwelt, eine ausgestorbene Tierwelt. Jeder Besucher wird im „Mammoth-Museum“ von Studenten der Aristoteles-Universität geführt. Ja, das sind Studenten von Professor Dr. Evangelia Tsoukala.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog „Mammut-Zeitung“ http://mammut-zeitung.blogspot.com betreibt und 2009 die Bücher „Der Ur-Rhein“; „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“ veröffentlichte.


Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

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2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

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Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

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Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

*

Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

*

Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

*

Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

*

Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

*

Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

*

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

*

Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

*

Weblink:
Säbelzahntiger-Blog
http://saebelzahntiger.blogspot.com


Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

*

2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

*



Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

*

Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

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Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

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Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

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Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

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Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

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Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

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Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

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Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

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Weblink:
Säbelzahntiger-Blog
http://saebelzahntiger.blogspot.com


Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

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2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

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Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

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Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

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Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

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Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

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Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

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Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

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Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

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Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

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Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

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Weblink:
Säbelzahntiger-Blog
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Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

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2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

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Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

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Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

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Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

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Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

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Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

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Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

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Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

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Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

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Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

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Weblink:
Säbelzahntiger-Blog
http://saebelzahntiger.blogspot.com


Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

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2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

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Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

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Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

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Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

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Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

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Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

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Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

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Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

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Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

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Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

*

Weblink:
Säbelzahntiger-Blog
http://saebelzahntiger.blogspot.com


Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

*

2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

*



Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

*

Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

*


























Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

*

Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

*

Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

*

Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

*

Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

*

Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

*

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

*

Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

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Weblink:
Säbelzahntiger-Blog
http://saebelzahntiger.blogspot.com


Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

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2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

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Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

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Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

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Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

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Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

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Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

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Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

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Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

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Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

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Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen

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Weblink:
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Interview mit Kees van Hoijdonk über den Säbelzahntiger Homotherium aus Venezuela
Montag, 21. Dezember 2009, 18:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Kees van Hooijdonk, Experte für Säbelzahnkatzen aus Rucphen in den Niederlanden und Mitautor zweier Prachtbände über Säbelzahntiger in niederländischer und englischer Sprache

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2006 wurde in El Breal de Orocual im Staat Monagas im Nordosten von Venezuela eine Teergrube (Tar Pit) mit reichem fossilen Inhalt gefunden. Als wichtigste Entdeckung gilt der Nachweis der Säbelzahnkatze Homotherium vom 24. April 2007. Diese Raubkatzenart war vorher aus Südamerika nicht bekannt.

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Säbelzahnkatzen-Fundstelle El Breal de Orocual in Venezuela

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie waren an der wissenschaftlichen Untersuchung eines aufsehenerregenden südamerikanischen Säbelzahnkatzen-Fundes aus den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela beteiligt – was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Mein Beitrag an der Erforschung der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Nordosten von Venezuela ist sehr klein und beschränkt sich auf den Informationsaustausch über Homotherium crenatidens in Europa (vor allem Homotherium aus Senèze, Haute Loire, Frankreich, welcher in Lyon aufbewahrt wird). Ascanio Rincon, der Forschungsleiter der Untersuchungen an den Funden aus Venezuela, hat mich im Frühjahr 2008 wegen meiner Veröffentlichungen auf meiner Webseite über die Säbelzahnkatze Homotherium und die Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze kontaktiert. Er war besonders an diesen Raubkatzen interessiert, weil er einen Fund geborgen hatte, der mit Homotherium aus Senèze praktisch identisch ist. Später ist Ascanio selbst wegen der Forschung an Homotherium nach Lyon (Frankreich) gereist, wo das vollständige Skelett von Homotherium aus Senèze an der Universität Claude Bernard aufbewahrt wird. Im Museum Histoire Naturelle in Paris studierte er einen prächtigen Schädel von Homotherium aus Perrier (Frankreich). Das Außergewöhnliche an dem Fund aus Venezuela ist, dass es sich um den ersten Fund der Säbelzahnkatze Homotherium auf dem südamerikanischen Kontinent handelt. Diese Gattung war also viel weiter verbreitet, als man bisher wusste.

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Frage: Aus welcher Zeit stammt der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela und kennt man sein geologisches Alter in Jahren?

Antwort: Vergleichende Forschungen mit anderen Fundstellen haben gezeigt, dass die Fossilien aus Venezuela ein Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren haben, was dem Frühen Pleistozän (Frühes Eiszeitalter) entspricht. Aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das absolute Alter festzustellen.

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Fossilien der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela

Frage: Um welche Teile des Schädels oder Skelettes handelt es sich bei dem Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela?

Antwort: Zum Fundgut aus Venezuela gehören ein Schädel, sieben Kiefer, zwei Sprungbeine, ein Fersenbein, ein Oberarmknochen, ein Mittelfußknochen und einige Fingerglieder, die von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Säbelzahnkatzen stammen.

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Frage: Der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela wird zur Gattung Homotherium gerechnet, die aus Nordamerika, Asien, Europa, Afrika und nun aus auch Südamerika bekannt ist. Ließ sich bei diesem Fund die Größe des Tieres errechnen?

Antwort: Ich habe keine genauen Maße der Säbelzahnkatze Homotherium aus Venezuela. Aber weil sie große Ähnlichkeit mit der nordamerikanischen Art hat, glaube ich, dass Homotherium aus Venezuela die Größe eines heutigen Löwen besaß.

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Frage: Unterscheidet sich der Säbelzahnkatzen-Fund aus Venezuela von den Säbelzahntigern aus Europa, zum Beispiel aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland?

Antwort: Zwar gibt es einige Ähnlichkeiten mit einer nordamerikanischen Art aus dem Blancan-Zeitalter in Nebraska, aber die Schnauze der Säbelzahnkatze aus Venezuela ist etwas kürzer als üblich. Weitere Forschungen sollen klären, ob Homotherium aus Venezuela zu einer neuen Unterart gehört.

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Frage: Sind in den Teer-Gruben von El Breal de Orocual in Venezuela auch Reste von Zeitgenossen der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden?

Antwort: Die Untersuchungen an Tausenden von Fossilien im Venezolano Instituto de Investigaciones científicas (IVIC) zeigen, dass die Funde aus den Teergruben von El Bréal de Orocual zu einer reiche Tierwelt gehörten, die sogar eine Reihe von bisher in Venezuela und Südamerika unbekannten Tierarten umfasste. Die erste Mitteilung über diese Tierwelt in „The Journal of Vertebrate Paleontology“ von Ascanio Rincon und anderen Autoren im Jahre 2007 enthält eine Liste von mehr als 30 Tierarten wie Gürteltier, Säbelzahnkatze Homotherium, Dolchzahnkatze Smilodon, Wildschwein, Wildpferd, Kamel, Riesenfaultier, Nashorn-ähnliches Säugetier, Tapir, verschiedene Wasservögel, Alligatoren und Elefanten.

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Frage: Wie kam es dazu, dass Sie sich an der wissenschaftlichen Untersuchung des Säbelzahnkatzen-Fundes aus Venezuela beteiligten?

Antwort: Wie bereits gesagt, mein Beitrag war minimal und beschränkte sich auf den Austausch von Informationen. Nach der Identifizierung von Homotherium im Mai 2008 auf einer Konferenz über Säbelzahnkatzen entstand die Idee zur gemeinsamen Veröffentlichung namens „Remarkable disoveries in a Venezuelan Tar Pit“, die im Dezember 2009 publiziert wurde.

*

Frage: Säbelzahnkatzen oder Säbelzahntiger, wie man sie früher nannte, gehören zu den faszinierendsten Raubtieren der Urzeit. Weiß man über das Leben dieser Raubkatzen schon alles?

Antwort: Der Mensch versteht noch keineswegs das ganze Leben. Dies gilt auch für die Katzen und Säbelzahnkatzen. Einige der noch zu lösenden Probleme sind Fragen nach Herkunft und Abstammung. Neue Technologien wie DNA-Tests fördern viele neue Ansichten über Herkunft und Abstammung. Eine andere Frage ist, wie Säbelzahnkatzen sich ernährt haben, dass heißt, wie sie ihre Beute angreifen konnten, ohne dass ihre langen Eckzähne brachen.

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Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews noch mehr über Sie in Ihrer Eigenschaft als Säbelzahnkatzen-Experte erfahren. Gibt es eine Internetadresse, wo dies möglich ist?

Antwort: Meine Internetadresse lautet: http://www.ijstijd.net - Von dieser Webseite kann man Hyperlinks zu Fossilien und Säbelzahnkatzen folgen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst,
Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“.

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Literatur zum Thema Säbelzahnkatzen:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Buch "Säbelzahnkatzen" (Deutsch)
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Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

*

Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

*

Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

*

Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

*

Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

*

Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

*

Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

*

Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

*

Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

*

Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

*

Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

*

Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

*

Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

*

Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

*

Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

*

Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

*

Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

*

Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Ernst Probst zum Thema Höhlenbär
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 15:38:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“

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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?

Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.

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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?

Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.

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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?

Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?

Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.

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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?

Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.

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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?

Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.

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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.

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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer


Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit
Montag, 28. September 2009, 14:43:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Veilchenzeit

*

Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner

*

Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

*

Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

*

Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

*

Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

*

Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

*

Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

*

Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

*

Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

*

Bestellungen des Romans "Veilchenzeit" bei:
http://www.tordenfjord.de/buecher/veilchenzeit.html


Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit
Montag, 28. September 2009, 14:43:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Veilchenzeit

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Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner

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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

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Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

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Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

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Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

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Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

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Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

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Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

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Bestellungen des Romans "Veilchenzeit" bei:
http://www.tordenfjord.de/buecher/veilchenzeit.html


Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit
Montag, 28. September 2009, 14:43:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Veilchenzeit

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Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner

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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

*

Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

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Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

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Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

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Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

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Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

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Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

*

Bestellungen des Romans "Veilchenzeit" bei:
http://www.tordenfjord.de/buecher/veilchenzeit.html


Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit
Montag, 28. September 2009, 14:43:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Veilchenzeit

*

Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner

*

Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

*

Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

*

Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

*

Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

*

Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

*

Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

*

Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

*

Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

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Bestellungen des Romans "Veilchenzeit" bei:
http://www.tordenfjord.de/buecher/veilchenzeit.html


Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit
Montag, 28. September 2009, 14:43:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Veilchenzeit

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Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner

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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

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Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

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Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

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Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

*

Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

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Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

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Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

*

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Veilchenzeit

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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

*

Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

*

Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

*

Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

*

Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

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Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

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Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

*

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Veilchenzeit

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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

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Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

*

Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

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Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

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Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

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Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

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Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

*

Bestellungen des Romans "Veilchenzeit" bei:
http://www.tordenfjord.de/buecher/veilchenzeit.html


Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit
Montag, 28. September 2009, 14:43:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Veilchenzeit

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Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner

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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?

Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.

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Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?

Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.

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Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.

*

Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?

Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).

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Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?

Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.

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Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?

Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.

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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?

Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.

*

Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:

DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.

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Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

*

Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

*

Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

*

Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


*

Weblinks:

Höhlenlöwen-Blog
http://hoehlenloewen-blog.blogspot.com

Säbelzahnkatzen-Blog
http://saebelzahnkatzen-blog.blogspot.com


Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

*

Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

*

Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

*

Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

*

Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

*

Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

*

Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

*

Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

*

Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


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Weblinks:

Höhlenlöwen-Blog
http://hoehlenloewen-blog.blogspot.com

Säbelzahnkatzen-Blog
http://saebelzahnkatzen-blog.blogspot.com


Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
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Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

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Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


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Weblinks:

Höhlenlöwen-Blog
http://hoehlenloewen-blog.blogspot.com

Säbelzahnkatzen-Blog
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Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

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Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


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Säbelzahnkatzen-Blog
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Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

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Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


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Weblinks:

Höhlenlöwen-Blog
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Säbelzahnkatzen-Blog
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Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

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Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


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Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

*

Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

*

Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

*

Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

*

Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

*

Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

*

Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


*

Weblinks:

Höhlenlöwen-Blog
http://hoehlenloewen-blog.blogspot.com

Säbelzahnkatzen-Blog
http://saebelzahnkatzen-blog.blogspot.com


Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden
Freitag, 18. September 2009, 17:58:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Eiszeitalter1

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“

*

Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?

Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.

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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?

Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.

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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?

Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.

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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?

Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.

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Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?

Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?

Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.

Antwort:

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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?

Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.

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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?

Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.

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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?

Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.


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Weblinks:

Höhlenlöwen-Blog
http://hoehlenloewen-blog.blogspot.com

Säbelzahnkatzen-Blog
http://saebelzahnkatzen-blog.blogspot.com


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

*

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

*

Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

*

Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

*

Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

*

Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

*

Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

*

Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

*

Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

*

Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

*

Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

*

Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

*

Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

*

Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

*

Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

*

Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

*

Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

*

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

*

Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

*

Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

*

Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Glauben Sie an Affenmenschen?
Mittwoch, 02. September 2009, 12:20:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded

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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat

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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?

Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.

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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.

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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?

Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.

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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?

Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.

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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?

Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!

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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?

Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.

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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?

Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.

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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?

Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.

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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen

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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

*

Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

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WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

*

WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

*

Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

*

Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

*

WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

*

WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

*

Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

*

Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

*

Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

*

Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

*

Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

*

Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

*

Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

*

WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

*

WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

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WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

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WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

*

Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

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Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

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WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

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WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

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WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

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WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

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Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

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Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

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WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

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WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

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WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

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WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

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Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

*

Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

*

Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

*

WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

*

WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

*

Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

*

Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

*

WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

*

WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

*

Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

*

Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

*

Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

*

Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

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Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

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WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

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WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

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WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

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WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

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Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

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Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

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WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

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WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

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WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

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WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

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Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."
Mittwoch, 06. Mai 2009, 08:16:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
DickMolAntonVerhagen

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen

Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.

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Wielen

"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft

Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?

Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.

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WeelenKiefer

Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"

Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?

Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.

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WeelenKinderFossil


Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"


Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.

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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?

Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.

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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?

Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.

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WeelenSkelett

Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"

Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?

Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.

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WeelenMammut

Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"

Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?

Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!

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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?

Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com

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Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?

Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.

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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?

Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.

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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?

Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.

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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?

Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.

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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?

Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:

Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6

Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

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SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

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HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

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Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

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SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

*

HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

*

Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

*

Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

*

Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

*

Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

*

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

*

SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

*

Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

*

Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

*

Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

*

Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

*

Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

*

Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

*

Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

*

Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

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HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

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Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

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SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

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HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

*

Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

*

Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

*

SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

*

Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

*

Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

*

Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

*

Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

*

Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

*

Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

*

Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

*

Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

*

Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

*

HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

*

Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

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Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

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SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

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HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

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Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

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SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

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HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

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Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert
Mittwoch, 01. April 2009, 06:36:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HooijdonkMegantereon

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird

Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen

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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?

Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).

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SaebelCover

Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat

Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?

Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.

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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?

Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.

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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?

Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.

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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?

Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.

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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?

Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.

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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.

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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?

Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.

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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?

Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.

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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?

Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.

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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?

Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.

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HooijdonkFossilienfundstelle

Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden

Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?

Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.

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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?

Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.

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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?

Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.

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Sabeltandkatten

Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk

Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?

Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?

Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“

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Weblinks zum Thema:

Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl

Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en

Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

*

Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

*

Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

*

Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

*

Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

*

Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

*

Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

*

DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

*

Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

*

Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

*

Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

*

Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

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Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

*

Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

*

Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

*

Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

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Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

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Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

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DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

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Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

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Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

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Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

*

Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

*

Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

*

DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

*

Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

*

Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

*

Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

*

Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

*

Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

*

Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

*

Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

*

Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

*

Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

*

Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

*

Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

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DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

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Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

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Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

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Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

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DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

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Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

*

Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

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Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

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DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

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Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

JensSommer

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat

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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?

Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.

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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?

Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.

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Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?

Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.

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Ur-RheinAusgrabungen

Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst

Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?

Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.

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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?

Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.

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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?

Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.

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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?

Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.

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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?

Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.

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DinotheriumMajor

Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim

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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?

Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.

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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?

Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.

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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?

Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.

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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?

Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.

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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?

Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.

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Dinotherium-Museum

Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst

Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?

Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt

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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

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Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

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Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

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Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

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WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

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WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

*

BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

*

Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

*

Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

*

WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

*

Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

*

Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

*

Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

*

Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

*

WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

*

WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

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BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

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Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

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WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

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Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

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Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

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Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

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WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

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WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

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BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

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Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

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WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

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Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

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Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

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Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

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WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

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WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

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BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

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Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

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WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

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Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

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Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

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Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

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WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

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WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

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BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

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Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

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WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

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Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

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Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

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Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

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WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

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WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

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BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

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Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

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WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Wie Wilrie van Logchem Experte für fossile Raubkatzen wurde
Donnerstag, 26. Februar 2009, 11:55:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
WilrieHomotheriumModell

Wilrie van Logchem mit einem Modell der Säbelzahnkatze Homotherium, das von dem Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam geschaffen wurde. Foto: Dick Mol

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Interview mit Wilrie van Logchem, niederländischer Experte für ausgestorbene Katzen aus Culemborg

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Frage: Herr van Logchem, wie sind Sie Experte für Katzen aus der Urzeit geworden?

Antwort: Vor etwa 25 Jahren habe ich Bekanntschaft gemacht mit dem renommierten holländischen Paläontologen Dr. Paul Sondaar an der Universität Utrecht. Ich war damals sehr interessiert an Dinosauriern. Paul Sondaar hat mich dann in die Welt der Säugetierpaläontologie eingeführt. Ich wollte damals alles über Säugetiere wissen, aber führende Paläontologen in den Niederlanden wie Dr. John de Vos vom National Naturhistorischen Museum Naturalis in Leiden und der bekannte Amateur-Paläontologe Dick Mol aus Hoofddorp haben mich davon überzeugt, dass so etwas unmöglich ist. Ich habe mich dann auf die Raubtiere beschränkt, vor allem auf die Großkatzen aus dem Tertiär und Quartär. Seit vielen Jahren habe ich eine Vorliebe für Säbelzahnkatzen. Im Laufe der Zeit habe ich eine sehr umfangreiche Bibliothek aufgebaut, viele große Sammlungen besucht, verschiedene Sammlungen von Großkatzen studiert und teilweise vermessen. Es heißt ja schließlich: „Übung macht den Meister.“

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Frage: In Deutschland wurden Reste ausgestorbener Säbelzahnkatzen, Löwen, Leoparden, Geparden, Jaguare und Pumas aus dem Eiszeitalter entdeckt. Hat man auch in den Niederlanden solche Raubkatzen gefunden?

Antwort: Wie Sie vielleicht wissen, ist Holland sehr reich an Säugetierresten aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) sowohl aus dem Früh-Pleistozän als auch aus dem Spät-Pleistozän. Dazu gehören natürlich auch die von Ihnen genannten ausgestorbenen Raubtiere. Nein, wir haben in Holland nicht alle der erwähnten Raubkatzen. Wir kennen aus dem Früh-Pleistozän die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und wahrscheinlich auch die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens, den Europäischen Jaguar Panthera onca gombaszoegensis und den Luchs Lynx lynx.
Aus dem Spät-Pleistozän liegen aus Holland auch einige fossile Funde von Großkatzen vor. Erstens möchte ich den Höhlenlöwen Panthera leo spelaea nennen. Davon kennen wir sehr viele Überreste, vor allem aus der Nordsee. Dort war diese Großkatze ein Mitglied der Mammutfauna. Und dann natürlich muss ich für das Spät-Pleistozän auch die Säbelzahnkatze Homotherium latidens und auch wieder den Luchs Lynx lynx nennen. Von Homotherium wurde im Jahre 2000 ein fast kompletter Unterkiefer „aufgedretscht“ vom Nordseeboden. Er wurde datiert auf etwa 28.000 Jahre vor heute.

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WilrieMilia2008

Wilrie van Logchem 2008 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Suchen Sie selbst nach Fossilien von Katzen?

Antwort: Ich bin an mehreren Expeditionen beteiligt gewesen. Zum Beispiel war ich mit Dick Mol öfter auf der Nordsee. Dort werden mit Fischkuttern Mammutknochen und andere Reste pleistozäner Säugetiere „aufgedretscht“. Die Nordsee zwischen England und den Niederlanden war im Pleistozän trockenes Land. Die Britischen Inseln sind ja erst vor etwa 8000 Jahren richtige Inseln geworden. Von Dick Mol habe ich immer sehr viel gelernt und bin mit ihm befreundet. Vor einigen Jahren hat er mich auch mitgenommen nach Griechenland. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Paläontologen der Aristoteles-Universität, vor allem mit Professor Evangelia Tsoukala und ihren Studenten, zusammen. In Milia, Griechisch-Mazedonien, haben wir ein großes Projekt. Dort graben wir eine pliozäne Fauna aus, die etwas 3 bis 3.5 Millionen Jahre alt ist. Diese Fauna enthält Mastodonten (Ur-Elefanten) der Art Mammut borsoni und wir haben dort auch Reste von einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium gefunden. Die Raubtiere werden von mir studiert, die Mastodonten von Dick Mol.

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WilrieXenosmilus

Abguss des Schädels der Säbelzahnkatze Xenosmilus aus Nordamerika. Foto: Hans Wildschut, Hoofddorp

Frage: Besitzen Sie eine Fossiliensammlung?

Antwort: Nein, die Referenzsammlung, die ich zu Hause habe, darf man nicht eine Sammlung nennen. Es sind vor allem Abgüsse von wichtigen Funden, die ich sehr oft brauche für Vergleichszwecke. So besitze ich einen sehr schönen Abguss eines Schädels von der neuen Gattung Xenosmilus aus Nordamerika, die sehr Homotherium ähnelt. Es ist ein wunderschönes Stuck!

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Frage: Ihr Name würde kürzlich im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Säbelzahnkatzen-Fossils aus der Nordsee erwähnt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Antwort: Zusammen mit Dick Mol habe ich eine kurze Arbeit publiziert über einen neuen Fund vom Nordseeboden. Ein sehr seltenes Fossil, ein Oberarmknochen von der Säbelzahnkatze Homotherium aus dem Früh-Pleistozän vom Nordseeboden, genauer gesagt von der großen Art Homotherium crenatidens. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis von diesem Tier aus Nordwest-Europa. In Weimar haben wir bei Dr. Ralf-Dietrich Kahlke in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstituts Senckenberg diesen Fund mit anderen Fossilien von Raubkatzen verglichen und vermessen. Die Arbeit ist vor kurzem publiziert worden in verschiedenen Zeitschriften, darunter der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ = Werkgroep Pleistocene Zoogdieren, siehe http://www.pleistocenemammals.com ).

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BuchSaebelzahnkatzen

Lesenswertes Buch über Säbelzahnkatzen von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker: "The Saber-Toothed Cat of the North Sea" (2008)

Frage: Schreiben Sie Artikel oder Bücher über fossile Raubkatzen?

Antwort: 2007 kam unser Buch „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker in niederländischer Sprache heraus. 2008 wurde es unter dem Titel „The Saber-Toothed Cat of the North Sea“ auch in englischer Sprache publiziert. Vielleicht erscheint auch noch mal eine deutschsprachige Ausgabe. Mit verschiedenen Paläontologen arbeite ich weltweit an anderen Publikationen über fossile Großkatzen.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen zum Thema fossile Katzen?

Antwort: Ja, nicht nur von professionellen Paläontologen, sondern auch von Schülern. Von Vereinen werde ich regelmäßig gebeten, Vorträge zu halten. Leider bin ich nicht immer in der Lage sofort zu antworten, weil ich im täglichen Beruf sehr beschäftigt bin. Dazu kommt noch dass ich fasst 15 Jahre Sekretär der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere war. Damit hatte ich auch immer sehr viel Arbeit.

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Frage: Haben Sie für 2009 neue Pläne?

Antwort: Im April 2009 bin ich wieder mit Dick Mol in Milia in Griechenland. Dort werden wir unsere Untersuchungen weiterführen. Auch werden wir mithelfen, das kleine, aber sehr wichtige Museum in Milia aufzubauen. Dort gibt es sehr schöne und interessante Ergebnisse unserer Untersuchungen zu sehen.
Im Sommer 2009 habe ich noch eine Reise nach Sofia in Bulgarien und nach Bukarest in Rumänien vor. Natürlich geht es dabei um fossile Großkatzen. Auch dort gibt es Faunen aus dem Pliozän und Pleistozän mit Säbelzahnkatzenfunden. Die möchte ich gerne studieren, vermessen und fotografieren.
Vielleicht fliege ich dieses Jahr noch nach Venezuela. Dort sind im Norden in Teerablagerungen jetzt sehr viele Funde der Säbelzahnkatze Homotherium entdeckt worden. Das sind spektakuläre Funde und ist es das erste Mal, dass in Südamerika Homotherium nachgewiesen wurde. Ich sollte bereits im November 2008 dort sein, ich wurde damals eingeladen für eine kleine Konferenz, war aber krank und musste zu Hause bleiben. Leider! Aber mein Flugticket ist noch fast das ganze Jahr 2009 gültig.

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WilrieMilia2007

Wilrie van Logchem 2007 in Milia, Griechisch-Mazedonien. Foto: Dick Mol, Hoofddorp

Frage: Wo kann man im Internet mehr über Sie erfahren?

Antwort: Über http://www.google.com kann man einige interessante Websites besuchen, auf denen ich erwähnt werde. Dabei geht es vor allem über meine Arbeiten in Griechenland.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72
Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches "Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter" und Betreiber des Weblog http://wissenschaft-news.blog.de


Interview mit Dick Mol über Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter
Montag, 16. Februar 2009, 12:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HomotheriumMol

Modell der Säbelzahnkatze Homotherium von Remie Bakker und Dick Mol

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Interview mit Dick Mol, international bekannter Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter und einer der vier Autoren der Buches „The Saber-Toothed Cat“ (Englisch) und „De Sabeltandtijger“ (Niederländisch) aus Hoofddorp (Niederlande)

MolundSteppenwisent

Dick Mol mit Schädel eines Steppenwisents aus der Nordsee

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Frage: Von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker ist kürzlich ein reich bebilderter Prachtband über Säbelzahnkatzen in englischer und in niederländischer Sprache erschienen, der das Beste zu diesem Thema darstellt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über diese Raubkatzen zu schreiben und zu veröffentlichen?

Antwort: Vom Nordseeboden zwischen England und den Niederlanden wurde im März 2001 ein Unterkieferast einer Säbelzahnkatze von einem Fischkutter ans Tageslicht geholt. Dieser Fund brachte viel Neues über die Verbreitung und das Vorkommen von Säbelzahnkatzen im Eiszeitalter (Pleistozän) von Nordwest-Europa. Der Fund wurde wissenschaftlich publiziert im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (2003) in den USA. Wir hatten aber sehr viele Daten über diesen Neufund, die wir gerne auch Laien mitteilen wollten. Auch hatten wir sehr viele professionelle Aufnahmen von unseren Nordsee-Expeditionen und dazu kommt natürlich, dass eiszeitliche Großkatzen immer große Anziehungskraft besitzen, ebenso wie das Wollhaar-Mammut, so dass es relativ einfach war, einen Verlag zu finden. Zuerst erschien in Dezember 2007 die niederländische Ausgabe sehr reich illustriert und ein halbes Jahr später die englische Version des Buches. Es handelt sich bei diesem Nordsee-Fund um das späteste Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Eiszeitalter. Eine Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode ergab ein Alter von „nur“ 28.000 Jahren. Somit wurde die Zeit des Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium in Europa um rund 270.000 Jahre verlängert!

BuchSaebelzahnkatzen

Prachtband „The Saber-Toothed Cat“ über Säbelzahnkatzen

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Frage: Warum ist dieses etwa 28.000 Jahre alte Fossil für Europa eine große Sensation?

Antwort: Die Fachwelt war davon überzeugt, dass die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens vor etwa 300.000 Jahren in Europa und Asien ausgestorben ist. Die Atersdatierung der Universität Utrecht hat aber gezeigt, dass diese relativ seltene Großkatze bis ins späte Eiszeitalter in Nordwest-Europa – und damit auch in Eurasien – noch vorkam. In England glaubte man sogar, dass diese Säbelzahnkatze schon vor 500.000 Jahren ausgestorben sei.
Säugetierreste aus dem frühen und mittleren Eiszeitalter vom Nordseeboden sind immer sehr stark versteinert und können durch ihre Mineralisierung und Form sehr gut eingestuft werden. Der Unterkiefer samt Bezahnung von Homotherium war überhaupt nicht versteinert, deswegen haben wir eigentlich sofort feststellen können, dass wir es mit einem geologisch sehr „jungen“ Fund von dieser ausgestorbenen Tierart zu tun haben.

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DickundMaartendeWaal

Dick Mol und Kapitän Maarten de Waal, mit dessen Fischkutter "GO33", öfter Nordsee-Expeditionen durchgeführt wurden

Frage: Die Nordsee war im Eiszeitalter (ca. 2,6 Millionen Jahre bis etwa 11.700 Jahre) zeitweise Festland. Wie weit reichte dieses „Nordseeland“ maximal nach Norden?

Antwort: Die Nordsee ist kein tiefes Meer. Grosse Teile lagen trocken und gehörten im späten Eiszeitalter zur Mammutsteppe, einem trockenen Grasland. Es war kalt und es gab sehr wenig Bäume. Diese Mammutsteppe erstreckte sich von England im Westen über die Nordsee-Tiefebene, Deutschland, Polen, Russland, die trocken gefallene Beringstraße und Teile des Arktischen Ozeans nach Norden bis zu Nordamerika.

InterviewKarteBritainjpg

Karte der Paläo-Geografie von Nordwest-Europa zur Zeit der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im späten Eiszeitzalter

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen der vor rund 28.000 Jahren auf dem „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Die Zeitgenossen gehören zur so sogenannten Mammutfauna. Dazu zählten Großsäuger wie Wollhaar-Mammute, Wollhaar-Nashörner, Wildpferde, Steppenwisente, Riesenhirsche, Rentiere, Moschusochsen, Hyänen, Höhlenlöwen sowie viele andere große und kleine Tiere.

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Frage: Im August 2008 ging einem niederländischen Fischkutter in der Nordsee ein weiterer Rest einer Säbelzahnkatze ins Netz. Was ist das Besondere an diesem mehr als 850.000 Jahre alten Fund?

Antwort: Der Kutter „TX1“ hat vom Meeresboden vor der Küste Ost-Englands einen fragmentarisch erhaltenen Oberarmknochen von einer Säbelzahnkatze zu Tage gefördert. Der Fund war schwarz gefärbt und sehr stark versteinert. Es stammt aus Flussablagerungen des frühen Eiszeitalters. Das wissen wir, weil ein Besatzungsmitglied des Kutters „TX1“ die genauen Koordinaten des Fundorts notiert hat und wir die Geologie dieses Teils der Nordsee sehr gut kennen. Dieses Fragment haben wir in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstitutes Senckenberg in Weimar mit Funden der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens von einer bekannten Fundstelle in Thüringen verglichen. Dort konnten wir feststellen, dass der Fund von der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus dem frühen Eiszeitalter stammt.

*

Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen dieser vor mehr als 850.000 Jahren im „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Das Klima war im frühen Eiszeitalter wärmer und feuchter. Die ersten Mammute, das so genannte Südliche Mammut mit einer Schulterhöhe von über 4 Metern und nicht an die Kälte angepasst wie das Wolhaar-Mammut, Ur-Elefanten (Mastodonten), die in Europa und Asien im frühen Eiszeitalter ausgestorben sind, sehr große Wildpferde, große Hirscharten wie der Breitstirnelch und verschiedene Riesenhirscharten waren Mitglieder dieser an Savannen angepassten Tierwelt. Sehr selten waren um diese Zeit ungewöhnlich große Flusspferde, die in Flüssen gelebt haben.

*

Frage: Wer hat als Erster erkannt, dass es sich bei den Funden von 2001 und 2008 aus der Nordsee um Säbelzahnkatzen handelte?

Antwort: Die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens wurde von meinem Freund Klaas Post aus Urk (Niederlande) erworben und vorläufig bestimmt. Wir hatten aber Probleme mit der Bestimmung, weil der Kiefer nicht versteinert war und er nicht mit der Lehrmeinung übereinstimmte, dass Homotherium sehr alt sein muss. Erst im Naturhistorischen Museum Rotterdam, wo Klaas und ich als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind, haben wir zusammen mit Professor Jelle Reumer, dem Direktor des Museums, feststellen können, dass wir es tatsächlich mit Homotherium latidens zu tun haben. Den Fund von 2008 habe ich selbst als große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens bestimmen können. Zusammen mit dem Großkatzenspezialisten Wilrie van Logchem aus Culemborg (Niederlande) habe ich den Fund in Weimar untersucht und beschrieben. Unsere kurze Publikation wurde schon Ende Dezember 2008 gedruckt in der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ).

*

Frage: In Ihren herrlichen Büchern stellen Sie die bekanntesten Gattungen der Säbelzahnkatzen in Wort und Bild vor. Welche Gattung war am größten?

Antwort: In Eurasien war wohl Homotherium crenatidens die größte Säbelzahnkatze. Vor allem die Beine dieses Tieres waren sehr lang und kräftig. Das haben wir auch feststellen können, als wir das Oberarmknochen-Fragment von 2008 aus der Nordsee verglichen haben mit anderen Funden von Raubkatzen, die in der Literatur beschrieben worden sind. Professor Helmut Hemmer aus Mainz, einer der besten Kenner fossiler Großkatzen in Europa, schätzt, dass ein erwachsenes Tier der Gattung Homotherium wohl 400 Kilogramm schwer sein könnte.

*

Frage: Säbelzahnkatzen werden in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Einerseits heißt es, sie seien Aasfresser gewesen, andererseits liest man oft, sie hätten sich als Jäger betätigt. Welche Auffassung vertreten Sie?

Antwort: Ich vertrete die Auffassung, dass die Säbelzahnkatze Homotherium sich auch als Jäger betätigt hat. In unserem Buch beschreiben wir, dass auch die Möglichkeit besteht, dass Homotherium in kleinen Gruppen von vielleicht drei bis vier Individuen gejagt hat. Im Buch sind etliche Zeichnungen von Remie Bakker aus Rotterdam abgebildet, die zeigen, wie eine kleine Gruppe von Homotherium ein junges Mammut jagt.

*

Frage: Säbelzahnkatzen werden teilweise auch als Säbelzahntiger bezeichnet. Hatten diese Raubkatze irgendwelche Gemeinsamkeiten mit Tigern?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen sind schon vor Millionen Jahren entstanden und stehen im Stammbaum weit entfernt von den Tigern, die relativ spät entstanden sind.

*

Frage: Warum findet man nur sehr selten Zähne oder Knochen von Säbelzahnkatzen?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen standen natürlich an der Spitze der Nahrungskette. Sie waren also keine allgemeine Erscheinung. Die Chance, dass Űberreste von ihnen gefunden werden, ist sehr klein. Dafür müssen die richtigen Bedingungen vorhanden sein. Aber es gibt einige Fundstellen, wo man sehr schöne und interessante Entdeckungen von Homotherium gelungen sind wie zum Beispiel in Senèze in der Auvergne in Frankreich.

*

Frage: In welchen Museen kann man wichtige Funde von Säbelzahnkatzen bewundern?

Antwort: Der Unterkiefer der kleinen Säbelzahnkatze Homotherium latidens von 2001 aus dem späten Eiszeitalter befindet sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam und ist dort ausgestellt. Der Fund der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus der Nordsee von 2008 befindet sich in der Privatsammlung von Bert Schagen auf der Insel Texel. Auch in England gibt es sehr schöne Fundstücke. Komplette Skelette von Homotherium sind ausgegraben worden an der klassischen Fundstelle Senèze in der Auvergne (Frankreich) und befinden sich in Basel (Schweiz) und Lyon (Frankreich). Auch in Deutschland gibt es sehr wichtige Funde die sich unter anderem in Weimar, Mauer bei Heidelberg und Stuttgart befinden. Die umfangreichen Funde in Weimar sind nicht ausgestellt. Dafür sind diese sehr ausführlich von Professor Hemmer aus Mainz beschrieben und in einer Monografie publiziert. Die Skelette aus der Auvergne sind aber die besten, weil sie so komplett sind.
Eiszeitliche Säbelzahnkatzen sind vor allem in Rancho La Brea mitten im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt worden. Diese gehören aber zur Gattung Smilodon. Diese Tiere waren sehr groß und haben bis zum Ende des Eiszeitalters existiert. Von der Art Smilodon fatalis gibt es Tausende von Funden, darunter sogar komplette Skelette. Einige sind ausgestellt im Museum „Rancho La Brea, Museum of the Tar-Pits“ in Los Angeles. Neben dem Mammut sind die Säbelzahnkatzen von Rancho La Brea wohl die bekanntesten Großsäuger des Eiszeitalters in Nordamerika, denken Sie nur an die Zeichentrickfilme „Ice-Age I“ und „Ice-Age II“.

*

Frage: In Ihren beiden Büchern über Säbelzahnkatzen ist ein naturgetreues Modell der löwengroßen Säbelzahnkatze Homotherium zu bewundern, die auch in Deutschland, Österreich und anderen Ländern in Europa nachgewiesen ist. Wer hat dieses sehenswerte Modell geschaffen?

Antwort: Seit Jahren arbeite ich mit den Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam zusammen. Er versteht die Säugetierpaläontologie sehr gut. Őfters war er mit mir unterwegs in Sibirien, auf der Nordsee und im Klondike (Kanada) auf der Suche nach Űberresten eiszeitlicher Säugetiere und immer waren wir erfolgreich. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ein naturgetreues Modell eines Wollhaar-Mammuts hergestellt, das sehr gut gelungen ist. Auf der Weltausstellung „EXPO 2005“ in Japan hatten wir für unser Modell über 6 Millionen Besucher innerhalb von 6 Monaten. Mit Remie haben wir das Modell der Säbelzahnkatze Homotherium latidens aus dem späten Eiszeitalter nach unsere Ideen gebaut und es ist meines Ermessens ebenfalls sehr gut gelungen. Wir sehen diese Säbelzahnkatze auch angepasst an die kalte und trockene Mammutsteppe. Im Rotterdamer Museum haben wir eine kleine Ausstellung gemacht über die spektakulären Nordsee-Funde.

*

Frage: Sie genießen weltweit einen sehr guten Ruf als Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter. Für welche Tierarten interessieren Sie sich besonders?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mich für die gesamte Fauna des Eiszeitalters, also sowohl für die Groß- als auch für die Kleinsäuger. Aber es gibt einige Tiere die ich am liebsten studiere wie die Flusspferde und natürlich die Rüsseltiere wie Mammuts, Mastodonten (Ur-Elefanten) und Elefanten.

*

Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72

Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt


Interview mit Dick Mol über Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter
Montag, 16. Februar 2009, 12:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HomotheriumMol

Modell der Säbelzahnkatze Homotherium von Remie Bakker und Dick Mol

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Interview mit Dick Mol, international bekannter Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter und einer der vier Autoren der Buches „The Saber-Toothed Cat“ (Englisch) und „De Sabeltandtijger“ (Niederländisch) aus Hoofddorp (Niederlande)

MolundSteppenwisent

Dick Mol mit Schädel eines Steppenwisents aus der Nordsee

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Frage: Von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker ist kürzlich ein reich bebilderter Prachtband über Säbelzahnkatzen in englischer und in niederländischer Sprache erschienen, der das Beste zu diesem Thema darstellt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über diese Raubkatzen zu schreiben und zu veröffentlichen?

Antwort: Vom Nordseeboden zwischen England und den Niederlanden wurde im März 2001 ein Unterkieferast einer Säbelzahnkatze von einem Fischkutter ans Tageslicht geholt. Dieser Fund brachte viel Neues über die Verbreitung und das Vorkommen von Säbelzahnkatzen im Eiszeitalter (Pleistozän) von Nordwest-Europa. Der Fund wurde wissenschaftlich publiziert im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (2003) in den USA. Wir hatten aber sehr viele Daten über diesen Neufund, die wir gerne auch Laien mitteilen wollten. Auch hatten wir sehr viele professionelle Aufnahmen von unseren Nordsee-Expeditionen und dazu kommt natürlich, dass eiszeitliche Großkatzen immer große Anziehungskraft besitzen, ebenso wie das Wollhaar-Mammut, so dass es relativ einfach war, einen Verlag zu finden. Zuerst erschien in Dezember 2007 die niederländische Ausgabe sehr reich illustriert und ein halbes Jahr später die englische Version des Buches. Es handelt sich bei diesem Nordsee-Fund um das späteste Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Eiszeitalter. Eine Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode ergab ein Alter von „nur“ 28.000 Jahren. Somit wurde die Zeit des Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium in Europa um rund 270.000 Jahre verlängert!

BuchSaebelzahnkatzen

Prachtband „The Saber-Toothed Cat“ über Säbelzahnkatzen

*

Frage: Warum ist dieses etwa 28.000 Jahre alte Fossil für Europa eine große Sensation?

Antwort: Die Fachwelt war davon überzeugt, dass die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens vor etwa 300.000 Jahren in Europa und Asien ausgestorben ist. Die Atersdatierung der Universität Utrecht hat aber gezeigt, dass diese relativ seltene Großkatze bis ins späte Eiszeitalter in Nordwest-Europa – und damit auch in Eurasien – noch vorkam. In England glaubte man sogar, dass diese Säbelzahnkatze schon vor 500.000 Jahren ausgestorben sei.
Säugetierreste aus dem frühen und mittleren Eiszeitalter vom Nordseeboden sind immer sehr stark versteinert und können durch ihre Mineralisierung und Form sehr gut eingestuft werden. Der Unterkiefer samt Bezahnung von Homotherium war überhaupt nicht versteinert, deswegen haben wir eigentlich sofort feststellen können, dass wir es mit einem geologisch sehr „jungen“ Fund von dieser ausgestorbenen Tierart zu tun haben.

*

DickundMaartendeWaal

Dick Mol und Kapitän Maarten de Waal, mit dessen Fischkutter "GO33", öfter Nordsee-Expeditionen durchgeführt wurden

Frage: Die Nordsee war im Eiszeitalter (ca. 2,6 Millionen Jahre bis etwa 11.700 Jahre) zeitweise Festland. Wie weit reichte dieses „Nordseeland“ maximal nach Norden?

Antwort: Die Nordsee ist kein tiefes Meer. Grosse Teile lagen trocken und gehörten im späten Eiszeitalter zur Mammutsteppe, einem trockenen Grasland. Es war kalt und es gab sehr wenig Bäume. Diese Mammutsteppe erstreckte sich von England im Westen über die Nordsee-Tiefebene, Deutschland, Polen, Russland, die trocken gefallene Beringstraße und Teile des Arktischen Ozeans nach Norden bis zu Nordamerika.

InterviewKarteBritainjpg

Karte der Paläo-Geografie von Nordwest-Europa zur Zeit der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im späten Eiszeitzalter

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen der vor rund 28.000 Jahren auf dem „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Die Zeitgenossen gehören zur so sogenannten Mammutfauna. Dazu zählten Großsäuger wie Wollhaar-Mammute, Wollhaar-Nashörner, Wildpferde, Steppenwisente, Riesenhirsche, Rentiere, Moschusochsen, Hyänen, Höhlenlöwen sowie viele andere große und kleine Tiere.

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Frage: Im August 2008 ging einem niederländischen Fischkutter in der Nordsee ein weiterer Rest einer Säbelzahnkatze ins Netz. Was ist das Besondere an diesem mehr als 850.000 Jahre alten Fund?

Antwort: Der Kutter „TX1“ hat vom Meeresboden vor der Küste Ost-Englands einen fragmentarisch erhaltenen Oberarmknochen von einer Säbelzahnkatze zu Tage gefördert. Der Fund war schwarz gefärbt und sehr stark versteinert. Es stammt aus Flussablagerungen des frühen Eiszeitalters. Das wissen wir, weil ein Besatzungsmitglied des Kutters „TX1“ die genauen Koordinaten des Fundorts notiert hat und wir die Geologie dieses Teils der Nordsee sehr gut kennen. Dieses Fragment haben wir in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstitutes Senckenberg in Weimar mit Funden der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens von einer bekannten Fundstelle in Thüringen verglichen. Dort konnten wir feststellen, dass der Fund von der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus dem frühen Eiszeitalter stammt.

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen dieser vor mehr als 850.000 Jahren im „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Das Klima war im frühen Eiszeitalter wärmer und feuchter. Die ersten Mammute, das so genannte Südliche Mammut mit einer Schulterhöhe von über 4 Metern und nicht an die Kälte angepasst wie das Wolhaar-Mammut, Ur-Elefanten (Mastodonten), die in Europa und Asien im frühen Eiszeitalter ausgestorben sind, sehr große Wildpferde, große Hirscharten wie der Breitstirnelch und verschiedene Riesenhirscharten waren Mitglieder dieser an Savannen angepassten Tierwelt. Sehr selten waren um diese Zeit ungewöhnlich große Flusspferde, die in Flüssen gelebt haben.

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Frage: Wer hat als Erster erkannt, dass es sich bei den Funden von 2001 und 2008 aus der Nordsee um Säbelzahnkatzen handelte?

Antwort: Die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens wurde von meinem Freund Klaas Post aus Urk (Niederlande) erworben und vorläufig bestimmt. Wir hatten aber Probleme mit der Bestimmung, weil der Kiefer nicht versteinert war und er nicht mit der Lehrmeinung übereinstimmte, dass Homotherium sehr alt sein muss. Erst im Naturhistorischen Museum Rotterdam, wo Klaas und ich als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind, haben wir zusammen mit Professor Jelle Reumer, dem Direktor des Museums, feststellen können, dass wir es tatsächlich mit Homotherium latidens zu tun haben. Den Fund von 2008 habe ich selbst als große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens bestimmen können. Zusammen mit dem Großkatzenspezialisten Wilrie van Logchem aus Culemborg (Niederlande) habe ich den Fund in Weimar untersucht und beschrieben. Unsere kurze Publikation wurde schon Ende Dezember 2008 gedruckt in der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ).

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Frage: In Ihren herrlichen Büchern stellen Sie die bekanntesten Gattungen der Säbelzahnkatzen in Wort und Bild vor. Welche Gattung war am größten?

Antwort: In Eurasien war wohl Homotherium crenatidens die größte Säbelzahnkatze. Vor allem die Beine dieses Tieres waren sehr lang und kräftig. Das haben wir auch feststellen können, als wir das Oberarmknochen-Fragment von 2008 aus der Nordsee verglichen haben mit anderen Funden von Raubkatzen, die in der Literatur beschrieben worden sind. Professor Helmut Hemmer aus Mainz, einer der besten Kenner fossiler Großkatzen in Europa, schätzt, dass ein erwachsenes Tier der Gattung Homotherium wohl 400 Kilogramm schwer sein könnte.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Einerseits heißt es, sie seien Aasfresser gewesen, andererseits liest man oft, sie hätten sich als Jäger betätigt. Welche Auffassung vertreten Sie?

Antwort: Ich vertrete die Auffassung, dass die Säbelzahnkatze Homotherium sich auch als Jäger betätigt hat. In unserem Buch beschreiben wir, dass auch die Möglichkeit besteht, dass Homotherium in kleinen Gruppen von vielleicht drei bis vier Individuen gejagt hat. Im Buch sind etliche Zeichnungen von Remie Bakker aus Rotterdam abgebildet, die zeigen, wie eine kleine Gruppe von Homotherium ein junges Mammut jagt.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden teilweise auch als Säbelzahntiger bezeichnet. Hatten diese Raubkatze irgendwelche Gemeinsamkeiten mit Tigern?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen sind schon vor Millionen Jahren entstanden und stehen im Stammbaum weit entfernt von den Tigern, die relativ spät entstanden sind.

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Frage: Warum findet man nur sehr selten Zähne oder Knochen von Säbelzahnkatzen?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen standen natürlich an der Spitze der Nahrungskette. Sie waren also keine allgemeine Erscheinung. Die Chance, dass Űberreste von ihnen gefunden werden, ist sehr klein. Dafür müssen die richtigen Bedingungen vorhanden sein. Aber es gibt einige Fundstellen, wo man sehr schöne und interessante Entdeckungen von Homotherium gelungen sind wie zum Beispiel in Senèze in der Auvergne in Frankreich.

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Frage: In welchen Museen kann man wichtige Funde von Säbelzahnkatzen bewundern?

Antwort: Der Unterkiefer der kleinen Säbelzahnkatze Homotherium latidens von 2001 aus dem späten Eiszeitalter befindet sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam und ist dort ausgestellt. Der Fund der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus der Nordsee von 2008 befindet sich in der Privatsammlung von Bert Schagen auf der Insel Texel. Auch in England gibt es sehr schöne Fundstücke. Komplette Skelette von Homotherium sind ausgegraben worden an der klassischen Fundstelle Senèze in der Auvergne (Frankreich) und befinden sich in Basel (Schweiz) und Lyon (Frankreich). Auch in Deutschland gibt es sehr wichtige Funde die sich unter anderem in Weimar, Mauer bei Heidelberg und Stuttgart befinden. Die umfangreichen Funde in Weimar sind nicht ausgestellt. Dafür sind diese sehr ausführlich von Professor Hemmer aus Mainz beschrieben und in einer Monografie publiziert. Die Skelette aus der Auvergne sind aber die besten, weil sie so komplett sind.
Eiszeitliche Säbelzahnkatzen sind vor allem in Rancho La Brea mitten im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt worden. Diese gehören aber zur Gattung Smilodon. Diese Tiere waren sehr groß und haben bis zum Ende des Eiszeitalters existiert. Von der Art Smilodon fatalis gibt es Tausende von Funden, darunter sogar komplette Skelette. Einige sind ausgestellt im Museum „Rancho La Brea, Museum of the Tar-Pits“ in Los Angeles. Neben dem Mammut sind die Säbelzahnkatzen von Rancho La Brea wohl die bekanntesten Großsäuger des Eiszeitalters in Nordamerika, denken Sie nur an die Zeichentrickfilme „Ice-Age I“ und „Ice-Age II“.

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Frage: In Ihren beiden Büchern über Säbelzahnkatzen ist ein naturgetreues Modell der löwengroßen Säbelzahnkatze Homotherium zu bewundern, die auch in Deutschland, Österreich und anderen Ländern in Europa nachgewiesen ist. Wer hat dieses sehenswerte Modell geschaffen?

Antwort: Seit Jahren arbeite ich mit den Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam zusammen. Er versteht die Säugetierpaläontologie sehr gut. Őfters war er mit mir unterwegs in Sibirien, auf der Nordsee und im Klondike (Kanada) auf der Suche nach Űberresten eiszeitlicher Säugetiere und immer waren wir erfolgreich. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ein naturgetreues Modell eines Wollhaar-Mammuts hergestellt, das sehr gut gelungen ist. Auf der Weltausstellung „EXPO 2005“ in Japan hatten wir für unser Modell über 6 Millionen Besucher innerhalb von 6 Monaten. Mit Remie haben wir das Modell der Säbelzahnkatze Homotherium latidens aus dem späten Eiszeitalter nach unsere Ideen gebaut und es ist meines Ermessens ebenfalls sehr gut gelungen. Wir sehen diese Säbelzahnkatze auch angepasst an die kalte und trockene Mammutsteppe. Im Rotterdamer Museum haben wir eine kleine Ausstellung gemacht über die spektakulären Nordsee-Funde.

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Frage: Sie genießen weltweit einen sehr guten Ruf als Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter. Für welche Tierarten interessieren Sie sich besonders?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mich für die gesamte Fauna des Eiszeitalters, also sowohl für die Groß- als auch für die Kleinsäuger. Aber es gibt einige Tiere die ich am liebsten studiere wie die Flusspferde und natürlich die Rüsseltiere wie Mammuts, Mastodonten (Ur-Elefanten) und Elefanten.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72

Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt


Interview mit Dick Mol über Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter
Montag, 16. Februar 2009, 12:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HomotheriumMol

Modell der Säbelzahnkatze Homotherium von Remie Bakker und Dick Mol

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Interview mit Dick Mol, international bekannter Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter und einer der vier Autoren der Buches „The Saber-Toothed Cat“ (Englisch) und „De Sabeltandtijger“ (Niederländisch) aus Hoofddorp (Niederlande)

MolundSteppenwisent

Dick Mol mit Schädel eines Steppenwisents aus der Nordsee

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Frage: Von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker ist kürzlich ein reich bebilderter Prachtband über Säbelzahnkatzen in englischer und in niederländischer Sprache erschienen, der das Beste zu diesem Thema darstellt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über diese Raubkatzen zu schreiben und zu veröffentlichen?

Antwort: Vom Nordseeboden zwischen England und den Niederlanden wurde im März 2001 ein Unterkieferast einer Säbelzahnkatze von einem Fischkutter ans Tageslicht geholt. Dieser Fund brachte viel Neues über die Verbreitung und das Vorkommen von Säbelzahnkatzen im Eiszeitalter (Pleistozän) von Nordwest-Europa. Der Fund wurde wissenschaftlich publiziert im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (2003) in den USA. Wir hatten aber sehr viele Daten über diesen Neufund, die wir gerne auch Laien mitteilen wollten. Auch hatten wir sehr viele professionelle Aufnahmen von unseren Nordsee-Expeditionen und dazu kommt natürlich, dass eiszeitliche Großkatzen immer große Anziehungskraft besitzen, ebenso wie das Wollhaar-Mammut, so dass es relativ einfach war, einen Verlag zu finden. Zuerst erschien in Dezember 2007 die niederländische Ausgabe sehr reich illustriert und ein halbes Jahr später die englische Version des Buches. Es handelt sich bei diesem Nordsee-Fund um das späteste Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Eiszeitalter. Eine Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode ergab ein Alter von „nur“ 28.000 Jahren. Somit wurde die Zeit des Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium in Europa um rund 270.000 Jahre verlängert!

BuchSaebelzahnkatzen

Prachtband „The Saber-Toothed Cat“ über Säbelzahnkatzen

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Frage: Warum ist dieses etwa 28.000 Jahre alte Fossil für Europa eine große Sensation?

Antwort: Die Fachwelt war davon überzeugt, dass die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens vor etwa 300.000 Jahren in Europa und Asien ausgestorben ist. Die Atersdatierung der Universität Utrecht hat aber gezeigt, dass diese relativ seltene Großkatze bis ins späte Eiszeitalter in Nordwest-Europa – und damit auch in Eurasien – noch vorkam. In England glaubte man sogar, dass diese Säbelzahnkatze schon vor 500.000 Jahren ausgestorben sei.
Säugetierreste aus dem frühen und mittleren Eiszeitalter vom Nordseeboden sind immer sehr stark versteinert und können durch ihre Mineralisierung und Form sehr gut eingestuft werden. Der Unterkiefer samt Bezahnung von Homotherium war überhaupt nicht versteinert, deswegen haben wir eigentlich sofort feststellen können, dass wir es mit einem geologisch sehr „jungen“ Fund von dieser ausgestorbenen Tierart zu tun haben.

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DickundMaartendeWaal

Dick Mol und Kapitän Maarten de Waal, mit dessen Fischkutter "GO33", öfter Nordsee-Expeditionen durchgeführt wurden

Frage: Die Nordsee war im Eiszeitalter (ca. 2,6 Millionen Jahre bis etwa 11.700 Jahre) zeitweise Festland. Wie weit reichte dieses „Nordseeland“ maximal nach Norden?

Antwort: Die Nordsee ist kein tiefes Meer. Grosse Teile lagen trocken und gehörten im späten Eiszeitalter zur Mammutsteppe, einem trockenen Grasland. Es war kalt und es gab sehr wenig Bäume. Diese Mammutsteppe erstreckte sich von England im Westen über die Nordsee-Tiefebene, Deutschland, Polen, Russland, die trocken gefallene Beringstraße und Teile des Arktischen Ozeans nach Norden bis zu Nordamerika.

InterviewKarteBritainjpg

Karte der Paläo-Geografie von Nordwest-Europa zur Zeit der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im späten Eiszeitzalter

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen der vor rund 28.000 Jahren auf dem „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Die Zeitgenossen gehören zur so sogenannten Mammutfauna. Dazu zählten Großsäuger wie Wollhaar-Mammute, Wollhaar-Nashörner, Wildpferde, Steppenwisente, Riesenhirsche, Rentiere, Moschusochsen, Hyänen, Höhlenlöwen sowie viele andere große und kleine Tiere.

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Frage: Im August 2008 ging einem niederländischen Fischkutter in der Nordsee ein weiterer Rest einer Säbelzahnkatze ins Netz. Was ist das Besondere an diesem mehr als 850.000 Jahre alten Fund?

Antwort: Der Kutter „TX1“ hat vom Meeresboden vor der Küste Ost-Englands einen fragmentarisch erhaltenen Oberarmknochen von einer Säbelzahnkatze zu Tage gefördert. Der Fund war schwarz gefärbt und sehr stark versteinert. Es stammt aus Flussablagerungen des frühen Eiszeitalters. Das wissen wir, weil ein Besatzungsmitglied des Kutters „TX1“ die genauen Koordinaten des Fundorts notiert hat und wir die Geologie dieses Teils der Nordsee sehr gut kennen. Dieses Fragment haben wir in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstitutes Senckenberg in Weimar mit Funden der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens von einer bekannten Fundstelle in Thüringen verglichen. Dort konnten wir feststellen, dass der Fund von der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus dem frühen Eiszeitalter stammt.

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen dieser vor mehr als 850.000 Jahren im „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Das Klima war im frühen Eiszeitalter wärmer und feuchter. Die ersten Mammute, das so genannte Südliche Mammut mit einer Schulterhöhe von über 4 Metern und nicht an die Kälte angepasst wie das Wolhaar-Mammut, Ur-Elefanten (Mastodonten), die in Europa und Asien im frühen Eiszeitalter ausgestorben sind, sehr große Wildpferde, große Hirscharten wie der Breitstirnelch und verschiedene Riesenhirscharten waren Mitglieder dieser an Savannen angepassten Tierwelt. Sehr selten waren um diese Zeit ungewöhnlich große Flusspferde, die in Flüssen gelebt haben.

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Frage: Wer hat als Erster erkannt, dass es sich bei den Funden von 2001 und 2008 aus der Nordsee um Säbelzahnkatzen handelte?

Antwort: Die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens wurde von meinem Freund Klaas Post aus Urk (Niederlande) erworben und vorläufig bestimmt. Wir hatten aber Probleme mit der Bestimmung, weil der Kiefer nicht versteinert war und er nicht mit der Lehrmeinung übereinstimmte, dass Homotherium sehr alt sein muss. Erst im Naturhistorischen Museum Rotterdam, wo Klaas und ich als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind, haben wir zusammen mit Professor Jelle Reumer, dem Direktor des Museums, feststellen können, dass wir es tatsächlich mit Homotherium latidens zu tun haben. Den Fund von 2008 habe ich selbst als große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens bestimmen können. Zusammen mit dem Großkatzenspezialisten Wilrie van Logchem aus Culemborg (Niederlande) habe ich den Fund in Weimar untersucht und beschrieben. Unsere kurze Publikation wurde schon Ende Dezember 2008 gedruckt in der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ).

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Frage: In Ihren herrlichen Büchern stellen Sie die bekanntesten Gattungen der Säbelzahnkatzen in Wort und Bild vor. Welche Gattung war am größten?

Antwort: In Eurasien war wohl Homotherium crenatidens die größte Säbelzahnkatze. Vor allem die Beine dieses Tieres waren sehr lang und kräftig. Das haben wir auch feststellen können, als wir das Oberarmknochen-Fragment von 2008 aus der Nordsee verglichen haben mit anderen Funden von Raubkatzen, die in der Literatur beschrieben worden sind. Professor Helmut Hemmer aus Mainz, einer der besten Kenner fossiler Großkatzen in Europa, schätzt, dass ein erwachsenes Tier der Gattung Homotherium wohl 400 Kilogramm schwer sein könnte.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Einerseits heißt es, sie seien Aasfresser gewesen, andererseits liest man oft, sie hätten sich als Jäger betätigt. Welche Auffassung vertreten Sie?

Antwort: Ich vertrete die Auffassung, dass die Säbelzahnkatze Homotherium sich auch als Jäger betätigt hat. In unserem Buch beschreiben wir, dass auch die Möglichkeit besteht, dass Homotherium in kleinen Gruppen von vielleicht drei bis vier Individuen gejagt hat. Im Buch sind etliche Zeichnungen von Remie Bakker aus Rotterdam abgebildet, die zeigen, wie eine kleine Gruppe von Homotherium ein junges Mammut jagt.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden teilweise auch als Säbelzahntiger bezeichnet. Hatten diese Raubkatze irgendwelche Gemeinsamkeiten mit Tigern?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen sind schon vor Millionen Jahren entstanden und stehen im Stammbaum weit entfernt von den Tigern, die relativ spät entstanden sind.

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Frage: Warum findet man nur sehr selten Zähne oder Knochen von Säbelzahnkatzen?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen standen natürlich an der Spitze der Nahrungskette. Sie waren also keine allgemeine Erscheinung. Die Chance, dass Űberreste von ihnen gefunden werden, ist sehr klein. Dafür müssen die richtigen Bedingungen vorhanden sein. Aber es gibt einige Fundstellen, wo man sehr schöne und interessante Entdeckungen von Homotherium gelungen sind wie zum Beispiel in Senèze in der Auvergne in Frankreich.

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Frage: In welchen Museen kann man wichtige Funde von Säbelzahnkatzen bewundern?

Antwort: Der Unterkiefer der kleinen Säbelzahnkatze Homotherium latidens von 2001 aus dem späten Eiszeitalter befindet sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam und ist dort ausgestellt. Der Fund der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus der Nordsee von 2008 befindet sich in der Privatsammlung von Bert Schagen auf der Insel Texel. Auch in England gibt es sehr schöne Fundstücke. Komplette Skelette von Homotherium sind ausgegraben worden an der klassischen Fundstelle Senèze in der Auvergne (Frankreich) und befinden sich in Basel (Schweiz) und Lyon (Frankreich). Auch in Deutschland gibt es sehr wichtige Funde die sich unter anderem in Weimar, Mauer bei Heidelberg und Stuttgart befinden. Die umfangreichen Funde in Weimar sind nicht ausgestellt. Dafür sind diese sehr ausführlich von Professor Hemmer aus Mainz beschrieben und in einer Monografie publiziert. Die Skelette aus der Auvergne sind aber die besten, weil sie so komplett sind.
Eiszeitliche Säbelzahnkatzen sind vor allem in Rancho La Brea mitten im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt worden. Diese gehören aber zur Gattung Smilodon. Diese Tiere waren sehr groß und haben bis zum Ende des Eiszeitalters existiert. Von der Art Smilodon fatalis gibt es Tausende von Funden, darunter sogar komplette Skelette. Einige sind ausgestellt im Museum „Rancho La Brea, Museum of the Tar-Pits“ in Los Angeles. Neben dem Mammut sind die Säbelzahnkatzen von Rancho La Brea wohl die bekanntesten Großsäuger des Eiszeitalters in Nordamerika, denken Sie nur an die Zeichentrickfilme „Ice-Age I“ und „Ice-Age II“.

*

Frage: In Ihren beiden Büchern über Säbelzahnkatzen ist ein naturgetreues Modell der löwengroßen Säbelzahnkatze Homotherium zu bewundern, die auch in Deutschland, Österreich und anderen Ländern in Europa nachgewiesen ist. Wer hat dieses sehenswerte Modell geschaffen?

Antwort: Seit Jahren arbeite ich mit den Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam zusammen. Er versteht die Säugetierpaläontologie sehr gut. Őfters war er mit mir unterwegs in Sibirien, auf der Nordsee und im Klondike (Kanada) auf der Suche nach Űberresten eiszeitlicher Säugetiere und immer waren wir erfolgreich. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ein naturgetreues Modell eines Wollhaar-Mammuts hergestellt, das sehr gut gelungen ist. Auf der Weltausstellung „EXPO 2005“ in Japan hatten wir für unser Modell über 6 Millionen Besucher innerhalb von 6 Monaten. Mit Remie haben wir das Modell der Säbelzahnkatze Homotherium latidens aus dem späten Eiszeitalter nach unsere Ideen gebaut und es ist meines Ermessens ebenfalls sehr gut gelungen. Wir sehen diese Säbelzahnkatze auch angepasst an die kalte und trockene Mammutsteppe. Im Rotterdamer Museum haben wir eine kleine Ausstellung gemacht über die spektakulären Nordsee-Funde.

*

Frage: Sie genießen weltweit einen sehr guten Ruf als Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter. Für welche Tierarten interessieren Sie sich besonders?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mich für die gesamte Fauna des Eiszeitalters, also sowohl für die Groß- als auch für die Kleinsäuger. Aber es gibt einige Tiere die ich am liebsten studiere wie die Flusspferde und natürlich die Rüsseltiere wie Mammuts, Mastodonten (Ur-Elefanten) und Elefanten.

*

Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72

Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt


Interview mit Dick Mol über Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter
Montag, 16. Februar 2009, 12:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HomotheriumMol

Modell der Säbelzahnkatze Homotherium von Remie Bakker und Dick Mol

*

Interview mit Dick Mol, international bekannter Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter und einer der vier Autoren der Buches „The Saber-Toothed Cat“ (Englisch) und „De Sabeltandtijger“ (Niederländisch) aus Hoofddorp (Niederlande)

MolundSteppenwisent

Dick Mol mit Schädel eines Steppenwisents aus der Nordsee

*

Frage: Von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker ist kürzlich ein reich bebilderter Prachtband über Säbelzahnkatzen in englischer und in niederländischer Sprache erschienen, der das Beste zu diesem Thema darstellt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über diese Raubkatzen zu schreiben und zu veröffentlichen?

Antwort: Vom Nordseeboden zwischen England und den Niederlanden wurde im März 2001 ein Unterkieferast einer Säbelzahnkatze von einem Fischkutter ans Tageslicht geholt. Dieser Fund brachte viel Neues über die Verbreitung und das Vorkommen von Säbelzahnkatzen im Eiszeitalter (Pleistozän) von Nordwest-Europa. Der Fund wurde wissenschaftlich publiziert im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (2003) in den USA. Wir hatten aber sehr viele Daten über diesen Neufund, die wir gerne auch Laien mitteilen wollten. Auch hatten wir sehr viele professionelle Aufnahmen von unseren Nordsee-Expeditionen und dazu kommt natürlich, dass eiszeitliche Großkatzen immer große Anziehungskraft besitzen, ebenso wie das Wollhaar-Mammut, so dass es relativ einfach war, einen Verlag zu finden. Zuerst erschien in Dezember 2007 die niederländische Ausgabe sehr reich illustriert und ein halbes Jahr später die englische Version des Buches. Es handelt sich bei diesem Nordsee-Fund um das späteste Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Eiszeitalter. Eine Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode ergab ein Alter von „nur“ 28.000 Jahren. Somit wurde die Zeit des Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium in Europa um rund 270.000 Jahre verlängert!

BuchSaebelzahnkatzen

Prachtband „The Saber-Toothed Cat“ über Säbelzahnkatzen

*

Frage: Warum ist dieses etwa 28.000 Jahre alte Fossil für Europa eine große Sensation?

Antwort: Die Fachwelt war davon überzeugt, dass die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens vor etwa 300.000 Jahren in Europa und Asien ausgestorben ist. Die Atersdatierung der Universität Utrecht hat aber gezeigt, dass diese relativ seltene Großkatze bis ins späte Eiszeitalter in Nordwest-Europa – und damit auch in Eurasien – noch vorkam. In England glaubte man sogar, dass diese Säbelzahnkatze schon vor 500.000 Jahren ausgestorben sei.
Säugetierreste aus dem frühen und mittleren Eiszeitalter vom Nordseeboden sind immer sehr stark versteinert und können durch ihre Mineralisierung und Form sehr gut eingestuft werden. Der Unterkiefer samt Bezahnung von Homotherium war überhaupt nicht versteinert, deswegen haben wir eigentlich sofort feststellen können, dass wir es mit einem geologisch sehr „jungen“ Fund von dieser ausgestorbenen Tierart zu tun haben.

*

DickundMaartendeWaal

Dick Mol und Kapitän Maarten de Waal, mit dessen Fischkutter "GO33", öfter Nordsee-Expeditionen durchgeführt wurden

Frage: Die Nordsee war im Eiszeitalter (ca. 2,6 Millionen Jahre bis etwa 11.700 Jahre) zeitweise Festland. Wie weit reichte dieses „Nordseeland“ maximal nach Norden?

Antwort: Die Nordsee ist kein tiefes Meer. Grosse Teile lagen trocken und gehörten im späten Eiszeitalter zur Mammutsteppe, einem trockenen Grasland. Es war kalt und es gab sehr wenig Bäume. Diese Mammutsteppe erstreckte sich von England im Westen über die Nordsee-Tiefebene, Deutschland, Polen, Russland, die trocken gefallene Beringstraße und Teile des Arktischen Ozeans nach Norden bis zu Nordamerika.

InterviewKarteBritainjpg

Karte der Paläo-Geografie von Nordwest-Europa zur Zeit der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im späten Eiszeitzalter

*

Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen der vor rund 28.000 Jahren auf dem „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Die Zeitgenossen gehören zur so sogenannten Mammutfauna. Dazu zählten Großsäuger wie Wollhaar-Mammute, Wollhaar-Nashörner, Wildpferde, Steppenwisente, Riesenhirsche, Rentiere, Moschusochsen, Hyänen, Höhlenlöwen sowie viele andere große und kleine Tiere.

*

Frage: Im August 2008 ging einem niederländischen Fischkutter in der Nordsee ein weiterer Rest einer Säbelzahnkatze ins Netz. Was ist das Besondere an diesem mehr als 850.000 Jahre alten Fund?

Antwort: Der Kutter „TX1“ hat vom Meeresboden vor der Küste Ost-Englands einen fragmentarisch erhaltenen Oberarmknochen von einer Säbelzahnkatze zu Tage gefördert. Der Fund war schwarz gefärbt und sehr stark versteinert. Es stammt aus Flussablagerungen des frühen Eiszeitalters. Das wissen wir, weil ein Besatzungsmitglied des Kutters „TX1“ die genauen Koordinaten des Fundorts notiert hat und wir die Geologie dieses Teils der Nordsee sehr gut kennen. Dieses Fragment haben wir in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstitutes Senckenberg in Weimar mit Funden der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens von einer bekannten Fundstelle in Thüringen verglichen. Dort konnten wir feststellen, dass der Fund von der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus dem frühen Eiszeitalter stammt.

*

Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen dieser vor mehr als 850.000 Jahren im „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Das Klima war im frühen Eiszeitalter wärmer und feuchter. Die ersten Mammute, das so genannte Südliche Mammut mit einer Schulterhöhe von über 4 Metern und nicht an die Kälte angepasst wie das Wolhaar-Mammut, Ur-Elefanten (Mastodonten), die in Europa und Asien im frühen Eiszeitalter ausgestorben sind, sehr große Wildpferde, große Hirscharten wie der Breitstirnelch und verschiedene Riesenhirscharten waren Mitglieder dieser an Savannen angepassten Tierwelt. Sehr selten waren um diese Zeit ungewöhnlich große Flusspferde, die in Flüssen gelebt haben.

*

Frage: Wer hat als Erster erkannt, dass es sich bei den Funden von 2001 und 2008 aus der Nordsee um Säbelzahnkatzen handelte?

Antwort: Die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens wurde von meinem Freund Klaas Post aus Urk (Niederlande) erworben und vorläufig bestimmt. Wir hatten aber Probleme mit der Bestimmung, weil der Kiefer nicht versteinert war und er nicht mit der Lehrmeinung übereinstimmte, dass Homotherium sehr alt sein muss. Erst im Naturhistorischen Museum Rotterdam, wo Klaas und ich als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind, haben wir zusammen mit Professor Jelle Reumer, dem Direktor des Museums, feststellen können, dass wir es tatsächlich mit Homotherium latidens zu tun haben. Den Fund von 2008 habe ich selbst als große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens bestimmen können. Zusammen mit dem Großkatzenspezialisten Wilrie van Logchem aus Culemborg (Niederlande) habe ich den Fund in Weimar untersucht und beschrieben. Unsere kurze Publikation wurde schon Ende Dezember 2008 gedruckt in der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ).

*

Frage: In Ihren herrlichen Büchern stellen Sie die bekanntesten Gattungen der Säbelzahnkatzen in Wort und Bild vor. Welche Gattung war am größten?

Antwort: In Eurasien war wohl Homotherium crenatidens die größte Säbelzahnkatze. Vor allem die Beine dieses Tieres waren sehr lang und kräftig. Das haben wir auch feststellen können, als wir das Oberarmknochen-Fragment von 2008 aus der Nordsee verglichen haben mit anderen Funden von Raubkatzen, die in der Literatur beschrieben worden sind. Professor Helmut Hemmer aus Mainz, einer der besten Kenner fossiler Großkatzen in Europa, schätzt, dass ein erwachsenes Tier der Gattung Homotherium wohl 400 Kilogramm schwer sein könnte.

*

Frage: Säbelzahnkatzen werden in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Einerseits heißt es, sie seien Aasfresser gewesen, andererseits liest man oft, sie hätten sich als Jäger betätigt. Welche Auffassung vertreten Sie?

Antwort: Ich vertrete die Auffassung, dass die Säbelzahnkatze Homotherium sich auch als Jäger betätigt hat. In unserem Buch beschreiben wir, dass auch die Möglichkeit besteht, dass Homotherium in kleinen Gruppen von vielleicht drei bis vier Individuen gejagt hat. Im Buch sind etliche Zeichnungen von Remie Bakker aus Rotterdam abgebildet, die zeigen, wie eine kleine Gruppe von Homotherium ein junges Mammut jagt.

*

Frage: Säbelzahnkatzen werden teilweise auch als Säbelzahntiger bezeichnet. Hatten diese Raubkatze irgendwelche Gemeinsamkeiten mit Tigern?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen sind schon vor Millionen Jahren entstanden und stehen im Stammbaum weit entfernt von den Tigern, die relativ spät entstanden sind.

*

Frage: Warum findet man nur sehr selten Zähne oder Knochen von Säbelzahnkatzen?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen standen natürlich an der Spitze der Nahrungskette. Sie waren also keine allgemeine Erscheinung. Die Chance, dass Űberreste von ihnen gefunden werden, ist sehr klein. Dafür müssen die richtigen Bedingungen vorhanden sein. Aber es gibt einige Fundstellen, wo man sehr schöne und interessante Entdeckungen von Homotherium gelungen sind wie zum Beispiel in Senèze in der Auvergne in Frankreich.

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Frage: In welchen Museen kann man wichtige Funde von Säbelzahnkatzen bewundern?

Antwort: Der Unterkiefer der kleinen Säbelzahnkatze Homotherium latidens von 2001 aus dem späten Eiszeitalter befindet sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam und ist dort ausgestellt. Der Fund der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus der Nordsee von 2008 befindet sich in der Privatsammlung von Bert Schagen auf der Insel Texel. Auch in England gibt es sehr schöne Fundstücke. Komplette Skelette von Homotherium sind ausgegraben worden an der klassischen Fundstelle Senèze in der Auvergne (Frankreich) und befinden sich in Basel (Schweiz) und Lyon (Frankreich). Auch in Deutschland gibt es sehr wichtige Funde die sich unter anderem in Weimar, Mauer bei Heidelberg und Stuttgart befinden. Die umfangreichen Funde in Weimar sind nicht ausgestellt. Dafür sind diese sehr ausführlich von Professor Hemmer aus Mainz beschrieben und in einer Monografie publiziert. Die Skelette aus der Auvergne sind aber die besten, weil sie so komplett sind.
Eiszeitliche Säbelzahnkatzen sind vor allem in Rancho La Brea mitten im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt worden. Diese gehören aber zur Gattung Smilodon. Diese Tiere waren sehr groß und haben bis zum Ende des Eiszeitalters existiert. Von der Art Smilodon fatalis gibt es Tausende von Funden, darunter sogar komplette Skelette. Einige sind ausgestellt im Museum „Rancho La Brea, Museum of the Tar-Pits“ in Los Angeles. Neben dem Mammut sind die Säbelzahnkatzen von Rancho La Brea wohl die bekanntesten Großsäuger des Eiszeitalters in Nordamerika, denken Sie nur an die Zeichentrickfilme „Ice-Age I“ und „Ice-Age II“.

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Frage: In Ihren beiden Büchern über Säbelzahnkatzen ist ein naturgetreues Modell der löwengroßen Säbelzahnkatze Homotherium zu bewundern, die auch in Deutschland, Österreich und anderen Ländern in Europa nachgewiesen ist. Wer hat dieses sehenswerte Modell geschaffen?

Antwort: Seit Jahren arbeite ich mit den Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam zusammen. Er versteht die Säugetierpaläontologie sehr gut. Őfters war er mit mir unterwegs in Sibirien, auf der Nordsee und im Klondike (Kanada) auf der Suche nach Űberresten eiszeitlicher Säugetiere und immer waren wir erfolgreich. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ein naturgetreues Modell eines Wollhaar-Mammuts hergestellt, das sehr gut gelungen ist. Auf der Weltausstellung „EXPO 2005“ in Japan hatten wir für unser Modell über 6 Millionen Besucher innerhalb von 6 Monaten. Mit Remie haben wir das Modell der Säbelzahnkatze Homotherium latidens aus dem späten Eiszeitalter nach unsere Ideen gebaut und es ist meines Ermessens ebenfalls sehr gut gelungen. Wir sehen diese Säbelzahnkatze auch angepasst an die kalte und trockene Mammutsteppe. Im Rotterdamer Museum haben wir eine kleine Ausstellung gemacht über die spektakulären Nordsee-Funde.

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Frage: Sie genießen weltweit einen sehr guten Ruf als Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter. Für welche Tierarten interessieren Sie sich besonders?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mich für die gesamte Fauna des Eiszeitalters, also sowohl für die Groß- als auch für die Kleinsäuger. Aber es gibt einige Tiere die ich am liebsten studiere wie die Flusspferde und natürlich die Rüsseltiere wie Mammuts, Mastodonten (Ur-Elefanten) und Elefanten.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72

Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt


Interview mit Dick Mol über Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter
Montag, 16. Februar 2009, 12:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HomotheriumMol

Modell der Säbelzahnkatze Homotherium von Remie Bakker und Dick Mol

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Interview mit Dick Mol, international bekannter Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter und einer der vier Autoren der Buches „The Saber-Toothed Cat“ (Englisch) und „De Sabeltandtijger“ (Niederländisch) aus Hoofddorp (Niederlande)

MolundSteppenwisent

Dick Mol mit Schädel eines Steppenwisents aus der Nordsee

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Frage: Von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker ist kürzlich ein reich bebilderter Prachtband über Säbelzahnkatzen in englischer und in niederländischer Sprache erschienen, der das Beste zu diesem Thema darstellt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über diese Raubkatzen zu schreiben und zu veröffentlichen?

Antwort: Vom Nordseeboden zwischen England und den Niederlanden wurde im März 2001 ein Unterkieferast einer Säbelzahnkatze von einem Fischkutter ans Tageslicht geholt. Dieser Fund brachte viel Neues über die Verbreitung und das Vorkommen von Säbelzahnkatzen im Eiszeitalter (Pleistozän) von Nordwest-Europa. Der Fund wurde wissenschaftlich publiziert im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (2003) in den USA. Wir hatten aber sehr viele Daten über diesen Neufund, die wir gerne auch Laien mitteilen wollten. Auch hatten wir sehr viele professionelle Aufnahmen von unseren Nordsee-Expeditionen und dazu kommt natürlich, dass eiszeitliche Großkatzen immer große Anziehungskraft besitzen, ebenso wie das Wollhaar-Mammut, so dass es relativ einfach war, einen Verlag zu finden. Zuerst erschien in Dezember 2007 die niederländische Ausgabe sehr reich illustriert und ein halbes Jahr später die englische Version des Buches. Es handelt sich bei diesem Nordsee-Fund um das späteste Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Eiszeitalter. Eine Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode ergab ein Alter von „nur“ 28.000 Jahren. Somit wurde die Zeit des Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium in Europa um rund 270.000 Jahre verlängert!

BuchSaebelzahnkatzen

Prachtband „The Saber-Toothed Cat“ über Säbelzahnkatzen

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Frage: Warum ist dieses etwa 28.000 Jahre alte Fossil für Europa eine große Sensation?

Antwort: Die Fachwelt war davon überzeugt, dass die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens vor etwa 300.000 Jahren in Europa und Asien ausgestorben ist. Die Atersdatierung der Universität Utrecht hat aber gezeigt, dass diese relativ seltene Großkatze bis ins späte Eiszeitalter in Nordwest-Europa – und damit auch in Eurasien – noch vorkam. In England glaubte man sogar, dass diese Säbelzahnkatze schon vor 500.000 Jahren ausgestorben sei.
Säugetierreste aus dem frühen und mittleren Eiszeitalter vom Nordseeboden sind immer sehr stark versteinert und können durch ihre Mineralisierung und Form sehr gut eingestuft werden. Der Unterkiefer samt Bezahnung von Homotherium war überhaupt nicht versteinert, deswegen haben wir eigentlich sofort feststellen können, dass wir es mit einem geologisch sehr „jungen“ Fund von dieser ausgestorbenen Tierart zu tun haben.

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DickundMaartendeWaal

Dick Mol und Kapitän Maarten de Waal, mit dessen Fischkutter "GO33", öfter Nordsee-Expeditionen durchgeführt wurden

Frage: Die Nordsee war im Eiszeitalter (ca. 2,6 Millionen Jahre bis etwa 11.700 Jahre) zeitweise Festland. Wie weit reichte dieses „Nordseeland“ maximal nach Norden?

Antwort: Die Nordsee ist kein tiefes Meer. Grosse Teile lagen trocken und gehörten im späten Eiszeitalter zur Mammutsteppe, einem trockenen Grasland. Es war kalt und es gab sehr wenig Bäume. Diese Mammutsteppe erstreckte sich von England im Westen über die Nordsee-Tiefebene, Deutschland, Polen, Russland, die trocken gefallene Beringstraße und Teile des Arktischen Ozeans nach Norden bis zu Nordamerika.

InterviewKarteBritainjpg

Karte der Paläo-Geografie von Nordwest-Europa zur Zeit der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im späten Eiszeitzalter

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen der vor rund 28.000 Jahren auf dem „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Die Zeitgenossen gehören zur so sogenannten Mammutfauna. Dazu zählten Großsäuger wie Wollhaar-Mammute, Wollhaar-Nashörner, Wildpferde, Steppenwisente, Riesenhirsche, Rentiere, Moschusochsen, Hyänen, Höhlenlöwen sowie viele andere große und kleine Tiere.

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Frage: Im August 2008 ging einem niederländischen Fischkutter in der Nordsee ein weiterer Rest einer Säbelzahnkatze ins Netz. Was ist das Besondere an diesem mehr als 850.000 Jahre alten Fund?

Antwort: Der Kutter „TX1“ hat vom Meeresboden vor der Küste Ost-Englands einen fragmentarisch erhaltenen Oberarmknochen von einer Säbelzahnkatze zu Tage gefördert. Der Fund war schwarz gefärbt und sehr stark versteinert. Es stammt aus Flussablagerungen des frühen Eiszeitalters. Das wissen wir, weil ein Besatzungsmitglied des Kutters „TX1“ die genauen Koordinaten des Fundorts notiert hat und wir die Geologie dieses Teils der Nordsee sehr gut kennen. Dieses Fragment haben wir in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstitutes Senckenberg in Weimar mit Funden der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens von einer bekannten Fundstelle in Thüringen verglichen. Dort konnten wir feststellen, dass der Fund von der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus dem frühen Eiszeitalter stammt.

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen dieser vor mehr als 850.000 Jahren im „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Das Klima war im frühen Eiszeitalter wärmer und feuchter. Die ersten Mammute, das so genannte Südliche Mammut mit einer Schulterhöhe von über 4 Metern und nicht an die Kälte angepasst wie das Wolhaar-Mammut, Ur-Elefanten (Mastodonten), die in Europa und Asien im frühen Eiszeitalter ausgestorben sind, sehr große Wildpferde, große Hirscharten wie der Breitstirnelch und verschiedene Riesenhirscharten waren Mitglieder dieser an Savannen angepassten Tierwelt. Sehr selten waren um diese Zeit ungewöhnlich große Flusspferde, die in Flüssen gelebt haben.

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Frage: Wer hat als Erster erkannt, dass es sich bei den Funden von 2001 und 2008 aus der Nordsee um Säbelzahnkatzen handelte?

Antwort: Die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens wurde von meinem Freund Klaas Post aus Urk (Niederlande) erworben und vorläufig bestimmt. Wir hatten aber Probleme mit der Bestimmung, weil der Kiefer nicht versteinert war und er nicht mit der Lehrmeinung übereinstimmte, dass Homotherium sehr alt sein muss. Erst im Naturhistorischen Museum Rotterdam, wo Klaas und ich als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind, haben wir zusammen mit Professor Jelle Reumer, dem Direktor des Museums, feststellen können, dass wir es tatsächlich mit Homotherium latidens zu tun haben. Den Fund von 2008 habe ich selbst als große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens bestimmen können. Zusammen mit dem Großkatzenspezialisten Wilrie van Logchem aus Culemborg (Niederlande) habe ich den Fund in Weimar untersucht und beschrieben. Unsere kurze Publikation wurde schon Ende Dezember 2008 gedruckt in der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ).

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Frage: In Ihren herrlichen Büchern stellen Sie die bekanntesten Gattungen der Säbelzahnkatzen in Wort und Bild vor. Welche Gattung war am größten?

Antwort: In Eurasien war wohl Homotherium crenatidens die größte Säbelzahnkatze. Vor allem die Beine dieses Tieres waren sehr lang und kräftig. Das haben wir auch feststellen können, als wir das Oberarmknochen-Fragment von 2008 aus der Nordsee verglichen haben mit anderen Funden von Raubkatzen, die in der Literatur beschrieben worden sind. Professor Helmut Hemmer aus Mainz, einer der besten Kenner fossiler Großkatzen in Europa, schätzt, dass ein erwachsenes Tier der Gattung Homotherium wohl 400 Kilogramm schwer sein könnte.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Einerseits heißt es, sie seien Aasfresser gewesen, andererseits liest man oft, sie hätten sich als Jäger betätigt. Welche Auffassung vertreten Sie?

Antwort: Ich vertrete die Auffassung, dass die Säbelzahnkatze Homotherium sich auch als Jäger betätigt hat. In unserem Buch beschreiben wir, dass auch die Möglichkeit besteht, dass Homotherium in kleinen Gruppen von vielleicht drei bis vier Individuen gejagt hat. Im Buch sind etliche Zeichnungen von Remie Bakker aus Rotterdam abgebildet, die zeigen, wie eine kleine Gruppe von Homotherium ein junges Mammut jagt.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden teilweise auch als Säbelzahntiger bezeichnet. Hatten diese Raubkatze irgendwelche Gemeinsamkeiten mit Tigern?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen sind schon vor Millionen Jahren entstanden und stehen im Stammbaum weit entfernt von den Tigern, die relativ spät entstanden sind.

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Frage: Warum findet man nur sehr selten Zähne oder Knochen von Säbelzahnkatzen?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen standen natürlich an der Spitze der Nahrungskette. Sie waren also keine allgemeine Erscheinung. Die Chance, dass Űberreste von ihnen gefunden werden, ist sehr klein. Dafür müssen die richtigen Bedingungen vorhanden sein. Aber es gibt einige Fundstellen, wo man sehr schöne und interessante Entdeckungen von Homotherium gelungen sind wie zum Beispiel in Senèze in der Auvergne in Frankreich.

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Frage: In welchen Museen kann man wichtige Funde von Säbelzahnkatzen bewundern?

Antwort: Der Unterkiefer der kleinen Säbelzahnkatze Homotherium latidens von 2001 aus dem späten Eiszeitalter befindet sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam und ist dort ausgestellt. Der Fund der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus der Nordsee von 2008 befindet sich in der Privatsammlung von Bert Schagen auf der Insel Texel. Auch in England gibt es sehr schöne Fundstücke. Komplette Skelette von Homotherium sind ausgegraben worden an der klassischen Fundstelle Senèze in der Auvergne (Frankreich) und befinden sich in Basel (Schweiz) und Lyon (Frankreich). Auch in Deutschland gibt es sehr wichtige Funde die sich unter anderem in Weimar, Mauer bei Heidelberg und Stuttgart befinden. Die umfangreichen Funde in Weimar sind nicht ausgestellt. Dafür sind diese sehr ausführlich von Professor Hemmer aus Mainz beschrieben und in einer Monografie publiziert. Die Skelette aus der Auvergne sind aber die besten, weil sie so komplett sind.
Eiszeitliche Säbelzahnkatzen sind vor allem in Rancho La Brea mitten im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt worden. Diese gehören aber zur Gattung Smilodon. Diese Tiere waren sehr groß und haben bis zum Ende des Eiszeitalters existiert. Von der Art Smilodon fatalis gibt es Tausende von Funden, darunter sogar komplette Skelette. Einige sind ausgestellt im Museum „Rancho La Brea, Museum of the Tar-Pits“ in Los Angeles. Neben dem Mammut sind die Säbelzahnkatzen von Rancho La Brea wohl die bekanntesten Großsäuger des Eiszeitalters in Nordamerika, denken Sie nur an die Zeichentrickfilme „Ice-Age I“ und „Ice-Age II“.

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Frage: In Ihren beiden Büchern über Säbelzahnkatzen ist ein naturgetreues Modell der löwengroßen Säbelzahnkatze Homotherium zu bewundern, die auch in Deutschland, Österreich und anderen Ländern in Europa nachgewiesen ist. Wer hat dieses sehenswerte Modell geschaffen?

Antwort: Seit Jahren arbeite ich mit den Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam zusammen. Er versteht die Säugetierpaläontologie sehr gut. Őfters war er mit mir unterwegs in Sibirien, auf der Nordsee und im Klondike (Kanada) auf der Suche nach Űberresten eiszeitlicher Säugetiere und immer waren wir erfolgreich. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ein naturgetreues Modell eines Wollhaar-Mammuts hergestellt, das sehr gut gelungen ist. Auf der Weltausstellung „EXPO 2005“ in Japan hatten wir für unser Modell über 6 Millionen Besucher innerhalb von 6 Monaten. Mit Remie haben wir das Modell der Säbelzahnkatze Homotherium latidens aus dem späten Eiszeitalter nach unsere Ideen gebaut und es ist meines Ermessens ebenfalls sehr gut gelungen. Wir sehen diese Säbelzahnkatze auch angepasst an die kalte und trockene Mammutsteppe. Im Rotterdamer Museum haben wir eine kleine Ausstellung gemacht über die spektakulären Nordsee-Funde.

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Frage: Sie genießen weltweit einen sehr guten Ruf als Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter. Für welche Tierarten interessieren Sie sich besonders?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mich für die gesamte Fauna des Eiszeitalters, also sowohl für die Groß- als auch für die Kleinsäuger. Aber es gibt einige Tiere die ich am liebsten studiere wie die Flusspferde und natürlich die Rüsseltiere wie Mammuts, Mastodonten (Ur-Elefanten) und Elefanten.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72

Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt


Interview mit Dick Mol über Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter
Montag, 16. Februar 2009, 12:45:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
HomotheriumMol

Modell der Säbelzahnkatze Homotherium von Remie Bakker und Dick Mol

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Interview mit Dick Mol, international bekannter Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter und einer der vier Autoren der Buches „The Saber-Toothed Cat“ (Englisch) und „De Sabeltandtijger“ (Niederländisch) aus Hoofddorp (Niederlande)

MolundSteppenwisent

Dick Mol mit Schädel eines Steppenwisents aus der Nordsee

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Frage: Von Dick Mol, Wilrie van Logchem, Kees van Hooijdonk und Remie Bakker ist kürzlich ein reich bebilderter Prachtband über Säbelzahnkatzen in englischer und in niederländischer Sprache erschienen, der das Beste zu diesem Thema darstellt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über diese Raubkatzen zu schreiben und zu veröffentlichen?

Antwort: Vom Nordseeboden zwischen England und den Niederlanden wurde im März 2001 ein Unterkieferast einer Säbelzahnkatze von einem Fischkutter ans Tageslicht geholt. Dieser Fund brachte viel Neues über die Verbreitung und das Vorkommen von Säbelzahnkatzen im Eiszeitalter (Pleistozän) von Nordwest-Europa. Der Fund wurde wissenschaftlich publiziert im „Journal of Vertebrate Paleontology“ (2003) in den USA. Wir hatten aber sehr viele Daten über diesen Neufund, die wir gerne auch Laien mitteilen wollten. Auch hatten wir sehr viele professionelle Aufnahmen von unseren Nordsee-Expeditionen und dazu kommt natürlich, dass eiszeitliche Großkatzen immer große Anziehungskraft besitzen, ebenso wie das Wollhaar-Mammut, so dass es relativ einfach war, einen Verlag zu finden. Zuerst erschien in Dezember 2007 die niederländische Ausgabe sehr reich illustriert und ein halbes Jahr später die englische Version des Buches. Es handelt sich bei diesem Nordsee-Fund um das späteste Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Eiszeitalter. Eine Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode ergab ein Alter von „nur“ 28.000 Jahren. Somit wurde die Zeit des Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium in Europa um rund 270.000 Jahre verlängert!

BuchSaebelzahnkatzen

Prachtband „The Saber-Toothed Cat“ über Säbelzahnkatzen

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Frage: Warum ist dieses etwa 28.000 Jahre alte Fossil für Europa eine große Sensation?

Antwort: Die Fachwelt war davon überzeugt, dass die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens vor etwa 300.000 Jahren in Europa und Asien ausgestorben ist. Die Atersdatierung der Universität Utrecht hat aber gezeigt, dass diese relativ seltene Großkatze bis ins späte Eiszeitalter in Nordwest-Europa – und damit auch in Eurasien – noch vorkam. In England glaubte man sogar, dass diese Säbelzahnkatze schon vor 500.000 Jahren ausgestorben sei.
Säugetierreste aus dem frühen und mittleren Eiszeitalter vom Nordseeboden sind immer sehr stark versteinert und können durch ihre Mineralisierung und Form sehr gut eingestuft werden. Der Unterkiefer samt Bezahnung von Homotherium war überhaupt nicht versteinert, deswegen haben wir eigentlich sofort feststellen können, dass wir es mit einem geologisch sehr „jungen“ Fund von dieser ausgestorbenen Tierart zu tun haben.

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DickundMaartendeWaal

Dick Mol und Kapitän Maarten de Waal, mit dessen Fischkutter "GO33", öfter Nordsee-Expeditionen durchgeführt wurden

Frage: Die Nordsee war im Eiszeitalter (ca. 2,6 Millionen Jahre bis etwa 11.700 Jahre) zeitweise Festland. Wie weit reichte dieses „Nordseeland“ maximal nach Norden?

Antwort: Die Nordsee ist kein tiefes Meer. Grosse Teile lagen trocken und gehörten im späten Eiszeitalter zur Mammutsteppe, einem trockenen Grasland. Es war kalt und es gab sehr wenig Bäume. Diese Mammutsteppe erstreckte sich von England im Westen über die Nordsee-Tiefebene, Deutschland, Polen, Russland, die trocken gefallene Beringstraße und Teile des Arktischen Ozeans nach Norden bis zu Nordamerika.

InterviewKarteBritainjpg

Karte der Paläo-Geografie von Nordwest-Europa zur Zeit der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im späten Eiszeitzalter

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen der vor rund 28.000 Jahren auf dem „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Die Zeitgenossen gehören zur so sogenannten Mammutfauna. Dazu zählten Großsäuger wie Wollhaar-Mammute, Wollhaar-Nashörner, Wildpferde, Steppenwisente, Riesenhirsche, Rentiere, Moschusochsen, Hyänen, Höhlenlöwen sowie viele andere große und kleine Tiere.

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Frage: Im August 2008 ging einem niederländischen Fischkutter in der Nordsee ein weiterer Rest einer Säbelzahnkatze ins Netz. Was ist das Besondere an diesem mehr als 850.000 Jahre alten Fund?

Antwort: Der Kutter „TX1“ hat vom Meeresboden vor der Küste Ost-Englands einen fragmentarisch erhaltenen Oberarmknochen von einer Säbelzahnkatze zu Tage gefördert. Der Fund war schwarz gefärbt und sehr stark versteinert. Es stammt aus Flussablagerungen des frühen Eiszeitalters. Das wissen wir, weil ein Besatzungsmitglied des Kutters „TX1“ die genauen Koordinaten des Fundorts notiert hat und wir die Geologie dieses Teils der Nordsee sehr gut kennen. Dieses Fragment haben wir in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie des Forschungsinstitutes Senckenberg in Weimar mit Funden der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens von einer bekannten Fundstelle in Thüringen verglichen. Dort konnten wir feststellen, dass der Fund von der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus dem frühen Eiszeitalter stammt.

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Frage: Welche Tiere waren Zeitgenossen dieser vor mehr als 850.000 Jahren im „Nordseeland“ lebenden Säbelzahnkatze?

Antwort: Das Klima war im frühen Eiszeitalter wärmer und feuchter. Die ersten Mammute, das so genannte Südliche Mammut mit einer Schulterhöhe von über 4 Metern und nicht an die Kälte angepasst wie das Wolhaar-Mammut, Ur-Elefanten (Mastodonten), die in Europa und Asien im frühen Eiszeitalter ausgestorben sind, sehr große Wildpferde, große Hirscharten wie der Breitstirnelch und verschiedene Riesenhirscharten waren Mitglieder dieser an Savannen angepassten Tierwelt. Sehr selten waren um diese Zeit ungewöhnlich große Flusspferde, die in Flüssen gelebt haben.

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Frage: Wer hat als Erster erkannt, dass es sich bei den Funden von 2001 und 2008 aus der Nordsee um Säbelzahnkatzen handelte?

Antwort: Die kleine Säbelzahnkatze Homotherium latidens wurde von meinem Freund Klaas Post aus Urk (Niederlande) erworben und vorläufig bestimmt. Wir hatten aber Probleme mit der Bestimmung, weil der Kiefer nicht versteinert war und er nicht mit der Lehrmeinung übereinstimmte, dass Homotherium sehr alt sein muss. Erst im Naturhistorischen Museum Rotterdam, wo Klaas und ich als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind, haben wir zusammen mit Professor Jelle Reumer, dem Direktor des Museums, feststellen können, dass wir es tatsächlich mit Homotherium latidens zu tun haben. Den Fund von 2008 habe ich selbst als große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens bestimmen können. Zusammen mit dem Großkatzenspezialisten Wilrie van Logchem aus Culemborg (Niederlande) habe ich den Fund in Weimar untersucht und beschrieben. Unsere kurze Publikation wurde schon Ende Dezember 2008 gedruckt in der Zeitschrift „Cranium“ der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere (WPZ).

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Frage: In Ihren herrlichen Büchern stellen Sie die bekanntesten Gattungen der Säbelzahnkatzen in Wort und Bild vor. Welche Gattung war am größten?

Antwort: In Eurasien war wohl Homotherium crenatidens die größte Säbelzahnkatze. Vor allem die Beine dieses Tieres waren sehr lang und kräftig. Das haben wir auch feststellen können, als wir das Oberarmknochen-Fragment von 2008 aus der Nordsee verglichen haben mit anderen Funden von Raubkatzen, die in der Literatur beschrieben worden sind. Professor Helmut Hemmer aus Mainz, einer der besten Kenner fossiler Großkatzen in Europa, schätzt, dass ein erwachsenes Tier der Gattung Homotherium wohl 400 Kilogramm schwer sein könnte.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Einerseits heißt es, sie seien Aasfresser gewesen, andererseits liest man oft, sie hätten sich als Jäger betätigt. Welche Auffassung vertreten Sie?

Antwort: Ich vertrete die Auffassung, dass die Säbelzahnkatze Homotherium sich auch als Jäger betätigt hat. In unserem Buch beschreiben wir, dass auch die Möglichkeit besteht, dass Homotherium in kleinen Gruppen von vielleicht drei bis vier Individuen gejagt hat. Im Buch sind etliche Zeichnungen von Remie Bakker aus Rotterdam abgebildet, die zeigen, wie eine kleine Gruppe von Homotherium ein junges Mammut jagt.

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Frage: Säbelzahnkatzen werden teilweise auch als Säbelzahntiger bezeichnet. Hatten diese Raubkatze irgendwelche Gemeinsamkeiten mit Tigern?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen sind schon vor Millionen Jahren entstanden und stehen im Stammbaum weit entfernt von den Tigern, die relativ spät entstanden sind.

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Frage: Warum findet man nur sehr selten Zähne oder Knochen von Säbelzahnkatzen?

Antwort: Die Säbelzahnkatzen standen natürlich an der Spitze der Nahrungskette. Sie waren also keine allgemeine Erscheinung. Die Chance, dass Űberreste von ihnen gefunden werden, ist sehr klein. Dafür müssen die richtigen Bedingungen vorhanden sein. Aber es gibt einige Fundstellen, wo man sehr schöne und interessante Entdeckungen von Homotherium gelungen sind wie zum Beispiel in Senèze in der Auvergne in Frankreich.

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Frage: In welchen Museen kann man wichtige Funde von Säbelzahnkatzen bewundern?

Antwort: Der Unterkiefer der kleinen Säbelzahnkatze Homotherium latidens von 2001 aus dem späten Eiszeitalter befindet sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam und ist dort ausgestellt. Der Fund der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens aus der Nordsee von 2008 befindet sich in der Privatsammlung von Bert Schagen auf der Insel Texel. Auch in England gibt es sehr schöne Fundstücke. Komplette Skelette von Homotherium sind ausgegraben worden an der klassischen Fundstelle Senèze in der Auvergne (Frankreich) und befinden sich in Basel (Schweiz) und Lyon (Frankreich). Auch in Deutschland gibt es sehr wichtige Funde die sich unter anderem in Weimar, Mauer bei Heidelberg und Stuttgart befinden. Die umfangreichen Funde in Weimar sind nicht ausgestellt. Dafür sind diese sehr ausführlich von Professor Hemmer aus Mainz beschrieben und in einer Monografie publiziert. Die Skelette aus der Auvergne sind aber die besten, weil sie so komplett sind.
Eiszeitliche Säbelzahnkatzen sind vor allem in Rancho La Brea mitten im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt worden. Diese gehören aber zur Gattung Smilodon. Diese Tiere waren sehr groß und haben bis zum Ende des Eiszeitalters existiert. Von der Art Smilodon fatalis gibt es Tausende von Funden, darunter sogar komplette Skelette. Einige sind ausgestellt im Museum „Rancho La Brea, Museum of the Tar-Pits“ in Los Angeles. Neben dem Mammut sind die Säbelzahnkatzen von Rancho La Brea wohl die bekanntesten Großsäuger des Eiszeitalters in Nordamerika, denken Sie nur an die Zeichentrickfilme „Ice-Age I“ und „Ice-Age II“.

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Frage: In Ihren beiden Büchern über Säbelzahnkatzen ist ein naturgetreues Modell der löwengroßen Säbelzahnkatze Homotherium zu bewundern, die auch in Deutschland, Österreich und anderen Ländern in Europa nachgewiesen ist. Wer hat dieses sehenswerte Modell geschaffen?

Antwort: Seit Jahren arbeite ich mit den Bildhauer Remie Bakker aus Rotterdam zusammen. Er versteht die Säugetierpaläontologie sehr gut. Őfters war er mit mir unterwegs in Sibirien, auf der Nordsee und im Klondike (Kanada) auf der Suche nach Űberresten eiszeitlicher Säugetiere und immer waren wir erfolgreich. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ein naturgetreues Modell eines Wollhaar-Mammuts hergestellt, das sehr gut gelungen ist. Auf der Weltausstellung „EXPO 2005“ in Japan hatten wir für unser Modell über 6 Millionen Besucher innerhalb von 6 Monaten. Mit Remie haben wir das Modell der Säbelzahnkatze Homotherium latidens aus dem späten Eiszeitalter nach unsere Ideen gebaut und es ist meines Ermessens ebenfalls sehr gut gelungen. Wir sehen diese Säbelzahnkatze auch angepasst an die kalte und trockene Mammutsteppe. Im Rotterdamer Museum haben wir eine kleine Ausstellung gemacht über die spektakulären Nordsee-Funde.

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Frage: Sie genießen weltweit einen sehr guten Ruf als Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter. Für welche Tierarten interessieren Sie sich besonders?

Antwort: Eigentlich interessiere ich mich für die gesamte Fauna des Eiszeitalters, also sowohl für die Groß- als auch für die Kleinsäuger. Aber es gibt einige Tiere die ich am liebsten studiere wie die Flusspferde und natürlich die Rüsseltiere wie Mammuts, Mastodonten (Ur-Elefanten) und Elefanten.

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Frage: Wo kann man Ihre schönen Bücher über Säbelzahnkatzen kaufen?

Antwort: Sowohl die Englische Ausgabe („The Saber-Toothed Cat“) als auch die Niederländische Ausgabe („De Sabeltand Tijger“) sind erhältlich beim Verlag:
Uitgeverij DrukWare, Geert Jan Engelmoer, Batinge 3, NL-9331 KS Norg, Niederlande.
Telefon: +31 (0) 59 26 13 537
Mobil: +31 (0) 6 52 13 80 72

Bestellungen im Internet unter:
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl (Niederländisch)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt


Interview mit Mammut-Experte Dick Mol über den Waldelefanten von Kaloneri
Dienstag, 23. Dezember 2008, 17:35:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Das Kaloneri-Team 2008 unter dem imposanten Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri. Foto: Kaloneri-Team


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Interview mit dem niederländischen Mammut-Experten Dick Mol

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Das Kaloneri-Team stellt den Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri auf. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Herr Mol, Sie haben in Griechenland zusammen mit Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki einen Schädelrest mit riesigen Stoßzähnen von einem Waldelefanten aufgestellt. Was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Griechenland ist sehr reich an Säugetier-Funden aus dem Pliozän und Pleistozän (Eiszeitalter). Das gilt auch für fossile Rüsseltiere. In Milia, West-Mazedonien (Griechenland), arbeite ich seit einigen Jahren mit Frau Professor Evangelia Tsoukala zusammen. Dort haben wir 2006 einen Mastodonten (Zitzenzahn-Elefanten) aus dem späten Pliozän ausgegraben. Dieses Rüsseltier hat fast gerade Stoßzähne gehabt mit einer Länge von sage und schreibe 502 Zentimetern!
Kurz bevor wir im Sommer 2006 unsere Ausgrabung in Milia angefangen haben, hat Frau Tsoukala mit ihrem Team im Nachbarort Kaloneri eine Notausgrabung durchgeführt. Dort wurde bei Autobahnarbeiten ein Teilskelett von einem pleistozänen Waldelefanten (Elephas antiquus) vom Bulldozer zerstört. Ein Teil des Schädels mitsamt Stoßzähnen konnte gerettet werden.
Im Sommer 2008 haben wir den Fund, der in einer Schule in Gipshülsen aufbewahrt wird, präpariert. An der Schädelmorphologie und den geraden Stoßzähnen habe ich festgestellt, dass es sich um einen männlichen Waldelefanten handelt. Diese Art war im Pleistozän vor ungefähr 700.000 bis 28.000 Jahren weit verbreitet. Während der Eem-Warmzeit (etwa 127.000 bis 115.000 Jahre) haben viele dieser wärmelebenden Rüsseltiere auch am Oberrhein in Deutschland und in England gelebt. Der Trafalgar Square in London war in der Eem-Warmzeit von Waldelefanten bewohnt.
Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Bericht über das Vorkommen von Waldelefanten in Griechenland. Dieser Fund war neu und deswegen von großem Interesse. Wir haben sofort feststellen können, dass bei unserem Waldelefanten-Fund von 2006 bereits zu Lebzeiten der rechte Stoßzahn gebrochen war. Vielleicht hat das Tier einen Unfall gehabt oder sein Stoßzahn ist bei einem Streit mit einem anderen Bullen gebrochen.

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Ausgrabung des Waldelefanten von Kaloneri (West-Mazedonien) in Griechenland. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Wann, wo und wie wurde der Schädelrest des Waldelefanten in Griechenland entdeckt?

Antwort: Dieser Waldelefant wurde 2006 in Kaloneri, West-Mazedonien, ausgegraben. Sein genaues geologisches Alter ist noch nicht bekannt, es dürfte wohl spätes Mittel- oder frühes Spät-Pleistozän gewesen sein. Es handelt sich um ein männliches Tier, das – nach den Stosszahnen zu urteilen – schon ein hohes Alter erreicht hatte.
Dieser Fund gehört der Ortschaft Kaloneri. Der Bürgermeister von Kaloneri hat uns gebeten, diesen Schädel mitsamt Stoßzähnen im neuen Rathaus von Kaloneri auszustellen. Das haben wir Mitte Dezember 2008 gemacht. Es ist eine kleine, aber sehr eindrucksvolle Ausstellung in der Halle des Rathauses von Kaloneri geworden.
Innerhalb einer Woche haben wir zusammen mit einigen Mitgliedern unseres Teams von der Aristoteles-Universität aus Thessaloniki die Ausstellung eingerichtet.
Auch im Museum von Milia, das schon sehr bekannt ist wegen der riesigen Stoßzähne vom Mastodonten, haben wir mit der Künstlerin Dimitra Labretsa zusammengearbeitet. Nach meinen Angaben hat sie letztes Jahr eine eindrucksvolle Rekonstruktion des Rüsseltieres Mammut borsoni, des etwa drei Millionen Jahre alten so genannten Mastodonten von Milia, angefertigt.
Das haben wir jetzt auch in Kaloneri gemacht. Mit den aus Holland mitgebrachten Waldelefanten-Unterlagen hat Frau Labretsa unter Leitung von mir und Frau Tsoukala ein sehr schönes Bild auf einer großen Wand hergestellt. Daneben haben wir die Schädelteile des Waldelefanten von Kaloneri ausgestellt.
Sehr gut ist zu sehen, dass der rechte Stoßzahn erheblich kürzer ist als der linke. Die Zahnspitze ist nach dem Bruch wieder sehr intensiv von dem Tier benutzt worden. Deswegen ist die Zahnspitze flach geschliffen und poliert.

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Schädelfragment von Mammuthus meridionalis (NESTI, 1825) im Museum Montevarcchi, Valdarno, Italien. Die Stoßzähne bei Mammuten sind spiralförmig gekrümmt. Foto: Kaloneri-Team

Frage: War 2008 für Sie als Mammut-Experten ein gutes Jahr?

Antwort: Ja, 2008 war sehr erfolgreich. Nicht nur der Nordseeboden zwischen Holland und England hat wieder viele neue Funde geliefert. In Frankreich war ich beteiligt an der Ausgrabung des Schädels von einem Steppen-Mammut. In Italien habe ich eine sehr interessante Sammlung mit vielen Originalfunden in Turin studieren können. Auch sind noch zwei Bücher herausgekommen. Ein anderes ist fast druckreif und wird voraussichtlich im März 2009 erscheinen. Mit vielen schönen Gemälden von Remie Bakker, einem holländischen Künstler aus Rotterdam, mit dem ich seit mehreren Jahren zusammenarbeite.

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Frage: Haben Sie 2009 als Mammut-Experte etwas Besonderes vor?

Antwort: Im Januar werde ich nach Jakutien (Ost-Sibirien) fliegen. Dort arbeite ich in einer Eishöhle an dem fast kompletten Kadaver eines Wollhaarnashorns (Coelodonta antiquitatis). Einen besseren Anfang für 2009 hätte ich mir nicht wünschen koennen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der die Weblogs http://internet-zeitung.blogspot.com und http://wissenschafts-news.blog.de betreibt.


Interview mit Mammut-Experte Dick Mol über den Waldelefanten von Kaloneri
Dienstag, 23. Dezember 2008, 17:35:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Das Kaloneri-Team 2008 unter dem imposanten Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri. Foto: Kaloneri-Team


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Interview mit dem niederländischen Mammut-Experten Dick Mol

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Das Kaloneri-Team stellt den Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri auf. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Herr Mol, Sie haben in Griechenland zusammen mit Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki einen Schädelrest mit riesigen Stoßzähnen von einem Waldelefanten aufgestellt. Was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Griechenland ist sehr reich an Säugetier-Funden aus dem Pliozän und Pleistozän (Eiszeitalter). Das gilt auch für fossile Rüsseltiere. In Milia, West-Mazedonien (Griechenland), arbeite ich seit einigen Jahren mit Frau Professor Evangelia Tsoukala zusammen. Dort haben wir 2006 einen Mastodonten (Zitzenzahn-Elefanten) aus dem späten Pliozän ausgegraben. Dieses Rüsseltier hat fast gerade Stoßzähne gehabt mit einer Länge von sage und schreibe 502 Zentimetern!
Kurz bevor wir im Sommer 2006 unsere Ausgrabung in Milia angefangen haben, hat Frau Tsoukala mit ihrem Team im Nachbarort Kaloneri eine Notausgrabung durchgeführt. Dort wurde bei Autobahnarbeiten ein Teilskelett von einem pleistozänen Waldelefanten (Elephas antiquus) vom Bulldozer zerstört. Ein Teil des Schädels mitsamt Stoßzähnen konnte gerettet werden.
Im Sommer 2008 haben wir den Fund, der in einer Schule in Gipshülsen aufbewahrt wird, präpariert. An der Schädelmorphologie und den geraden Stoßzähnen habe ich festgestellt, dass es sich um einen männlichen Waldelefanten handelt. Diese Art war im Pleistozän vor ungefähr 700.000 bis 28.000 Jahren weit verbreitet. Während der Eem-Warmzeit (etwa 127.000 bis 115.000 Jahre) haben viele dieser wärmelebenden Rüsseltiere auch am Oberrhein in Deutschland und in England gelebt. Der Trafalgar Square in London war in der Eem-Warmzeit von Waldelefanten bewohnt.
Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Bericht über das Vorkommen von Waldelefanten in Griechenland. Dieser Fund war neu und deswegen von großem Interesse. Wir haben sofort feststellen können, dass bei unserem Waldelefanten-Fund von 2006 bereits zu Lebzeiten der rechte Stoßzahn gebrochen war. Vielleicht hat das Tier einen Unfall gehabt oder sein Stoßzahn ist bei einem Streit mit einem anderen Bullen gebrochen.

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Ausgrabung des Waldelefanten von Kaloneri (West-Mazedonien) in Griechenland. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Wann, wo und wie wurde der Schädelrest des Waldelefanten in Griechenland entdeckt?

Antwort: Dieser Waldelefant wurde 2006 in Kaloneri, West-Mazedonien, ausgegraben. Sein genaues geologisches Alter ist noch nicht bekannt, es dürfte wohl spätes Mittel- oder frühes Spät-Pleistozän gewesen sein. Es handelt sich um ein männliches Tier, das – nach den Stosszahnen zu urteilen – schon ein hohes Alter erreicht hatte.
Dieser Fund gehört der Ortschaft Kaloneri. Der Bürgermeister von Kaloneri hat uns gebeten, diesen Schädel mitsamt Stoßzähnen im neuen Rathaus von Kaloneri auszustellen. Das haben wir Mitte Dezember 2008 gemacht. Es ist eine kleine, aber sehr eindrucksvolle Ausstellung in der Halle des Rathauses von Kaloneri geworden.
Innerhalb einer Woche haben wir zusammen mit einigen Mitgliedern unseres Teams von der Aristoteles-Universität aus Thessaloniki die Ausstellung eingerichtet.
Auch im Museum von Milia, das schon sehr bekannt ist wegen der riesigen Stoßzähne vom Mastodonten, haben wir mit der Künstlerin Dimitra Labretsa zusammengearbeitet. Nach meinen Angaben hat sie letztes Jahr eine eindrucksvolle Rekonstruktion des Rüsseltieres Mammut borsoni, des etwa drei Millionen Jahre alten so genannten Mastodonten von Milia, angefertigt.
Das haben wir jetzt auch in Kaloneri gemacht. Mit den aus Holland mitgebrachten Waldelefanten-Unterlagen hat Frau Labretsa unter Leitung von mir und Frau Tsoukala ein sehr schönes Bild auf einer großen Wand hergestellt. Daneben haben wir die Schädelteile des Waldelefanten von Kaloneri ausgestellt.
Sehr gut ist zu sehen, dass der rechte Stoßzahn erheblich kürzer ist als der linke. Die Zahnspitze ist nach dem Bruch wieder sehr intensiv von dem Tier benutzt worden. Deswegen ist die Zahnspitze flach geschliffen und poliert.

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Schädelfragment von Mammuthus meridionalis (NESTI, 1825) im Museum Montevarcchi, Valdarno, Italien. Die Stoßzähne bei Mammuten sind spiralförmig gekrümmt. Foto: Kaloneri-Team

Frage: War 2008 für Sie als Mammut-Experten ein gutes Jahr?

Antwort: Ja, 2008 war sehr erfolgreich. Nicht nur der Nordseeboden zwischen Holland und England hat wieder viele neue Funde geliefert. In Frankreich war ich beteiligt an der Ausgrabung des Schädels von einem Steppen-Mammut. In Italien habe ich eine sehr interessante Sammlung mit vielen Originalfunden in Turin studieren können. Auch sind noch zwei Bücher herausgekommen. Ein anderes ist fast druckreif und wird voraussichtlich im März 2009 erscheinen. Mit vielen schönen Gemälden von Remie Bakker, einem holländischen Künstler aus Rotterdam, mit dem ich seit mehreren Jahren zusammenarbeite.

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Frage: Haben Sie 2009 als Mammut-Experte etwas Besonderes vor?

Antwort: Im Januar werde ich nach Jakutien (Ost-Sibirien) fliegen. Dort arbeite ich in einer Eishöhle an dem fast kompletten Kadaver eines Wollhaarnashorns (Coelodonta antiquitatis). Einen besseren Anfang für 2009 hätte ich mir nicht wünschen koennen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der die Weblogs http://internet-zeitung.blogspot.com und http://wissenschafts-news.blog.de betreibt.


Interview mit Mammut-Experte Dick Mol über den Waldelefanten von Kaloneri
Dienstag, 23. Dezember 2008, 17:35:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Das Kaloneri-Team 2008 unter dem imposanten Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri. Foto: Kaloneri-Team


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Interview mit dem niederländischen Mammut-Experten Dick Mol

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Das Kaloneri-Team stellt den Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri auf. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Herr Mol, Sie haben in Griechenland zusammen mit Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki einen Schädelrest mit riesigen Stoßzähnen von einem Waldelefanten aufgestellt. Was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Griechenland ist sehr reich an Säugetier-Funden aus dem Pliozän und Pleistozän (Eiszeitalter). Das gilt auch für fossile Rüsseltiere. In Milia, West-Mazedonien (Griechenland), arbeite ich seit einigen Jahren mit Frau Professor Evangelia Tsoukala zusammen. Dort haben wir 2006 einen Mastodonten (Zitzenzahn-Elefanten) aus dem späten Pliozän ausgegraben. Dieses Rüsseltier hat fast gerade Stoßzähne gehabt mit einer Länge von sage und schreibe 502 Zentimetern!
Kurz bevor wir im Sommer 2006 unsere Ausgrabung in Milia angefangen haben, hat Frau Tsoukala mit ihrem Team im Nachbarort Kaloneri eine Notausgrabung durchgeführt. Dort wurde bei Autobahnarbeiten ein Teilskelett von einem pleistozänen Waldelefanten (Elephas antiquus) vom Bulldozer zerstört. Ein Teil des Schädels mitsamt Stoßzähnen konnte gerettet werden.
Im Sommer 2008 haben wir den Fund, der in einer Schule in Gipshülsen aufbewahrt wird, präpariert. An der Schädelmorphologie und den geraden Stoßzähnen habe ich festgestellt, dass es sich um einen männlichen Waldelefanten handelt. Diese Art war im Pleistozän vor ungefähr 700.000 bis 28.000 Jahren weit verbreitet. Während der Eem-Warmzeit (etwa 127.000 bis 115.000 Jahre) haben viele dieser wärmelebenden Rüsseltiere auch am Oberrhein in Deutschland und in England gelebt. Der Trafalgar Square in London war in der Eem-Warmzeit von Waldelefanten bewohnt.
Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Bericht über das Vorkommen von Waldelefanten in Griechenland. Dieser Fund war neu und deswegen von großem Interesse. Wir haben sofort feststellen können, dass bei unserem Waldelefanten-Fund von 2006 bereits zu Lebzeiten der rechte Stoßzahn gebrochen war. Vielleicht hat das Tier einen Unfall gehabt oder sein Stoßzahn ist bei einem Streit mit einem anderen Bullen gebrochen.

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Ausgrabung des Waldelefanten von Kaloneri (West-Mazedonien) in Griechenland. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Wann, wo und wie wurde der Schädelrest des Waldelefanten in Griechenland entdeckt?

Antwort: Dieser Waldelefant wurde 2006 in Kaloneri, West-Mazedonien, ausgegraben. Sein genaues geologisches Alter ist noch nicht bekannt, es dürfte wohl spätes Mittel- oder frühes Spät-Pleistozän gewesen sein. Es handelt sich um ein männliches Tier, das – nach den Stosszahnen zu urteilen – schon ein hohes Alter erreicht hatte.
Dieser Fund gehört der Ortschaft Kaloneri. Der Bürgermeister von Kaloneri hat uns gebeten, diesen Schädel mitsamt Stoßzähnen im neuen Rathaus von Kaloneri auszustellen. Das haben wir Mitte Dezember 2008 gemacht. Es ist eine kleine, aber sehr eindrucksvolle Ausstellung in der Halle des Rathauses von Kaloneri geworden.
Innerhalb einer Woche haben wir zusammen mit einigen Mitgliedern unseres Teams von der Aristoteles-Universität aus Thessaloniki die Ausstellung eingerichtet.
Auch im Museum von Milia, das schon sehr bekannt ist wegen der riesigen Stoßzähne vom Mastodonten, haben wir mit der Künstlerin Dimitra Labretsa zusammengearbeitet. Nach meinen Angaben hat sie letztes Jahr eine eindrucksvolle Rekonstruktion des Rüsseltieres Mammut borsoni, des etwa drei Millionen Jahre alten so genannten Mastodonten von Milia, angefertigt.
Das haben wir jetzt auch in Kaloneri gemacht. Mit den aus Holland mitgebrachten Waldelefanten-Unterlagen hat Frau Labretsa unter Leitung von mir und Frau Tsoukala ein sehr schönes Bild auf einer großen Wand hergestellt. Daneben haben wir die Schädelteile des Waldelefanten von Kaloneri ausgestellt.
Sehr gut ist zu sehen, dass der rechte Stoßzahn erheblich kürzer ist als der linke. Die Zahnspitze ist nach dem Bruch wieder sehr intensiv von dem Tier benutzt worden. Deswegen ist die Zahnspitze flach geschliffen und poliert.

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Schädelfragment von Mammuthus meridionalis (NESTI, 1825) im Museum Montevarcchi, Valdarno, Italien. Die Stoßzähne bei Mammuten sind spiralförmig gekrümmt. Foto: Kaloneri-Team

Frage: War 2008 für Sie als Mammut-Experten ein gutes Jahr?

Antwort: Ja, 2008 war sehr erfolgreich. Nicht nur der Nordseeboden zwischen Holland und England hat wieder viele neue Funde geliefert. In Frankreich war ich beteiligt an der Ausgrabung des Schädels von einem Steppen-Mammut. In Italien habe ich eine sehr interessante Sammlung mit vielen Originalfunden in Turin studieren können. Auch sind noch zwei Bücher herausgekommen. Ein anderes ist fast druckreif und wird voraussichtlich im März 2009 erscheinen. Mit vielen schönen Gemälden von Remie Bakker, einem holländischen Künstler aus Rotterdam, mit dem ich seit mehreren Jahren zusammenarbeite.

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Frage: Haben Sie 2009 als Mammut-Experte etwas Besonderes vor?

Antwort: Im Januar werde ich nach Jakutien (Ost-Sibirien) fliegen. Dort arbeite ich in einer Eishöhle an dem fast kompletten Kadaver eines Wollhaarnashorns (Coelodonta antiquitatis). Einen besseren Anfang für 2009 hätte ich mir nicht wünschen koennen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der die Weblogs http://internet-zeitung.blogspot.com und http://wissenschafts-news.blog.de betreibt.


Interview mit Mammut-Experte Dick Mol über den Waldelefanten von Kaloneri
Dienstag, 23. Dezember 2008, 17:35:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Das Kaloneri-Team 2008 unter dem imposanten Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri. Foto: Kaloneri-Team


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Interview mit dem niederländischen Mammut-Experten Dick Mol

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Das Kaloneri-Team stellt den Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri auf. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Herr Mol, Sie haben in Griechenland zusammen mit Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki einen Schädelrest mit riesigen Stoßzähnen von einem Waldelefanten aufgestellt. Was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Griechenland ist sehr reich an Säugetier-Funden aus dem Pliozän und Pleistozän (Eiszeitalter). Das gilt auch für fossile Rüsseltiere. In Milia, West-Mazedonien (Griechenland), arbeite ich seit einigen Jahren mit Frau Professor Evangelia Tsoukala zusammen. Dort haben wir 2006 einen Mastodonten (Zitzenzahn-Elefanten) aus dem späten Pliozän ausgegraben. Dieses Rüsseltier hat fast gerade Stoßzähne gehabt mit einer Länge von sage und schreibe 502 Zentimetern!
Kurz bevor wir im Sommer 2006 unsere Ausgrabung in Milia angefangen haben, hat Frau Tsoukala mit ihrem Team im Nachbarort Kaloneri eine Notausgrabung durchgeführt. Dort wurde bei Autobahnarbeiten ein Teilskelett von einem pleistozänen Waldelefanten (Elephas antiquus) vom Bulldozer zerstört. Ein Teil des Schädels mitsamt Stoßzähnen konnte gerettet werden.
Im Sommer 2008 haben wir den Fund, der in einer Schule in Gipshülsen aufbewahrt wird, präpariert. An der Schädelmorphologie und den geraden Stoßzähnen habe ich festgestellt, dass es sich um einen männlichen Waldelefanten handelt. Diese Art war im Pleistozän vor ungefähr 700.000 bis 28.000 Jahren weit verbreitet. Während der Eem-Warmzeit (etwa 127.000 bis 115.000 Jahre) haben viele dieser wärmelebenden Rüsseltiere auch am Oberrhein in Deutschland und in England gelebt. Der Trafalgar Square in London war in der Eem-Warmzeit von Waldelefanten bewohnt.
Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Bericht über das Vorkommen von Waldelefanten in Griechenland. Dieser Fund war neu und deswegen von großem Interesse. Wir haben sofort feststellen können, dass bei unserem Waldelefanten-Fund von 2006 bereits zu Lebzeiten der rechte Stoßzahn gebrochen war. Vielleicht hat das Tier einen Unfall gehabt oder sein Stoßzahn ist bei einem Streit mit einem anderen Bullen gebrochen.

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Ausgrabung des Waldelefanten von Kaloneri (West-Mazedonien) in Griechenland. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Wann, wo und wie wurde der Schädelrest des Waldelefanten in Griechenland entdeckt?

Antwort: Dieser Waldelefant wurde 2006 in Kaloneri, West-Mazedonien, ausgegraben. Sein genaues geologisches Alter ist noch nicht bekannt, es dürfte wohl spätes Mittel- oder frühes Spät-Pleistozän gewesen sein. Es handelt sich um ein männliches Tier, das – nach den Stosszahnen zu urteilen – schon ein hohes Alter erreicht hatte.
Dieser Fund gehört der Ortschaft Kaloneri. Der Bürgermeister von Kaloneri hat uns gebeten, diesen Schädel mitsamt Stoßzähnen im neuen Rathaus von Kaloneri auszustellen. Das haben wir Mitte Dezember 2008 gemacht. Es ist eine kleine, aber sehr eindrucksvolle Ausstellung in der Halle des Rathauses von Kaloneri geworden.
Innerhalb einer Woche haben wir zusammen mit einigen Mitgliedern unseres Teams von der Aristoteles-Universität aus Thessaloniki die Ausstellung eingerichtet.
Auch im Museum von Milia, das schon sehr bekannt ist wegen der riesigen Stoßzähne vom Mastodonten, haben wir mit der Künstlerin Dimitra Labretsa zusammengearbeitet. Nach meinen Angaben hat sie letztes Jahr eine eindrucksvolle Rekonstruktion des Rüsseltieres Mammut borsoni, des etwa drei Millionen Jahre alten so genannten Mastodonten von Milia, angefertigt.
Das haben wir jetzt auch in Kaloneri gemacht. Mit den aus Holland mitgebrachten Waldelefanten-Unterlagen hat Frau Labretsa unter Leitung von mir und Frau Tsoukala ein sehr schönes Bild auf einer großen Wand hergestellt. Daneben haben wir die Schädelteile des Waldelefanten von Kaloneri ausgestellt.
Sehr gut ist zu sehen, dass der rechte Stoßzahn erheblich kürzer ist als der linke. Die Zahnspitze ist nach dem Bruch wieder sehr intensiv von dem Tier benutzt worden. Deswegen ist die Zahnspitze flach geschliffen und poliert.

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Schädelfragment von Mammuthus meridionalis (NESTI, 1825) im Museum Montevarcchi, Valdarno, Italien. Die Stoßzähne bei Mammuten sind spiralförmig gekrümmt. Foto: Kaloneri-Team

Frage: War 2008 für Sie als Mammut-Experten ein gutes Jahr?

Antwort: Ja, 2008 war sehr erfolgreich. Nicht nur der Nordseeboden zwischen Holland und England hat wieder viele neue Funde geliefert. In Frankreich war ich beteiligt an der Ausgrabung des Schädels von einem Steppen-Mammut. In Italien habe ich eine sehr interessante Sammlung mit vielen Originalfunden in Turin studieren können. Auch sind noch zwei Bücher herausgekommen. Ein anderes ist fast druckreif und wird voraussichtlich im März 2009 erscheinen. Mit vielen schönen Gemälden von Remie Bakker, einem holländischen Künstler aus Rotterdam, mit dem ich seit mehreren Jahren zusammenarbeite.

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Frage: Haben Sie 2009 als Mammut-Experte etwas Besonderes vor?

Antwort: Im Januar werde ich nach Jakutien (Ost-Sibirien) fliegen. Dort arbeite ich in einer Eishöhle an dem fast kompletten Kadaver eines Wollhaarnashorns (Coelodonta antiquitatis). Einen besseren Anfang für 2009 hätte ich mir nicht wünschen koennen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der die Weblogs http://internet-zeitung.blogspot.com und http://wissenschafts-news.blog.de betreibt.


Interview mit Mammut-Experte Dick Mol über den Waldelefanten von Kaloneri
Dienstag, 23. Dezember 2008, 17:35:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Das Kaloneri-Team 2008 unter dem imposanten Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri. Foto: Kaloneri-Team


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Interview mit dem niederländischen Mammut-Experten Dick Mol

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Das Kaloneri-Team stellt den Waldelefanten-Schädelrest im Rathaus von Kaloneri auf. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Herr Mol, Sie haben in Griechenland zusammen mit Professor Evangelia Tsoukala von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki einen Schädelrest mit riesigen Stoßzähnen von einem Waldelefanten aufgestellt. Was ist das Besondere an diesem Fund?

Antwort: Griechenland ist sehr reich an Säugetier-Funden aus dem Pliozän und Pleistozän (Eiszeitalter). Das gilt auch für fossile Rüsseltiere. In Milia, West-Mazedonien (Griechenland), arbeite ich seit einigen Jahren mit Frau Professor Evangelia Tsoukala zusammen. Dort haben wir 2006 einen Mastodonten (Zitzenzahn-Elefanten) aus dem späten Pliozän ausgegraben. Dieses Rüsseltier hat fast gerade Stoßzähne gehabt mit einer Länge von sage und schreibe 502 Zentimetern!
Kurz bevor wir im Sommer 2006 unsere Ausgrabung in Milia angefangen haben, hat Frau Tsoukala mit ihrem Team im Nachbarort Kaloneri eine Notausgrabung durchgeführt. Dort wurde bei Autobahnarbeiten ein Teilskelett von einem pleistozänen Waldelefanten (Elephas antiquus) vom Bulldozer zerstört. Ein Teil des Schädels mitsamt Stoßzähnen konnte gerettet werden.
Im Sommer 2008 haben wir den Fund, der in einer Schule in Gipshülsen aufbewahrt wird, präpariert. An der Schädelmorphologie und den geraden Stoßzähnen habe ich festgestellt, dass es sich um einen männlichen Waldelefanten handelt. Diese Art war im Pleistozän vor ungefähr 700.000 bis 28.000 Jahren weit verbreitet. Während der Eem-Warmzeit (etwa 127.000 bis 115.000 Jahre) haben viele dieser wärmelebenden Rüsseltiere auch am Oberrhein in Deutschland und in England gelebt. Der Trafalgar Square in London war in der Eem-Warmzeit von Waldelefanten bewohnt.
Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Bericht über das Vorkommen von Waldelefanten in Griechenland. Dieser Fund war neu und deswegen von großem Interesse. Wir haben sofort feststellen können, dass bei unserem Waldelefanten-Fund von 2006 bereits zu Lebzeiten der rechte Stoßzahn gebrochen war. Vielleicht hat das Tier einen Unfall gehabt oder sein Stoßzahn ist bei einem Streit mit einem anderen Bullen gebrochen.

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Ausgrabung des Waldelefanten von Kaloneri (West-Mazedonien) in Griechenland. Foto: Kaloneri-Team

Frage: Wann, wo und wie wurde der Schädelrest des Waldelefanten in Griechenland entdeckt?

Antwort: Dieser Waldelefant wurde 2006 in Kaloneri, West-Mazedonien, ausgegraben. Sein genaues geologisches Alter ist noch nicht bekannt, es dürfte wohl spätes Mittel- oder frühes Spät-Pleistozän gewesen sein. Es handelt sich um ein männliches Tier, das – nach den Stosszahnen zu urteilen – schon ein hohes Alter erreicht hatte.
Dieser Fund gehört der Ortschaft Kaloneri. Der Bürgermeister von Kaloneri hat uns gebeten, diesen Schädel mitsamt Stoßzähnen im neuen Rathaus von Kaloneri auszustellen. Das haben wir Mitte Dezember 2008 gemacht. Es ist eine kleine, aber sehr eindrucksvolle Ausstellung in der Halle des Rathauses von Kaloneri geworden.
Innerhalb einer Woche haben wir zusammen mit einigen Mitgliedern unseres Teams von der Aristoteles-Universität aus Thessaloniki die Ausstellung eingerichtet.
Auch im Museum von Milia, das schon sehr bekannt ist wegen der riesigen Stoßzähne vom Mastodonten, haben wir mit der Künstlerin Dimitra Labretsa zusammengearbeitet. Nach meinen Angaben hat sie letztes Jahr eine eindrucksvolle Rekonstruktion des Rüsseltieres Mammut borsoni, des etwa drei Millionen Jahre alten so genannten Mastodonten von Milia, angefertigt.
Das haben wir jetzt auch in Kaloneri gemacht. Mit den aus Holland mitgebrachten Waldelefanten-Unterlagen hat Frau Labretsa unter Leitung von mir und Frau Tsoukala ein sehr schönes Bild auf einer großen Wand hergestellt. Daneben haben wir die Schädelteile des Waldelefanten von Kaloneri ausgestellt.
Sehr gut ist zu sehen, dass der rechte Stoßzahn erheblich kürzer ist als der linke. Die Zahnspitze ist nach dem Bruch wieder sehr intensiv von dem Tier benutzt worden. Deswegen ist die Zahnspitze flach geschliffen und poliert.

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Schädelfragment von Mammuthus meridionalis (NESTI, 1825) im Museum Montevarcchi, Valdarno, Italien. Die Stoßzähne bei Mammuten sind spiralförmig gekrümmt. Foto: Kaloneri-Team

Frage: War 2008 für Sie als Mammut-Experten ein gutes Jahr?

Antwort: Ja, 2008 war sehr erfolgreich. Nicht nur der Nordseeboden zwischen Holland und England hat wieder viele neue Funde geliefert. In Frankreich war ich beteiligt an der Ausgrabung des Schädels von einem Steppen-Mammut. In Italien habe ich eine sehr interessante Sammlung mit vielen Originalfunden in Turin studieren können. Auch sind noch zwei Bücher herausgekommen. Ein anderes ist fast druckreif und wird voraussichtlich im März 2009 erscheinen. Mit vielen schönen Gemälden von Remie Bakker, einem holländischen Künstler aus Rotterdam, mit dem ich seit mehreren Jahren zusammenarbeite.

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Frage: Haben Sie 2009 als Mammut-Experte etwas Besonderes vor?

Antwort: Im Januar werde ich nach Jakutien (Ost-Sibirien) fliegen. Dort arbeite ich in einer Eishöhle an dem fast kompletten Kadaver eines Wollhaarnashorns (Coelodonta antiquitatis). Einen besseren Anfang für 2009 hätte ich mir nicht wünschen koennen.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der die Weblogs http://internet-zeitung.blogspot.com und http://wissenschafts-news.blog.de betreibt.


Interview mit Dick Mol ("Mister Mammoth")
Sonntag, 23. November 2008, 16:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Dick Mol bei einer Ausgrabung. Foto: Wilrie van Logchem

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Interview mit Dick Mol, international anerkannter niederländischer Mammut-Experte aus Hoofddorp bei Amsterdam

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Frage: Herr Mol, seit wann interessieren Sie sich für Mammuts?

Antwort: Ich habe 1968 angefangen Fossilien zu sammeln. Damals wohnte ich an der deutsch-niederländischen Grenze in Winterswijk. Die Umgebung von Winterswijk gilt als ein so genannte geologisches Mosaik. Dort gibt es einen sehr großen Steinbruch mit Gesteinen aus der Trias, genauer gesagt aus dem Muschelkalk. In verschiedenen Bachbetten liegen Schichten aus dem Jura und so weiter. In manchen Tongruben findet man Ablagerungen aus dem Oligozän und Miozän. Überall konnten Fossilien gefunden werden. Ich habe dort sehr viel entdeckt. Die Fossilien – wie Fußabdrücke von Nothosauriern oder Ammoniten, Belemniten, Haifischzähne und vor allem Walknochen aus dem Miozän – habe ich immer dem Geologischen Museum in Leiden geschenkt. Dieses Museum in Leiden hiess damals "Rijksmuseum van Geologie en Mineralogie". Heute ist es zusammen mit dem "Rijksmuseum voor Natuurlijke Historie" untergebracht im "Nationaal Natuurhistorisch Museum Naturalis" zu Leiden. Als ich dort das erste Mal hinkam, habe ich die sehr umfangreiche Sammlung von Mammutknochen auf dem Dachboden gesehen. Davon war ich sehr beeindruckt. Mammuts, nein, davon konnte man in meiner Gegend keine Überreste sammeln.

*

Frage: Was fasziniert Sie an Mammuts?

Antwort: Mammute kennt jeder. Aber es gibt sehr viele Annahmen, die nicht richtig sind. Diese falschen Annahmen möchte ich korrigieren. Nein, Mammute, und damit meine ich das Wollhaar- Mammut (Mammuthus primigenius) haben nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammute sind Elefanten, brauchen sehr viel Futter, etwa 180 bis 200 Kilogramm am Tag, und das haben diese Tiere nicht auf verschneiten Tundren gefunden. Nein, Mammute sind gar nicht so groß, wie man denkt, und sie haben auf trockenen Grassteppen gelebt. Von England im Westen über ganz Europa, Asien bis nach Nord-Amerika gab es im Spätglazial der Weichsel-Eiszeit eine Mammut-Steppe: kalt und trocken. Bäume wuchsen kaum.

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Frage: Haben Sie in Ihrem Beruf mit Mammuts zu tun?

Antwort: Am Flughafen Amsterdam bin ich als Zollbeamter tätig. Unter anderem bin ich Sachbearbeiter für das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Cites). Ja, Elfenbein von Mammuts aus dem Dauerfrostboden und auch daraus hergestellte Objekte sehe ich öfters vorbei kommen und erkenne sie auch sofort. Habe aber auch zu tun mit Elfenbein von heutigen Elefanten aus Afrika und auch aus Asien. Obwohl der Handel mit Elfenbein nicht gestattet ist, werden doch noch regelmäßig Schmuggler gefasst. Meine Kenntnisse über Elefanten im Allgemeinem sind dann ein großer Vorteil.

*

Frage: Wie wird man – so wie Sie – zum international anerkannten Mammut-Experten?

Antwort: Seit Anfang der 1970-er Jahre war ich befreundet mit Dr. Paul Sondaar, einem inzwischen verstorbenen niederländischen Paläontologen von der Universität Utrecht. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Mit ihm war ich sehr viel unterwegs. Viele Fundstellen, aber auch internationale Konferenzen haben wir gemeinsam besucht. 1983 hat er mich zu einer Konferenz auf Sardinien eingeladen. Dort habe ich dann meinen ersten Vortrag über Rüsseltier-Reste vom Nordseeboden gehalten. Dabei ging es über Mastodonten aus dem Pliozän, die ersten Mammuts in Europa, über Waldelefanten aus der Eem-Warmzeit bis zum Wollhaar-Mammut. Das war ein großer Erfolg. Danach kamen Einladungen aus aller Welt.

1997 habe ich zusammen mit Bernard Buigues aus Paris ein großes Projekt in Sibirien angefangen: „Who or what killed the Mammoths?“. Bei diesem Projekt war ich verantwortlich für die wissenschaftliche Koordination. Ich habe ein großes Team aufgebaut mit über 40 Wissenschaftlern aus aller Welt. Damals habe ich viele neue Ideen entwickelt, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt ein ganz anderes Bild vom Mammut und dem Aussterben dieses Eiszeit-Riesen haben.

Dazu kommt, dass ich natürlich 100-prozentige Freiheit habe. Ich bin als ehrenamtlicher Forscher tätig am Naturhistorischen Museum in Rotterdam. Zusammen mit dem Musee Crozatier in le Puy-en-Velay, Haute Loire, Frankreich, unternehme ich eigene Expeditionen. Es scheint so, dass die Medien immer an eiszeitlichen Säugetieren wie Mammuts als Eiszeit-Symbol interessiert sind. Ob ich jetzt in Weimar in Deutschland bin oder in Basel in der Schweiz oder im Yukon in Kanada, immer werde ich gebeten, Vorträge zu halten und mit Journalisten zu sprechen. Das mache ich gerne, und das Interessante daran ist, dass ich immer davon lerne. Die Gespräche gehen natürlich über Mammuts und so weiter, aber immer wird geforscht, warum ich nicht mein Geld damit verdiene. Ich mache die Paläontologie aus Liebe.

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Frage: Das Mammut wurde 1799 von dem deutschen Gelehrten Johann Friedrich Blumenbach als Erster wissenschaftlich beschrieben, weiß man heute alles über dieses Rüsseltier?

Antwort: Ja, wir denken, dass wir alles wissen, aber immer gibt es noch etwas zu lernen. Dass die Mammuts ausgestorben sind, weiß jeder. Aber was hat das Aussterben verursacht. Darüber sind wir noch nicht klar. Interdisziplinäre Studien können dazu beitragen. Wie hat die Umwelt des Mammuts ausgesehen, warum ist ihr Biotop verschwunden? Da gibt es noch viel zu lernen. Haben die Mammuts ein Sozialleben geführt wie die heutigen Elefanten? Darüber wissen wir sehr wenig. Auch da können wir von den Fossilien noch sehr viel erfahren. Darum muss das Fach Säugetierpaläontologie unterstützt werden. Wenn wir die Vergangenheit der Tiere verstehen, sind wir vielleicht in der Lage die Tiere in Afrika erfolgreicher zu schützen.

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Frage: Wie hoch und schwer waren die größten Mammute?

Antwort: Während des Eiszeitalters (Pleistozäns) vor etwa 2,6 Millionen bis 11.500 Jahren vor heute hat es in Europa drei verschiedene Mammuts gegeben. Im Früh-Pleistozän das Südliche Mammut (Mammuthus meridionalis) mit einer Schulterhöhe von 4,20 Meter, im Mittel-Pleistozän das Steppenmammut (Mammuthus trogontheri) und im Spät-Pleistozän das Wollhaar-Mammut (Mammuthus primigenius). Davon ist das Wollhaar-Mammut das kleinste mit einer Durchschnitts-Schulterhöhe von etwa 2,60 Meter und einem Gewicht von etwa 4.000 bis 5.000 Kilogramm. Wir müssen aber berücksichtigen, dass bei Mammuts die männlichen Tiere erheblich größer als die weiblichen Tiere waren. Auch haben die männlichen Tiere größere, längere und mehr spiralförmig gekrümmte Stosszähne gehabt.

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Frage: Warum sind nach Ihrer Meinung die Mammuts ausgestorben?

Antwort: Das Aussterben von Großsäugetieren am Ende des Eiszeitalters wurde durch Klimaänderungen verursacht. Durch diese dramatischen Veränderungen ist die Umwelt des Mammuts verschwunden und damit auch das Mammut selbst.

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Frage: Kann man aus dem Erbgut von Mammut-Mumien ein Mammut wieder auferstehen lassen?

Antwort: Nein, ich bin davon überzeugt, dass die Wiederauferstehung des Mammuts unmöglich ist. Dafür bräuchte man intaktes Erbgut, und das ist im Dauerfrostboden Sibiriens nicht vorhanden.

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Frage: Gibt es falsche Meinungen über Mammuts?

Antwort: Ja, sehr viele. Erstens: es hat verschiedene Arten gegeben. Die Mammuts waren nicht sehr groß. Mammuts haben nicht alle sehr große Stoßzähne gehabt und sie haben vor allem nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammuts haben die spätpleistozäne Mammutsteppe bewohnt. Mammuts sind wie Elefanten in Afrika sehr soziale Tiere gewesen.

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Frage: Sie haben oft an der Bergung von Mammuts teilgenommen, welche Entdeckungen werden Sie nie vergessen?

Antwort: Ich werde keine vergessen. Von allen Entdeckungen und Ausgrabungen werden viele Notizen gemacht, alles wird sehr gut dokumentiert. Darüber hinaus haben wir auch immer einen professioneller Fotografen mit dabei. Aber das 1998/1999 ausgegrabene Jarkov- Mammut hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Als wir anfingen, in der Eishöhle von Khatnaga auf der Taymir-Halbinsel im Arktischen Sibirien mit Heißluftgebläsen das Mammut aufzutauen, hat es sehr stark gestunken. Als ob man den Stall der Elefanten in einem Zoo betritt. Für mich war es ein herrlicher Geruch. So hat ein Mammut gerochen. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

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Frage: Ist in den Niederlanden die Suche nach Mammut-Fossilien erlaubt?

Antwort: Ja, das ist erlaubt. Es gibt in den Niederlanden sehr viele Überreste von eiszeitlichen Großsäugetieren. Die kleinen Museen haben oft sehr große Sammlungen. Auch gibt es sehr viele Amateure, die sehr gut dokumentierte Sammlungen betreuen. 350 Sammler von eiszeitliche Säugetieren gibt es in diesem kleinen Land und auch noch sehr gut organisiert in der WPZ, der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere, siehe http://www.pleistocenemammals.com

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Dick Mol mit Fossilfund aus der Nordsee. Foto: Rene Bleuanus

Frage: Beim Fischfang in der Nordsee werden immer wieder Knochen oder Zähne von Tieren aus dem Eiszeitalter in den Netzen entdeckt, welche Arten sind am meisten im Fundgut vertreten?

Antwort: Wir können verschiedene pleistozäne Faunen aus der Nordsee unterscheiden: Früh, mittel- und spätpleistozäne und auch frühholozäne Faunen. Es sind komplette Faunenlisten bekannt. Eine dieser Faunen möchte ich kurz erwähnen: Die spätpleistozäne Mammut-Fauna mit Tieren wie Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenbison, Riesenhirsch, Rentier, Otter, Biber, Moschusochse, Höhlenlöwe, Säbelzahnkatze, Bär, Vielfraß, Fuchs, Hyäne, Hasen und viele andere.

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Frage: Besitzen Sie eine Sammlung von Mammut-Fossilien und welche Funde liegen Ihnen am meisten am Herzen?

Antwort: In meiner Privatsammlung, die eines Tages in einem Museum untergebracht werden soll, befinden sich über 20.000 Mammut-Teile. Nicht nur Knochen und Backenzähne, sondern auch Weichteile aus dem Dauerfrostboden Sibiriens und Nord-Amerikas. Dazu auch Überreste von anderen Tieren aus dem ganzen Eiszeitalter: Riesenhirsche, Rinder, Raubtiere, Antilopen und so weiter. In der Gefriertruhe liegt seit 1997 ein Pfund Mammutfleisch aus Sibirien. Das ist ein ungewöhnliches Fossil. Außerdem besitze ich Kot von Mammuts aus Nord-Amerika und Sibirien.

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Friedje Mol bei der Ausgrabung eines Mammutschädels in der Auvergne (Frankreich) 2008. Foto: Frederic Lacombat

Frage: Teilen Ihre Frau Friedje und Ihre zwei Kinder Ihre Begeisterung für Mammute?

Antwort: Ja, die kennen mich nicht anders als einen leidenschaftlicher Sammler und Untersucher. Darüber hinaus bin ich sehr oft im Ausland. Meine Frau Friedje geht öfters mit, war mit in Sibirien, auf den Channel Islands vor der Küste von Kalifornien, Patagonien und so weiter. Sie hatte das Erlebnis, ein komplettes Skelett von Mammuthus exillis auf Santa Rosa mit auszugraben. Das ist ein Zwerg-Mammut mit etwa 1,60 Meter Schulterhöhe. Meine Kinder sind schon längere Zeit selbstständig und wohnen nicht mehr daheim.

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Frage: Gibt es in den Niederlanden ein Museum, das besonders interessante Mammut-Funde zeigt?

Antwort: Ich kenne fast alle Mammut-Sammlungen auf der Welt. Das Naturhistorische Museum Naturalis in Leiden ist – was Mammute betrifft – das größte der Welt. Ich kenne die Sammlungen sehr gut. Die Sammlungen sind so umfangreich, dass wir vor 10 Jahren in der Lage waren, ein sehr schönes Mammut-Skelett daraus aufzubauen. Das Skelett ist jetzt der „Eye-Catcher“ des Museums.

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Frage: Sie sind einer der Autoren eines Buches über Säbelzahnkatzen, wie kam es dazu?

Antwort: Als wir einen Unterkieferast von einer Säbelzahnkatze in der Nordsee entdeckt haben und feststellten, dass es sich um die Gattung Homotherium aus dem Spätpleistozän (nur 28.000 Jahre vor heute) handelt, war die Hölle los. Keiner hatte gedacht, dass die Säbelzahnkatzen in Nordwest-Europa noch so lange vorkamen. Jetzt ist das weltweit akzeptiert. Es hat uns viel Arbeit und Energie gekostet, die Untersuchungen (darunter viele Vergleichsstudien im Ausland, sechs Radiocarbon-Altersdatierungen und verschiedene Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Publikationen) durchzuführen. Deshalb haben wir uns entschlossen, all unsere Erkenntnisse über diesen Sensationsfund in einem allgemein verständlichen Buch zu publizieren . Wenn ich den Besprechungen des Buches glauben darf, dann ist es gut gelungen. Es ist jetzt nicht nur in niederländischer, sondern auch in englischer Sprache erhältlich.

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Frage: Erhalten Sie in Ihrer Eigenschaft als Mammut-Experte viele Anfragen von Laien und anderen Experten?

Antwort: Ja, täglich und aus aller Welt. Heutzutage geht das dank des Internet ja sehr schnell. Es ist einfach, Adressen zu bekommen, wo man Fragen stellen kann. Im Durchschnitt habe ich etwa 20 bis 30 Nachfragen pro Tag. Mammute haben fast überall in der nördlichen Hemisphäre gelebt und ihre Überreste werden tagtäglich gefunden. Man möchte fast immer wissen, was haben wir denn da!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst
http://wissenschafts-news.blog.de und
http://mammut-zeitung.blogspot.com

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Buch von Dick Mol in Deutsch:

Dick Mol / Christian de Marliave / Bernard Buigues: Mammutsuche in Sibirien.
Roseni Verlag, ISBN 3981046927
http://www.amazon.de/Mammutsuche-Sibirien-Dick-Mol/dp/3981046927


Interview mit Dick Mol ("Mister Mammoth")
Sonntag, 23. November 2008, 16:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Dick Mol bei einer Ausgrabung. Foto: Wilrie van Logchem

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Interview mit Dick Mol, international anerkannter niederländischer Mammut-Experte aus Hoofddorp bei Amsterdam

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Frage: Herr Mol, seit wann interessieren Sie sich für Mammuts?

Antwort: Ich habe 1968 angefangen Fossilien zu sammeln. Damals wohnte ich an der deutsch-niederländischen Grenze in Winterswijk. Die Umgebung von Winterswijk gilt als ein so genannte geologisches Mosaik. Dort gibt es einen sehr großen Steinbruch mit Gesteinen aus der Trias, genauer gesagt aus dem Muschelkalk. In verschiedenen Bachbetten liegen Schichten aus dem Jura und so weiter. In manchen Tongruben findet man Ablagerungen aus dem Oligozän und Miozän. Überall konnten Fossilien gefunden werden. Ich habe dort sehr viel entdeckt. Die Fossilien – wie Fußabdrücke von Nothosauriern oder Ammoniten, Belemniten, Haifischzähne und vor allem Walknochen aus dem Miozän – habe ich immer dem Geologischen Museum in Leiden geschenkt. Dieses Museum in Leiden hiess damals "Rijksmuseum van Geologie en Mineralogie". Heute ist es zusammen mit dem "Rijksmuseum voor Natuurlijke Historie" untergebracht im "Nationaal Natuurhistorisch Museum Naturalis" zu Leiden. Als ich dort das erste Mal hinkam, habe ich die sehr umfangreiche Sammlung von Mammutknochen auf dem Dachboden gesehen. Davon war ich sehr beeindruckt. Mammuts, nein, davon konnte man in meiner Gegend keine Überreste sammeln.

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Frage: Was fasziniert Sie an Mammuts?

Antwort: Mammute kennt jeder. Aber es gibt sehr viele Annahmen, die nicht richtig sind. Diese falschen Annahmen möchte ich korrigieren. Nein, Mammute, und damit meine ich das Wollhaar- Mammut (Mammuthus primigenius) haben nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammute sind Elefanten, brauchen sehr viel Futter, etwa 180 bis 200 Kilogramm am Tag, und das haben diese Tiere nicht auf verschneiten Tundren gefunden. Nein, Mammute sind gar nicht so groß, wie man denkt, und sie haben auf trockenen Grassteppen gelebt. Von England im Westen über ganz Europa, Asien bis nach Nord-Amerika gab es im Spätglazial der Weichsel-Eiszeit eine Mammut-Steppe: kalt und trocken. Bäume wuchsen kaum.

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Frage: Haben Sie in Ihrem Beruf mit Mammuts zu tun?

Antwort: Am Flughafen Amsterdam bin ich als Zollbeamter tätig. Unter anderem bin ich Sachbearbeiter für das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Cites). Ja, Elfenbein von Mammuts aus dem Dauerfrostboden und auch daraus hergestellte Objekte sehe ich öfters vorbei kommen und erkenne sie auch sofort. Habe aber auch zu tun mit Elfenbein von heutigen Elefanten aus Afrika und auch aus Asien. Obwohl der Handel mit Elfenbein nicht gestattet ist, werden doch noch regelmäßig Schmuggler gefasst. Meine Kenntnisse über Elefanten im Allgemeinem sind dann ein großer Vorteil.

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Frage: Wie wird man – so wie Sie – zum international anerkannten Mammut-Experten?

Antwort: Seit Anfang der 1970-er Jahre war ich befreundet mit Dr. Paul Sondaar, einem inzwischen verstorbenen niederländischen Paläontologen von der Universität Utrecht. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Mit ihm war ich sehr viel unterwegs. Viele Fundstellen, aber auch internationale Konferenzen haben wir gemeinsam besucht. 1983 hat er mich zu einer Konferenz auf Sardinien eingeladen. Dort habe ich dann meinen ersten Vortrag über Rüsseltier-Reste vom Nordseeboden gehalten. Dabei ging es über Mastodonten aus dem Pliozän, die ersten Mammuts in Europa, über Waldelefanten aus der Eem-Warmzeit bis zum Wollhaar-Mammut. Das war ein großer Erfolg. Danach kamen Einladungen aus aller Welt.

1997 habe ich zusammen mit Bernard Buigues aus Paris ein großes Projekt in Sibirien angefangen: „Who or what killed the Mammoths?“. Bei diesem Projekt war ich verantwortlich für die wissenschaftliche Koordination. Ich habe ein großes Team aufgebaut mit über 40 Wissenschaftlern aus aller Welt. Damals habe ich viele neue Ideen entwickelt, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt ein ganz anderes Bild vom Mammut und dem Aussterben dieses Eiszeit-Riesen haben.

Dazu kommt, dass ich natürlich 100-prozentige Freiheit habe. Ich bin als ehrenamtlicher Forscher tätig am Naturhistorischen Museum in Rotterdam. Zusammen mit dem Musee Crozatier in le Puy-en-Velay, Haute Loire, Frankreich, unternehme ich eigene Expeditionen. Es scheint so, dass die Medien immer an eiszeitlichen Säugetieren wie Mammuts als Eiszeit-Symbol interessiert sind. Ob ich jetzt in Weimar in Deutschland bin oder in Basel in der Schweiz oder im Yukon in Kanada, immer werde ich gebeten, Vorträge zu halten und mit Journalisten zu sprechen. Das mache ich gerne, und das Interessante daran ist, dass ich immer davon lerne. Die Gespräche gehen natürlich über Mammuts und so weiter, aber immer wird geforscht, warum ich nicht mein Geld damit verdiene. Ich mache die Paläontologie aus Liebe.

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Frage: Das Mammut wurde 1799 von dem deutschen Gelehrten Johann Friedrich Blumenbach als Erster wissenschaftlich beschrieben, weiß man heute alles über dieses Rüsseltier?

Antwort: Ja, wir denken, dass wir alles wissen, aber immer gibt es noch etwas zu lernen. Dass die Mammuts ausgestorben sind, weiß jeder. Aber was hat das Aussterben verursacht. Darüber sind wir noch nicht klar. Interdisziplinäre Studien können dazu beitragen. Wie hat die Umwelt des Mammuts ausgesehen, warum ist ihr Biotop verschwunden? Da gibt es noch viel zu lernen. Haben die Mammuts ein Sozialleben geführt wie die heutigen Elefanten? Darüber wissen wir sehr wenig. Auch da können wir von den Fossilien noch sehr viel erfahren. Darum muss das Fach Säugetierpaläontologie unterstützt werden. Wenn wir die Vergangenheit der Tiere verstehen, sind wir vielleicht in der Lage die Tiere in Afrika erfolgreicher zu schützen.

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Frage: Wie hoch und schwer waren die größten Mammute?

Antwort: Während des Eiszeitalters (Pleistozäns) vor etwa 2,6 Millionen bis 11.500 Jahren vor heute hat es in Europa drei verschiedene Mammuts gegeben. Im Früh-Pleistozän das Südliche Mammut (Mammuthus meridionalis) mit einer Schulterhöhe von 4,20 Meter, im Mittel-Pleistozän das Steppenmammut (Mammuthus trogontheri) und im Spät-Pleistozän das Wollhaar-Mammut (Mammuthus primigenius). Davon ist das Wollhaar-Mammut das kleinste mit einer Durchschnitts-Schulterhöhe von etwa 2,60 Meter und einem Gewicht von etwa 4.000 bis 5.000 Kilogramm. Wir müssen aber berücksichtigen, dass bei Mammuts die männlichen Tiere erheblich größer als die weiblichen Tiere waren. Auch haben die männlichen Tiere größere, längere und mehr spiralförmig gekrümmte Stosszähne gehabt.

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Frage: Warum sind nach Ihrer Meinung die Mammuts ausgestorben?

Antwort: Das Aussterben von Großsäugetieren am Ende des Eiszeitalters wurde durch Klimaänderungen verursacht. Durch diese dramatischen Veränderungen ist die Umwelt des Mammuts verschwunden und damit auch das Mammut selbst.

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Frage: Kann man aus dem Erbgut von Mammut-Mumien ein Mammut wieder auferstehen lassen?

Antwort: Nein, ich bin davon überzeugt, dass die Wiederauferstehung des Mammuts unmöglich ist. Dafür bräuchte man intaktes Erbgut, und das ist im Dauerfrostboden Sibiriens nicht vorhanden.

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Frage: Gibt es falsche Meinungen über Mammuts?

Antwort: Ja, sehr viele. Erstens: es hat verschiedene Arten gegeben. Die Mammuts waren nicht sehr groß. Mammuts haben nicht alle sehr große Stoßzähne gehabt und sie haben vor allem nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammuts haben die spätpleistozäne Mammutsteppe bewohnt. Mammuts sind wie Elefanten in Afrika sehr soziale Tiere gewesen.

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Frage: Sie haben oft an der Bergung von Mammuts teilgenommen, welche Entdeckungen werden Sie nie vergessen?

Antwort: Ich werde keine vergessen. Von allen Entdeckungen und Ausgrabungen werden viele Notizen gemacht, alles wird sehr gut dokumentiert. Darüber hinaus haben wir auch immer einen professioneller Fotografen mit dabei. Aber das 1998/1999 ausgegrabene Jarkov- Mammut hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Als wir anfingen, in der Eishöhle von Khatnaga auf der Taymir-Halbinsel im Arktischen Sibirien mit Heißluftgebläsen das Mammut aufzutauen, hat es sehr stark gestunken. Als ob man den Stall der Elefanten in einem Zoo betritt. Für mich war es ein herrlicher Geruch. So hat ein Mammut gerochen. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

*

Frage: Ist in den Niederlanden die Suche nach Mammut-Fossilien erlaubt?

Antwort: Ja, das ist erlaubt. Es gibt in den Niederlanden sehr viele Überreste von eiszeitlichen Großsäugetieren. Die kleinen Museen haben oft sehr große Sammlungen. Auch gibt es sehr viele Amateure, die sehr gut dokumentierte Sammlungen betreuen. 350 Sammler von eiszeitliche Säugetieren gibt es in diesem kleinen Land und auch noch sehr gut organisiert in der WPZ, der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere, siehe http://www.pleistocenemammals.com

*
















Dick Mol mit Fossilfund aus der Nordsee. Foto: Rene Bleuanus

Frage: Beim Fischfang in der Nordsee werden immer wieder Knochen oder Zähne von Tieren aus dem Eiszeitalter in den Netzen entdeckt, welche Arten sind am meisten im Fundgut vertreten?

Antwort: Wir können verschiedene pleistozäne Faunen aus der Nordsee unterscheiden: Früh, mittel- und spätpleistozäne und auch frühholozäne Faunen. Es sind komplette Faunenlisten bekannt. Eine dieser Faunen möchte ich kurz erwähnen: Die spätpleistozäne Mammut-Fauna mit Tieren wie Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenbison, Riesenhirsch, Rentier, Otter, Biber, Moschusochse, Höhlenlöwe, Säbelzahnkatze, Bär, Vielfraß, Fuchs, Hyäne, Hasen und viele andere.

*

Frage: Besitzen Sie eine Sammlung von Mammut-Fossilien und welche Funde liegen Ihnen am meisten am Herzen?

Antwort: In meiner Privatsammlung, die eines Tages in einem Museum untergebracht werden soll, befinden sich über 20.000 Mammut-Teile. Nicht nur Knochen und Backenzähne, sondern auch Weichteile aus dem Dauerfrostboden Sibiriens und Nord-Amerikas. Dazu auch Überreste von anderen Tieren aus dem ganzen Eiszeitalter: Riesenhirsche, Rinder, Raubtiere, Antilopen und so weiter. In der Gefriertruhe liegt seit 1997 ein Pfund Mammutfleisch aus Sibirien. Das ist ein ungewöhnliches Fossil. Außerdem besitze ich Kot von Mammuts aus Nord-Amerika und Sibirien.

*


















Friedje Mol bei der Ausgrabung eines Mammutschädels in der Auvergne (Frankreich) 2008. Foto: Frederic Lacombat

Frage: Teilen Ihre Frau Friedje und Ihre zwei Kinder Ihre Begeisterung für Mammute?

Antwort: Ja, die kennen mich nicht anders als einen leidenschaftlicher Sammler und Untersucher. Darüber hinaus bin ich sehr oft im Ausland. Meine Frau Friedje geht öfters mit, war mit in Sibirien, auf den Channel Islands vor der Küste von Kalifornien, Patagonien und so weiter. Sie hatte das Erlebnis, ein komplettes Skelett von Mammuthus exillis auf Santa Rosa mit auszugraben. Das ist ein Zwerg-Mammut mit etwa 1,60 Meter Schulterhöhe. Meine Kinder sind schon längere Zeit selbstständig und wohnen nicht mehr daheim.

*

Frage: Gibt es in den Niederlanden ein Museum, das besonders interessante Mammut-Funde zeigt?

Antwort: Ich kenne fast alle Mammut-Sammlungen auf der Welt. Das Naturhistorische Museum Naturalis in Leiden ist – was Mammute betrifft – das größte der Welt. Ich kenne die Sammlungen sehr gut. Die Sammlungen sind so umfangreich, dass wir vor 10 Jahren in der Lage waren, ein sehr schönes Mammut-Skelett daraus aufzubauen. Das Skelett ist jetzt der „Eye-Catcher“ des Museums.

*

Frage: Sie sind einer der Autoren eines Buches über Säbelzahnkatzen, wie kam es dazu?

Antwort: Als wir einen Unterkieferast von einer Säbelzahnkatze in der Nordsee entdeckt haben und feststellten, dass es sich um die Gattung Homotherium aus dem Spätpleistozän (nur 28.000 Jahre vor heute) handelt, war die Hölle los. Keiner hatte gedacht, dass die Säbelzahnkatzen in Nordwest-Europa noch so lange vorkamen. Jetzt ist das weltweit akzeptiert. Es hat uns viel Arbeit und Energie gekostet, die Untersuchungen (darunter viele Vergleichsstudien im Ausland, sechs Radiocarbon-Altersdatierungen und verschiedene Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Publikationen) durchzuführen. Deshalb haben wir uns entschlossen, all unsere Erkenntnisse über diesen Sensationsfund in einem allgemein verständlichen Buch zu publizieren . Wenn ich den Besprechungen des Buches glauben darf, dann ist es gut gelungen. Es ist jetzt nicht nur in niederländischer, sondern auch in englischer Sprache erhältlich.

*

Frage: Erhalten Sie in Ihrer Eigenschaft als Mammut-Experte viele Anfragen von Laien und anderen Experten?

Antwort: Ja, täglich und aus aller Welt. Heutzutage geht das dank des Internet ja sehr schnell. Es ist einfach, Adressen zu bekommen, wo man Fragen stellen kann. Im Durchschnitt habe ich etwa 20 bis 30 Nachfragen pro Tag. Mammute haben fast überall in der nördlichen Hemisphäre gelebt und ihre Überreste werden tagtäglich gefunden. Man möchte fast immer wissen, was haben wir denn da!

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst
http://wissenschafts-news.blog.de und
http://mammut-zeitung.blogspot.com

*


















Buch von Dick Mol in Deutsch:

Dick Mol / Christian de Marliave / Bernard Buigues: Mammutsuche in Sibirien.
Roseni Verlag, ISBN 3981046927
http://www.amazon.de/Mammutsuche-Sibirien-Dick-Mol/dp/3981046927


Interview mit Dick Mol ("Mister Mammoth")
Sonntag, 23. November 2008, 16:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Dick Mol bei einer Ausgrabung. Foto: Wilrie van Logchem

*

Interview mit Dick Mol, international anerkannter niederländischer Mammut-Experte aus Hoofddorp bei Amsterdam

*

Frage: Herr Mol, seit wann interessieren Sie sich für Mammuts?

Antwort: Ich habe 1968 angefangen Fossilien zu sammeln. Damals wohnte ich an der deutsch-niederländischen Grenze in Winterswijk. Die Umgebung von Winterswijk gilt als ein so genannte geologisches Mosaik. Dort gibt es einen sehr großen Steinbruch mit Gesteinen aus der Trias, genauer gesagt aus dem Muschelkalk. In verschiedenen Bachbetten liegen Schichten aus dem Jura und so weiter. In manchen Tongruben findet man Ablagerungen aus dem Oligozän und Miozän. Überall konnten Fossilien gefunden werden. Ich habe dort sehr viel entdeckt. Die Fossilien – wie Fußabdrücke von Nothosauriern oder Ammoniten, Belemniten, Haifischzähne und vor allem Walknochen aus dem Miozän – habe ich immer dem Geologischen Museum in Leiden geschenkt. Dieses Museum in Leiden hiess damals "Rijksmuseum van Geologie en Mineralogie". Heute ist es zusammen mit dem "Rijksmuseum voor Natuurlijke Historie" untergebracht im "Nationaal Natuurhistorisch Museum Naturalis" zu Leiden. Als ich dort das erste Mal hinkam, habe ich die sehr umfangreiche Sammlung von Mammutknochen auf dem Dachboden gesehen. Davon war ich sehr beeindruckt. Mammuts, nein, davon konnte man in meiner Gegend keine Überreste sammeln.

*

Frage: Was fasziniert Sie an Mammuts?

Antwort: Mammute kennt jeder. Aber es gibt sehr viele Annahmen, die nicht richtig sind. Diese falschen Annahmen möchte ich korrigieren. Nein, Mammute, und damit meine ich das Wollhaar- Mammut (Mammuthus primigenius) haben nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammute sind Elefanten, brauchen sehr viel Futter, etwa 180 bis 200 Kilogramm am Tag, und das haben diese Tiere nicht auf verschneiten Tundren gefunden. Nein, Mammute sind gar nicht so groß, wie man denkt, und sie haben auf trockenen Grassteppen gelebt. Von England im Westen über ganz Europa, Asien bis nach Nord-Amerika gab es im Spätglazial der Weichsel-Eiszeit eine Mammut-Steppe: kalt und trocken. Bäume wuchsen kaum.

*

Frage: Haben Sie in Ihrem Beruf mit Mammuts zu tun?

Antwort: Am Flughafen Amsterdam bin ich als Zollbeamter tätig. Unter anderem bin ich Sachbearbeiter für das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Cites). Ja, Elfenbein von Mammuts aus dem Dauerfrostboden und auch daraus hergestellte Objekte sehe ich öfters vorbei kommen und erkenne sie auch sofort. Habe aber auch zu tun mit Elfenbein von heutigen Elefanten aus Afrika und auch aus Asien. Obwohl der Handel mit Elfenbein nicht gestattet ist, werden doch noch regelmäßig Schmuggler gefasst. Meine Kenntnisse über Elefanten im Allgemeinem sind dann ein großer Vorteil.

*

Frage: Wie wird man – so wie Sie – zum international anerkannten Mammut-Experten?

Antwort: Seit Anfang der 1970-er Jahre war ich befreundet mit Dr. Paul Sondaar, einem inzwischen verstorbenen niederländischen Paläontologen von der Universität Utrecht. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Mit ihm war ich sehr viel unterwegs. Viele Fundstellen, aber auch internationale Konferenzen haben wir gemeinsam besucht. 1983 hat er mich zu einer Konferenz auf Sardinien eingeladen. Dort habe ich dann meinen ersten Vortrag über Rüsseltier-Reste vom Nordseeboden gehalten. Dabei ging es über Mastodonten aus dem Pliozän, die ersten Mammuts in Europa, über Waldelefanten aus der Eem-Warmzeit bis zum Wollhaar-Mammut. Das war ein großer Erfolg. Danach kamen Einladungen aus aller Welt.

1997 habe ich zusammen mit Bernard Buigues aus Paris ein großes Projekt in Sibirien angefangen: „Who or what killed the Mammoths?“. Bei diesem Projekt war ich verantwortlich für die wissenschaftliche Koordination. Ich habe ein großes Team aufgebaut mit über 40 Wissenschaftlern aus aller Welt. Damals habe ich viele neue Ideen entwickelt, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt ein ganz anderes Bild vom Mammut und dem Aussterben dieses Eiszeit-Riesen haben.

Dazu kommt, dass ich natürlich 100-prozentige Freiheit habe. Ich bin als ehrenamtlicher Forscher tätig am Naturhistorischen Museum in Rotterdam. Zusammen mit dem Musee Crozatier in le Puy-en-Velay, Haute Loire, Frankreich, unternehme ich eigene Expeditionen. Es scheint so, dass die Medien immer an eiszeitlichen Säugetieren wie Mammuts als Eiszeit-Symbol interessiert sind. Ob ich jetzt in Weimar in Deutschland bin oder in Basel in der Schweiz oder im Yukon in Kanada, immer werde ich gebeten, Vorträge zu halten und mit Journalisten zu sprechen. Das mache ich gerne, und das Interessante daran ist, dass ich immer davon lerne. Die Gespräche gehen natürlich über Mammuts und so weiter, aber immer wird geforscht, warum ich nicht mein Geld damit verdiene. Ich mache die Paläontologie aus Liebe.

*

Frage: Das Mammut wurde 1799 von dem deutschen Gelehrten Johann Friedrich Blumenbach als Erster wissenschaftlich beschrieben, weiß man heute alles über dieses Rüsseltier?

Antwort: Ja, wir denken, dass wir alles wissen, aber immer gibt es noch etwas zu lernen. Dass die Mammuts ausgestorben sind, weiß jeder. Aber was hat das Aussterben verursacht. Darüber sind wir noch nicht klar. Interdisziplinäre Studien können dazu beitragen. Wie hat die Umwelt des Mammuts ausgesehen, warum ist ihr Biotop verschwunden? Da gibt es noch viel zu lernen. Haben die Mammuts ein Sozialleben geführt wie die heutigen Elefanten? Darüber wissen wir sehr wenig. Auch da können wir von den Fossilien noch sehr viel erfahren. Darum muss das Fach Säugetierpaläontologie unterstützt werden. Wenn wir die Vergangenheit der Tiere verstehen, sind wir vielleicht in der Lage die Tiere in Afrika erfolgreicher zu schützen.

*

Frage: Wie hoch und schwer waren die größten Mammute?

Antwort: Während des Eiszeitalters (Pleistozäns) vor etwa 2,6 Millionen bis 11.500 Jahren vor heute hat es in Europa drei verschiedene Mammuts gegeben. Im Früh-Pleistozän das Südliche Mammut (Mammuthus meridionalis) mit einer Schulterhöhe von 4,20 Meter, im Mittel-Pleistozän das Steppenmammut (Mammuthus trogontheri) und im Spät-Pleistozän das Wollhaar-Mammut (Mammuthus primigenius). Davon ist das Wollhaar-Mammut das kleinste mit einer Durchschnitts-Schulterhöhe von etwa 2,60 Meter und einem Gewicht von etwa 4.000 bis 5.000 Kilogramm. Wir müssen aber berücksichtigen, dass bei Mammuts die männlichen Tiere erheblich größer als die weiblichen Tiere waren. Auch haben die männlichen Tiere größere, längere und mehr spiralförmig gekrümmte Stosszähne gehabt.

*

Frage: Warum sind nach Ihrer Meinung die Mammuts ausgestorben?

Antwort: Das Aussterben von Großsäugetieren am Ende des Eiszeitalters wurde durch Klimaänderungen verursacht. Durch diese dramatischen Veränderungen ist die Umwelt des Mammuts verschwunden und damit auch das Mammut selbst.

*

Frage: Kann man aus dem Erbgut von Mammut-Mumien ein Mammut wieder auferstehen lassen?

Antwort: Nein, ich bin davon überzeugt, dass die Wiederauferstehung des Mammuts unmöglich ist. Dafür bräuchte man intaktes Erbgut, und das ist im Dauerfrostboden Sibiriens nicht vorhanden.

*

Frage: Gibt es falsche Meinungen über Mammuts?

Antwort: Ja, sehr viele. Erstens: es hat verschiedene Arten gegeben. Die Mammuts waren nicht sehr groß. Mammuts haben nicht alle sehr große Stoßzähne gehabt und sie haben vor allem nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammuts haben die spätpleistozäne Mammutsteppe bewohnt. Mammuts sind wie Elefanten in Afrika sehr soziale Tiere gewesen.

*

Frage: Sie haben oft an der Bergung von Mammuts teilgenommen, welche Entdeckungen werden Sie nie vergessen?

Antwort: Ich werde keine vergessen. Von allen Entdeckungen und Ausgrabungen werden viele Notizen gemacht, alles wird sehr gut dokumentiert. Darüber hinaus haben wir auch immer einen professioneller Fotografen mit dabei. Aber das 1998/1999 ausgegrabene Jarkov- Mammut hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Als wir anfingen, in der Eishöhle von Khatnaga auf der Taymir-Halbinsel im Arktischen Sibirien mit Heißluftgebläsen das Mammut aufzutauen, hat es sehr stark gestunken. Als ob man den Stall der Elefanten in einem Zoo betritt. Für mich war es ein herrlicher Geruch. So hat ein Mammut gerochen. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

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Frage: Ist in den Niederlanden die Suche nach Mammut-Fossilien erlaubt?

Antwort: Ja, das ist erlaubt. Es gibt in den Niederlanden sehr viele Überreste von eiszeitlichen Großsäugetieren. Die kleinen Museen haben oft sehr große Sammlungen. Auch gibt es sehr viele Amateure, die sehr gut dokumentierte Sammlungen betreuen. 350 Sammler von eiszeitliche Säugetieren gibt es in diesem kleinen Land und auch noch sehr gut organisiert in der WPZ, der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere, siehe http://www.pleistocenemammals.com

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Dick Mol mit Fossilfund aus der Nordsee. Foto: Rene Bleuanus

Frage: Beim Fischfang in der Nordsee werden immer wieder Knochen oder Zähne von Tieren aus dem Eiszeitalter in den Netzen entdeckt, welche Arten sind am meisten im Fundgut vertreten?

Antwort: Wir können verschiedene pleistozäne Faunen aus der Nordsee unterscheiden: Früh, mittel- und spätpleistozäne und auch frühholozäne Faunen. Es sind komplette Faunenlisten bekannt. Eine dieser Faunen möchte ich kurz erwähnen: Die spätpleistozäne Mammut-Fauna mit Tieren wie Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenbison, Riesenhirsch, Rentier, Otter, Biber, Moschusochse, Höhlenlöwe, Säbelzahnkatze, Bär, Vielfraß, Fuchs, Hyäne, Hasen und viele andere.

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Frage: Besitzen Sie eine Sammlung von Mammut-Fossilien und welche Funde liegen Ihnen am meisten am Herzen?

Antwort: In meiner Privatsammlung, die eines Tages in einem Museum untergebracht werden soll, befinden sich über 20.000 Mammut-Teile. Nicht nur Knochen und Backenzähne, sondern auch Weichteile aus dem Dauerfrostboden Sibiriens und Nord-Amerikas. Dazu auch Überreste von anderen Tieren aus dem ganzen Eiszeitalter: Riesenhirsche, Rinder, Raubtiere, Antilopen und so weiter. In der Gefriertruhe liegt seit 1997 ein Pfund Mammutfleisch aus Sibirien. Das ist ein ungewöhnliches Fossil. Außerdem besitze ich Kot von Mammuts aus Nord-Amerika und Sibirien.

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Friedje Mol bei der Ausgrabung eines Mammutschädels in der Auvergne (Frankreich) 2008. Foto: Frederic Lacombat

Frage: Teilen Ihre Frau Friedje und Ihre zwei Kinder Ihre Begeisterung für Mammute?

Antwort: Ja, die kennen mich nicht anders als einen leidenschaftlicher Sammler und Untersucher. Darüber hinaus bin ich sehr oft im Ausland. Meine Frau Friedje geht öfters mit, war mit in Sibirien, auf den Channel Islands vor der Küste von Kalifornien, Patagonien und so weiter. Sie hatte das Erlebnis, ein komplettes Skelett von Mammuthus exillis auf Santa Rosa mit auszugraben. Das ist ein Zwerg-Mammut mit etwa 1,60 Meter Schulterhöhe. Meine Kinder sind schon längere Zeit selbstständig und wohnen nicht mehr daheim.

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Frage: Gibt es in den Niederlanden ein Museum, das besonders interessante Mammut-Funde zeigt?

Antwort: Ich kenne fast alle Mammut-Sammlungen auf der Welt. Das Naturhistorische Museum Naturalis in Leiden ist – was Mammute betrifft – das größte der Welt. Ich kenne die Sammlungen sehr gut. Die Sammlungen sind so umfangreich, dass wir vor 10 Jahren in der Lage waren, ein sehr schönes Mammut-Skelett daraus aufzubauen. Das Skelett ist jetzt der „Eye-Catcher“ des Museums.

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Frage: Sie sind einer der Autoren eines Buches über Säbelzahnkatzen, wie kam es dazu?

Antwort: Als wir einen Unterkieferast von einer Säbelzahnkatze in der Nordsee entdeckt haben und feststellten, dass es sich um die Gattung Homotherium aus dem Spätpleistozän (nur 28.000 Jahre vor heute) handelt, war die Hölle los. Keiner hatte gedacht, dass die Säbelzahnkatzen in Nordwest-Europa noch so lange vorkamen. Jetzt ist das weltweit akzeptiert. Es hat uns viel Arbeit und Energie gekostet, die Untersuchungen (darunter viele Vergleichsstudien im Ausland, sechs Radiocarbon-Altersdatierungen und verschiedene Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Publikationen) durchzuführen. Deshalb haben wir uns entschlossen, all unsere Erkenntnisse über diesen Sensationsfund in einem allgemein verständlichen Buch zu publizieren . Wenn ich den Besprechungen des Buches glauben darf, dann ist es gut gelungen. Es ist jetzt nicht nur in niederländischer, sondern auch in englischer Sprache erhältlich.

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Frage: Erhalten Sie in Ihrer Eigenschaft als Mammut-Experte viele Anfragen von Laien und anderen Experten?

Antwort: Ja, täglich und aus aller Welt. Heutzutage geht das dank des Internet ja sehr schnell. Es ist einfach, Adressen zu bekommen, wo man Fragen stellen kann. Im Durchschnitt habe ich etwa 20 bis 30 Nachfragen pro Tag. Mammute haben fast überall in der nördlichen Hemisphäre gelebt und ihre Überreste werden tagtäglich gefunden. Man möchte fast immer wissen, was haben wir denn da!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst
http://wissenschafts-news.blog.de und
http://mammut-zeitung.blogspot.com

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Buch von Dick Mol in Deutsch:

Dick Mol / Christian de Marliave / Bernard Buigues: Mammutsuche in Sibirien.
Roseni Verlag, ISBN 3981046927
http://www.amazon.de/Mammutsuche-Sibirien-Dick-Mol/dp/3981046927


Interview mit Dick Mol ("Mister Mammoth")
Sonntag, 23. November 2008, 16:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Dick Mol bei einer Ausgrabung. Foto: Wilrie van Logchem

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Interview mit Dick Mol, international anerkannter niederländischer Mammut-Experte aus Hoofddorp bei Amsterdam

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Frage: Herr Mol, seit wann interessieren Sie sich für Mammuts?

Antwort: Ich habe 1968 angefangen Fossilien zu sammeln. Damals wohnte ich an der deutsch-niederländischen Grenze in Winterswijk. Die Umgebung von Winterswijk gilt als ein so genannte geologisches Mosaik. Dort gibt es einen sehr großen Steinbruch mit Gesteinen aus der Trias, genauer gesagt aus dem Muschelkalk. In verschiedenen Bachbetten liegen Schichten aus dem Jura und so weiter. In manchen Tongruben findet man Ablagerungen aus dem Oligozän und Miozän. Überall konnten Fossilien gefunden werden. Ich habe dort sehr viel entdeckt. Die Fossilien – wie Fußabdrücke von Nothosauriern oder Ammoniten, Belemniten, Haifischzähne und vor allem Walknochen aus dem Miozän – habe ich immer dem Geologischen Museum in Leiden geschenkt. Dieses Museum in Leiden hiess damals "Rijksmuseum van Geologie en Mineralogie". Heute ist es zusammen mit dem "Rijksmuseum voor Natuurlijke Historie" untergebracht im "Nationaal Natuurhistorisch Museum Naturalis" zu Leiden. Als ich dort das erste Mal hinkam, habe ich die sehr umfangreiche Sammlung von Mammutknochen auf dem Dachboden gesehen. Davon war ich sehr beeindruckt. Mammuts, nein, davon konnte man in meiner Gegend keine Überreste sammeln.

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Frage: Was fasziniert Sie an Mammuts?

Antwort: Mammute kennt jeder. Aber es gibt sehr viele Annahmen, die nicht richtig sind. Diese falschen Annahmen möchte ich korrigieren. Nein, Mammute, und damit meine ich das Wollhaar- Mammut (Mammuthus primigenius) haben nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammute sind Elefanten, brauchen sehr viel Futter, etwa 180 bis 200 Kilogramm am Tag, und das haben diese Tiere nicht auf verschneiten Tundren gefunden. Nein, Mammute sind gar nicht so groß, wie man denkt, und sie haben auf trockenen Grassteppen gelebt. Von England im Westen über ganz Europa, Asien bis nach Nord-Amerika gab es im Spätglazial der Weichsel-Eiszeit eine Mammut-Steppe: kalt und trocken. Bäume wuchsen kaum.

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Frage: Haben Sie in Ihrem Beruf mit Mammuts zu tun?

Antwort: Am Flughafen Amsterdam bin ich als Zollbeamter tätig. Unter anderem bin ich Sachbearbeiter für das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Cites). Ja, Elfenbein von Mammuts aus dem Dauerfrostboden und auch daraus hergestellte Objekte sehe ich öfters vorbei kommen und erkenne sie auch sofort. Habe aber auch zu tun mit Elfenbein von heutigen Elefanten aus Afrika und auch aus Asien. Obwohl der Handel mit Elfenbein nicht gestattet ist, werden doch noch regelmäßig Schmuggler gefasst. Meine Kenntnisse über Elefanten im Allgemeinem sind dann ein großer Vorteil.

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Frage: Wie wird man – so wie Sie – zum international anerkannten Mammut-Experten?

Antwort: Seit Anfang der 1970-er Jahre war ich befreundet mit Dr. Paul Sondaar, einem inzwischen verstorbenen niederländischen Paläontologen von der Universität Utrecht. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Mit ihm war ich sehr viel unterwegs. Viele Fundstellen, aber auch internationale Konferenzen haben wir gemeinsam besucht. 1983 hat er mich zu einer Konferenz auf Sardinien eingeladen. Dort habe ich dann meinen ersten Vortrag über Rüsseltier-Reste vom Nordseeboden gehalten. Dabei ging es über Mastodonten aus dem Pliozän, die ersten Mammuts in Europa, über Waldelefanten aus der Eem-Warmzeit bis zum Wollhaar-Mammut. Das war ein großer Erfolg. Danach kamen Einladungen aus aller Welt.

1997 habe ich zusammen mit Bernard Buigues aus Paris ein großes Projekt in Sibirien angefangen: „Who or what killed the Mammoths?“. Bei diesem Projekt war ich verantwortlich für die wissenschaftliche Koordination. Ich habe ein großes Team aufgebaut mit über 40 Wissenschaftlern aus aller Welt. Damals habe ich viele neue Ideen entwickelt, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt ein ganz anderes Bild vom Mammut und dem Aussterben dieses Eiszeit-Riesen haben.

Dazu kommt, dass ich natürlich 100-prozentige Freiheit habe. Ich bin als ehrenamtlicher Forscher tätig am Naturhistorischen Museum in Rotterdam. Zusammen mit dem Musee Crozatier in le Puy-en-Velay, Haute Loire, Frankreich, unternehme ich eigene Expeditionen. Es scheint so, dass die Medien immer an eiszeitlichen Säugetieren wie Mammuts als Eiszeit-Symbol interessiert sind. Ob ich jetzt in Weimar in Deutschland bin oder in Basel in der Schweiz oder im Yukon in Kanada, immer werde ich gebeten, Vorträge zu halten und mit Journalisten zu sprechen. Das mache ich gerne, und das Interessante daran ist, dass ich immer davon lerne. Die Gespräche gehen natürlich über Mammuts und so weiter, aber immer wird geforscht, warum ich nicht mein Geld damit verdiene. Ich mache die Paläontologie aus Liebe.

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Frage: Das Mammut wurde 1799 von dem deutschen Gelehrten Johann Friedrich Blumenbach als Erster wissenschaftlich beschrieben, weiß man heute alles über dieses Rüsseltier?

Antwort: Ja, wir denken, dass wir alles wissen, aber immer gibt es noch etwas zu lernen. Dass die Mammuts ausgestorben sind, weiß jeder. Aber was hat das Aussterben verursacht. Darüber sind wir noch nicht klar. Interdisziplinäre Studien können dazu beitragen. Wie hat die Umwelt des Mammuts ausgesehen, warum ist ihr Biotop verschwunden? Da gibt es noch viel zu lernen. Haben die Mammuts ein Sozialleben geführt wie die heutigen Elefanten? Darüber wissen wir sehr wenig. Auch da können wir von den Fossilien noch sehr viel erfahren. Darum muss das Fach Säugetierpaläontologie unterstützt werden. Wenn wir die Vergangenheit der Tiere verstehen, sind wir vielleicht in der Lage die Tiere in Afrika erfolgreicher zu schützen.

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Frage: Wie hoch und schwer waren die größten Mammute?

Antwort: Während des Eiszeitalters (Pleistozäns) vor etwa 2,6 Millionen bis 11.500 Jahren vor heute hat es in Europa drei verschiedene Mammuts gegeben. Im Früh-Pleistozän das Südliche Mammut (Mammuthus meridionalis) mit einer Schulterhöhe von 4,20 Meter, im Mittel-Pleistozän das Steppenmammut (Mammuthus trogontheri) und im Spät-Pleistozän das Wollhaar-Mammut (Mammuthus primigenius). Davon ist das Wollhaar-Mammut das kleinste mit einer Durchschnitts-Schulterhöhe von etwa 2,60 Meter und einem Gewicht von etwa 4.000 bis 5.000 Kilogramm. Wir müssen aber berücksichtigen, dass bei Mammuts die männlichen Tiere erheblich größer als die weiblichen Tiere waren. Auch haben die männlichen Tiere größere, längere und mehr spiralförmig gekrümmte Stosszähne gehabt.

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Frage: Warum sind nach Ihrer Meinung die Mammuts ausgestorben?

Antwort: Das Aussterben von Großsäugetieren am Ende des Eiszeitalters wurde durch Klimaänderungen verursacht. Durch diese dramatischen Veränderungen ist die Umwelt des Mammuts verschwunden und damit auch das Mammut selbst.

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Frage: Kann man aus dem Erbgut von Mammut-Mumien ein Mammut wieder auferstehen lassen?

Antwort: Nein, ich bin davon überzeugt, dass die Wiederauferstehung des Mammuts unmöglich ist. Dafür bräuchte man intaktes Erbgut, und das ist im Dauerfrostboden Sibiriens nicht vorhanden.

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Frage: Gibt es falsche Meinungen über Mammuts?

Antwort: Ja, sehr viele. Erstens: es hat verschiedene Arten gegeben. Die Mammuts waren nicht sehr groß. Mammuts haben nicht alle sehr große Stoßzähne gehabt und sie haben vor allem nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammuts haben die spätpleistozäne Mammutsteppe bewohnt. Mammuts sind wie Elefanten in Afrika sehr soziale Tiere gewesen.

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Frage: Sie haben oft an der Bergung von Mammuts teilgenommen, welche Entdeckungen werden Sie nie vergessen?

Antwort: Ich werde keine vergessen. Von allen Entdeckungen und Ausgrabungen werden viele Notizen gemacht, alles wird sehr gut dokumentiert. Darüber hinaus haben wir auch immer einen professioneller Fotografen mit dabei. Aber das 1998/1999 ausgegrabene Jarkov- Mammut hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Als wir anfingen, in der Eishöhle von Khatnaga auf der Taymir-Halbinsel im Arktischen Sibirien mit Heißluftgebläsen das Mammut aufzutauen, hat es sehr stark gestunken. Als ob man den Stall der Elefanten in einem Zoo betritt. Für mich war es ein herrlicher Geruch. So hat ein Mammut gerochen. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

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Frage: Ist in den Niederlanden die Suche nach Mammut-Fossilien erlaubt?

Antwort: Ja, das ist erlaubt. Es gibt in den Niederlanden sehr viele Überreste von eiszeitlichen Großsäugetieren. Die kleinen Museen haben oft sehr große Sammlungen. Auch gibt es sehr viele Amateure, die sehr gut dokumentierte Sammlungen betreuen. 350 Sammler von eiszeitliche Säugetieren gibt es in diesem kleinen Land und auch noch sehr gut organisiert in der WPZ, der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere, siehe http://www.pleistocenemammals.com

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Dick Mol mit Fossilfund aus der Nordsee. Foto: Rene Bleuanus

Frage: Beim Fischfang in der Nordsee werden immer wieder Knochen oder Zähne von Tieren aus dem Eiszeitalter in den Netzen entdeckt, welche Arten sind am meisten im Fundgut vertreten?

Antwort: Wir können verschiedene pleistozäne Faunen aus der Nordsee unterscheiden: Früh, mittel- und spätpleistozäne und auch frühholozäne Faunen. Es sind komplette Faunenlisten bekannt. Eine dieser Faunen möchte ich kurz erwähnen: Die spätpleistozäne Mammut-Fauna mit Tieren wie Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenbison, Riesenhirsch, Rentier, Otter, Biber, Moschusochse, Höhlenlöwe, Säbelzahnkatze, Bär, Vielfraß, Fuchs, Hyäne, Hasen und viele andere.

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Frage: Besitzen Sie eine Sammlung von Mammut-Fossilien und welche Funde liegen Ihnen am meisten am Herzen?

Antwort: In meiner Privatsammlung, die eines Tages in einem Museum untergebracht werden soll, befinden sich über 20.000 Mammut-Teile. Nicht nur Knochen und Backenzähne, sondern auch Weichteile aus dem Dauerfrostboden Sibiriens und Nord-Amerikas. Dazu auch Überreste von anderen Tieren aus dem ganzen Eiszeitalter: Riesenhirsche, Rinder, Raubtiere, Antilopen und so weiter. In der Gefriertruhe liegt seit 1997 ein Pfund Mammutfleisch aus Sibirien. Das ist ein ungewöhnliches Fossil. Außerdem besitze ich Kot von Mammuts aus Nord-Amerika und Sibirien.

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Friedje Mol bei der Ausgrabung eines Mammutschädels in der Auvergne (Frankreich) 2008. Foto: Frederic Lacombat

Frage: Teilen Ihre Frau Friedje und Ihre zwei Kinder Ihre Begeisterung für Mammute?

Antwort: Ja, die kennen mich nicht anders als einen leidenschaftlicher Sammler und Untersucher. Darüber hinaus bin ich sehr oft im Ausland. Meine Frau Friedje geht öfters mit, war mit in Sibirien, auf den Channel Islands vor der Küste von Kalifornien, Patagonien und so weiter. Sie hatte das Erlebnis, ein komplettes Skelett von Mammuthus exillis auf Santa Rosa mit auszugraben. Das ist ein Zwerg-Mammut mit etwa 1,60 Meter Schulterhöhe. Meine Kinder sind schon längere Zeit selbstständig und wohnen nicht mehr daheim.

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Frage: Gibt es in den Niederlanden ein Museum, das besonders interessante Mammut-Funde zeigt?

Antwort: Ich kenne fast alle Mammut-Sammlungen auf der Welt. Das Naturhistorische Museum Naturalis in Leiden ist – was Mammute betrifft – das größte der Welt. Ich kenne die Sammlungen sehr gut. Die Sammlungen sind so umfangreich, dass wir vor 10 Jahren in der Lage waren, ein sehr schönes Mammut-Skelett daraus aufzubauen. Das Skelett ist jetzt der „Eye-Catcher“ des Museums.

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Frage: Sie sind einer der Autoren eines Buches über Säbelzahnkatzen, wie kam es dazu?

Antwort: Als wir einen Unterkieferast von einer Säbelzahnkatze in der Nordsee entdeckt haben und feststellten, dass es sich um die Gattung Homotherium aus dem Spätpleistozän (nur 28.000 Jahre vor heute) handelt, war die Hölle los. Keiner hatte gedacht, dass die Säbelzahnkatzen in Nordwest-Europa noch so lange vorkamen. Jetzt ist das weltweit akzeptiert. Es hat uns viel Arbeit und Energie gekostet, die Untersuchungen (darunter viele Vergleichsstudien im Ausland, sechs Radiocarbon-Altersdatierungen und verschiedene Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Publikationen) durchzuführen. Deshalb haben wir uns entschlossen, all unsere Erkenntnisse über diesen Sensationsfund in einem allgemein verständlichen Buch zu publizieren . Wenn ich den Besprechungen des Buches glauben darf, dann ist es gut gelungen. Es ist jetzt nicht nur in niederländischer, sondern auch in englischer Sprache erhältlich.

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Frage: Erhalten Sie in Ihrer Eigenschaft als Mammut-Experte viele Anfragen von Laien und anderen Experten?

Antwort: Ja, täglich und aus aller Welt. Heutzutage geht das dank des Internet ja sehr schnell. Es ist einfach, Adressen zu bekommen, wo man Fragen stellen kann. Im Durchschnitt habe ich etwa 20 bis 30 Nachfragen pro Tag. Mammute haben fast überall in der nördlichen Hemisphäre gelebt und ihre Überreste werden tagtäglich gefunden. Man möchte fast immer wissen, was haben wir denn da!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst
http://wissenschafts-news.blog.de und
http://mammut-zeitung.blogspot.com

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Buch von Dick Mol in Deutsch:

Dick Mol / Christian de Marliave / Bernard Buigues: Mammutsuche in Sibirien.
Roseni Verlag, ISBN 3981046927
http://www.amazon.de/Mammutsuche-Sibirien-Dick-Mol/dp/3981046927


Interview mit Dick Mol ("Mister Mammoth")
Sonntag, 23. November 2008, 16:00:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Dick Mol bei einer Ausgrabung. Foto: Wilrie van Logchem

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Interview mit Dick Mol, international anerkannter niederländischer Mammut-Experte aus Hoofddorp bei Amsterdam

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Frage: Herr Mol, seit wann interessieren Sie sich für Mammuts?

Antwort: Ich habe 1968 angefangen Fossilien zu sammeln. Damals wohnte ich an der deutsch-niederländischen Grenze in Winterswijk. Die Umgebung von Winterswijk gilt als ein so genannte geologisches Mosaik. Dort gibt es einen sehr großen Steinbruch mit Gesteinen aus der Trias, genauer gesagt aus dem Muschelkalk. In verschiedenen Bachbetten liegen Schichten aus dem Jura und so weiter. In manchen Tongruben findet man Ablagerungen aus dem Oligozän und Miozän. Überall konnten Fossilien gefunden werden. Ich habe dort sehr viel entdeckt. Die Fossilien – wie Fußabdrücke von Nothosauriern oder Ammoniten, Belemniten, Haifischzähne und vor allem Walknochen aus dem Miozän – habe ich immer dem Geologischen Museum in Leiden geschenkt. Dieses Museum in Leiden hiess damals "Rijksmuseum van Geologie en Mineralogie". Heute ist es zusammen mit dem "Rijksmuseum voor Natuurlijke Historie" untergebracht im "Nationaal Natuurhistorisch Museum Naturalis" zu Leiden. Als ich dort das erste Mal hinkam, habe ich die sehr umfangreiche Sammlung von Mammutknochen auf dem Dachboden gesehen. Davon war ich sehr beeindruckt. Mammuts, nein, davon konnte man in meiner Gegend keine Überreste sammeln.

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Frage: Was fasziniert Sie an Mammuts?

Antwort: Mammute kennt jeder. Aber es gibt sehr viele Annahmen, die nicht richtig sind. Diese falschen Annahmen möchte ich korrigieren. Nein, Mammute, und damit meine ich das Wollhaar- Mammut (Mammuthus primigenius) haben nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammute sind Elefanten, brauchen sehr viel Futter, etwa 180 bis 200 Kilogramm am Tag, und das haben diese Tiere nicht auf verschneiten Tundren gefunden. Nein, Mammute sind gar nicht so groß, wie man denkt, und sie haben auf trockenen Grassteppen gelebt. Von England im Westen über ganz Europa, Asien bis nach Nord-Amerika gab es im Spätglazial der Weichsel-Eiszeit eine Mammut-Steppe: kalt und trocken. Bäume wuchsen kaum.

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Frage: Haben Sie in Ihrem Beruf mit Mammuts zu tun?

Antwort: Am Flughafen Amsterdam bin ich als Zollbeamter tätig. Unter anderem bin ich Sachbearbeiter für das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Cites). Ja, Elfenbein von Mammuts aus dem Dauerfrostboden und auch daraus hergestellte Objekte sehe ich öfters vorbei kommen und erkenne sie auch sofort. Habe aber auch zu tun mit Elfenbein von heutigen Elefanten aus Afrika und auch aus Asien. Obwohl der Handel mit Elfenbein nicht gestattet ist, werden doch noch regelmäßig Schmuggler gefasst. Meine Kenntnisse über Elefanten im Allgemeinem sind dann ein großer Vorteil.

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Frage: Wie wird man – so wie Sie – zum international anerkannten Mammut-Experten?

Antwort: Seit Anfang der 1970-er Jahre war ich befreundet mit Dr. Paul Sondaar, einem inzwischen verstorbenen niederländischen Paläontologen von der Universität Utrecht. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Mit ihm war ich sehr viel unterwegs. Viele Fundstellen, aber auch internationale Konferenzen haben wir gemeinsam besucht. 1983 hat er mich zu einer Konferenz auf Sardinien eingeladen. Dort habe ich dann meinen ersten Vortrag über Rüsseltier-Reste vom Nordseeboden gehalten. Dabei ging es über Mastodonten aus dem Pliozän, die ersten Mammuts in Europa, über Waldelefanten aus der Eem-Warmzeit bis zum Wollhaar-Mammut. Das war ein großer Erfolg. Danach kamen Einladungen aus aller Welt.

1997 habe ich zusammen mit Bernard Buigues aus Paris ein großes Projekt in Sibirien angefangen: „Who or what killed the Mammoths?“. Bei diesem Projekt war ich verantwortlich für die wissenschaftliche Koordination. Ich habe ein großes Team aufgebaut mit über 40 Wissenschaftlern aus aller Welt. Damals habe ich viele neue Ideen entwickelt, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt ein ganz anderes Bild vom Mammut und dem Aussterben dieses Eiszeit-Riesen haben.

Dazu kommt, dass ich natürlich 100-prozentige Freiheit habe. Ich bin als ehrenamtlicher Forscher tätig am Naturhistorischen Museum in Rotterdam. Zusammen mit dem Musee Crozatier in le Puy-en-Velay, Haute Loire, Frankreich, unternehme ich eigene Expeditionen. Es scheint so, dass die Medien immer an eiszeitlichen Säugetieren wie Mammuts als Eiszeit-Symbol interessiert sind. Ob ich jetzt in Weimar in Deutschland bin oder in Basel in der Schweiz oder im Yukon in Kanada, immer werde ich gebeten, Vorträge zu halten und mit Journalisten zu sprechen. Das mache ich gerne, und das Interessante daran ist, dass ich immer davon lerne. Die Gespräche gehen natürlich über Mammuts und so weiter, aber immer wird geforscht, warum ich nicht mein Geld damit verdiene. Ich mache die Paläontologie aus Liebe.

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Frage: Das Mammut wurde 1799 von dem deutschen Gelehrten Johann Friedrich Blumenbach als Erster wissenschaftlich beschrieben, weiß man heute alles über dieses Rüsseltier?

Antwort: Ja, wir denken, dass wir alles wissen, aber immer gibt es noch etwas zu lernen. Dass die Mammuts ausgestorben sind, weiß jeder. Aber was hat das Aussterben verursacht. Darüber sind wir noch nicht klar. Interdisziplinäre Studien können dazu beitragen. Wie hat die Umwelt des Mammuts ausgesehen, warum ist ihr Biotop verschwunden? Da gibt es noch viel zu lernen. Haben die Mammuts ein Sozialleben geführt wie die heutigen Elefanten? Darüber wissen wir sehr wenig. Auch da können wir von den Fossilien noch sehr viel erfahren. Darum muss das Fach Säugetierpaläontologie unterstützt werden. Wenn wir die Vergangenheit der Tiere verstehen, sind wir vielleicht in der Lage die Tiere in Afrika erfolgreicher zu schützen.

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Frage: Wie hoch und schwer waren die größten Mammute?

Antwort: Während des Eiszeitalters (Pleistozäns) vor etwa 2,6 Millionen bis 11.500 Jahren vor heute hat es in Europa drei verschiedene Mammuts gegeben. Im Früh-Pleistozän das Südliche Mammut (Mammuthus meridionalis) mit einer Schulterhöhe von 4,20 Meter, im Mittel-Pleistozän das Steppenmammut (Mammuthus trogontheri) und im Spät-Pleistozän das Wollhaar-Mammut (Mammuthus primigenius). Davon ist das Wollhaar-Mammut das kleinste mit einer Durchschnitts-Schulterhöhe von etwa 2,60 Meter und einem Gewicht von etwa 4.000 bis 5.000 Kilogramm. Wir müssen aber berücksichtigen, dass bei Mammuts die männlichen Tiere erheblich größer als die weiblichen Tiere waren. Auch haben die männlichen Tiere größere, längere und mehr spiralförmig gekrümmte Stosszähne gehabt.

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Frage: Warum sind nach Ihrer Meinung die Mammuts ausgestorben?

Antwort: Das Aussterben von Großsäugetieren am Ende des Eiszeitalters wurde durch Klimaänderungen verursacht. Durch diese dramatischen Veränderungen ist die Umwelt des Mammuts verschwunden und damit auch das Mammut selbst.

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Frage: Kann man aus dem Erbgut von Mammut-Mumien ein Mammut wieder auferstehen lassen?

Antwort: Nein, ich bin davon überzeugt, dass die Wiederauferstehung des Mammuts unmöglich ist. Dafür bräuchte man intaktes Erbgut, und das ist im Dauerfrostboden Sibiriens nicht vorhanden.

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Frage: Gibt es falsche Meinungen über Mammuts?

Antwort: Ja, sehr viele. Erstens: es hat verschiedene Arten gegeben. Die Mammuts waren nicht sehr groß. Mammuts haben nicht alle sehr große Stoßzähne gehabt und sie haben vor allem nicht in Schnee und Eis gelebt. Mammuts haben die spätpleistozäne Mammutsteppe bewohnt. Mammuts sind wie Elefanten in Afrika sehr soziale Tiere gewesen.

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Frage: Sie haben oft an der Bergung von Mammuts teilgenommen, welche Entdeckungen werden Sie nie vergessen?

Antwort: Ich werde keine vergessen. Von allen Entdeckungen und Ausgrabungen werden viele Notizen gemacht, alles wird sehr gut dokumentiert. Darüber hinaus haben wir auch immer einen professioneller Fotografen mit dabei. Aber das 1998/1999 ausgegrabene Jarkov- Mammut hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Als wir anfingen, in der Eishöhle von Khatnaga auf der Taymir-Halbinsel im Arktischen Sibirien mit Heißluftgebläsen das Mammut aufzutauen, hat es sehr stark gestunken. Als ob man den Stall der Elefanten in einem Zoo betritt. Für mich war es ein herrlicher Geruch. So hat ein Mammut gerochen. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

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Frage: Ist in den Niederlanden die Suche nach Mammut-Fossilien erlaubt?

Antwort: Ja, das ist erlaubt. Es gibt in den Niederlanden sehr viele Überreste von eiszeitlichen Großsäugetieren. Die kleinen Museen haben oft sehr große Sammlungen. Auch gibt es sehr viele Amateure, die sehr gut dokumentierte Sammlungen betreuen. 350 Sammler von eiszeitliche Säugetieren gibt es in diesem kleinen Land und auch noch sehr gut organisiert in der WPZ, der Arbeitsgruppe Pleistozäne Säugetiere, siehe http://www.pleistocenemammals.com

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Dick Mol mit Fossilfund aus der Nordsee. Foto: Rene Bleuanus

Frage: Beim Fischfang in der Nordsee werden immer wieder Knochen oder Zähne von Tieren aus dem Eiszeitalter in den Netzen entdeckt, welche Arten sind am meisten im Fundgut vertreten?

Antwort: Wir können verschiedene pleistozäne Faunen aus der Nordsee unterscheiden: Früh, mittel- und spätpleistozäne und auch frühholozäne Faunen. Es sind komplette Faunenlisten bekannt. Eine dieser Faunen möchte ich kurz erwähnen: Die spätpleistozäne Mammut-Fauna mit Tieren wie Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenbison, Riesenhirsch, Rentier, Otter, Biber, Moschusochse, Höhlenlöwe, Säbelzahnkatze, Bär, Vielfraß, Fuchs, Hyäne, Hasen und viele andere.

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Frage: Besitzen Sie eine Sammlung von Mammut-Fossilien und welche Funde liegen Ihnen am meisten am Herzen?

Antwort: In meiner Privatsammlung, die eines Tages in einem Museum untergebracht werden soll, befinden sich über 20.000 Mammut-Teile. Nicht nur Knochen und Backenzähne, sondern auch Weichteile aus dem Dauerfrostboden Sibiriens und Nord-Amerikas. Dazu auch Überreste von anderen Tieren aus dem ganzen Eiszeitalter: Riesenhirsche, Rinder, Raubtiere, Antilopen und so weiter. In der Gefriertruhe liegt seit 1997 ein Pfund Mammutfleisch aus Sibirien. Das ist ein ungewöhnliches Fossil. Außerdem besitze ich Kot von Mammuts aus Nord-Amerika und Sibirien.

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Friedje Mol bei der Ausgrabung eines Mammutschädels in der Auvergne (Frankreich) 2008. Foto: Frederic Lacombat

Frage: Teilen Ihre Frau Friedje und Ihre zwei Kinder Ihre Begeisterung für Mammute?

Antwort: Ja, die kennen mich nicht anders als einen leidenschaftlicher Sammler und Untersucher. Darüber hinaus bin ich sehr oft im Ausland. Meine Frau Friedje geht öfters mit, war mit in Sibirien, auf den Channel Islands vor der Küste von Kalifornien, Patagonien und so weiter. Sie hatte das Erlebnis, ein komplettes Skelett von Mammuthus exillis auf Santa Rosa mit auszugraben. Das ist ein Zwerg-Mammut mit etwa 1,60 Meter Schulterhöhe. Meine Kinder sind schon längere Zeit selbstständig und wohnen nicht mehr daheim.

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Frage: Gibt es in den Niederlanden ein Museum, das besonders interessante Mammut-Funde zeigt?

Antwort: Ich kenne fast alle Mammut-Sammlungen auf der Welt. Das Naturhistorische Museum Naturalis in Leiden ist – was Mammute betrifft – das größte der Welt. Ich kenne die Sammlungen sehr gut. Die Sammlungen sind so umfangreich, dass wir vor 10 Jahren in der Lage waren, ein sehr schönes Mammut-Skelett daraus aufzubauen. Das Skelett ist jetzt der „Eye-Catcher“ des Museums.

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Frage: Sie sind einer der Autoren eines Buches über Säbelzahnkatzen, wie kam es dazu?

Antwort: Als wir einen Unterkieferast von einer Säbelzahnkatze in der Nordsee entdeckt haben und feststellten, dass es sich um die Gattung Homotherium aus dem Spätpleistozän (nur 28.000 Jahre vor heute) handelt, war die Hölle los. Keiner hatte gedacht, dass die Säbelzahnkatzen in Nordwest-Europa noch so lange vorkamen. Jetzt ist das weltweit akzeptiert. Es hat uns viel Arbeit und Energie gekostet, die Untersuchungen (darunter viele Vergleichsstudien im Ausland, sechs Radiocarbon-Altersdatierungen und verschiedene Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Publikationen) durchzuführen. Deshalb haben wir uns entschlossen, all unsere Erkenntnisse über diesen Sensationsfund in einem allgemein verständlichen Buch zu publizieren . Wenn ich den Besprechungen des Buches glauben darf, dann ist es gut gelungen. Es ist jetzt nicht nur in niederländischer, sondern auch in englischer Sprache erhältlich.

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Frage: Erhalten Sie in Ihrer Eigenschaft als Mammut-Experte viele Anfragen von Laien und anderen Experten?

Antwort: Ja, täglich und aus aller Welt. Heutzutage geht das dank des Internet ja sehr schnell. Es ist einfach, Adressen zu bekommen, wo man Fragen stellen kann. Im Durchschnitt habe ich etwa 20 bis 30 Nachfragen pro Tag. Mammute haben fast überall in der nördlichen Hemisphäre gelebt und ihre Überreste werden tagtäglich gefunden. Man möchte fast immer wissen, was haben wir denn da!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst
http://wissenschafts-news.blog.de und
http://mammut-zeitung.blogspot.com

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Buch von Dick Mol in Deutsch:

Dick Mol / Christian de Marliave / Bernard Buigues: Mammutsuche in Sibirien.
Roseni Verlag, ISBN 3981046927
http://www.amazon.de/Mammutsuche-Sibirien-Dick-Mol/dp/3981046927


Jürgen Klinsmann im Interview auf DW-TV
Dienstag, 16. September 2008, 20:04:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Journal Interview | Jürgen Klinsmann, Trainer Bayern München" von "deutschewelle" bei Youtube
http://www.youtube.com/watch?v=3_V3nBcQCTc

Beschreibung des Videoclips:

Grenzenlose Faszination: Welchen Stellenwert hat der Fußball in Deutschland?

"Der Fußball weltweit, ist so ein Element geworden, das völkerverbindend ist, das weit über die Grenzen hinaus die Leute fasziniert, alt jung, egal welche Rasse, egal welcher Hintergrund, wo jemand herkommt und hat vielleicht durch diese letzte WM ein ganz neues Niveau erreicht durch Public Viewing". Über die Faszination Fußball spricht der Chefcoach des FC Bayern München, Jürgen Klinsmann, im Interview auf DW-TV.


Jürgen Klinsmann im Interview auf DW-TV
Dienstag, 16. September 2008, 20:04:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


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http://www.youtube.com/watch?v=3_V3nBcQCTc

Beschreibung des Videoclips:

Grenzenlose Faszination: Welchen Stellenwert hat der Fußball in Deutschland?

"Der Fußball weltweit, ist so ein Element geworden, das völkerverbindend ist, das weit über die Grenzen hinaus die Leute fasziniert, alt jung, egal welche Rasse, egal welcher Hintergrund, wo jemand herkommt und hat vielleicht durch diese letzte WM ein ganz neues Niveau erreicht durch Public Viewing". Über die Faszination Fußball spricht der Chefcoach des FC Bayern München, Jürgen Klinsmann, im Interview auf DW-TV.


Jürgen Klinsmann im Interview auf DW-TV
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http://www.youtube.com/watch?v=3_V3nBcQCTc

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Grenzenlose Faszination: Welchen Stellenwert hat der Fußball in Deutschland?

"Der Fußball weltweit, ist so ein Element geworden, das völkerverbindend ist, das weit über die Grenzen hinaus die Leute fasziniert, alt jung, egal welche Rasse, egal welcher Hintergrund, wo jemand herkommt und hat vielleicht durch diese letzte WM ein ganz neues Niveau erreicht durch Public Viewing". Über die Faszination Fußball spricht der Chefcoach des FC Bayern München, Jürgen Klinsmann, im Interview auf DW-TV.


Jürgen Klinsmann im Interview auf DW-TV
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http://www.youtube.com/watch?v=3_V3nBcQCTc

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Grenzenlose Faszination: Welchen Stellenwert hat der Fußball in Deutschland?

"Der Fußball weltweit, ist so ein Element geworden, das völkerverbindend ist, das weit über die Grenzen hinaus die Leute fasziniert, alt jung, egal welche Rasse, egal welcher Hintergrund, wo jemand herkommt und hat vielleicht durch diese letzte WM ein ganz neues Niveau erreicht durch Public Viewing". Über die Faszination Fußball spricht der Chefcoach des FC Bayern München, Jürgen Klinsmann, im Interview auf DW-TV.


Jürgen Klinsmann im Interview auf DW-TV
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http://www.youtube.com/watch?v=3_V3nBcQCTc

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Grenzenlose Faszination: Welchen Stellenwert hat der Fußball in Deutschland?

"Der Fußball weltweit, ist so ein Element geworden, das völkerverbindend ist, das weit über die Grenzen hinaus die Leute fasziniert, alt jung, egal welche Rasse, egal welcher Hintergrund, wo jemand herkommt und hat vielleicht durch diese letzte WM ein ganz neues Niveau erreicht durch Public Viewing". Über die Faszination Fußball spricht der Chefcoach des FC Bayern München, Jürgen Klinsmann, im Interview auf DW-TV.


Fotodesignerin Britta Mues: Gute Ideen allein reichen nicht
Dienstag, 09. September 2008, 16:27:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der deutschen Fotografin, Fotodesignerin und Künstlerin Britta Mues

*

Frage: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Antwort: Irgendwie „unbewusst zielstrebig“ und über Umwege: Schon als Kind fotografierte ich mit Begeisterung, und zwar alles was sich mir in den Weg stellte. Mein größter Stolz war meine analoge Spiegelreflexkamera. Angefangen bei Blumen und Gebäuden, bis hin über Menschen und Tiere, vor mir war nichts sicher. Ich liebte hierbei ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven.
Später, als Jugendliche, kam ein kleines Schwarz-Weiss Labor dazu, so dass ich meine Filme selbst entwickeln und zugleich ein wenig experimentieren konnte. Ich war fasziniert von den Möglichkeiten, Bilder zu verändern und aus dem eigentlichen Ursprungsbild eine ganz neue Bildaussage zu kreieren.
Ich hegte den Wunsch Industriefotografin zu werden, bekam aber zur damaligen Zeit Absagen, mit der Begründung, dass ich eine Frau sei und Männer in dieser Branche bevorzugt werden.
Die Möglichkeiten, eine Ausbildung als Industriefotografin in der westfälischen Region, in der ich damals lebte, zu absolvieren, waren zudem sehr begrenzt. So absolvierte ich erst einmal eine Ausbildung im Modeunternehmen meiner Mutter und belegte später ein Studium im Management- und Marketingbereich, welches ich mit Erfolg abschloss. Das Steckenpferd Fotografie blieb hierbei immer bestehen und wartete nur darauf sich ständig weiter zu entwickeln. Beruflich konnte ich im Marketingbereich oftmals meine fotografischen Fähigkeiten immer wieder mit zum Einsatz bringen, was jedoch immer nur einen kleinen Teil meiner beruflichen Tätigkeiten wieder gegeben hat und für mich eine ziemlich unbefriedigende Situation dargestellt hatte.
Durch Zufall und widrigen Umständen bot sich für mich dann vor einigen Jahren die Möglichkeit, mich im fotografischen Bereich selbständig zu machen.

*

Frage: Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?


Antwort: Ich bereue meinen Schritt nicht, würde diese Entscheidung immer wieder treffen und bin davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.

*

Frage: War es ein leichter Weg?

Antwort: Nein, keinesfalls. Ehrgeiz, Disziplin, Arbeitswille und Durchhaltevermögen sind zwingend erforderlich. „Nur“ gute Ideen zu haben und der Wunsch Fotograf zu werden, reichen da nicht aus. Auch die kaufmännische Komponente, die bei einer freischaffenden , bzw. selbständigen Tätigkeit vorhanden sein müssen, sollten nicht unterschätzt werden. Ich wurde oftmals unsanft aus der Bahn geworfen, zuletzt durch einen Schlaganfall, den ich zum Glück aber ohne bleibende Schäden hinter mir gelassen habe. Aber der Glaube an mich, meine Energie sowie die Kraft und mentale Unterstützung, welche mir Freunde und Familie gegeben haben, geben mir immer wieder die Motivation und Power weiterzumachen. Ich war schon immer ein „Steh-Auf-Männchen“ und lasse mich nicht so schnell aus der Bahn werfen und schon mal gar nicht, wenn ich von einer Sache überzeugt bin und mit Herzblut dahinter stehe. Diese Einstellung gilt übrigens bei mir für alle Lebensbereiche.

*


















Frage: In welchen fotografischen Bereichen sind Sie tätig?

Antwort: Ich arbeite im künstlerischen wie auch kommerziellen Bereich. Beides möchte ich nicht missen und hat seine Vor- und Nachteile.
Künstlerisch versuche ich meistens soziale, bzw. karitative Komponenten mit einzubinden, wie z.B. bei meiner letzten Ausstellung „Pixel-Projekt“, in dem ein Teil des Verkauferlöses an ein SOS Kinderdorf, die deutsche AIDS-Hilfe sowie ein Tierheim gespendet worden ist.
Auch Projekte, wie das 2007 von mir ins Leben gerufene „Look and Live“-Event, in dem Kunst, Musik, Kulinarisches und Kultur miteinander verbunden wurden, fand in der Aachener Region guten Anklang und positive Resonanz.
Meine Brötchen verdiene ich jedoch hauptsächlich als Werbefotografin und Fotodesignerin und bin da in erster Linie auf Onlineshops spezialisiert. Großhändler, Modeoutlets, Hersteller sowie Einzelhandelsunternehmen gehören hier zu meinen Hauptkunden http://www.digitalfotografie-mues.de
Jedoch auch die Erstellung von Referenz- und Imagebildern gehören mit zu meinen Aufgaben. TV-Darsteller, Musiker, Models und sonstige Personen aus dem öffentlichen Leben zählen hierbei zu meiner Klientel.
Hin und wieder bin ich auch noch für die Presse (AZ und SZ) als freie Mitarbeiterin tätig, dies aber nur wenn es meine Zeit zulässt und mich das Thema interessiert.













*

Frage: Mit welcher Ausrüstung arbeiten Sie?

Antwort: Eine Frage, welche ich gerne mit einer Gegenfrage beantworte: Macht mich ein High-Tech Induktionsherd automatisch zum Sternekoch?
Ausrüstung und Equipment bilden nur einen kleinen Teil der ganzen fotografischen Bandbreite. Kreativität, Ideen, der Blick auf das Wesentliche, Umsetzungsvermögen, Kompetenz, Know-How und Erfahrung sind jedoch Dinge, die einen guten Fotograf im Wesentlichen auszeichnen. Das hat man oder eben nicht hat, so etwas kann man nicht kaufen.
Um Ihre Frage aber zu beantworten, ich arbeite hauptsächlich mit Canon und Sony DSLR´s; werde hin und wieder jedoch auch mal nostalgisch und krame dann meine analoge SLR hervor, die ich nun seit über 25 Jahren besitze und die noch 1-A funktioniert.
In meinem Studio stehen Blitzanlage sowie Dauerlichtanlage, so dass ich da variieren u./o. kombinieren kann. Als Bearbeitungsprogramme nutze ich Adobe Photoshop CS3, Corel sowie einigen Freewareprogramme, denn auch hier möchte ich mir die Freiheit nicht nehmen lassen, die Möglichkeiten unterschiedlicher Bildbearbeitungsprogramme zu nutzen.
Ich habe alles was man zum Fotografieren benötigt: Ausrüstung, Augen, Hände, Hirn und Ideen….und da ich davon sogar leben kann, scheint es meinen Auftraggebern zu gefallen und ich scheine es richtig zu machen, bzw. umzusetzen.

*

Frage: Wie ist der Umgang mit Ihren Models?

Anwort: Ich würde den Umgang als familiär bezeichnen. Ich arbeite ausschließlich mit Models aus der Region zusammen und dies oftmals seit Jahren. Dies hat den Vorteil, dass meine Models schnell verfügbar sind und durch die lange Zusammenarbeit eine Vertrautheit entstanden ist, die sich auch in der Bildumsetzung bemerkbar macht.

*

Frage: Was machen Sie, wenn Sie nicht fotografieren?

Antwort: Lesen, was das Zeug hält und zudem bin ich ein kleiner TV-Junkie.
Mich um meine beiden Hunde kümmern, die übrigens auch meine Firmen-, bzw. Studiomaskottchen sind und von meinen Models und Auftraggebern gleichermaßen geliebt (und verwöhnt) werden.
Wenn es die Zeit zulässt besuche ich auch gerne meine Familie in Ostwestfalen und/oder verbringe meine Zeit mit Freunden, diese bilden meinen Ruhepol.
Gute Unterhaltung/Gespräche - mit vertrauten und/oder interessanten Menschen - sind zudem meine Energiequellen und effektive Möglichkeiten meine Akkus wieder aufzutanken.

*


















Frage: Haben Sie Lieblingsmotive?

Antwort: Eigentlich nicht, eher die Umsetzung, bzw. Darstellung. Ich mag Tiere fotografieren genauso gerne wie Menschen oder die Natur, jedoch liebe ich es, diese Motive mit Witz oder einem speziellen Bearbeitungsstil darzustellen. Da kann es schon mal passieren, dass ein Dobermann mit Afrolook-Perücke herhalten muss oder eines meiner Models als Collage im bunten und poppigen Pin-Up-Stil dargestellt wird. Die Verfremdung oder surreale Darstellung liegen mir hierbei besonders am Herzen und sind für mich eine Möglichkeit mich ohne Worte auszudrücken. Die Bild-Interpretation möchte ich hierbei immer dem jeweiligen Betrachter überlassen.

*

Frage: Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Antwort: Ja, habe ich. Ich würde gerne einen Fotoband erstellen, in denen ich deutsche Schauspieler, Moderatoren, Musiker, etc., wie z.B. Ben Becker, Hella von Sinnen, Inka Bause, Nils Bokelberg, Petra Nadolny, Nina Hagen, Bernhard Hoecker, Jürgen Vogel, etc. portraitiere und diese bildlich verfremdet darstelle. Ich würde diese Personen einfach gerne fotografieren, fernab der „normalen Autogrammkartenfotografie“: Bunt, poppig, anders. Dieses Projekt möchte ich gerne im kommenden Jahr umsetzen, vorausgesetzt, dass ich genügend Personen von diesem Projekt überzeugen und begeistern kann. Ich bin hier jedoch zuversichtlich.

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Frage: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Antwort: Mich ständig weiterzuentwickeln, mich nicht festlegen zu lassen; denn FESTlegen heißt auch oftmals FESTgefahren.
Vielfalt aber keine Einfalt.
Mein Kunstprojekt und Designlabel Bella von Buck endlich weiter auszubauen http://www.bella-von-buck.com
Ein Fotobuch mit experimentellen Portraits herauszubringen.
Mehr, bzw. verstärkt im Bereich Imagefotografie zu arbeiten.

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Frau Mues, vielen Dank für das Interview und dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!


Fotodesignerin Britta Mues: Gute Ideen allein reichen nicht
Dienstag, 09. September 2008, 16:27:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der deutschen Fotografin, Fotodesignerin und Künstlerin Britta Mues

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Frage: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Antwort: Irgendwie „unbewusst zielstrebig“ und über Umwege: Schon als Kind fotografierte ich mit Begeisterung, und zwar alles was sich mir in den Weg stellte. Mein größter Stolz war meine analoge Spiegelreflexkamera. Angefangen bei Blumen und Gebäuden, bis hin über Menschen und Tiere, vor mir war nichts sicher. Ich liebte hierbei ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven.
Später, als Jugendliche, kam ein kleines Schwarz-Weiss Labor dazu, so dass ich meine Filme selbst entwickeln und zugleich ein wenig experimentieren konnte. Ich war fasziniert von den Möglichkeiten, Bilder zu verändern und aus dem eigentlichen Ursprungsbild eine ganz neue Bildaussage zu kreieren.
Ich hegte den Wunsch Industriefotografin zu werden, bekam aber zur damaligen Zeit Absagen, mit der Begründung, dass ich eine Frau sei und Männer in dieser Branche bevorzugt werden.
Die Möglichkeiten, eine Ausbildung als Industriefotografin in der westfälischen Region, in der ich damals lebte, zu absolvieren, waren zudem sehr begrenzt. So absolvierte ich erst einmal eine Ausbildung im Modeunternehmen meiner Mutter und belegte später ein Studium im Management- und Marketingbereich, welches ich mit Erfolg abschloss. Das Steckenpferd Fotografie blieb hierbei immer bestehen und wartete nur darauf sich ständig weiter zu entwickeln. Beruflich konnte ich im Marketingbereich oftmals meine fotografischen Fähigkeiten immer wieder mit zum Einsatz bringen, was jedoch immer nur einen kleinen Teil meiner beruflichen Tätigkeiten wieder gegeben hat und für mich eine ziemlich unbefriedigende Situation dargestellt hatte.
Durch Zufall und widrigen Umständen bot sich für mich dann vor einigen Jahren die Möglichkeit, mich im fotografischen Bereich selbständig zu machen.

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Frage: Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?


Antwort: Ich bereue meinen Schritt nicht, würde diese Entscheidung immer wieder treffen und bin davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.

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Frage: War es ein leichter Weg?

Antwort: Nein, keinesfalls. Ehrgeiz, Disziplin, Arbeitswille und Durchhaltevermögen sind zwingend erforderlich. „Nur“ gute Ideen zu haben und der Wunsch Fotograf zu werden, reichen da nicht aus. Auch die kaufmännische Komponente, die bei einer freischaffenden , bzw. selbständigen Tätigkeit vorhanden sein müssen, sollten nicht unterschätzt werden. Ich wurde oftmals unsanft aus der Bahn geworfen, zuletzt durch einen Schlaganfall, den ich zum Glück aber ohne bleibende Schäden hinter mir gelassen habe. Aber der Glaube an mich, meine Energie sowie die Kraft und mentale Unterstützung, welche mir Freunde und Familie gegeben haben, geben mir immer wieder die Motivation und Power weiterzumachen. Ich war schon immer ein „Steh-Auf-Männchen“ und lasse mich nicht so schnell aus der Bahn werfen und schon mal gar nicht, wenn ich von einer Sache überzeugt bin und mit Herzblut dahinter stehe. Diese Einstellung gilt übrigens bei mir für alle Lebensbereiche.

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Frage: In welchen fotografischen Bereichen sind Sie tätig?

Antwort: Ich arbeite im künstlerischen wie auch kommerziellen Bereich. Beides möchte ich nicht missen und hat seine Vor- und Nachteile.
Künstlerisch versuche ich meistens soziale, bzw. karitative Komponenten mit einzubinden, wie z.B. bei meiner letzten Ausstellung „Pixel-Projekt“, in dem ein Teil des Verkauferlöses an ein SOS Kinderdorf, die deutsche AIDS-Hilfe sowie ein Tierheim gespendet worden ist.
Auch Projekte, wie das 2007 von mir ins Leben gerufene „Look and Live“-Event, in dem Kunst, Musik, Kulinarisches und Kultur miteinander verbunden wurden, fand in der Aachener Region guten Anklang und positive Resonanz.
Meine Brötchen verdiene ich jedoch hauptsächlich als Werbefotografin und Fotodesignerin und bin da in erster Linie auf Onlineshops spezialisiert. Großhändler, Modeoutlets, Hersteller sowie Einzelhandelsunternehmen gehören hier zu meinen Hauptkunden http://www.digitalfotografie-mues.de
Jedoch auch die Erstellung von Referenz- und Imagebildern gehören mit zu meinen Aufgaben. TV-Darsteller, Musiker, Models und sonstige Personen aus dem öffentlichen Leben zählen hierbei zu meiner Klientel.
Hin und wieder bin ich auch noch für die Presse (AZ und SZ) als freie Mitarbeiterin tätig, dies aber nur wenn es meine Zeit zulässt und mich das Thema interessiert.













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Frage: Mit welcher Ausrüstung arbeiten Sie?

Antwort: Eine Frage, welche ich gerne mit einer Gegenfrage beantworte: Macht mich ein High-Tech Induktionsherd automatisch zum Sternekoch?
Ausrüstung und Equipment bilden nur einen kleinen Teil der ganzen fotografischen Bandbreite. Kreativität, Ideen, der Blick auf das Wesentliche, Umsetzungsvermögen, Kompetenz, Know-How und Erfahrung sind jedoch Dinge, die einen guten Fotograf im Wesentlichen auszeichnen. Das hat man oder eben nicht hat, so etwas kann man nicht kaufen.
Um Ihre Frage aber zu beantworten, ich arbeite hauptsächlich mit Canon und Sony DSLR´s; werde hin und wieder jedoch auch mal nostalgisch und krame dann meine analoge SLR hervor, die ich nun seit über 25 Jahren besitze und die noch 1-A funktioniert.
In meinem Studio stehen Blitzanlage sowie Dauerlichtanlage, so dass ich da variieren u./o. kombinieren kann. Als Bearbeitungsprogramme nutze ich Adobe Photoshop CS3, Corel sowie einigen Freewareprogramme, denn auch hier möchte ich mir die Freiheit nicht nehmen lassen, die Möglichkeiten unterschiedlicher Bildbearbeitungsprogramme zu nutzen.
Ich habe alles was man zum Fotografieren benötigt: Ausrüstung, Augen, Hände, Hirn und Ideen….und da ich davon sogar leben kann, scheint es meinen Auftraggebern zu gefallen und ich scheine es richtig zu machen, bzw. umzusetzen.

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Frage: Wie ist der Umgang mit Ihren Models?

Anwort: Ich würde den Umgang als familiär bezeichnen. Ich arbeite ausschließlich mit Models aus der Region zusammen und dies oftmals seit Jahren. Dies hat den Vorteil, dass meine Models schnell verfügbar sind und durch die lange Zusammenarbeit eine Vertrautheit entstanden ist, die sich auch in der Bildumsetzung bemerkbar macht.

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Frage: Was machen Sie, wenn Sie nicht fotografieren?

Antwort: Lesen, was das Zeug hält und zudem bin ich ein kleiner TV-Junkie.
Mich um meine beiden Hunde kümmern, die übrigens auch meine Firmen-, bzw. Studiomaskottchen sind und von meinen Models und Auftraggebern gleichermaßen geliebt (und verwöhnt) werden.
Wenn es die Zeit zulässt besuche ich auch gerne meine Familie in Ostwestfalen und/oder verbringe meine Zeit mit Freunden, diese bilden meinen Ruhepol.
Gute Unterhaltung/Gespräche - mit vertrauten und/oder interessanten Menschen - sind zudem meine Energiequellen und effektive Möglichkeiten meine Akkus wieder aufzutanken.

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Frage: Haben Sie Lieblingsmotive?

Antwort: Eigentlich nicht, eher die Umsetzung, bzw. Darstellung. Ich mag Tiere fotografieren genauso gerne wie Menschen oder die Natur, jedoch liebe ich es, diese Motive mit Witz oder einem speziellen Bearbeitungsstil darzustellen. Da kann es schon mal passieren, dass ein Dobermann mit Afrolook-Perücke herhalten muss oder eines meiner Models als Collage im bunten und poppigen Pin-Up-Stil dargestellt wird. Die Verfremdung oder surreale Darstellung liegen mir hierbei besonders am Herzen und sind für mich eine Möglichkeit mich ohne Worte auszudrücken. Die Bild-Interpretation möchte ich hierbei immer dem jeweiligen Betrachter überlassen.

*

Frage: Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Antwort: Ja, habe ich. Ich würde gerne einen Fotoband erstellen, in denen ich deutsche Schauspieler, Moderatoren, Musiker, etc., wie z.B. Ben Becker, Hella von Sinnen, Inka Bause, Nils Bokelberg, Petra Nadolny, Nina Hagen, Bernhard Hoecker, Jürgen Vogel, etc. portraitiere und diese bildlich verfremdet darstelle. Ich würde diese Personen einfach gerne fotografieren, fernab der „normalen Autogrammkartenfotografie“: Bunt, poppig, anders. Dieses Projekt möchte ich gerne im kommenden Jahr umsetzen, vorausgesetzt, dass ich genügend Personen von diesem Projekt überzeugen und begeistern kann. Ich bin hier jedoch zuversichtlich.

*


















Frage: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Antwort: Mich ständig weiterzuentwickeln, mich nicht festlegen zu lassen; denn FESTlegen heißt auch oftmals FESTgefahren.
Vielfalt aber keine Einfalt.
Mein Kunstprojekt und Designlabel Bella von Buck endlich weiter auszubauen http://www.bella-von-buck.com
Ein Fotobuch mit experimentellen Portraits herauszubringen.
Mehr, bzw. verstärkt im Bereich Imagefotografie zu arbeiten.

*

Frau Mues, vielen Dank für das Interview und dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!


Fotodesignerin Britta Mues: Gute Ideen allein reichen nicht
Dienstag, 09. September 2008, 16:27:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der deutschen Fotografin, Fotodesignerin und Künstlerin Britta Mues

*

Frage: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Antwort: Irgendwie „unbewusst zielstrebig“ und über Umwege: Schon als Kind fotografierte ich mit Begeisterung, und zwar alles was sich mir in den Weg stellte. Mein größter Stolz war meine analoge Spiegelreflexkamera. Angefangen bei Blumen und Gebäuden, bis hin über Menschen und Tiere, vor mir war nichts sicher. Ich liebte hierbei ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven.
Später, als Jugendliche, kam ein kleines Schwarz-Weiss Labor dazu, so dass ich meine Filme selbst entwickeln und zugleich ein wenig experimentieren konnte. Ich war fasziniert von den Möglichkeiten, Bilder zu verändern und aus dem eigentlichen Ursprungsbild eine ganz neue Bildaussage zu kreieren.
Ich hegte den Wunsch Industriefotografin zu werden, bekam aber zur damaligen Zeit Absagen, mit der Begründung, dass ich eine Frau sei und Männer in dieser Branche bevorzugt werden.
Die Möglichkeiten, eine Ausbildung als Industriefotografin in der westfälischen Region, in der ich damals lebte, zu absolvieren, waren zudem sehr begrenzt. So absolvierte ich erst einmal eine Ausbildung im Modeunternehmen meiner Mutter und belegte später ein Studium im Management- und Marketingbereich, welches ich mit Erfolg abschloss. Das Steckenpferd Fotografie blieb hierbei immer bestehen und wartete nur darauf sich ständig weiter zu entwickeln. Beruflich konnte ich im Marketingbereich oftmals meine fotografischen Fähigkeiten immer wieder mit zum Einsatz bringen, was jedoch immer nur einen kleinen Teil meiner beruflichen Tätigkeiten wieder gegeben hat und für mich eine ziemlich unbefriedigende Situation dargestellt hatte.
Durch Zufall und widrigen Umständen bot sich für mich dann vor einigen Jahren die Möglichkeit, mich im fotografischen Bereich selbständig zu machen.

*

Frage: Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?


Antwort: Ich bereue meinen Schritt nicht, würde diese Entscheidung immer wieder treffen und bin davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.

*

Frage: War es ein leichter Weg?

Antwort: Nein, keinesfalls. Ehrgeiz, Disziplin, Arbeitswille und Durchhaltevermögen sind zwingend erforderlich. „Nur“ gute Ideen zu haben und der Wunsch Fotograf zu werden, reichen da nicht aus. Auch die kaufmännische Komponente, die bei einer freischaffenden , bzw. selbständigen Tätigkeit vorhanden sein müssen, sollten nicht unterschätzt werden. Ich wurde oftmals unsanft aus der Bahn geworfen, zuletzt durch einen Schlaganfall, den ich zum Glück aber ohne bleibende Schäden hinter mir gelassen habe. Aber der Glaube an mich, meine Energie sowie die Kraft und mentale Unterstützung, welche mir Freunde und Familie gegeben haben, geben mir immer wieder die Motivation und Power weiterzumachen. Ich war schon immer ein „Steh-Auf-Männchen“ und lasse mich nicht so schnell aus der Bahn werfen und schon mal gar nicht, wenn ich von einer Sache überzeugt bin und mit Herzblut dahinter stehe. Diese Einstellung gilt übrigens bei mir für alle Lebensbereiche.

*


















Frage: In welchen fotografischen Bereichen sind Sie tätig?

Antwort: Ich arbeite im künstlerischen wie auch kommerziellen Bereich. Beides möchte ich nicht missen und hat seine Vor- und Nachteile.
Künstlerisch versuche ich meistens soziale, bzw. karitative Komponenten mit einzubinden, wie z.B. bei meiner letzten Ausstellung „Pixel-Projekt“, in dem ein Teil des Verkauferlöses an ein SOS Kinderdorf, die deutsche AIDS-Hilfe sowie ein Tierheim gespendet worden ist.
Auch Projekte, wie das 2007 von mir ins Leben gerufene „Look and Live“-Event, in dem Kunst, Musik, Kulinarisches und Kultur miteinander verbunden wurden, fand in der Aachener Region guten Anklang und positive Resonanz.
Meine Brötchen verdiene ich jedoch hauptsächlich als Werbefotografin und Fotodesignerin und bin da in erster Linie auf Onlineshops spezialisiert. Großhändler, Modeoutlets, Hersteller sowie Einzelhandelsunternehmen gehören hier zu meinen Hauptkunden http://www.digitalfotografie-mues.de
Jedoch auch die Erstellung von Referenz- und Imagebildern gehören mit zu meinen Aufgaben. TV-Darsteller, Musiker, Models und sonstige Personen aus dem öffentlichen Leben zählen hierbei zu meiner Klientel.
Hin und wieder bin ich auch noch für die Presse (AZ und SZ) als freie Mitarbeiterin tätig, dies aber nur wenn es meine Zeit zulässt und mich das Thema interessiert.













*

Frage: Mit welcher Ausrüstung arbeiten Sie?

Antwort: Eine Frage, welche ich gerne mit einer Gegenfrage beantworte: Macht mich ein High-Tech Induktionsherd automatisch zum Sternekoch?
Ausrüstung und Equipment bilden nur einen kleinen Teil der ganzen fotografischen Bandbreite. Kreativität, Ideen, der Blick auf das Wesentliche, Umsetzungsvermögen, Kompetenz, Know-How und Erfahrung sind jedoch Dinge, die einen guten Fotograf im Wesentlichen auszeichnen. Das hat man oder eben nicht hat, so etwas kann man nicht kaufen.
Um Ihre Frage aber zu beantworten, ich arbeite hauptsächlich mit Canon und Sony DSLR´s; werde hin und wieder jedoch auch mal nostalgisch und krame dann meine analoge SLR hervor, die ich nun seit über 25 Jahren besitze und die noch 1-A funktioniert.
In meinem Studio stehen Blitzanlage sowie Dauerlichtanlage, so dass ich da variieren u./o. kombinieren kann. Als Bearbeitungsprogramme nutze ich Adobe Photoshop CS3, Corel sowie einigen Freewareprogramme, denn auch hier möchte ich mir die Freiheit nicht nehmen lassen, die Möglichkeiten unterschiedlicher Bildbearbeitungsprogramme zu nutzen.
Ich habe alles was man zum Fotografieren benötigt: Ausrüstung, Augen, Hände, Hirn und Ideen….und da ich davon sogar leben kann, scheint es meinen Auftraggebern zu gefallen und ich scheine es richtig zu machen, bzw. umzusetzen.

*

Frage: Wie ist der Umgang mit Ihren Models?

Anwort: Ich würde den Umgang als familiär bezeichnen. Ich arbeite ausschließlich mit Models aus der Region zusammen und dies oftmals seit Jahren. Dies hat den Vorteil, dass meine Models schnell verfügbar sind und durch die lange Zusammenarbeit eine Vertrautheit entstanden ist, die sich auch in der Bildumsetzung bemerkbar macht.

*

Frage: Was machen Sie, wenn Sie nicht fotografieren?

Antwort: Lesen, was das Zeug hält und zudem bin ich ein kleiner TV-Junkie.
Mich um meine beiden Hunde kümmern, die übrigens auch meine Firmen-, bzw. Studiomaskottchen sind und von meinen Models und Auftraggebern gleichermaßen geliebt (und verwöhnt) werden.
Wenn es die Zeit zulässt besuche ich auch gerne meine Familie in Ostwestfalen und/oder verbringe meine Zeit mit Freunden, diese bilden meinen Ruhepol.
Gute Unterhaltung/Gespräche - mit vertrauten und/oder interessanten Menschen - sind zudem meine Energiequellen und effektive Möglichkeiten meine Akkus wieder aufzutanken.

*


















Frage: Haben Sie Lieblingsmotive?

Antwort: Eigentlich nicht, eher die Umsetzung, bzw. Darstellung. Ich mag Tiere fotografieren genauso gerne wie Menschen oder die Natur, jedoch liebe ich es, diese Motive mit Witz oder einem speziellen Bearbeitungsstil darzustellen. Da kann es schon mal passieren, dass ein Dobermann mit Afrolook-Perücke herhalten muss oder eines meiner Models als Collage im bunten und poppigen Pin-Up-Stil dargestellt wird. Die Verfremdung oder surreale Darstellung liegen mir hierbei besonders am Herzen und sind für mich eine Möglichkeit mich ohne Worte auszudrücken. Die Bild-Interpretation möchte ich hierbei immer dem jeweiligen Betrachter überlassen.

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Frage: Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Antwort: Ja, habe ich. Ich würde gerne einen Fotoband erstellen, in denen ich deutsche Schauspieler, Moderatoren, Musiker, etc., wie z.B. Ben Becker, Hella von Sinnen, Inka Bause, Nils Bokelberg, Petra Nadolny, Nina Hagen, Bernhard Hoecker, Jürgen Vogel, etc. portraitiere und diese bildlich verfremdet darstelle. Ich würde diese Personen einfach gerne fotografieren, fernab der „normalen Autogrammkartenfotografie“: Bunt, poppig, anders. Dieses Projekt möchte ich gerne im kommenden Jahr umsetzen, vorausgesetzt, dass ich genügend Personen von diesem Projekt überzeugen und begeistern kann. Ich bin hier jedoch zuversichtlich.

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Frage: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Antwort: Mich ständig weiterzuentwickeln, mich nicht festlegen zu lassen; denn FESTlegen heißt auch oftmals FESTgefahren.
Vielfalt aber keine Einfalt.
Mein Kunstprojekt und Designlabel Bella von Buck endlich weiter auszubauen http://www.bella-von-buck.com
Ein Fotobuch mit experimentellen Portraits herauszubringen.
Mehr, bzw. verstärkt im Bereich Imagefotografie zu arbeiten.

*

Frau Mues, vielen Dank für das Interview und dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!


Fotodesignerin Britta Mues: Gute Ideen allein reichen nicht
Dienstag, 09. September 2008, 16:27:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der deutschen Fotografin, Fotodesignerin und Künstlerin Britta Mues

*

Frage: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Antwort: Irgendwie „unbewusst zielstrebig“ und über Umwege: Schon als Kind fotografierte ich mit Begeisterung, und zwar alles was sich mir in den Weg stellte. Mein größter Stolz war meine analoge Spiegelreflexkamera. Angefangen bei Blumen und Gebäuden, bis hin über Menschen und Tiere, vor mir war nichts sicher. Ich liebte hierbei ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven.
Später, als Jugendliche, kam ein kleines Schwarz-Weiss Labor dazu, so dass ich meine Filme selbst entwickeln und zugleich ein wenig experimentieren konnte. Ich war fasziniert von den Möglichkeiten, Bilder zu verändern und aus dem eigentlichen Ursprungsbild eine ganz neue Bildaussage zu kreieren.
Ich hegte den Wunsch Industriefotografin zu werden, bekam aber zur damaligen Zeit Absagen, mit der Begründung, dass ich eine Frau sei und Männer in dieser Branche bevorzugt werden.
Die Möglichkeiten, eine Ausbildung als Industriefotografin in der westfälischen Region, in der ich damals lebte, zu absolvieren, waren zudem sehr begrenzt. So absolvierte ich erst einmal eine Ausbildung im Modeunternehmen meiner Mutter und belegte später ein Studium im Management- und Marketingbereich, welches ich mit Erfolg abschloss. Das Steckenpferd Fotografie blieb hierbei immer bestehen und wartete nur darauf sich ständig weiter zu entwickeln. Beruflich konnte ich im Marketingbereich oftmals meine fotografischen Fähigkeiten immer wieder mit zum Einsatz bringen, was jedoch immer nur einen kleinen Teil meiner beruflichen Tätigkeiten wieder gegeben hat und für mich eine ziemlich unbefriedigende Situation dargestellt hatte.
Durch Zufall und widrigen Umständen bot sich für mich dann vor einigen Jahren die Möglichkeit, mich im fotografischen Bereich selbständig zu machen.

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Frage: Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?


Antwort: Ich bereue meinen Schritt nicht, würde diese Entscheidung immer wieder treffen und bin davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.

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Frage: War es ein leichter Weg?

Antwort: Nein, keinesfalls. Ehrgeiz, Disziplin, Arbeitswille und Durchhaltevermögen sind zwingend erforderlich. „Nur“ gute Ideen zu haben und der Wunsch Fotograf zu werden, reichen da nicht aus. Auch die kaufmännische Komponente, die bei einer freischaffenden , bzw. selbständigen Tätigkeit vorhanden sein müssen, sollten nicht unterschätzt werden. Ich wurde oftmals unsanft aus der Bahn geworfen, zuletzt durch einen Schlaganfall, den ich zum Glück aber ohne bleibende Schäden hinter mir gelassen habe. Aber der Glaube an mich, meine Energie sowie die Kraft und mentale Unterstützung, welche mir Freunde und Familie gegeben haben, geben mir immer wieder die Motivation und Power weiterzumachen. Ich war schon immer ein „Steh-Auf-Männchen“ und lasse mich nicht so schnell aus der Bahn werfen und schon mal gar nicht, wenn ich von einer Sache überzeugt bin und mit Herzblut dahinter stehe. Diese Einstellung gilt übrigens bei mir für alle Lebensbereiche.

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Frage: In welchen fotografischen Bereichen sind Sie tätig?

Antwort: Ich arbeite im künstlerischen wie auch kommerziellen Bereich. Beides möchte ich nicht missen und hat seine Vor- und Nachteile.
Künstlerisch versuche ich meistens soziale, bzw. karitative Komponenten mit einzubinden, wie z.B. bei meiner letzten Ausstellung „Pixel-Projekt“, in dem ein Teil des Verkauferlöses an ein SOS Kinderdorf, die deutsche AIDS-Hilfe sowie ein Tierheim gespendet worden ist.
Auch Projekte, wie das 2007 von mir ins Leben gerufene „Look and Live“-Event, in dem Kunst, Musik, Kulinarisches und Kultur miteinander verbunden wurden, fand in der Aachener Region guten Anklang und positive Resonanz.
Meine Brötchen verdiene ich jedoch hauptsächlich als Werbefotografin und Fotodesignerin und bin da in erster Linie auf Onlineshops spezialisiert. Großhändler, Modeoutlets, Hersteller sowie Einzelhandelsunternehmen gehören hier zu meinen Hauptkunden http://www.digitalfotografie-mues.de
Jedoch auch die Erstellung von Referenz- und Imagebildern gehören mit zu meinen Aufgaben. TV-Darsteller, Musiker, Models und sonstige Personen aus dem öffentlichen Leben zählen hierbei zu meiner Klientel.
Hin und wieder bin ich auch noch für die Presse (AZ und SZ) als freie Mitarbeiterin tätig, dies aber nur wenn es meine Zeit zulässt und mich das Thema interessiert.













*

Frage: Mit welcher Ausrüstung arbeiten Sie?

Antwort: Eine Frage, welche ich gerne mit einer Gegenfrage beantworte: Macht mich ein High-Tech Induktionsherd automatisch zum Sternekoch?
Ausrüstung und Equipment bilden nur einen kleinen Teil der ganzen fotografischen Bandbreite. Kreativität, Ideen, der Blick auf das Wesentliche, Umsetzungsvermögen, Kompetenz, Know-How und Erfahrung sind jedoch Dinge, die einen guten Fotograf im Wesentlichen auszeichnen. Das hat man oder eben nicht hat, so etwas kann man nicht kaufen.
Um Ihre Frage aber zu beantworten, ich arbeite hauptsächlich mit Canon und Sony DSLR´s; werde hin und wieder jedoch auch mal nostalgisch und krame dann meine analoge SLR hervor, die ich nun seit über 25 Jahren besitze und die noch 1-A funktioniert.
In meinem Studio stehen Blitzanlage sowie Dauerlichtanlage, so dass ich da variieren u./o. kombinieren kann. Als Bearbeitungsprogramme nutze ich Adobe Photoshop CS3, Corel sowie einigen Freewareprogramme, denn auch hier möchte ich mir die Freiheit nicht nehmen lassen, die Möglichkeiten unterschiedlicher Bildbearbeitungsprogramme zu nutzen.
Ich habe alles was man zum Fotografieren benötigt: Ausrüstung, Augen, Hände, Hirn und Ideen….und da ich davon sogar leben kann, scheint es meinen Auftraggebern zu gefallen und ich scheine es richtig zu machen, bzw. umzusetzen.

*

Frage: Wie ist der Umgang mit Ihren Models?

Anwort: Ich würde den Umgang als familiär bezeichnen. Ich arbeite ausschließlich mit Models aus der Region zusammen und dies oftmals seit Jahren. Dies hat den Vorteil, dass meine Models schnell verfügbar sind und durch die lange Zusammenarbeit eine Vertrautheit entstanden ist, die sich auch in der Bildumsetzung bemerkbar macht.

*

Frage: Was machen Sie, wenn Sie nicht fotografieren?

Antwort: Lesen, was das Zeug hält und zudem bin ich ein kleiner TV-Junkie.
Mich um meine beiden Hunde kümmern, die übrigens auch meine Firmen-, bzw. Studiomaskottchen sind und von meinen Models und Auftraggebern gleichermaßen geliebt (und verwöhnt) werden.
Wenn es die Zeit zulässt besuche ich auch gerne meine Familie in Ostwestfalen und/oder verbringe meine Zeit mit Freunden, diese bilden meinen Ruhepol.
Gute Unterhaltung/Gespräche - mit vertrauten und/oder interessanten Menschen - sind zudem meine Energiequellen und effektive Möglichkeiten meine Akkus wieder aufzutanken.

*


















Frage: Haben Sie Lieblingsmotive?

Antwort: Eigentlich nicht, eher die Umsetzung, bzw. Darstellung. Ich mag Tiere fotografieren genauso gerne wie Menschen oder die Natur, jedoch liebe ich es, diese Motive mit Witz oder einem speziellen Bearbeitungsstil darzustellen. Da kann es schon mal passieren, dass ein Dobermann mit Afrolook-Perücke herhalten muss oder eines meiner Models als Collage im bunten und poppigen Pin-Up-Stil dargestellt wird. Die Verfremdung oder surreale Darstellung liegen mir hierbei besonders am Herzen und sind für mich eine Möglichkeit mich ohne Worte auszudrücken. Die Bild-Interpretation möchte ich hierbei immer dem jeweiligen Betrachter überlassen.

*

Frage: Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Antwort: Ja, habe ich. Ich würde gerne einen Fotoband erstellen, in denen ich deutsche Schauspieler, Moderatoren, Musiker, etc., wie z.B. Ben Becker, Hella von Sinnen, Inka Bause, Nils Bokelberg, Petra Nadolny, Nina Hagen, Bernhard Hoecker, Jürgen Vogel, etc. portraitiere und diese bildlich verfremdet darstelle. Ich würde diese Personen einfach gerne fotografieren, fernab der „normalen Autogrammkartenfotografie“: Bunt, poppig, anders. Dieses Projekt möchte ich gerne im kommenden Jahr umsetzen, vorausgesetzt, dass ich genügend Personen von diesem Projekt überzeugen und begeistern kann. Ich bin hier jedoch zuversichtlich.

*


















Frage: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Antwort: Mich ständig weiterzuentwickeln, mich nicht festlegen zu lassen; denn FESTlegen heißt auch oftmals FESTgefahren.
Vielfalt aber keine Einfalt.
Mein Kunstprojekt und Designlabel Bella von Buck endlich weiter auszubauen http://www.bella-von-buck.com
Ein Fotobuch mit experimentellen Portraits herauszubringen.
Mehr, bzw. verstärkt im Bereich Imagefotografie zu arbeiten.

*

Frau Mues, vielen Dank für das Interview und dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!


Fotodesignerin Britta Mues: Gute Ideen allein reichen nicht
Dienstag, 09. September 2008, 16:27:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der deutschen Fotografin, Fotodesignerin und Künstlerin Britta Mues

*

Frage: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Antwort: Irgendwie „unbewusst zielstrebig“ und über Umwege: Schon als Kind fotografierte ich mit Begeisterung, und zwar alles was sich mir in den Weg stellte. Mein größter Stolz war meine analoge Spiegelreflexkamera. Angefangen bei Blumen und Gebäuden, bis hin über Menschen und Tiere, vor mir war nichts sicher. Ich liebte hierbei ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven.
Später, als Jugendliche, kam ein kleines Schwarz-Weiss Labor dazu, so dass ich meine Filme selbst entwickeln und zugleich ein wenig experimentieren konnte. Ich war fasziniert von den Möglichkeiten, Bilder zu verändern und aus dem eigentlichen Ursprungsbild eine ganz neue Bildaussage zu kreieren.
Ich hegte den Wunsch Industriefotografin zu werden, bekam aber zur damaligen Zeit Absagen, mit der Begründung, dass ich eine Frau sei und Männer in dieser Branche bevorzugt werden.
Die Möglichkeiten, eine Ausbildung als Industriefotografin in der westfälischen Region, in der ich damals lebte, zu absolvieren, waren zudem sehr begrenzt. So absolvierte ich erst einmal eine Ausbildung im Modeunternehmen meiner Mutter und belegte später ein Studium im Management- und Marketingbereich, welches ich mit Erfolg abschloss. Das Steckenpferd Fotografie blieb hierbei immer bestehen und wartete nur darauf sich ständig weiter zu entwickeln. Beruflich konnte ich im Marketingbereich oftmals meine fotografischen Fähigkeiten immer wieder mit zum Einsatz bringen, was jedoch immer nur einen kleinen Teil meiner beruflichen Tätigkeiten wieder gegeben hat und für mich eine ziemlich unbefriedigende Situation dargestellt hatte.
Durch Zufall und widrigen Umständen bot sich für mich dann vor einigen Jahren die Möglichkeit, mich im fotografischen Bereich selbständig zu machen.

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Frage: Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?


Antwort: Ich bereue meinen Schritt nicht, würde diese Entscheidung immer wieder treffen und bin davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.

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Frage: War es ein leichter Weg?

Antwort: Nein, keinesfalls. Ehrgeiz, Disziplin, Arbeitswille und Durchhaltevermögen sind zwingend erforderlich. „Nur“ gute Ideen zu haben und der Wunsch Fotograf zu werden, reichen da nicht aus. Auch die kaufmännische Komponente, die bei einer freischaffenden , bzw. selbständigen Tätigkeit vorhanden sein müssen, sollten nicht unterschätzt werden. Ich wurde oftmals unsanft aus der Bahn geworfen, zuletzt durch einen Schlaganfall, den ich zum Glück aber ohne bleibende Schäden hinter mir gelassen habe. Aber der Glaube an mich, meine Energie sowie die Kraft und mentale Unterstützung, welche mir Freunde und Familie gegeben haben, geben mir immer wieder die Motivation und Power weiterzumachen. Ich war schon immer ein „Steh-Auf-Männchen“ und lasse mich nicht so schnell aus der Bahn werfen und schon mal gar nicht, wenn ich von einer Sache überzeugt bin und mit Herzblut dahinter stehe. Diese Einstellung gilt übrigens bei mir für alle Lebensbereiche.

*


















Frage: In welchen fotografischen Bereichen sind Sie tätig?

Antwort: Ich arbeite im künstlerischen wie auch kommerziellen Bereich. Beides möchte ich nicht missen und hat seine Vor- und Nachteile.
Künstlerisch versuche ich meistens soziale, bzw. karitative Komponenten mit einzubinden, wie z.B. bei meiner letzten Ausstellung „Pixel-Projekt“, in dem ein Teil des Verkauferlöses an ein SOS Kinderdorf, die deutsche AIDS-Hilfe sowie ein Tierheim gespendet worden ist.
Auch Projekte, wie das 2007 von mir ins Leben gerufene „Look and Live“-Event, in dem Kunst, Musik, Kulinarisches und Kultur miteinander verbunden wurden, fand in der Aachener Region guten Anklang und positive Resonanz.
Meine Brötchen verdiene ich jedoch hauptsächlich als Werbefotografin und Fotodesignerin und bin da in erster Linie auf Onlineshops spezialisiert. Großhändler, Modeoutlets, Hersteller sowie Einzelhandelsunternehmen gehören hier zu meinen Hauptkunden http://www.digitalfotografie-mues.de
Jedoch auch die Erstellung von Referenz- und Imagebildern gehören mit zu meinen Aufgaben. TV-Darsteller, Musiker, Models und sonstige Personen aus dem öffentlichen Leben zählen hierbei zu meiner Klientel.
Hin und wieder bin ich auch noch für die Presse (AZ und SZ) als freie Mitarbeiterin tätig, dies aber nur wenn es meine Zeit zulässt und mich das Thema interessiert.













*

Frage: Mit welcher Ausrüstung arbeiten Sie?

Antwort: Eine Frage, welche ich gerne mit einer Gegenfrage beantworte: Macht mich ein High-Tech Induktionsherd automatisch zum Sternekoch?
Ausrüstung und Equipment bilden nur einen kleinen Teil der ganzen fotografischen Bandbreite. Kreativität, Ideen, der Blick auf das Wesentliche, Umsetzungsvermögen, Kompetenz, Know-How und Erfahrung sind jedoch Dinge, die einen guten Fotograf im Wesentlichen auszeichnen. Das hat man oder eben nicht hat, so etwas kann man nicht kaufen.
Um Ihre Frage aber zu beantworten, ich arbeite hauptsächlich mit Canon und Sony DSLR´s; werde hin und wieder jedoch auch mal nostalgisch und krame dann meine analoge SLR hervor, die ich nun seit über 25 Jahren besitze und die noch 1-A funktioniert.
In meinem Studio stehen Blitzanlage sowie Dauerlichtanlage, so dass ich da variieren u./o. kombinieren kann. Als Bearbeitungsprogramme nutze ich Adobe Photoshop CS3, Corel sowie einigen Freewareprogramme, denn auch hier möchte ich mir die Freiheit nicht nehmen lassen, die Möglichkeiten unterschiedlicher Bildbearbeitungsprogramme zu nutzen.
Ich habe alles was man zum Fotografieren benötigt: Ausrüstung, Augen, Hände, Hirn und Ideen….und da ich davon sogar leben kann, scheint es meinen Auftraggebern zu gefallen und ich scheine es richtig zu machen, bzw. umzusetzen.

*

Frage: Wie ist der Umgang mit Ihren Models?

Anwort: Ich würde den Umgang als familiär bezeichnen. Ich arbeite ausschließlich mit Models aus der Region zusammen und dies oftmals seit Jahren. Dies hat den Vorteil, dass meine Models schnell verfügbar sind und durch die lange Zusammenarbeit eine Vertrautheit entstanden ist, die sich auch in der Bildumsetzung bemerkbar macht.

*

Frage: Was machen Sie, wenn Sie nicht fotografieren?

Antwort: Lesen, was das Zeug hält und zudem bin ich ein kleiner TV-Junkie.
Mich um meine beiden Hunde kümmern, die übrigens auch meine Firmen-, bzw. Studiomaskottchen sind und von meinen Models und Auftraggebern gleichermaßen geliebt (und verwöhnt) werden.
Wenn es die Zeit zulässt besuche ich auch gerne meine Familie in Ostwestfalen und/oder verbringe meine Zeit mit Freunden, diese bilden meinen Ruhepol.
Gute Unterhaltung/Gespräche - mit vertrauten und/oder interessanten Menschen - sind zudem meine Energiequellen und effektive Möglichkeiten meine Akkus wieder aufzutanken.

*


















Frage: Haben Sie Lieblingsmotive?

Antwort: Eigentlich nicht, eher die Umsetzung, bzw. Darstellung. Ich mag Tiere fotografieren genauso gerne wie Menschen oder die Natur, jedoch liebe ich es, diese Motive mit Witz oder einem speziellen Bearbeitungsstil darzustellen. Da kann es schon mal passieren, dass ein Dobermann mit Afrolook-Perücke herhalten muss oder eines meiner Models als Collage im bunten und poppigen Pin-Up-Stil dargestellt wird. Die Verfremdung oder surreale Darstellung liegen mir hierbei besonders am Herzen und sind für mich eine Möglichkeit mich ohne Worte auszudrücken. Die Bild-Interpretation möchte ich hierbei immer dem jeweiligen Betrachter überlassen.

*

Frage: Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Antwort: Ja, habe ich. Ich würde gerne einen Fotoband erstellen, in denen ich deutsche Schauspieler, Moderatoren, Musiker, etc., wie z.B. Ben Becker, Hella von Sinnen, Inka Bause, Nils Bokelberg, Petra Nadolny, Nina Hagen, Bernhard Hoecker, Jürgen Vogel, etc. portraitiere und diese bildlich verfremdet darstelle. Ich würde diese Personen einfach gerne fotografieren, fernab der „normalen Autogrammkartenfotografie“: Bunt, poppig, anders. Dieses Projekt möchte ich gerne im kommenden Jahr umsetzen, vorausgesetzt, dass ich genügend Personen von diesem Projekt überzeugen und begeistern kann. Ich bin hier jedoch zuversichtlich.

*


















Frage: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Antwort: Mich ständig weiterzuentwickeln, mich nicht festlegen zu lassen; denn FESTlegen heißt auch oftmals FESTgefahren.
Vielfalt aber keine Einfalt.
Mein Kunstprojekt und Designlabel Bella von Buck endlich weiter auszubauen http://www.bella-von-buck.com
Ein Fotobuch mit experimentellen Portraits herauszubringen.
Mehr, bzw. verstärkt im Bereich Imagefotografie zu arbeiten.

*

Frau Mues, vielen Dank für das Interview und dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!


Popsängerin Ute Schönherr: Irgendwann wird alles wieder besser
Mittwoch, 27. August 2008, 14:24:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Ute Schönherr, deutsche Popsängerin mit Klassikausbildung und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga

*

Frage: Frau Schönherr, viele kleine Mädchen träumen davon, einmal erfolgreiche Sängerin zu werden - warum haben Sie dies im Gegensatz zu vielen anderen geschafft?

Antwort: Ich habe bisher in meinem Leben nie aufgegeben, bin nach jeder Niederlage wieder aufgestanden. Die Frage ist nicht, wie oft Du k.o. gehst, sondern wieviel Du einstecken kannst. Kämpfer kämpfen und ich bin kein Dulder.

*

Frage: In Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie Gesang studiert und in Amerika erfolgreich mit namhaften Produzenten zusammengearbeitet haben. Außerdem erfährt man, dass Dieter Bohlen nach Ihrer Rückkehr auf Sie aufmerksam wurde und eine Ballade für Sie komponierte und produzierte – spielten Zufall und Glück gelegentlich eine Rolle bei Ihrer Traumkarriere?

Antwort: Zufall und Ehrgeiz spielen in meinem Leben eine große Rolle. Glück ist eher eine unbekannte Komponente in meinem Leben

*

Frage: Welche Ihrer Lieder gefallen Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: “Sometimes it rains“ ist mein absoluter Favorit. Die Aussage des Songs und die Musik, sprich das Arrangement, spiegeln meine Lebensphilosophie wieder. Manchmal regnet es auf Dich, manchmal schüttet es, doch irgendwann klopft ein Engel an Deine Tür ... Nie vergessen, irgendwann wird alles wieder besser!

*

Frage: Dreht sich Ihr ganzes Leben um Musik oder haben Sie auch ganz andere Hobbys?

Antwort: Menschen; Leben; miteinander reden; Kino; shopping J; Fernsehen; meine Hunde; Schlagzeug spielen

*

Frage: Künstler/innen und andere Prominente leiden oft mehr oder weniger stark darunter, dass sie von wildfremden Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen behelligt werden – wie ist das bei Ihnen?

Antwort: Nach der Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen kamen schon unmögliche Anfragen ... So sind Menschen
Oder eine Sängerin im Rollstuhl braucht doch keine Gage, sie kann doch dankbar sein, dass man sie auftreten ließe ...

*

Frage: Sind Sie mit der Berichterstattung deutscher Medien über Sie immer einverstanden?

Antwort: Es geht so ... Die Wörter wie: Behinderung; schwerkrank oder der immer erwähnte Rollstuhl nerven mich sehr. Ich will doch nur mit meiner gesanglichen Leistung punkten. Im Rollstuhl zu sitzen, ist keine Leistung, sondern nur ein Stuhl mit Rädern J

*

Frage: Sie litten bereits im Alter von drei Jahren unter Rheuma, mit zwölf verschlimmerte eine misslungene Knieoperation Ihre Lage und Sie sind seit Ihrer Kindheit an den Rollstuhl gefesselt – was gab Ihnen die Kraft, Ihr Schicksal bewundernswert mit Musik und Lebensfreude zu meistern?

Antwort: Humor! Ich bin wohl mit einem Lächeln auf die Welt gekommen und dankbar für jeden Tag, den ich erlebe. Das Leben ist doch so schön und wirklich das Einzige auf der Welt, was wir umsonst bekommen. Liebe; Glück; Dankbarkeit; Vorfreude auf alles was jetzt ist und noch kommt.

*

Frage: Können Sie Ihr Rheuma etwas unternehmen?

Antwort: Ignorieren! Ich mache jeden Tag Gymnastik, lebe nach einer Diät, um leicht zu bleiben. Das ist es aber auch ... Stehe auf und wandle, dass wird eher nicht passieren.

*

Frage: Seit September 2007 treten Sie als Sängerin öffentlich für die Deutsche Rheuma-Liga in Shows und Talkrunden auf und engagieren sich für die Belange rheumakranker Menschen – wie sind die Reaktionen darauf?

Antwort: Gut. Kritik bekommt doch immer und selten gute Meinungen ... Und dazu noch die ungefragten Kommentare ... Keep smiling. Generell will ich immer mehr versuchen, mehr erreichen, als mir gestattet wird.

*

Frage: Sind die Menschen in Deutschland ausreichend über Rheuma aufgeklärt?

Antwort: Nein. Weder gibt es genügend Fachärzte, noch genügend Aufklärung über die 400 verschiedenen rheumatischen Erkrankungen, die in jeden Alter vor allem auch bei Kindern auftreten können.

*

Frage: Werden die Interessen der Rheumakranken in Deutschland in Politik und Gesellschaft ausreichend berücksichtigt?

Antwort: Nein, nicht im geringsten. Als älteste und zweitteuerste Krankheit der Welt ist Rheuma das Stiefkind in der Politik, der Gesellschaft und leider auch in den Medien. Sie wird meist in ihren Auswirkungen unterschätzt (nicht tödlich z.B., was nicht stimmt) als Altersgebrechen abgetan und für zu unspektakulär angesehen.

*

Frage: Sie machen mit Ihrem Engagement für die Deutsche Rheumaliga vielen rheumakranken Menschen wieder Mut – brauchen Sie selbst gelegentlich jemand, der Ihnen Mut zuspricht?

Antwort: Es gibt nur einen Menschen in meinem Leben, auf den ich mich immer 100 % verlassen kann. Das bin ich selber.

*



Video: "Ute Schönherr - Sad, Sad Love (Slide-Show)" von "AsteRMXs" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=_SZzq75yyL4

Non-profit production of Dieter Bohlen for Ute - visit http://www.uteute.de

*

Frage: Sicherlich möchten Leser/innen dieses Interviews noch mehr über Sie und Ihre Arbeit erfahren – unter welchen Internetadressen ist die möglich?

Antwort:
http://www.uteute.de
http://www.uteute.com
http://www.myspace.com/uteusa

*

Frage: Sie sind eine begehrte und geschätzte Interviewpartnerin, gibt es eine Frage, die man Ihnen zu Ihrem Bedauern bisher nicht gestellt hat?

Antwort: Ja! Warum hören wir Ihre Musik / Songs nur im Internet und können sie auch dort nur kaufen? Meinen Sie, dass sie wegen des Rollstuhls von deutschen Plattenfirmen abgelehnt werden, es deswegen nie zu einem Plattenvertrag gekommen ist?

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Für alle Menschen, die es brauchen, ein wenig mehr Dankbarkeit. Es gibt so vieles im Leben, für das man dankbar sein sollte.
Für alle Kinder dieser Welt: keine Schmerzen, keinen Hunger, ohne irgendwelche gewaltsame Handlung von dritter Hand.
Einen Früherkennungstest für Rheuma.
Mich selber im Radio singen zu hören.

*

Frage: Gibt es im Internet eine Adresse, unter der man Lieder von Ihnen hören kann?

Antwort: http://www.myspace.com/uteusa
(kostenlos)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der zusammen mit seiner Frau Doris Probst das Interview-Weblog http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Popsängerin Ute Schönherr: Irgendwann wird alles wieder besser
Mittwoch, 27. August 2008, 14:24:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Ute Schönherr, deutsche Popsängerin mit Klassikausbildung und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga

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Frage: Frau Schönherr, viele kleine Mädchen träumen davon, einmal erfolgreiche Sängerin zu werden - warum haben Sie dies im Gegensatz zu vielen anderen geschafft?

Antwort: Ich habe bisher in meinem Leben nie aufgegeben, bin nach jeder Niederlage wieder aufgestanden. Die Frage ist nicht, wie oft Du k.o. gehst, sondern wieviel Du einstecken kannst. Kämpfer kämpfen und ich bin kein Dulder.

*

Frage: In Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie Gesang studiert und in Amerika erfolgreich mit namhaften Produzenten zusammengearbeitet haben. Außerdem erfährt man, dass Dieter Bohlen nach Ihrer Rückkehr auf Sie aufmerksam wurde und eine Ballade für Sie komponierte und produzierte – spielten Zufall und Glück gelegentlich eine Rolle bei Ihrer Traumkarriere?

Antwort: Zufall und Ehrgeiz spielen in meinem Leben eine große Rolle. Glück ist eher eine unbekannte Komponente in meinem Leben

*

Frage: Welche Ihrer Lieder gefallen Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: “Sometimes it rains“ ist mein absoluter Favorit. Die Aussage des Songs und die Musik, sprich das Arrangement, spiegeln meine Lebensphilosophie wieder. Manchmal regnet es auf Dich, manchmal schüttet es, doch irgendwann klopft ein Engel an Deine Tür ... Nie vergessen, irgendwann wird alles wieder besser!

*

Frage: Dreht sich Ihr ganzes Leben um Musik oder haben Sie auch ganz andere Hobbys?

Antwort: Menschen; Leben; miteinander reden; Kino; shopping J; Fernsehen; meine Hunde; Schlagzeug spielen

*

Frage: Künstler/innen und andere Prominente leiden oft mehr oder weniger stark darunter, dass sie von wildfremden Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen behelligt werden – wie ist das bei Ihnen?

Antwort: Nach der Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen kamen schon unmögliche Anfragen ... So sind Menschen
Oder eine Sängerin im Rollstuhl braucht doch keine Gage, sie kann doch dankbar sein, dass man sie auftreten ließe ...

*

Frage: Sind Sie mit der Berichterstattung deutscher Medien über Sie immer einverstanden?

Antwort: Es geht so ... Die Wörter wie: Behinderung; schwerkrank oder der immer erwähnte Rollstuhl nerven mich sehr. Ich will doch nur mit meiner gesanglichen Leistung punkten. Im Rollstuhl zu sitzen, ist keine Leistung, sondern nur ein Stuhl mit Rädern J

*

Frage: Sie litten bereits im Alter von drei Jahren unter Rheuma, mit zwölf verschlimmerte eine misslungene Knieoperation Ihre Lage und Sie sind seit Ihrer Kindheit an den Rollstuhl gefesselt – was gab Ihnen die Kraft, Ihr Schicksal bewundernswert mit Musik und Lebensfreude zu meistern?

Antwort: Humor! Ich bin wohl mit einem Lächeln auf die Welt gekommen und dankbar für jeden Tag, den ich erlebe. Das Leben ist doch so schön und wirklich das Einzige auf der Welt, was wir umsonst bekommen. Liebe; Glück; Dankbarkeit; Vorfreude auf alles was jetzt ist und noch kommt.

*

Frage: Können Sie Ihr Rheuma etwas unternehmen?

Antwort: Ignorieren! Ich mache jeden Tag Gymnastik, lebe nach einer Diät, um leicht zu bleiben. Das ist es aber auch ... Stehe auf und wandle, dass wird eher nicht passieren.

*

Frage: Seit September 2007 treten Sie als Sängerin öffentlich für die Deutsche Rheuma-Liga in Shows und Talkrunden auf und engagieren sich für die Belange rheumakranker Menschen – wie sind die Reaktionen darauf?

Antwort: Gut. Kritik bekommt doch immer und selten gute Meinungen ... Und dazu noch die ungefragten Kommentare ... Keep smiling. Generell will ich immer mehr versuchen, mehr erreichen, als mir gestattet wird.

*

Frage: Sind die Menschen in Deutschland ausreichend über Rheuma aufgeklärt?

Antwort: Nein. Weder gibt es genügend Fachärzte, noch genügend Aufklärung über die 400 verschiedenen rheumatischen Erkrankungen, die in jeden Alter vor allem auch bei Kindern auftreten können.

*

Frage: Werden die Interessen der Rheumakranken in Deutschland in Politik und Gesellschaft ausreichend berücksichtigt?

Antwort: Nein, nicht im geringsten. Als älteste und zweitteuerste Krankheit der Welt ist Rheuma das Stiefkind in der Politik, der Gesellschaft und leider auch in den Medien. Sie wird meist in ihren Auswirkungen unterschätzt (nicht tödlich z.B., was nicht stimmt) als Altersgebrechen abgetan und für zu unspektakulär angesehen.

*

Frage: Sie machen mit Ihrem Engagement für die Deutsche Rheumaliga vielen rheumakranken Menschen wieder Mut – brauchen Sie selbst gelegentlich jemand, der Ihnen Mut zuspricht?

Antwort: Es gibt nur einen Menschen in meinem Leben, auf den ich mich immer 100 % verlassen kann. Das bin ich selber.

*



Video: "Ute Schönherr - Sad, Sad Love (Slide-Show)" von "AsteRMXs" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=_SZzq75yyL4

Non-profit production of Dieter Bohlen for Ute - visit http://www.uteute.de

*

Frage: Sicherlich möchten Leser/innen dieses Interviews noch mehr über Sie und Ihre Arbeit erfahren – unter welchen Internetadressen ist die möglich?

Antwort:
http://www.uteute.de
http://www.uteute.com
http://www.myspace.com/uteusa

*

Frage: Sie sind eine begehrte und geschätzte Interviewpartnerin, gibt es eine Frage, die man Ihnen zu Ihrem Bedauern bisher nicht gestellt hat?

Antwort: Ja! Warum hören wir Ihre Musik / Songs nur im Internet und können sie auch dort nur kaufen? Meinen Sie, dass sie wegen des Rollstuhls von deutschen Plattenfirmen abgelehnt werden, es deswegen nie zu einem Plattenvertrag gekommen ist?

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Für alle Menschen, die es brauchen, ein wenig mehr Dankbarkeit. Es gibt so vieles im Leben, für das man dankbar sein sollte.
Für alle Kinder dieser Welt: keine Schmerzen, keinen Hunger, ohne irgendwelche gewaltsame Handlung von dritter Hand.
Einen Früherkennungstest für Rheuma.
Mich selber im Radio singen zu hören.

*

Frage: Gibt es im Internet eine Adresse, unter der man Lieder von Ihnen hören kann?

Antwort: http://www.myspace.com/uteusa
(kostenlos)

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der zusammen mit seiner Frau Doris Probst das Interview-Weblog http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Popsängerin Ute Schönherr: Irgendwann wird alles wieder besser
Mittwoch, 27. August 2008, 14:24:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Ute Schönherr, deutsche Popsängerin mit Klassikausbildung und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga

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Frage: Frau Schönherr, viele kleine Mädchen träumen davon, einmal erfolgreiche Sängerin zu werden - warum haben Sie dies im Gegensatz zu vielen anderen geschafft?

Antwort: Ich habe bisher in meinem Leben nie aufgegeben, bin nach jeder Niederlage wieder aufgestanden. Die Frage ist nicht, wie oft Du k.o. gehst, sondern wieviel Du einstecken kannst. Kämpfer kämpfen und ich bin kein Dulder.

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Frage: In Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie Gesang studiert und in Amerika erfolgreich mit namhaften Produzenten zusammengearbeitet haben. Außerdem erfährt man, dass Dieter Bohlen nach Ihrer Rückkehr auf Sie aufmerksam wurde und eine Ballade für Sie komponierte und produzierte – spielten Zufall und Glück gelegentlich eine Rolle bei Ihrer Traumkarriere?

Antwort: Zufall und Ehrgeiz spielen in meinem Leben eine große Rolle. Glück ist eher eine unbekannte Komponente in meinem Leben

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Frage: Welche Ihrer Lieder gefallen Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: “Sometimes it rains“ ist mein absoluter Favorit. Die Aussage des Songs und die Musik, sprich das Arrangement, spiegeln meine Lebensphilosophie wieder. Manchmal regnet es auf Dich, manchmal schüttet es, doch irgendwann klopft ein Engel an Deine Tür ... Nie vergessen, irgendwann wird alles wieder besser!

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Frage: Dreht sich Ihr ganzes Leben um Musik oder haben Sie auch ganz andere Hobbys?

Antwort: Menschen; Leben; miteinander reden; Kino; shopping J; Fernsehen; meine Hunde; Schlagzeug spielen

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Frage: Künstler/innen und andere Prominente leiden oft mehr oder weniger stark darunter, dass sie von wildfremden Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen behelligt werden – wie ist das bei Ihnen?

Antwort: Nach der Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen kamen schon unmögliche Anfragen ... So sind Menschen
Oder eine Sängerin im Rollstuhl braucht doch keine Gage, sie kann doch dankbar sein, dass man sie auftreten ließe ...

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Frage: Sind Sie mit der Berichterstattung deutscher Medien über Sie immer einverstanden?

Antwort: Es geht so ... Die Wörter wie: Behinderung; schwerkrank oder der immer erwähnte Rollstuhl nerven mich sehr. Ich will doch nur mit meiner gesanglichen Leistung punkten. Im Rollstuhl zu sitzen, ist keine Leistung, sondern nur ein Stuhl mit Rädern J

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Frage: Sie litten bereits im Alter von drei Jahren unter Rheuma, mit zwölf verschlimmerte eine misslungene Knieoperation Ihre Lage und Sie sind seit Ihrer Kindheit an den Rollstuhl gefesselt – was gab Ihnen die Kraft, Ihr Schicksal bewundernswert mit Musik und Lebensfreude zu meistern?

Antwort: Humor! Ich bin wohl mit einem Lächeln auf die Welt gekommen und dankbar für jeden Tag, den ich erlebe. Das Leben ist doch so schön und wirklich das Einzige auf der Welt, was wir umsonst bekommen. Liebe; Glück; Dankbarkeit; Vorfreude auf alles was jetzt ist und noch kommt.

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Frage: Können Sie Ihr Rheuma etwas unternehmen?

Antwort: Ignorieren! Ich mache jeden Tag Gymnastik, lebe nach einer Diät, um leicht zu bleiben. Das ist es aber auch ... Stehe auf und wandle, dass wird eher nicht passieren.

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Frage: Seit September 2007 treten Sie als Sängerin öffentlich für die Deutsche Rheuma-Liga in Shows und Talkrunden auf und engagieren sich für die Belange rheumakranker Menschen – wie sind die Reaktionen darauf?

Antwort: Gut. Kritik bekommt doch immer und selten gute Meinungen ... Und dazu noch die ungefragten Kommentare ... Keep smiling. Generell will ich immer mehr versuchen, mehr erreichen, als mir gestattet wird.

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Frage: Sind die Menschen in Deutschland ausreichend über Rheuma aufgeklärt?

Antwort: Nein. Weder gibt es genügend Fachärzte, noch genügend Aufklärung über die 400 verschiedenen rheumatischen Erkrankungen, die in jeden Alter vor allem auch bei Kindern auftreten können.

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Frage: Werden die Interessen der Rheumakranken in Deutschland in Politik und Gesellschaft ausreichend berücksichtigt?

Antwort: Nein, nicht im geringsten. Als älteste und zweitteuerste Krankheit der Welt ist Rheuma das Stiefkind in der Politik, der Gesellschaft und leider auch in den Medien. Sie wird meist in ihren Auswirkungen unterschätzt (nicht tödlich z.B., was nicht stimmt) als Altersgebrechen abgetan und für zu unspektakulär angesehen.

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Frage: Sie machen mit Ihrem Engagement für die Deutsche Rheumaliga vielen rheumakranken Menschen wieder Mut – brauchen Sie selbst gelegentlich jemand, der Ihnen Mut zuspricht?

Antwort: Es gibt nur einen Menschen in meinem Leben, auf den ich mich immer 100 % verlassen kann. Das bin ich selber.

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Video: "Ute Schönherr - Sad, Sad Love (Slide-Show)" von "AsteRMXs" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=_SZzq75yyL4

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Frage: Sicherlich möchten Leser/innen dieses Interviews noch mehr über Sie und Ihre Arbeit erfahren – unter welchen Internetadressen ist die möglich?

Antwort:
http://www.uteute.de
http://www.uteute.com
http://www.myspace.com/uteusa

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Frage: Sie sind eine begehrte und geschätzte Interviewpartnerin, gibt es eine Frage, die man Ihnen zu Ihrem Bedauern bisher nicht gestellt hat?

Antwort: Ja! Warum hören wir Ihre Musik / Songs nur im Internet und können sie auch dort nur kaufen? Meinen Sie, dass sie wegen des Rollstuhls von deutschen Plattenfirmen abgelehnt werden, es deswegen nie zu einem Plattenvertrag gekommen ist?

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Für alle Menschen, die es brauchen, ein wenig mehr Dankbarkeit. Es gibt so vieles im Leben, für das man dankbar sein sollte.
Für alle Kinder dieser Welt: keine Schmerzen, keinen Hunger, ohne irgendwelche gewaltsame Handlung von dritter Hand.
Einen Früherkennungstest für Rheuma.
Mich selber im Radio singen zu hören.

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Frage: Gibt es im Internet eine Adresse, unter der man Lieder von Ihnen hören kann?

Antwort: http://www.myspace.com/uteusa
(kostenlos)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der zusammen mit seiner Frau Doris Probst das Interview-Weblog http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Popsängerin Ute Schönherr: Irgendwann wird alles wieder besser
Mittwoch, 27. August 2008, 14:24:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Ute Schönherr, deutsche Popsängerin mit Klassikausbildung und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga

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Frage: Frau Schönherr, viele kleine Mädchen träumen davon, einmal erfolgreiche Sängerin zu werden - warum haben Sie dies im Gegensatz zu vielen anderen geschafft?

Antwort: Ich habe bisher in meinem Leben nie aufgegeben, bin nach jeder Niederlage wieder aufgestanden. Die Frage ist nicht, wie oft Du k.o. gehst, sondern wieviel Du einstecken kannst. Kämpfer kämpfen und ich bin kein Dulder.

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Frage: In Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie Gesang studiert und in Amerika erfolgreich mit namhaften Produzenten zusammengearbeitet haben. Außerdem erfährt man, dass Dieter Bohlen nach Ihrer Rückkehr auf Sie aufmerksam wurde und eine Ballade für Sie komponierte und produzierte – spielten Zufall und Glück gelegentlich eine Rolle bei Ihrer Traumkarriere?

Antwort: Zufall und Ehrgeiz spielen in meinem Leben eine große Rolle. Glück ist eher eine unbekannte Komponente in meinem Leben

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Frage: Welche Ihrer Lieder gefallen Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: “Sometimes it rains“ ist mein absoluter Favorit. Die Aussage des Songs und die Musik, sprich das Arrangement, spiegeln meine Lebensphilosophie wieder. Manchmal regnet es auf Dich, manchmal schüttet es, doch irgendwann klopft ein Engel an Deine Tür ... Nie vergessen, irgendwann wird alles wieder besser!

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Frage: Dreht sich Ihr ganzes Leben um Musik oder haben Sie auch ganz andere Hobbys?

Antwort: Menschen; Leben; miteinander reden; Kino; shopping J; Fernsehen; meine Hunde; Schlagzeug spielen

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Frage: Künstler/innen und andere Prominente leiden oft mehr oder weniger stark darunter, dass sie von wildfremden Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen behelligt werden – wie ist das bei Ihnen?

Antwort: Nach der Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen kamen schon unmögliche Anfragen ... So sind Menschen
Oder eine Sängerin im Rollstuhl braucht doch keine Gage, sie kann doch dankbar sein, dass man sie auftreten ließe ...

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Frage: Sind Sie mit der Berichterstattung deutscher Medien über Sie immer einverstanden?

Antwort: Es geht so ... Die Wörter wie: Behinderung; schwerkrank oder der immer erwähnte Rollstuhl nerven mich sehr. Ich will doch nur mit meiner gesanglichen Leistung punkten. Im Rollstuhl zu sitzen, ist keine Leistung, sondern nur ein Stuhl mit Rädern J

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Frage: Sie litten bereits im Alter von drei Jahren unter Rheuma, mit zwölf verschlimmerte eine misslungene Knieoperation Ihre Lage und Sie sind seit Ihrer Kindheit an den Rollstuhl gefesselt – was gab Ihnen die Kraft, Ihr Schicksal bewundernswert mit Musik und Lebensfreude zu meistern?

Antwort: Humor! Ich bin wohl mit einem Lächeln auf die Welt gekommen und dankbar für jeden Tag, den ich erlebe. Das Leben ist doch so schön und wirklich das Einzige auf der Welt, was wir umsonst bekommen. Liebe; Glück; Dankbarkeit; Vorfreude auf alles was jetzt ist und noch kommt.

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Frage: Können Sie Ihr Rheuma etwas unternehmen?

Antwort: Ignorieren! Ich mache jeden Tag Gymnastik, lebe nach einer Diät, um leicht zu bleiben. Das ist es aber auch ... Stehe auf und wandle, dass wird eher nicht passieren.

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Frage: Seit September 2007 treten Sie als Sängerin öffentlich für die Deutsche Rheuma-Liga in Shows und Talkrunden auf und engagieren sich für die Belange rheumakranker Menschen – wie sind die Reaktionen darauf?

Antwort: Gut. Kritik bekommt doch immer und selten gute Meinungen ... Und dazu noch die ungefragten Kommentare ... Keep smiling. Generell will ich immer mehr versuchen, mehr erreichen, als mir gestattet wird.

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Frage: Sind die Menschen in Deutschland ausreichend über Rheuma aufgeklärt?

Antwort: Nein. Weder gibt es genügend Fachärzte, noch genügend Aufklärung über die 400 verschiedenen rheumatischen Erkrankungen, die in jeden Alter vor allem auch bei Kindern auftreten können.

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Frage: Werden die Interessen der Rheumakranken in Deutschland in Politik und Gesellschaft ausreichend berücksichtigt?

Antwort: Nein, nicht im geringsten. Als älteste und zweitteuerste Krankheit der Welt ist Rheuma das Stiefkind in der Politik, der Gesellschaft und leider auch in den Medien. Sie wird meist in ihren Auswirkungen unterschätzt (nicht tödlich z.B., was nicht stimmt) als Altersgebrechen abgetan und für zu unspektakulär angesehen.

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Frage: Sie machen mit Ihrem Engagement für die Deutsche Rheumaliga vielen rheumakranken Menschen wieder Mut – brauchen Sie selbst gelegentlich jemand, der Ihnen Mut zuspricht?

Antwort: Es gibt nur einen Menschen in meinem Leben, auf den ich mich immer 100 % verlassen kann. Das bin ich selber.

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Video: "Ute Schönherr - Sad, Sad Love (Slide-Show)" von "AsteRMXs" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=_SZzq75yyL4

Non-profit production of Dieter Bohlen for Ute - visit http://www.uteute.de

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Frage: Sicherlich möchten Leser/innen dieses Interviews noch mehr über Sie und Ihre Arbeit erfahren – unter welchen Internetadressen ist die möglich?

Antwort:
http://www.uteute.de
http://www.uteute.com
http://www.myspace.com/uteusa

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Frage: Sie sind eine begehrte und geschätzte Interviewpartnerin, gibt es eine Frage, die man Ihnen zu Ihrem Bedauern bisher nicht gestellt hat?

Antwort: Ja! Warum hören wir Ihre Musik / Songs nur im Internet und können sie auch dort nur kaufen? Meinen Sie, dass sie wegen des Rollstuhls von deutschen Plattenfirmen abgelehnt werden, es deswegen nie zu einem Plattenvertrag gekommen ist?

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Für alle Menschen, die es brauchen, ein wenig mehr Dankbarkeit. Es gibt so vieles im Leben, für das man dankbar sein sollte.
Für alle Kinder dieser Welt: keine Schmerzen, keinen Hunger, ohne irgendwelche gewaltsame Handlung von dritter Hand.
Einen Früherkennungstest für Rheuma.
Mich selber im Radio singen zu hören.

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Frage: Gibt es im Internet eine Adresse, unter der man Lieder von Ihnen hören kann?

Antwort: http://www.myspace.com/uteusa
(kostenlos)

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der zusammen mit seiner Frau Doris Probst das Interview-Weblog http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Popsängerin Ute Schönherr: Irgendwann wird alles wieder besser
Mittwoch, 27. August 2008, 14:24:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit Ute Schönherr, deutsche Popsängerin mit Klassikausbildung und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga

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Frage: Frau Schönherr, viele kleine Mädchen träumen davon, einmal erfolgreiche Sängerin zu werden - warum haben Sie dies im Gegensatz zu vielen anderen geschafft?

Antwort: Ich habe bisher in meinem Leben nie aufgegeben, bin nach jeder Niederlage wieder aufgestanden. Die Frage ist nicht, wie oft Du k.o. gehst, sondern wieviel Du einstecken kannst. Kämpfer kämpfen und ich bin kein Dulder.

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Frage: In Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie Gesang studiert und in Amerika erfolgreich mit namhaften Produzenten zusammengearbeitet haben. Außerdem erfährt man, dass Dieter Bohlen nach Ihrer Rückkehr auf Sie aufmerksam wurde und eine Ballade für Sie komponierte und produzierte – spielten Zufall und Glück gelegentlich eine Rolle bei Ihrer Traumkarriere?

Antwort: Zufall und Ehrgeiz spielen in meinem Leben eine große Rolle. Glück ist eher eine unbekannte Komponente in meinem Leben

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Frage: Welche Ihrer Lieder gefallen Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: “Sometimes it rains“ ist mein absoluter Favorit. Die Aussage des Songs und die Musik, sprich das Arrangement, spiegeln meine Lebensphilosophie wieder. Manchmal regnet es auf Dich, manchmal schüttet es, doch irgendwann klopft ein Engel an Deine Tür ... Nie vergessen, irgendwann wird alles wieder besser!

*

Frage: Dreht sich Ihr ganzes Leben um Musik oder haben Sie auch ganz andere Hobbys?

Antwort: Menschen; Leben; miteinander reden; Kino; shopping J; Fernsehen; meine Hunde; Schlagzeug spielen

*

Frage: Künstler/innen und andere Prominente leiden oft mehr oder weniger stark darunter, dass sie von wildfremden Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen behelligt werden – wie ist das bei Ihnen?

Antwort: Nach der Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen kamen schon unmögliche Anfragen ... So sind Menschen
Oder eine Sängerin im Rollstuhl braucht doch keine Gage, sie kann doch dankbar sein, dass man sie auftreten ließe ...

*

Frage: Sind Sie mit der Berichterstattung deutscher Medien über Sie immer einverstanden?

Antwort: Es geht so ... Die Wörter wie: Behinderung; schwerkrank oder der immer erwähnte Rollstuhl nerven mich sehr. Ich will doch nur mit meiner gesanglichen Leistung punkten. Im Rollstuhl zu sitzen, ist keine Leistung, sondern nur ein Stuhl mit Rädern J

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Frage: Sie litten bereits im Alter von drei Jahren unter Rheuma, mit zwölf verschlimmerte eine misslungene Knieoperation Ihre Lage und Sie sind seit Ihrer Kindheit an den Rollstuhl gefesselt – was gab Ihnen die Kraft, Ihr Schicksal bewundernswert mit Musik und Lebensfreude zu meistern?

Antwort: Humor! Ich bin wohl mit einem Lächeln auf die Welt gekommen und dankbar für jeden Tag, den ich erlebe. Das Leben ist doch so schön und wirklich das Einzige auf der Welt, was wir umsonst bekommen. Liebe; Glück; Dankbarkeit; Vorfreude auf alles was jetzt ist und noch kommt.

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Frage: Können Sie Ihr Rheuma etwas unternehmen?

Antwort: Ignorieren! Ich mache jeden Tag Gymnastik, lebe nach einer Diät, um leicht zu bleiben. Das ist es aber auch ... Stehe auf und wandle, dass wird eher nicht passieren.

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Frage: Seit September 2007 treten Sie als Sängerin öffentlich für die Deutsche Rheuma-Liga in Shows und Talkrunden auf und engagieren sich für die Belange rheumakranker Menschen – wie sind die Reaktionen darauf?

Antwort: Gut. Kritik bekommt doch immer und selten gute Meinungen ... Und dazu noch die ungefragten Kommentare ... Keep smiling. Generell will ich immer mehr versuchen, mehr erreichen, als mir gestattet wird.

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Frage: Sind die Menschen in Deutschland ausreichend über Rheuma aufgeklärt?

Antwort: Nein. Weder gibt es genügend Fachärzte, noch genügend Aufklärung über die 400 verschiedenen rheumatischen Erkrankungen, die in jeden Alter vor allem auch bei Kindern auftreten können.

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Frage: Werden die Interessen der Rheumakranken in Deutschland in Politik und Gesellschaft ausreichend berücksichtigt?

Antwort: Nein, nicht im geringsten. Als älteste und zweitteuerste Krankheit der Welt ist Rheuma das Stiefkind in der Politik, der Gesellschaft und leider auch in den Medien. Sie wird meist in ihren Auswirkungen unterschätzt (nicht tödlich z.B., was nicht stimmt) als Altersgebrechen abgetan und für zu unspektakulär angesehen.

*

Frage: Sie machen mit Ihrem Engagement für die Deutsche Rheumaliga vielen rheumakranken Menschen wieder Mut – brauchen Sie selbst gelegentlich jemand, der Ihnen Mut zuspricht?

Antwort: Es gibt nur einen Menschen in meinem Leben, auf den ich mich immer 100 % verlassen kann. Das bin ich selber.

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Video: "Ute Schönherr - Sad, Sad Love (Slide-Show)" von "AsteRMXs" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=_SZzq75yyL4

Non-profit production of Dieter Bohlen for Ute - visit http://www.uteute.de

*

Frage: Sicherlich möchten Leser/innen dieses Interviews noch mehr über Sie und Ihre Arbeit erfahren – unter welchen Internetadressen ist die möglich?

Antwort:
http://www.uteute.de
http://www.uteute.com
http://www.myspace.com/uteusa

*

Frage: Sie sind eine begehrte und geschätzte Interviewpartnerin, gibt es eine Frage, die man Ihnen zu Ihrem Bedauern bisher nicht gestellt hat?

Antwort: Ja! Warum hören wir Ihre Musik / Songs nur im Internet und können sie auch dort nur kaufen? Meinen Sie, dass sie wegen des Rollstuhls von deutschen Plattenfirmen abgelehnt werden, es deswegen nie zu einem Plattenvertrag gekommen ist?

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Für alle Menschen, die es brauchen, ein wenig mehr Dankbarkeit. Es gibt so vieles im Leben, für das man dankbar sein sollte.
Für alle Kinder dieser Welt: keine Schmerzen, keinen Hunger, ohne irgendwelche gewaltsame Handlung von dritter Hand.
Einen Früherkennungstest für Rheuma.
Mich selber im Radio singen zu hören.

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Frage: Gibt es im Internet eine Adresse, unter der man Lieder von Ihnen hören kann?

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der zusammen mit seiner Frau Doris Probst das Interview-Weblog http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Traumberaterin Marianne Masters: Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen
Mittwoch, 27. August 2008, 07:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Traumberaterin Marianne Masters aus Frankfurt am Main – http://traumkladde.twoday.net

*

Frage: Frau Masters, wie wird man Traumdeuterin?

Antwort: Meine Eigenbezeichnung lautet Traumberaterin, denn es geht mir in erster Linie nicht darum, einen Traum über den Kopf des Träumers hinweg zu deuten, sondern ich möchte den Träumer bis zu seiner eigenen Deutung begleiten und ihn auf diesem Weg unterstützen.

Mein Traumweg begann etwa 1995. Damals begann ich, mich an meine Träume regelmäßig zu erinnern und sie schriftlich festzuhalten. Bald las ich die ersten Bücher über Träume, besuchte Kurse und Vorträge zu dem Thema und setzte das Gelernte und Erfahrene um, indem ich mit meinen Träumen arbeitete. Im Jahr 2001 – ich hatte gerade das Internet für mich entdeckt und suchte natürlich auch etwas über Träume – entdeckte ich die Website des Psychologen Konrad Lenz – http://www.traumpraxis.eu. Ich nahm sein Traumdeutungsangebot in Anspruch und war von dem Ergebnis beeindruckt. Gleichzeitig erfuhr ich von der Mailingliste auf http://www.traumonline.eu, die von Konrad Lenz und dem Psychologen und Autor Klausbernd Vollmar moderiert wurde, und trat dieser bald bei. Es eröffneten sich neue Blickwinkel während der gemeinsamen Traumarbeit mit anderen Interessierten – ein bewegender Austausch, der gleichzeitig viel von dem vermittelte, wie man sich der Bedeutung eines Traumes annähern kann. Nachdem diese Mailingliste aufgelöst worden war, gründete ich im Februar 2003 eine eigene Mailingliste; den "Traumtempel" bei YahooGroups – http://de.groups.yahoo.com/group/Traumtempel
Im Jahr 2005 machte ich einen Fernlehrgang bei Traumonline; die strukturierte Traumarbeit auf diesem Wege fand ich spannend und lehrreich. Die Vielfalt der Methoden, die dort angeboten wurden, machten mich in professioneller Hinsicht sicherer. Im Februar 2008 gründete ich noch eine zweite Mailingliste, die besonders engagierten Traumarbeitern vorbehalten ist: http://de.groups.yahoo.com/group/Traumbaum

Immer wieder wurden und werden Träume an mich herangetragen, mit der Frage nach deren Bedeutung. Oft wurde ich gefragt: Warum machst du das nicht beruflich? Nun ja, der Markt ist klein, und ein wenig Bedenken hatte ich schon, als ich in diesem Sommer das Gewerbe angemeldet habe. Doch letztlich ist meine Freude auf diesem Weg entscheidend.

*

Frage: Ist Traumberaterin Ihr Beruf oder Ihr Hobby?

Antwort: Traumarbeit ist mein Hobby, meine tägliche Psychohygiene. Doch noch mehr Freude macht die Traumarbeit mit anderen Menschen. Gemeinsam die Bedeutung ergründen, das mag ich, das belebt mich. Es ist immer wieder schön, einen Menschen dabei zu begleiten, weil es meist zu einem positiven Resultat kommt. Das meine ich in dem Sinne, dass beispielsweise ein beängstigender Traum auf diesem Weg sein Dunkles verlieren kann, dass man auf diesem Wege seine Fähigkeiten und sein Potenzial erkennen und dann auch entfalten kann. Erkenntnis ist ein Gewinn. Deshalb biete ich Traumberatungen an.

*

Frage: Wenn jemand immer wieder vom selben Thema träumt, was hat dies zu bedeuten?

Antwort: Wenn sich ein Thema wiederholt, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Träumer etwas verdrängt, oder dass ihm etwas nicht bewusst ist, was für seine Entwicklung und Gesundheit von Wichtigkeit ist. Da diesem Thema im Wachleben nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, drängt es sich im Traum immer wieder auf. Und damit bekommt der Träumer wiederholt die Gelegenheit, das Problem zu erkennen und die Chance, es konstruktiv für sein Leben umzusetzen.

In manchen Fällen mag ein hartnäckiges Trauma vorliegen, so dass die Träume nicht eher ablassen, bis man sich professionelle psychotherapeutische Hilfe gesucht hat.

*

Frage: Sie wuchsen im Künstlerdorf Worpswede auf, leben seit kurzem in Frankfurt am Main, reisen aber manchmal in Ihren Träumen nach Worpswede zurück, hat das einen Grund?

Antwort: Ja, auch heute noch kehre ich manchmal nach Worpswede oder anderen Orten meiner Vergangenheit zurück. Kurz nach dem Umzug nach Frankfurt kam das noch häufiger vor – es dauert offenbar etwas länger, bis die Seele angekommen ist. Zudem wird ja Aktuelles verarbeitet und der Abschied von Vertrautem und Gewohntem ist etwas, das man psychisch erst einmal verarbeiten muss. Die Träume leisten einen Teil dieser Arbeit, während man schläft. Weil man in seinem alten Umfeld viele Erfahrungen gesammelt hat, bildet der Traum diese auch dort ab. Aber es muss nicht unbedingt ein Umzug sein, der zurück an Orte der Vergangenheit führt. Die Kindheit prägt uns, und oft genug reagieren wir auch heute noch aus diesen alten Mustern heraus, ohne dass es uns bewusst wäre. Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen, damit wir im Jetzt erkennen können, wo unser Handeln seine Wurzeln hat; vor allem wenn die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und dort noch gebundene Energie, also Entwicklungspotenzial liegt.

*

Frage: Wie viele Träume werden im „Nächtebuch“ Ihres Weblogs „Traumkladde“ geschildert?

Antwort: Oh, da musste ich selbst gerade nachschauen. Es sind über 1750 Träume online zu lesen. Gleich werden zwei weitere Träume hinzukommen; nämlich die der letzten Nacht.

*

Frage: Im „Traumtagebuch“ Ihres Blogs notieren Sie manchmal mehrere Ihrer Träume aus der vorigen Nacht, um sie mit anderen zu teilen, haben Sie einen Lieblingstraum?

Antwort: Einen speziellen Lieblingstraum habe ich nicht. Aber am schönsten zu erzählen finde ich die märchenhaften oder fantastischen Träume.

*

Frage: Im Blog „Traumkladde“ gibt es Kommentare zu den Träumen, welche Inhalte haben diese?

Antwort: Je nachdem, was die Träume so zutage befördern, gibt es manchmal Reaktionen dazu. Manche sind witzig, manche bringen den Traum auf einen unvermuteten Punkt oder regen zu anderen Gedanken an. Manchmal ist es ein netter Gruß im Vorübergehen. Ich freue mich über jede Reaktion.

*

Frage: Erhalten Sie viele Anfragen von Menschen, die wissen wollen, welche Bedeutung Ihre Träume haben?

Antwort: Nein, so direkt fragt selten jemand – auch wenn es manchen interessieren mag. :-)

*

Frage: Wovon träumen nach Ihren Erfahrungen die meisten Menschen?

Antwort: Beziehungsthemen sind ein häufiges Traumthema – was aber auch daran liegen mag, dass die Beziehungen der Traumgestalten untereinander viel darüber erzählen, in welcher Beziehung unsere inneren Anteile stehen, die ja von den Traumpersonen repräsentiert werden. Innere Uneinigkeit kann sich im Traum widerspiegeln.

Die Traumthemen sind auch an Zeit und Kultur gebunden. Menschen in der heutigen Zeit träumen beispielsweise oft von modernen Transportmitteln wie Autos, Schiffen, Flugzeugen; wogegen die Menschen früherer Zeit mehr von Pferden, Kutschen oder Eseln träumten. Allen Menschen gemeinsame häufige Themen sind beispielsweise Sex und archetypische Mythen, wobei letztere modernen Menschen manchmal befremdlich religiös oder archaisch vorkommen.

*

Frage: Schläft man besser, wenn man Träume hat oder wenn man keine hat?

Antwort: Träume haben wir jede Nacht. Die Frage ist: erinnern wir uns an diese? Schlafe ich besser, wenn ich mich an Träume erinnere oder wenn ich mich nicht an sie erinnere? Ich meine, der Schlaf ist gleich gut. Allerdings könnte der Schlaf dadurch beeinträchtigt werden, wenn man einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und sich an alle Träume erinnern will. Denn mit dem Erinnern allein ist es nicht getan. Träume sind so flüchtig, sie müssen schriftlich oder mündlich festgehalten werden. Das bedingt natürlich, den Schlaf dafür zu unterbrechen. Geschieht dies häufiger und über einen längeren Zeitraum, so erlebe ich den Schlaf als weniger erholsam.

Aus anderer Sicht geantwortet: Wenn man regelmäßig mit seinen Träumen arbeitet, dann schläft man meiner Erfahrung nach besser. Einfach aus dem Grund, weil dann Alpträume verhältnismäßig selten auftauchen und man mehr mit sich im Reinen ist.

*

Frage: Die Tageszeitung „Frankfurter Neue Presse“ hat Ihr Weblog http://traumkladde.twoday.net wohlwollend vorgestellt, haben auch andere Medien über Sie berichtet?

Antwort: Bisher nicht, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

*

Frage: Auf welchen Internetseiten kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine eigene Internetpräsenz aufzubauen. Auf diesen Seiten wird man auch mehr über mich und mein Angebot erfahren können. Sie finden es unter http://www.somnios.de

Fast hätte ich vergessen, meinen Podcast-Blog zu erwähnen. Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit nicht dazu kam, damit weiterzumachen. Wer mich hören möchte, kann dies dort tun: http://traum-zeit.podspot.de - So etwas ist auch ein Beispiel für kreative Traumarbeit. Auf diese Weise bekommt man, ganz bequem nebenbei, noch einmal einen anderen Zugang zum Traum; womöglich sogar mit dem entscheidenden Aha-Effekt.

*

Frage: Haben Sie vor, ein Buch über Traumdeutung zu schreiben?

Antwort: Ein Buch über Traumdeutung eher nicht. Was mir manchmal so durch den Kopf geistert, ist die Möglichkeit, ein Buch mit Traumverdichtungen und Traumbildern zu gestalten. Konkrete Formen hat das bisher noch nicht angenommen. Das mag daran liegen, dass ich mich zum Schreiben nicht wirklich berufen fühle, wenngleich ich sehr gerne schreibe.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Ich wünsche mir Gesundheit, mehr Gelassenheit, Mut und Weisheit. Sie meinten doch die Fee mit den vier Wünschen, oder?

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst – http://interview-weblog.blogspot.com und http://internet-zeitung.blogspot.com


Traumberaterin Marianne Masters: Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen
Mittwoch, 27. August 2008, 07:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Traumberaterin Marianne Masters aus Frankfurt am Main – http://traumkladde.twoday.net

*

Frage: Frau Masters, wie wird man Traumdeuterin?

Antwort: Meine Eigenbezeichnung lautet Traumberaterin, denn es geht mir in erster Linie nicht darum, einen Traum über den Kopf des Träumers hinweg zu deuten, sondern ich möchte den Träumer bis zu seiner eigenen Deutung begleiten und ihn auf diesem Weg unterstützen.

Mein Traumweg begann etwa 1995. Damals begann ich, mich an meine Träume regelmäßig zu erinnern und sie schriftlich festzuhalten. Bald las ich die ersten Bücher über Träume, besuchte Kurse und Vorträge zu dem Thema und setzte das Gelernte und Erfahrene um, indem ich mit meinen Träumen arbeitete. Im Jahr 2001 – ich hatte gerade das Internet für mich entdeckt und suchte natürlich auch etwas über Träume – entdeckte ich die Website des Psychologen Konrad Lenz – http://www.traumpraxis.eu. Ich nahm sein Traumdeutungsangebot in Anspruch und war von dem Ergebnis beeindruckt. Gleichzeitig erfuhr ich von der Mailingliste auf http://www.traumonline.eu, die von Konrad Lenz und dem Psychologen und Autor Klausbernd Vollmar moderiert wurde, und trat dieser bald bei. Es eröffneten sich neue Blickwinkel während der gemeinsamen Traumarbeit mit anderen Interessierten – ein bewegender Austausch, der gleichzeitig viel von dem vermittelte, wie man sich der Bedeutung eines Traumes annähern kann. Nachdem diese Mailingliste aufgelöst worden war, gründete ich im Februar 2003 eine eigene Mailingliste; den "Traumtempel" bei YahooGroups – http://de.groups.yahoo.com/group/Traumtempel
Im Jahr 2005 machte ich einen Fernlehrgang bei Traumonline; die strukturierte Traumarbeit auf diesem Wege fand ich spannend und lehrreich. Die Vielfalt der Methoden, die dort angeboten wurden, machten mich in professioneller Hinsicht sicherer. Im Februar 2008 gründete ich noch eine zweite Mailingliste, die besonders engagierten Traumarbeitern vorbehalten ist: http://de.groups.yahoo.com/group/Traumbaum

Immer wieder wurden und werden Träume an mich herangetragen, mit der Frage nach deren Bedeutung. Oft wurde ich gefragt: Warum machst du das nicht beruflich? Nun ja, der Markt ist klein, und ein wenig Bedenken hatte ich schon, als ich in diesem Sommer das Gewerbe angemeldet habe. Doch letztlich ist meine Freude auf diesem Weg entscheidend.

*

Frage: Ist Traumberaterin Ihr Beruf oder Ihr Hobby?

Antwort: Traumarbeit ist mein Hobby, meine tägliche Psychohygiene. Doch noch mehr Freude macht die Traumarbeit mit anderen Menschen. Gemeinsam die Bedeutung ergründen, das mag ich, das belebt mich. Es ist immer wieder schön, einen Menschen dabei zu begleiten, weil es meist zu einem positiven Resultat kommt. Das meine ich in dem Sinne, dass beispielsweise ein beängstigender Traum auf diesem Weg sein Dunkles verlieren kann, dass man auf diesem Wege seine Fähigkeiten und sein Potenzial erkennen und dann auch entfalten kann. Erkenntnis ist ein Gewinn. Deshalb biete ich Traumberatungen an.

*

Frage: Wenn jemand immer wieder vom selben Thema träumt, was hat dies zu bedeuten?

Antwort: Wenn sich ein Thema wiederholt, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Träumer etwas verdrängt, oder dass ihm etwas nicht bewusst ist, was für seine Entwicklung und Gesundheit von Wichtigkeit ist. Da diesem Thema im Wachleben nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, drängt es sich im Traum immer wieder auf. Und damit bekommt der Träumer wiederholt die Gelegenheit, das Problem zu erkennen und die Chance, es konstruktiv für sein Leben umzusetzen.

In manchen Fällen mag ein hartnäckiges Trauma vorliegen, so dass die Träume nicht eher ablassen, bis man sich professionelle psychotherapeutische Hilfe gesucht hat.

*

Frage: Sie wuchsen im Künstlerdorf Worpswede auf, leben seit kurzem in Frankfurt am Main, reisen aber manchmal in Ihren Träumen nach Worpswede zurück, hat das einen Grund?

Antwort: Ja, auch heute noch kehre ich manchmal nach Worpswede oder anderen Orten meiner Vergangenheit zurück. Kurz nach dem Umzug nach Frankfurt kam das noch häufiger vor – es dauert offenbar etwas länger, bis die Seele angekommen ist. Zudem wird ja Aktuelles verarbeitet und der Abschied von Vertrautem und Gewohntem ist etwas, das man psychisch erst einmal verarbeiten muss. Die Träume leisten einen Teil dieser Arbeit, während man schläft. Weil man in seinem alten Umfeld viele Erfahrungen gesammelt hat, bildet der Traum diese auch dort ab. Aber es muss nicht unbedingt ein Umzug sein, der zurück an Orte der Vergangenheit führt. Die Kindheit prägt uns, und oft genug reagieren wir auch heute noch aus diesen alten Mustern heraus, ohne dass es uns bewusst wäre. Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen, damit wir im Jetzt erkennen können, wo unser Handeln seine Wurzeln hat; vor allem wenn die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und dort noch gebundene Energie, also Entwicklungspotenzial liegt.

*

Frage: Wie viele Träume werden im „Nächtebuch“ Ihres Weblogs „Traumkladde“ geschildert?

Antwort: Oh, da musste ich selbst gerade nachschauen. Es sind über 1750 Träume online zu lesen. Gleich werden zwei weitere Träume hinzukommen; nämlich die der letzten Nacht.

*

Frage: Im „Traumtagebuch“ Ihres Blogs notieren Sie manchmal mehrere Ihrer Träume aus der vorigen Nacht, um sie mit anderen zu teilen, haben Sie einen Lieblingstraum?

Antwort: Einen speziellen Lieblingstraum habe ich nicht. Aber am schönsten zu erzählen finde ich die märchenhaften oder fantastischen Träume.

*

Frage: Im Blog „Traumkladde“ gibt es Kommentare zu den Träumen, welche Inhalte haben diese?

Antwort: Je nachdem, was die Träume so zutage befördern, gibt es manchmal Reaktionen dazu. Manche sind witzig, manche bringen den Traum auf einen unvermuteten Punkt oder regen zu anderen Gedanken an. Manchmal ist es ein netter Gruß im Vorübergehen. Ich freue mich über jede Reaktion.

*

Frage: Erhalten Sie viele Anfragen von Menschen, die wissen wollen, welche Bedeutung Ihre Träume haben?

Antwort: Nein, so direkt fragt selten jemand – auch wenn es manchen interessieren mag. :-)

*

Frage: Wovon träumen nach Ihren Erfahrungen die meisten Menschen?

Antwort: Beziehungsthemen sind ein häufiges Traumthema – was aber auch daran liegen mag, dass die Beziehungen der Traumgestalten untereinander viel darüber erzählen, in welcher Beziehung unsere inneren Anteile stehen, die ja von den Traumpersonen repräsentiert werden. Innere Uneinigkeit kann sich im Traum widerspiegeln.

Die Traumthemen sind auch an Zeit und Kultur gebunden. Menschen in der heutigen Zeit träumen beispielsweise oft von modernen Transportmitteln wie Autos, Schiffen, Flugzeugen; wogegen die Menschen früherer Zeit mehr von Pferden, Kutschen oder Eseln träumten. Allen Menschen gemeinsame häufige Themen sind beispielsweise Sex und archetypische Mythen, wobei letztere modernen Menschen manchmal befremdlich religiös oder archaisch vorkommen.

*

Frage: Schläft man besser, wenn man Träume hat oder wenn man keine hat?

Antwort: Träume haben wir jede Nacht. Die Frage ist: erinnern wir uns an diese? Schlafe ich besser, wenn ich mich an Träume erinnere oder wenn ich mich nicht an sie erinnere? Ich meine, der Schlaf ist gleich gut. Allerdings könnte der Schlaf dadurch beeinträchtigt werden, wenn man einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und sich an alle Träume erinnern will. Denn mit dem Erinnern allein ist es nicht getan. Träume sind so flüchtig, sie müssen schriftlich oder mündlich festgehalten werden. Das bedingt natürlich, den Schlaf dafür zu unterbrechen. Geschieht dies häufiger und über einen längeren Zeitraum, so erlebe ich den Schlaf als weniger erholsam.

Aus anderer Sicht geantwortet: Wenn man regelmäßig mit seinen Träumen arbeitet, dann schläft man meiner Erfahrung nach besser. Einfach aus dem Grund, weil dann Alpträume verhältnismäßig selten auftauchen und man mehr mit sich im Reinen ist.

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Frage: Die Tageszeitung „Frankfurter Neue Presse“ hat Ihr Weblog http://traumkladde.twoday.net wohlwollend vorgestellt, haben auch andere Medien über Sie berichtet?

Antwort: Bisher nicht, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

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Frage: Auf welchen Internetseiten kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine eigene Internetpräsenz aufzubauen. Auf diesen Seiten wird man auch mehr über mich und mein Angebot erfahren können. Sie finden es unter http://www.somnios.de

Fast hätte ich vergessen, meinen Podcast-Blog zu erwähnen. Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit nicht dazu kam, damit weiterzumachen. Wer mich hören möchte, kann dies dort tun: http://traum-zeit.podspot.de - So etwas ist auch ein Beispiel für kreative Traumarbeit. Auf diese Weise bekommt man, ganz bequem nebenbei, noch einmal einen anderen Zugang zum Traum; womöglich sogar mit dem entscheidenden Aha-Effekt.

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Frage: Haben Sie vor, ein Buch über Traumdeutung zu schreiben?

Antwort: Ein Buch über Traumdeutung eher nicht. Was mir manchmal so durch den Kopf geistert, ist die Möglichkeit, ein Buch mit Traumverdichtungen und Traumbildern zu gestalten. Konkrete Formen hat das bisher noch nicht angenommen. Das mag daran liegen, dass ich mich zum Schreiben nicht wirklich berufen fühle, wenngleich ich sehr gerne schreibe.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Ich wünsche mir Gesundheit, mehr Gelassenheit, Mut und Weisheit. Sie meinten doch die Fee mit den vier Wünschen, oder?

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst – http://interview-weblog.blogspot.com und http://internet-zeitung.blogspot.com


Traumberaterin Marianne Masters: Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen
Mittwoch, 27. August 2008, 07:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Traumberaterin Marianne Masters aus Frankfurt am Main – http://traumkladde.twoday.net

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Frage: Frau Masters, wie wird man Traumdeuterin?

Antwort: Meine Eigenbezeichnung lautet Traumberaterin, denn es geht mir in erster Linie nicht darum, einen Traum über den Kopf des Träumers hinweg zu deuten, sondern ich möchte den Träumer bis zu seiner eigenen Deutung begleiten und ihn auf diesem Weg unterstützen.

Mein Traumweg begann etwa 1995. Damals begann ich, mich an meine Träume regelmäßig zu erinnern und sie schriftlich festzuhalten. Bald las ich die ersten Bücher über Träume, besuchte Kurse und Vorträge zu dem Thema und setzte das Gelernte und Erfahrene um, indem ich mit meinen Träumen arbeitete. Im Jahr 2001 – ich hatte gerade das Internet für mich entdeckt und suchte natürlich auch etwas über Träume – entdeckte ich die Website des Psychologen Konrad Lenz – http://www.traumpraxis.eu. Ich nahm sein Traumdeutungsangebot in Anspruch und war von dem Ergebnis beeindruckt. Gleichzeitig erfuhr ich von der Mailingliste auf http://www.traumonline.eu, die von Konrad Lenz und dem Psychologen und Autor Klausbernd Vollmar moderiert wurde, und trat dieser bald bei. Es eröffneten sich neue Blickwinkel während der gemeinsamen Traumarbeit mit anderen Interessierten – ein bewegender Austausch, der gleichzeitig viel von dem vermittelte, wie man sich der Bedeutung eines Traumes annähern kann. Nachdem diese Mailingliste aufgelöst worden war, gründete ich im Februar 2003 eine eigene Mailingliste; den "Traumtempel" bei YahooGroups – http://de.groups.yahoo.com/group/Traumtempel
Im Jahr 2005 machte ich einen Fernlehrgang bei Traumonline; die strukturierte Traumarbeit auf diesem Wege fand ich spannend und lehrreich. Die Vielfalt der Methoden, die dort angeboten wurden, machten mich in professioneller Hinsicht sicherer. Im Februar 2008 gründete ich noch eine zweite Mailingliste, die besonders engagierten Traumarbeitern vorbehalten ist: http://de.groups.yahoo.com/group/Traumbaum

Immer wieder wurden und werden Träume an mich herangetragen, mit der Frage nach deren Bedeutung. Oft wurde ich gefragt: Warum machst du das nicht beruflich? Nun ja, der Markt ist klein, und ein wenig Bedenken hatte ich schon, als ich in diesem Sommer das Gewerbe angemeldet habe. Doch letztlich ist meine Freude auf diesem Weg entscheidend.

*

Frage: Ist Traumberaterin Ihr Beruf oder Ihr Hobby?

Antwort: Traumarbeit ist mein Hobby, meine tägliche Psychohygiene. Doch noch mehr Freude macht die Traumarbeit mit anderen Menschen. Gemeinsam die Bedeutung ergründen, das mag ich, das belebt mich. Es ist immer wieder schön, einen Menschen dabei zu begleiten, weil es meist zu einem positiven Resultat kommt. Das meine ich in dem Sinne, dass beispielsweise ein beängstigender Traum auf diesem Weg sein Dunkles verlieren kann, dass man auf diesem Wege seine Fähigkeiten und sein Potenzial erkennen und dann auch entfalten kann. Erkenntnis ist ein Gewinn. Deshalb biete ich Traumberatungen an.

*

Frage: Wenn jemand immer wieder vom selben Thema träumt, was hat dies zu bedeuten?

Antwort: Wenn sich ein Thema wiederholt, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Träumer etwas verdrängt, oder dass ihm etwas nicht bewusst ist, was für seine Entwicklung und Gesundheit von Wichtigkeit ist. Da diesem Thema im Wachleben nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, drängt es sich im Traum immer wieder auf. Und damit bekommt der Träumer wiederholt die Gelegenheit, das Problem zu erkennen und die Chance, es konstruktiv für sein Leben umzusetzen.

In manchen Fällen mag ein hartnäckiges Trauma vorliegen, so dass die Träume nicht eher ablassen, bis man sich professionelle psychotherapeutische Hilfe gesucht hat.

*

Frage: Sie wuchsen im Künstlerdorf Worpswede auf, leben seit kurzem in Frankfurt am Main, reisen aber manchmal in Ihren Träumen nach Worpswede zurück, hat das einen Grund?

Antwort: Ja, auch heute noch kehre ich manchmal nach Worpswede oder anderen Orten meiner Vergangenheit zurück. Kurz nach dem Umzug nach Frankfurt kam das noch häufiger vor – es dauert offenbar etwas länger, bis die Seele angekommen ist. Zudem wird ja Aktuelles verarbeitet und der Abschied von Vertrautem und Gewohntem ist etwas, das man psychisch erst einmal verarbeiten muss. Die Träume leisten einen Teil dieser Arbeit, während man schläft. Weil man in seinem alten Umfeld viele Erfahrungen gesammelt hat, bildet der Traum diese auch dort ab. Aber es muss nicht unbedingt ein Umzug sein, der zurück an Orte der Vergangenheit führt. Die Kindheit prägt uns, und oft genug reagieren wir auch heute noch aus diesen alten Mustern heraus, ohne dass es uns bewusst wäre. Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen, damit wir im Jetzt erkennen können, wo unser Handeln seine Wurzeln hat; vor allem wenn die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und dort noch gebundene Energie, also Entwicklungspotenzial liegt.

*

Frage: Wie viele Träume werden im „Nächtebuch“ Ihres Weblogs „Traumkladde“ geschildert?

Antwort: Oh, da musste ich selbst gerade nachschauen. Es sind über 1750 Träume online zu lesen. Gleich werden zwei weitere Träume hinzukommen; nämlich die der letzten Nacht.

*

Frage: Im „Traumtagebuch“ Ihres Blogs notieren Sie manchmal mehrere Ihrer Träume aus der vorigen Nacht, um sie mit anderen zu teilen, haben Sie einen Lieblingstraum?

Antwort: Einen speziellen Lieblingstraum habe ich nicht. Aber am schönsten zu erzählen finde ich die märchenhaften oder fantastischen Träume.

*

Frage: Im Blog „Traumkladde“ gibt es Kommentare zu den Träumen, welche Inhalte haben diese?

Antwort: Je nachdem, was die Träume so zutage befördern, gibt es manchmal Reaktionen dazu. Manche sind witzig, manche bringen den Traum auf einen unvermuteten Punkt oder regen zu anderen Gedanken an. Manchmal ist es ein netter Gruß im Vorübergehen. Ich freue mich über jede Reaktion.

*

Frage: Erhalten Sie viele Anfragen von Menschen, die wissen wollen, welche Bedeutung Ihre Träume haben?

Antwort: Nein, so direkt fragt selten jemand – auch wenn es manchen interessieren mag. :-)

*

Frage: Wovon träumen nach Ihren Erfahrungen die meisten Menschen?

Antwort: Beziehungsthemen sind ein häufiges Traumthema – was aber auch daran liegen mag, dass die Beziehungen der Traumgestalten untereinander viel darüber erzählen, in welcher Beziehung unsere inneren Anteile stehen, die ja von den Traumpersonen repräsentiert werden. Innere Uneinigkeit kann sich im Traum widerspiegeln.

Die Traumthemen sind auch an Zeit und Kultur gebunden. Menschen in der heutigen Zeit träumen beispielsweise oft von modernen Transportmitteln wie Autos, Schiffen, Flugzeugen; wogegen die Menschen früherer Zeit mehr von Pferden, Kutschen oder Eseln träumten. Allen Menschen gemeinsame häufige Themen sind beispielsweise Sex und archetypische Mythen, wobei letztere modernen Menschen manchmal befremdlich religiös oder archaisch vorkommen.

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Frage: Schläft man besser, wenn man Träume hat oder wenn man keine hat?

Antwort: Träume haben wir jede Nacht. Die Frage ist: erinnern wir uns an diese? Schlafe ich besser, wenn ich mich an Träume erinnere oder wenn ich mich nicht an sie erinnere? Ich meine, der Schlaf ist gleich gut. Allerdings könnte der Schlaf dadurch beeinträchtigt werden, wenn man einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und sich an alle Träume erinnern will. Denn mit dem Erinnern allein ist es nicht getan. Träume sind so flüchtig, sie müssen schriftlich oder mündlich festgehalten werden. Das bedingt natürlich, den Schlaf dafür zu unterbrechen. Geschieht dies häufiger und über einen längeren Zeitraum, so erlebe ich den Schlaf als weniger erholsam.

Aus anderer Sicht geantwortet: Wenn man regelmäßig mit seinen Träumen arbeitet, dann schläft man meiner Erfahrung nach besser. Einfach aus dem Grund, weil dann Alpträume verhältnismäßig selten auftauchen und man mehr mit sich im Reinen ist.

*

Frage: Die Tageszeitung „Frankfurter Neue Presse“ hat Ihr Weblog http://traumkladde.twoday.net wohlwollend vorgestellt, haben auch andere Medien über Sie berichtet?

Antwort: Bisher nicht, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

*

Frage: Auf welchen Internetseiten kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine eigene Internetpräsenz aufzubauen. Auf diesen Seiten wird man auch mehr über mich und mein Angebot erfahren können. Sie finden es unter http://www.somnios.de

Fast hätte ich vergessen, meinen Podcast-Blog zu erwähnen. Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit nicht dazu kam, damit weiterzumachen. Wer mich hören möchte, kann dies dort tun: http://traum-zeit.podspot.de - So etwas ist auch ein Beispiel für kreative Traumarbeit. Auf diese Weise bekommt man, ganz bequem nebenbei, noch einmal einen anderen Zugang zum Traum; womöglich sogar mit dem entscheidenden Aha-Effekt.

*

Frage: Haben Sie vor, ein Buch über Traumdeutung zu schreiben?

Antwort: Ein Buch über Traumdeutung eher nicht. Was mir manchmal so durch den Kopf geistert, ist die Möglichkeit, ein Buch mit Traumverdichtungen und Traumbildern zu gestalten. Konkrete Formen hat das bisher noch nicht angenommen. Das mag daran liegen, dass ich mich zum Schreiben nicht wirklich berufen fühle, wenngleich ich sehr gerne schreibe.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Ich wünsche mir Gesundheit, mehr Gelassenheit, Mut und Weisheit. Sie meinten doch die Fee mit den vier Wünschen, oder?

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst – http://interview-weblog.blogspot.com und http://internet-zeitung.blogspot.com


Traumberaterin Marianne Masters: Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen
Mittwoch, 27. August 2008, 07:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Traumberaterin Marianne Masters aus Frankfurt am Main – http://traumkladde.twoday.net

*

Frage: Frau Masters, wie wird man Traumdeuterin?

Antwort: Meine Eigenbezeichnung lautet Traumberaterin, denn es geht mir in erster Linie nicht darum, einen Traum über den Kopf des Träumers hinweg zu deuten, sondern ich möchte den Träumer bis zu seiner eigenen Deutung begleiten und ihn auf diesem Weg unterstützen.

Mein Traumweg begann etwa 1995. Damals begann ich, mich an meine Träume regelmäßig zu erinnern und sie schriftlich festzuhalten. Bald las ich die ersten Bücher über Träume, besuchte Kurse und Vorträge zu dem Thema und setzte das Gelernte und Erfahrene um, indem ich mit meinen Träumen arbeitete. Im Jahr 2001 – ich hatte gerade das Internet für mich entdeckt und suchte natürlich auch etwas über Träume – entdeckte ich die Website des Psychologen Konrad Lenz – http://www.traumpraxis.eu. Ich nahm sein Traumdeutungsangebot in Anspruch und war von dem Ergebnis beeindruckt. Gleichzeitig erfuhr ich von der Mailingliste auf http://www.traumonline.eu, die von Konrad Lenz und dem Psychologen und Autor Klausbernd Vollmar moderiert wurde, und trat dieser bald bei. Es eröffneten sich neue Blickwinkel während der gemeinsamen Traumarbeit mit anderen Interessierten – ein bewegender Austausch, der gleichzeitig viel von dem vermittelte, wie man sich der Bedeutung eines Traumes annähern kann. Nachdem diese Mailingliste aufgelöst worden war, gründete ich im Februar 2003 eine eigene Mailingliste; den "Traumtempel" bei YahooGroups – http://de.groups.yahoo.com/group/Traumtempel
Im Jahr 2005 machte ich einen Fernlehrgang bei Traumonline; die strukturierte Traumarbeit auf diesem Wege fand ich spannend und lehrreich. Die Vielfalt der Methoden, die dort angeboten wurden, machten mich in professioneller Hinsicht sicherer. Im Februar 2008 gründete ich noch eine zweite Mailingliste, die besonders engagierten Traumarbeitern vorbehalten ist: http://de.groups.yahoo.com/group/Traumbaum

Immer wieder wurden und werden Träume an mich herangetragen, mit der Frage nach deren Bedeutung. Oft wurde ich gefragt: Warum machst du das nicht beruflich? Nun ja, der Markt ist klein, und ein wenig Bedenken hatte ich schon, als ich in diesem Sommer das Gewerbe angemeldet habe. Doch letztlich ist meine Freude auf diesem Weg entscheidend.

*

Frage: Ist Traumberaterin Ihr Beruf oder Ihr Hobby?

Antwort: Traumarbeit ist mein Hobby, meine tägliche Psychohygiene. Doch noch mehr Freude macht die Traumarbeit mit anderen Menschen. Gemeinsam die Bedeutung ergründen, das mag ich, das belebt mich. Es ist immer wieder schön, einen Menschen dabei zu begleiten, weil es meist zu einem positiven Resultat kommt. Das meine ich in dem Sinne, dass beispielsweise ein beängstigender Traum auf diesem Weg sein Dunkles verlieren kann, dass man auf diesem Wege seine Fähigkeiten und sein Potenzial erkennen und dann auch entfalten kann. Erkenntnis ist ein Gewinn. Deshalb biete ich Traumberatungen an.

*

Frage: Wenn jemand immer wieder vom selben Thema träumt, was hat dies zu bedeuten?

Antwort: Wenn sich ein Thema wiederholt, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Träumer etwas verdrängt, oder dass ihm etwas nicht bewusst ist, was für seine Entwicklung und Gesundheit von Wichtigkeit ist. Da diesem Thema im Wachleben nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, drängt es sich im Traum immer wieder auf. Und damit bekommt der Träumer wiederholt die Gelegenheit, das Problem zu erkennen und die Chance, es konstruktiv für sein Leben umzusetzen.

In manchen Fällen mag ein hartnäckiges Trauma vorliegen, so dass die Träume nicht eher ablassen, bis man sich professionelle psychotherapeutische Hilfe gesucht hat.

*

Frage: Sie wuchsen im Künstlerdorf Worpswede auf, leben seit kurzem in Frankfurt am Main, reisen aber manchmal in Ihren Träumen nach Worpswede zurück, hat das einen Grund?

Antwort: Ja, auch heute noch kehre ich manchmal nach Worpswede oder anderen Orten meiner Vergangenheit zurück. Kurz nach dem Umzug nach Frankfurt kam das noch häufiger vor – es dauert offenbar etwas länger, bis die Seele angekommen ist. Zudem wird ja Aktuelles verarbeitet und der Abschied von Vertrautem und Gewohntem ist etwas, das man psychisch erst einmal verarbeiten muss. Die Träume leisten einen Teil dieser Arbeit, während man schläft. Weil man in seinem alten Umfeld viele Erfahrungen gesammelt hat, bildet der Traum diese auch dort ab. Aber es muss nicht unbedingt ein Umzug sein, der zurück an Orte der Vergangenheit führt. Die Kindheit prägt uns, und oft genug reagieren wir auch heute noch aus diesen alten Mustern heraus, ohne dass es uns bewusst wäre. Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen, damit wir im Jetzt erkennen können, wo unser Handeln seine Wurzeln hat; vor allem wenn die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und dort noch gebundene Energie, also Entwicklungspotenzial liegt.

*

Frage: Wie viele Träume werden im „Nächtebuch“ Ihres Weblogs „Traumkladde“ geschildert?

Antwort: Oh, da musste ich selbst gerade nachschauen. Es sind über 1750 Träume online zu lesen. Gleich werden zwei weitere Träume hinzukommen; nämlich die der letzten Nacht.

*

Frage: Im „Traumtagebuch“ Ihres Blogs notieren Sie manchmal mehrere Ihrer Träume aus der vorigen Nacht, um sie mit anderen zu teilen, haben Sie einen Lieblingstraum?

Antwort: Einen speziellen Lieblingstraum habe ich nicht. Aber am schönsten zu erzählen finde ich die märchenhaften oder fantastischen Träume.

*

Frage: Im Blog „Traumkladde“ gibt es Kommentare zu den Träumen, welche Inhalte haben diese?

Antwort: Je nachdem, was die Träume so zutage befördern, gibt es manchmal Reaktionen dazu. Manche sind witzig, manche bringen den Traum auf einen unvermuteten Punkt oder regen zu anderen Gedanken an. Manchmal ist es ein netter Gruß im Vorübergehen. Ich freue mich über jede Reaktion.

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Frage: Erhalten Sie viele Anfragen von Menschen, die wissen wollen, welche Bedeutung Ihre Träume haben?

Antwort: Nein, so direkt fragt selten jemand – auch wenn es manchen interessieren mag. :-)

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Frage: Wovon träumen nach Ihren Erfahrungen die meisten Menschen?

Antwort: Beziehungsthemen sind ein häufiges Traumthema – was aber auch daran liegen mag, dass die Beziehungen der Traumgestalten untereinander viel darüber erzählen, in welcher Beziehung unsere inneren Anteile stehen, die ja von den Traumpersonen repräsentiert werden. Innere Uneinigkeit kann sich im Traum widerspiegeln.

Die Traumthemen sind auch an Zeit und Kultur gebunden. Menschen in der heutigen Zeit träumen beispielsweise oft von modernen Transportmitteln wie Autos, Schiffen, Flugzeugen; wogegen die Menschen früherer Zeit mehr von Pferden, Kutschen oder Eseln träumten. Allen Menschen gemeinsame häufige Themen sind beispielsweise Sex und archetypische Mythen, wobei letztere modernen Menschen manchmal befremdlich religiös oder archaisch vorkommen.

*

Frage: Schläft man besser, wenn man Träume hat oder wenn man keine hat?

Antwort: Träume haben wir jede Nacht. Die Frage ist: erinnern wir uns an diese? Schlafe ich besser, wenn ich mich an Träume erinnere oder wenn ich mich nicht an sie erinnere? Ich meine, der Schlaf ist gleich gut. Allerdings könnte der Schlaf dadurch beeinträchtigt werden, wenn man einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und sich an alle Träume erinnern will. Denn mit dem Erinnern allein ist es nicht getan. Träume sind so flüchtig, sie müssen schriftlich oder mündlich festgehalten werden. Das bedingt natürlich, den Schlaf dafür zu unterbrechen. Geschieht dies häufiger und über einen längeren Zeitraum, so erlebe ich den Schlaf als weniger erholsam.

Aus anderer Sicht geantwortet: Wenn man regelmäßig mit seinen Träumen arbeitet, dann schläft man meiner Erfahrung nach besser. Einfach aus dem Grund, weil dann Alpträume verhältnismäßig selten auftauchen und man mehr mit sich im Reinen ist.

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Frage: Die Tageszeitung „Frankfurter Neue Presse“ hat Ihr Weblog http://traumkladde.twoday.net wohlwollend vorgestellt, haben auch andere Medien über Sie berichtet?

Antwort: Bisher nicht, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

*

Frage: Auf welchen Internetseiten kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine eigene Internetpräsenz aufzubauen. Auf diesen Seiten wird man auch mehr über mich und mein Angebot erfahren können. Sie finden es unter http://www.somnios.de

Fast hätte ich vergessen, meinen Podcast-Blog zu erwähnen. Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit nicht dazu kam, damit weiterzumachen. Wer mich hören möchte, kann dies dort tun: http://traum-zeit.podspot.de - So etwas ist auch ein Beispiel für kreative Traumarbeit. Auf diese Weise bekommt man, ganz bequem nebenbei, noch einmal einen anderen Zugang zum Traum; womöglich sogar mit dem entscheidenden Aha-Effekt.

*

Frage: Haben Sie vor, ein Buch über Traumdeutung zu schreiben?

Antwort: Ein Buch über Traumdeutung eher nicht. Was mir manchmal so durch den Kopf geistert, ist die Möglichkeit, ein Buch mit Traumverdichtungen und Traumbildern zu gestalten. Konkrete Formen hat das bisher noch nicht angenommen. Das mag daran liegen, dass ich mich zum Schreiben nicht wirklich berufen fühle, wenngleich ich sehr gerne schreibe.

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Ich wünsche mir Gesundheit, mehr Gelassenheit, Mut und Weisheit. Sie meinten doch die Fee mit den vier Wünschen, oder?

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst – http://interview-weblog.blogspot.com und http://internet-zeitung.blogspot.com


Traumberaterin Marianne Masters: Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen
Mittwoch, 27. August 2008, 07:48:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der Traumberaterin Marianne Masters aus Frankfurt am Main – http://traumkladde.twoday.net

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Frage: Frau Masters, wie wird man Traumdeuterin?

Antwort: Meine Eigenbezeichnung lautet Traumberaterin, denn es geht mir in erster Linie nicht darum, einen Traum über den Kopf des Träumers hinweg zu deuten, sondern ich möchte den Träumer bis zu seiner eigenen Deutung begleiten und ihn auf diesem Weg unterstützen.

Mein Traumweg begann etwa 1995. Damals begann ich, mich an meine Träume regelmäßig zu erinnern und sie schriftlich festzuhalten. Bald las ich die ersten Bücher über Träume, besuchte Kurse und Vorträge zu dem Thema und setzte das Gelernte und Erfahrene um, indem ich mit meinen Träumen arbeitete. Im Jahr 2001 – ich hatte gerade das Internet für mich entdeckt und suchte natürlich auch etwas über Träume – entdeckte ich die Website des Psychologen Konrad Lenz – http://www.traumpraxis.eu. Ich nahm sein Traumdeutungsangebot in Anspruch und war von dem Ergebnis beeindruckt. Gleichzeitig erfuhr ich von der Mailingliste auf http://www.traumonline.eu, die von Konrad Lenz und dem Psychologen und Autor Klausbernd Vollmar moderiert wurde, und trat dieser bald bei. Es eröffneten sich neue Blickwinkel während der gemeinsamen Traumarbeit mit anderen Interessierten – ein bewegender Austausch, der gleichzeitig viel von dem vermittelte, wie man sich der Bedeutung eines Traumes annähern kann. Nachdem diese Mailingliste aufgelöst worden war, gründete ich im Februar 2003 eine eigene Mailingliste; den "Traumtempel" bei YahooGroups – http://de.groups.yahoo.com/group/Traumtempel
Im Jahr 2005 machte ich einen Fernlehrgang bei Traumonline; die strukturierte Traumarbeit auf diesem Wege fand ich spannend und lehrreich. Die Vielfalt der Methoden, die dort angeboten wurden, machten mich in professioneller Hinsicht sicherer. Im Februar 2008 gründete ich noch eine zweite Mailingliste, die besonders engagierten Traumarbeitern vorbehalten ist: http://de.groups.yahoo.com/group/Traumbaum

Immer wieder wurden und werden Träume an mich herangetragen, mit der Frage nach deren Bedeutung. Oft wurde ich gefragt: Warum machst du das nicht beruflich? Nun ja, der Markt ist klein, und ein wenig Bedenken hatte ich schon, als ich in diesem Sommer das Gewerbe angemeldet habe. Doch letztlich ist meine Freude auf diesem Weg entscheidend.

*

Frage: Ist Traumberaterin Ihr Beruf oder Ihr Hobby?

Antwort: Traumarbeit ist mein Hobby, meine tägliche Psychohygiene. Doch noch mehr Freude macht die Traumarbeit mit anderen Menschen. Gemeinsam die Bedeutung ergründen, das mag ich, das belebt mich. Es ist immer wieder schön, einen Menschen dabei zu begleiten, weil es meist zu einem positiven Resultat kommt. Das meine ich in dem Sinne, dass beispielsweise ein beängstigender Traum auf diesem Weg sein Dunkles verlieren kann, dass man auf diesem Wege seine Fähigkeiten und sein Potenzial erkennen und dann auch entfalten kann. Erkenntnis ist ein Gewinn. Deshalb biete ich Traumberatungen an.

*

Frage: Wenn jemand immer wieder vom selben Thema träumt, was hat dies zu bedeuten?

Antwort: Wenn sich ein Thema wiederholt, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Träumer etwas verdrängt, oder dass ihm etwas nicht bewusst ist, was für seine Entwicklung und Gesundheit von Wichtigkeit ist. Da diesem Thema im Wachleben nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, drängt es sich im Traum immer wieder auf. Und damit bekommt der Träumer wiederholt die Gelegenheit, das Problem zu erkennen und die Chance, es konstruktiv für sein Leben umzusetzen.

In manchen Fällen mag ein hartnäckiges Trauma vorliegen, so dass die Träume nicht eher ablassen, bis man sich professionelle psychotherapeutische Hilfe gesucht hat.

*

Frage: Sie wuchsen im Künstlerdorf Worpswede auf, leben seit kurzem in Frankfurt am Main, reisen aber manchmal in Ihren Träumen nach Worpswede zurück, hat das einen Grund?

Antwort: Ja, auch heute noch kehre ich manchmal nach Worpswede oder anderen Orten meiner Vergangenheit zurück. Kurz nach dem Umzug nach Frankfurt kam das noch häufiger vor – es dauert offenbar etwas länger, bis die Seele angekommen ist. Zudem wird ja Aktuelles verarbeitet und der Abschied von Vertrautem und Gewohntem ist etwas, das man psychisch erst einmal verarbeiten muss. Die Träume leisten einen Teil dieser Arbeit, während man schläft. Weil man in seinem alten Umfeld viele Erfahrungen gesammelt hat, bildet der Traum diese auch dort ab. Aber es muss nicht unbedingt ein Umzug sein, der zurück an Orte der Vergangenheit führt. Die Kindheit prägt uns, und oft genug reagieren wir auch heute noch aus diesen alten Mustern heraus, ohne dass es uns bewusst wäre. Der Traum führt uns Vergangenes vor Augen, damit wir im Jetzt erkennen können, wo unser Handeln seine Wurzeln hat; vor allem wenn die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und dort noch gebundene Energie, also Entwicklungspotenzial liegt.

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Frage: Wie viele Träume werden im „Nächtebuch“ Ihres Weblogs „Traumkladde“ geschildert?

Antwort: Oh, da musste ich selbst gerade nachschauen. Es sind über 1750 Träume online zu lesen. Gleich werden zwei weitere Träume hinzukommen; nämlich die der letzten Nacht.

*

Frage: Im „Traumtagebuch“ Ihres Blogs notieren Sie manchmal mehrere Ihrer Träume aus der vorigen Nacht, um sie mit anderen zu teilen, haben Sie einen Lieblingstraum?

Antwort: Einen speziellen Lieblingstraum habe ich nicht. Aber am schönsten zu erzählen finde ich die märchenhaften oder fantastischen Träume.

*

Frage: Im Blog „Traumkladde“ gibt es Kommentare zu den Träumen, welche Inhalte haben diese?

Antwort: Je nachdem, was die Träume so zutage befördern, gibt es manchmal Reaktionen dazu. Manche sind witzig, manche bringen den Traum auf einen unvermuteten Punkt oder regen zu anderen Gedanken an. Manchmal ist es ein netter Gruß im Vorübergehen. Ich freue mich über jede Reaktion.

*

Frage: Erhalten Sie viele Anfragen von Menschen, die wissen wollen, welche Bedeutung Ihre Träume haben?

Antwort: Nein, so direkt fragt selten jemand – auch wenn es manchen interessieren mag. :-)

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Frage: Wovon träumen nach Ihren Erfahrungen die meisten Menschen?

Antwort: Beziehungsthemen sind ein häufiges Traumthema – was aber auch daran liegen mag, dass die Beziehungen der Traumgestalten untereinander viel darüber erzählen, in welcher Beziehung unsere inneren Anteile stehen, die ja von den Traumpersonen repräsentiert werden. Innere Uneinigkeit kann sich im Traum widerspiegeln.

Die Traumthemen sind auch an Zeit und Kultur gebunden. Menschen in der heutigen Zeit träumen beispielsweise oft von modernen Transportmitteln wie Autos, Schiffen, Flugzeugen; wogegen die Menschen früherer Zeit mehr von Pferden, Kutschen oder Eseln träumten. Allen Menschen gemeinsame häufige Themen sind beispielsweise Sex und archetypische Mythen, wobei letztere modernen Menschen manchmal befremdlich religiös oder archaisch vorkommen.

*

Frage: Schläft man besser, wenn man Träume hat oder wenn man keine hat?

Antwort: Träume haben wir jede Nacht. Die Frage ist: erinnern wir uns an diese? Schlafe ich besser, wenn ich mich an Träume erinnere oder wenn ich mich nicht an sie erinnere? Ich meine, der Schlaf ist gleich gut. Allerdings könnte der Schlaf dadurch beeinträchtigt werden, wenn man einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und sich an alle Träume erinnern will. Denn mit dem Erinnern allein ist es nicht getan. Träume sind so flüchtig, sie müssen schriftlich oder mündlich festgehalten werden. Das bedingt natürlich, den Schlaf dafür zu unterbrechen. Geschieht dies häufiger und über einen längeren Zeitraum, so erlebe ich den Schlaf als weniger erholsam.

Aus anderer Sicht geantwortet: Wenn man regelmäßig mit seinen Träumen arbeitet, dann schläft man meiner Erfahrung nach besser. Einfach aus dem Grund, weil dann Alpträume verhältnismäßig selten auftauchen und man mehr mit sich im Reinen ist.

*

Frage: Die Tageszeitung „Frankfurter Neue Presse“ hat Ihr Weblog http://traumkladde.twoday.net wohlwollend vorgestellt, haben auch andere Medien über Sie berichtet?

Antwort: Bisher nicht, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

*

Frage: Auf welchen Internetseiten kann man mehr über Sie erfahren?

Antwort: Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine eigene Internetpräsenz aufzubauen. Auf diesen Seiten wird man auch mehr über mich und mein Angebot erfahren können. Sie finden es unter http://www.somnios.de

Fast hätte ich vergessen, meinen Podcast-Blog zu erwähnen. Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit nicht dazu kam, damit weiterzumachen. Wer mich hören möchte, kann dies dort tun: http://traum-zeit.podspot.de - So etwas ist auch ein Beispiel für kreative Traumarbeit. Auf diese Weise bekommt man, ganz bequem nebenbei, noch einmal einen anderen Zugang zum Traum; womöglich sogar mit dem entscheidenden Aha-Effekt.

*

Frage: Haben Sie vor, ein Buch über Traumdeutung zu schreiben?

Antwort: Ein Buch über Traumdeutung eher nicht. Was mir manchmal so durch den Kopf geistert, ist die Möglichkeit, ein Buch mit Traumverdichtungen und Traumbildern zu gestalten. Konkrete Formen hat das bisher noch nicht angenommen. Das mag daran liegen, dass ich mich zum Schreiben nicht wirklich berufen fühle, wenngleich ich sehr gerne schreibe.

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Ich wünsche mir Gesundheit, mehr Gelassenheit, Mut und Weisheit. Sie meinten doch die Fee mit den vier Wünschen, oder?

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst – http://interview-weblog.blogspot.com und http://internet-zeitung.blogspot.com


Pferde und Reiter sind Lieblingsmotive der Künstlerin Simone Irene Monschein
Dienstag, 26. August 2008, 07:35:00  | noreply@blogger.com (Impressum)

















Interview mit der österreichischen freischaffenden Künstlerin Simone Irene Monschein aus Bruck an der Murr - http://www.mygall.net/simoneirene







*

Frage: Frau Monschein, hatten Sie schon als Kind den Wunsch, Künstlerin zu werden?

Antwort: Nein, eigentlich nicht. Als Kind wollte ich alles Mögliche werden, angefangen von Krankenschwester über Sängerin bis zur Flugbegleiterin. Der Wunsch, Künstlerin zu werden, kam, als ich mit fünfzehn eine wirkliche Künstlerin kennen lernte. Ihre Art zu leben hat mich tief beeindruckt und für mich stand fest, dass ich ihr nacheifern würde.

*

Frage: Seit wann sind sie freischaffende Künstlerin?

Antwort: Richtig als Künstlerin tätig bin ich, seitdem ich die Bücher, die meine Mutter geschrieben hat, illustriert habe. Wie lange ist das nun her?

http://interview-weblog.blogspot.com/2008/08/autorin-evelin-monschein-schrieb-schon.html

*

Frage: Ihre E-Mail-Adresse enthält den Begriff Glasprinzessin, hat das einen besonderen Grund?

Antwort: Nein, eigentlich nicht. Es war eine spontane Idee, die aber damals mein Leben und mich gut wieder gespiegelt hat.

*

Frage: Welche Kunstwerke werden von Ihnen geschaffen?

Antwort: Mein Stil ist ein eher illustrativer, in verschiedenen Mischtechniken. Ich mixe Farben der verschiedensten Gattungen, gebe dem Ganzen am Computer den letzten Schliff oder den einen oder anderen fehlenden Hintergrund und biete das Ganze dann über das Internet als Drucke und Poster an.

*

Frage: Was sind Ihre Lieblingsmotive?

Antwort: Pferde und Reiter. Wenn ich keine Pferde male, sind meistens Menschen vorhanden. Oder menschenähnliche Wesen.

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Oh, da würde ich so einiges erwähnen. Erfolg in meiner künstlerischen Tätigkeit wäre vermutlich noch eines der bescheideneren Dinge ...

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst - http://interview-weblog.blogspot.com und http://internet-zeitung.blogspot.com


Pferde und Reiter sind Lieblingsmotive der Künstlerin Simone Irene Monschein
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Frage: Frau Monschein, hatten Sie schon als Kind den Wunsch, Künstlerin zu werden?

Antwort: Nein, eigentlich nicht. Als Kind wollte ich alles Mögliche werden, angefangen von Krankenschwester über Sängerin bis zur Flugbegleiterin. Der Wunsch, Künstlerin zu werden, kam, als ich mit fünfzehn eine wirkliche Künstlerin kennen lernte. Ihre Art zu leben hat mich tief beeindruckt und für mich stand fest, dass ich ihr nacheifern würde.

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Frage: Seit wann sind sie freischaffende Künstlerin?

Antwort: Richtig als Künstlerin tätig bin ich, seitdem ich die Bücher, die meine Mutter geschrieben hat, illustriert habe. Wie lange ist das nun her?

http://interview-weblog.blogspot.com/2008/08/autorin-evelin-monschein-schrieb-schon.html

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Frage: Ihre E-Mail-Adresse enthält den Begriff Glasprinzessin, hat das einen besonderen Grund?

Antwort: Nein, eigentlich nicht. Es war eine spontane Idee, die aber damals mein Leben und mich gut wieder gespiegelt hat.

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Frage: Welche Kunstwerke werden von Ihnen geschaffen?

Antwort: Mein Stil ist ein eher illustrativer, in verschiedenen Mischtechniken. Ich mixe Farben der verschiedensten Gattungen, gebe dem Ganzen am Computer den letzten Schliff oder den einen oder anderen fehlenden Hintergrund und biete das Ganze dann über das Internet als Drucke und Poster an.

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Frage: Was sind Ihre Lieblingsmotive?

Antwort: Pferde und Reiter. Wenn ich keine Pferde male, sind meistens Menschen vorhanden. Oder menschenähnliche Wesen.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Oh, da würde ich so einiges erwähnen. Erfolg in meiner künstlerischen Tätigkeit wäre vermutlich noch eines der bescheideneren Dinge ...

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Antwort: Nein, eigentlich nicht. Als Kind wollte ich alles Mögliche werden, angefangen von Krankenschwester über Sängerin bis zur Flugbegleiterin. Der Wunsch, Künstlerin zu werden, kam, als ich mit fünfzehn eine wirkliche Künstlerin kennen lernte. Ihre Art zu leben hat mich tief beeindruckt und für mich stand fest, dass ich ihr nacheifern würde.

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Frage: Was sind Ihre Lieblingsmotive?

Antwort: Pferde und Reiter. Wenn ich keine Pferde male, sind meistens Menschen vorhanden. Oder menschenähnliche Wesen.

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Pferde und Reiter sind Lieblingsmotive der Künstlerin Simone Irene Monschein
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Frage: Frau Monschein, hatten Sie schon als Kind den Wunsch, Künstlerin zu werden?

Antwort: Nein, eigentlich nicht. Als Kind wollte ich alles Mögliche werden, angefangen von Krankenschwester über Sängerin bis zur Flugbegleiterin. Der Wunsch, Künstlerin zu werden, kam, als ich mit fünfzehn eine wirkliche Künstlerin kennen lernte. Ihre Art zu leben hat mich tief beeindruckt und für mich stand fest, dass ich ihr nacheifern würde.

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Frage: Seit wann sind sie freischaffende Künstlerin?

Antwort: Richtig als Künstlerin tätig bin ich, seitdem ich die Bücher, die meine Mutter geschrieben hat, illustriert habe. Wie lange ist das nun her?

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Frage: Welche Kunstwerke werden von Ihnen geschaffen?

Antwort: Mein Stil ist ein eher illustrativer, in verschiedenen Mischtechniken. Ich mixe Farben der verschiedensten Gattungen, gebe dem Ganzen am Computer den letzten Schliff oder den einen oder anderen fehlenden Hintergrund und biete das Ganze dann über das Internet als Drucke und Poster an.

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Frage: Was sind Ihre Lieblingsmotive?

Antwort: Pferde und Reiter. Wenn ich keine Pferde male, sind meistens Menschen vorhanden. Oder menschenähnliche Wesen.

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Autorin Evelin Monschein schrieb schon als Kind gerne Geschichten
Sonntag, 24. August 2008, 14:34:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit der österreichischen Autorin Evelin Monschein aus Bruck an der Mur

*

Frage: Frau Monschein, wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Buch "Pablo und Sam" zu schreiben?

Antwort: Ich habe schon als Kind gerne Geschichten geschrieben und bereits meine Eltern und meine Lehrer haben mich ermuntert, irgendwann ein Buch zu schreiben. Und an dem "irgendwann" bin ich jahrelang hängengeblieben. Letztendlich ist es jedoch meiner Tochter gelungen, den Stein ins Rollen zu bringen, da sie sich vorgenommen hatte, ein Buch zu illustrieren. Meine Aufgabe bestand nun also darin, schleunigst eines zu schreiben.

*

Frage: Wie kommt Ihr Buch bei den Lesern/innen an?

Antwort: Ich war überrascht, wie positiv meine erwachsenen Leser auf die Geschichten von Pablo und Sam reagiert haben, da ich es ja selbst als Kinderbuch gesehen habe. Ein älterer Herr erschien sogar dreimal hintereinander an meiner Arbeitsstelle, um Bücher nachzukaufen, die er an seine Freunde in halb Österreich verschenkte.

*

Frage: Wie geht es den tierischen Helden Ihres Buches momentan?

Antwort: Sie sind etwas älter und "reifer" geworden, haben ihre Köpfe aber immer noch genauso voller Dummheiten wie eh und je.

*

Frage: Werden weitere Bücher von Ihnen folgen?

Antwort: Nun, da ich auf den „Geschmack" gekommen bin, werden sicherlich weitere Bücher folgen. Der zweite Band von "Pablo und Sam" ist nahezu fertiggestellt. Darüberhinaus plane ich im Augenblick ein Mentaltrainingsbuch für Kinder.

*

Frage: Wo kann man im Internet etwas über Sie lesen?

Antwort: Man kann auf meiner Website http://www.seidendrache.com über mich lesen.

*

Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Antwort: Ich wünsche mir, dass mir das Schreiben in 20 Jahren noch genauso viel Spaß machen wird wie jetzt und dass mir die Ideen für meine Bücher nie ausgehen werden.

*

Bestellungen des Buches "Pablo und Sam" bei "Libri"
http://www.libri.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=fdc-mfd1ij3s9w1.www13?searchString=Pablo+und+Sam

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Autorin Evelin Monschein schrieb schon als Kind gerne Geschichten
Sonntag, 24. August 2008, 14:34:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













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Frage: Frau Monschein, wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Buch "Pablo und Sam" zu schreiben?

Antwort: Ich habe schon als Kind gerne Geschichten geschrieben und bereits meine Eltern und meine Lehrer haben mich ermuntert, irgendwann ein Buch zu schreiben. Und an dem "irgendwann" bin ich jahrelang hängengeblieben. Letztendlich ist es jedoch meiner Tochter gelungen, den Stein ins Rollen zu bringen, da sie sich vorgenommen hatte, ein Buch zu illustrieren. Meine Aufgabe bestand nun also darin, schleunigst eines zu schreiben.

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Frage: Wie kommt Ihr Buch bei den Lesern/innen an?

Antwort: Ich war überrascht, wie positiv meine erwachsenen Leser auf die Geschichten von Pablo und Sam reagiert haben, da ich es ja selbst als Kinderbuch gesehen habe. Ein älterer Herr erschien sogar dreimal hintereinander an meiner Arbeitsstelle, um Bücher nachzukaufen, die er an seine Freunde in halb Österreich verschenkte.

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Frage: Wie geht es den tierischen Helden Ihres Buches momentan?

Antwort: Sie sind etwas älter und "reifer" geworden, haben ihre Köpfe aber immer noch genauso voller Dummheiten wie eh und je.

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Frage: Werden weitere Bücher von Ihnen folgen?

Antwort: Nun, da ich auf den „Geschmack" gekommen bin, werden sicherlich weitere Bücher folgen. Der zweite Band von "Pablo und Sam" ist nahezu fertiggestellt. Darüberhinaus plane ich im Augenblick ein Mentaltrainingsbuch für Kinder.

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Frage: Wo kann man im Internet etwas über Sie lesen?

Antwort: Man kann auf meiner Website http://www.seidendrache.com über mich lesen.

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Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Antwort: Ich wünsche mir, dass mir das Schreiben in 20 Jahren noch genauso viel Spaß machen wird wie jetzt und dass mir die Ideen für meine Bücher nie ausgehen werden.

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Bestellungen des Buches "Pablo und Sam" bei "Libri"
http://www.libri.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=fdc-mfd1ij3s9w1.www13?searchString=Pablo+und+Sam

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Autorin Evelin Monschein schrieb schon als Kind gerne Geschichten
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Frage: Frau Monschein, wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Buch "Pablo und Sam" zu schreiben?

Antwort: Ich habe schon als Kind gerne Geschichten geschrieben und bereits meine Eltern und meine Lehrer haben mich ermuntert, irgendwann ein Buch zu schreiben. Und an dem "irgendwann" bin ich jahrelang hängengeblieben. Letztendlich ist es jedoch meiner Tochter gelungen, den Stein ins Rollen zu bringen, da sie sich vorgenommen hatte, ein Buch zu illustrieren. Meine Aufgabe bestand nun also darin, schleunigst eines zu schreiben.

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Antwort: Ich war überrascht, wie positiv meine erwachsenen Leser auf die Geschichten von Pablo und Sam reagiert haben, da ich es ja selbst als Kinderbuch gesehen habe. Ein älterer Herr erschien sogar dreimal hintereinander an meiner Arbeitsstelle, um Bücher nachzukaufen, die er an seine Freunde in halb Österreich verschenkte.

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Frage: Werden weitere Bücher von Ihnen folgen?

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Antwort: Ich wünsche mir, dass mir das Schreiben in 20 Jahren noch genauso viel Spaß machen wird wie jetzt und dass mir die Ideen für meine Bücher nie ausgehen werden.

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Frage: Wie kommt Ihr Buch bei den Lesern/innen an?

Antwort: Ich war überrascht, wie positiv meine erwachsenen Leser auf die Geschichten von Pablo und Sam reagiert haben, da ich es ja selbst als Kinderbuch gesehen habe. Ein älterer Herr erschien sogar dreimal hintereinander an meiner Arbeitsstelle, um Bücher nachzukaufen, die er an seine Freunde in halb Österreich verschenkte.

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Frage: Wie geht es den tierischen Helden Ihres Buches momentan?

Antwort: Sie sind etwas älter und "reifer" geworden, haben ihre Köpfe aber immer noch genauso voller Dummheiten wie eh und je.

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Frage: Werden weitere Bücher von Ihnen folgen?

Antwort: Nun, da ich auf den „Geschmack" gekommen bin, werden sicherlich weitere Bücher folgen. Der zweite Band von "Pablo und Sam" ist nahezu fertiggestellt. Darüberhinaus plane ich im Augenblick ein Mentaltrainingsbuch für Kinder.

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Frage: Wo kann man im Internet etwas über Sie lesen?

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Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Antwort: Ich wünsche mir, dass mir das Schreiben in 20 Jahren noch genauso viel Spaß machen wird wie jetzt und dass mir die Ideen für meine Bücher nie ausgehen werden.

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Bestellungen des Buches "Pablo und Sam" bei "Libri"
http://www.libri.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=fdc-mfd1ij3s9w1.www13?searchString=Pablo+und+Sam

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Video: "GLOBAL 3000 | Fragebogen: Damian Brett in Boden, Schweden"
Samstag, 09. August 2008, 11:32:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "GLOBAL 3000 | Fragebogen: Damian Brett in Boden, Schweden" von "deutschewelle" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=tyX2HSinpHA

Beschreibung des Videoclips:

Damian Brett ist Geologe und sucht für ein Bergwerksunternehmen nach Bodenschätzen. Er profiert von der Globalisierung und hofft, in Zukunft noch an vielen Orten in der Welt arbeiten zu können.


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Samstag, 09. August 2008, 11:32:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


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http://de.youtube.com/watch?v=tyX2HSinpHA

Beschreibung des Videoclips:

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http://de.youtube.com/watch?v=tyX2HSinpHA

Beschreibung des Videoclips:

Damian Brett ist Geologe und sucht für ein Bergwerksunternehmen nach Bodenschätzen. Er profiert von der Globalisierung und hofft, in Zukunft noch an vielen Orten in der Welt arbeiten zu können.


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Samstag, 09. August 2008, 11:32:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "GLOBAL 3000 | Fragebogen: Damian Brett in Boden, Schweden" von "deutschewelle" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=tyX2HSinpHA

Beschreibung des Videoclips:

Damian Brett ist Geologe und sucht für ein Bergwerksunternehmen nach Bodenschätzen. Er profiert von der Globalisierung und hofft, in Zukunft noch an vielen Orten in der Welt arbeiten zu können.


Komponist Franz Jüttner: Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben
Donnerstag, 07. August 2008, 19:37:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Komponisten Franz Jüttner aus Mauer bei Heidelberg, der auf Videoplattformen sehens- und hörenswerte Videos mit selbst komponierter Musik präsentiert. Sein Kanal bei „Sevenload“ beispielsweise ist unter der Adresse http://de.sevenload.com/mitglieder/juettnermusic im Internet zu finden.

*

Frage: Herr Jüttner, seit wann komponieren Sie Musik?

Antwort: Seit 1954, also seit meinem 5. Lebensjahr.

*

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Musik zu komponieren?

Antwort: Das konnte ich eigentlich schon immer, seitdem ich denken kann.

*

Frage: Ist das Komponieren Ihr Hobby oder Ihr Beruf?

Antwort: Eigentlich mehr Hobby, aber seit 10 Jahren auch irgendwie Beruf.

*

Frage: Welchem Genre kann man Ihre Kompositionen zuordnen?

Antwort: Da bin ich nicht festgelegt. Komme ursprünglich aus der Klassik, später in den 60-ern und 70-ern kamen noch Rockmusik und Jazz dazu. Ich liebe es, Filme musikalisch mit meinen Inspirationen zu unterlegen. Wichtig für mich ist es, dass man meine Musik erkennt, dass diese von mir ist. Dies ist mir bisher sehr gut gelungen. Viele Leute erkennen meine Musik bereits nach wenigen Takten.

*









Lustige Videos – Gratis Fun Video – Deine funny Videos bei Clipfish

Video: "Das Universum - Eine Reise durch das All" von Franz Jüttner bei "Clipfish"

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Frage: Unter welchen Internetadressen kann man Kompositionen von Ihnen hören?

Antwort: Hauptsächlich bei http://www.clipfish.de/user/franzcomposingart dort kann man Musik auch extra uploaden. Und natürlich in einigen Videoportalen wie "Myvideo", "Myspace" oder "Sevenload" etc.

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Frage: Auf der Videoplattform „Sevenload“ kann man bereits fast 50 Clips mit Musik von Ihnen hören und sehen, wird es in diesem Tempo weitergehen?

Antwort: Werden wohl noch mehr werden. Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben!

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Frage: Welche Ihrer Kompositionen, die man im Internet hören kann, gefällt Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: Eigentlich gefallen mir alle gleich gut. Die Beurteilung meiner Musik überlasse ich den Hörern.

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Frage: Welche Reaktionen gibt es zu Ihren musikalischen Kostproben im Internet?

Antwort: Die Mehrheit ist positiv eingestellt. Einige weinige Hörer mögen’s halt nicht so sehr.

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Frage: Worüber freut sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn den Menschen seine Kompositionen gefallen.

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Frage: Worüber ärgert sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn ungerecht beurteilt wird, also ohne Sachverstand.

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Frage: Produzieren Sie auch Kompositionen oder Videoclips auf Bestellung?

Antwort: Zur Zeit nein. Überlege aber, dies möglich zu machen.

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Frage: Kann sich ein Normalverdiener eine Komposition von Ihnen leisten?

Antwort: Leider nein, da der Aufwand ganz einfach zu groß ist. Auch wenn es einfach aussieht.


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Frage: Sie leben in Mauer bei Heidelberg, dem weltberühmten Fundort des Homo heidelbergensis, der vor rund 600.000 Jahren existierte – was hat Sie bewogen, diesem Vorfahren Videos mit Musik zu widmen?

Antwort: Weil’s noch keine Musik dazu gab, und ich durch den Besuch des Museums inspiriert wurde. Außerdem befasse ich mich seit über 26 Jahren mit diesem Thema.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Pass auf meine lieben Freunde auf dieser Welt auf!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Komponist Franz Jüttner: Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben
Donnerstag, 07. August 2008, 19:37:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Komponisten Franz Jüttner aus Mauer bei Heidelberg, der auf Videoplattformen sehens- und hörenswerte Videos mit selbst komponierter Musik präsentiert. Sein Kanal bei „Sevenload“ beispielsweise ist unter der Adresse http://de.sevenload.com/mitglieder/juettnermusic im Internet zu finden.

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Frage: Herr Jüttner, seit wann komponieren Sie Musik?

Antwort: Seit 1954, also seit meinem 5. Lebensjahr.

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Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Musik zu komponieren?

Antwort: Das konnte ich eigentlich schon immer, seitdem ich denken kann.

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Frage: Ist das Komponieren Ihr Hobby oder Ihr Beruf?

Antwort: Eigentlich mehr Hobby, aber seit 10 Jahren auch irgendwie Beruf.

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Frage: Welchem Genre kann man Ihre Kompositionen zuordnen?

Antwort: Da bin ich nicht festgelegt. Komme ursprünglich aus der Klassik, später in den 60-ern und 70-ern kamen noch Rockmusik und Jazz dazu. Ich liebe es, Filme musikalisch mit meinen Inspirationen zu unterlegen. Wichtig für mich ist es, dass man meine Musik erkennt, dass diese von mir ist. Dies ist mir bisher sehr gut gelungen. Viele Leute erkennen meine Musik bereits nach wenigen Takten.

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Frage: Unter welchen Internetadressen kann man Kompositionen von Ihnen hören?

Antwort: Hauptsächlich bei http://www.clipfish.de/user/franzcomposingart dort kann man Musik auch extra uploaden. Und natürlich in einigen Videoportalen wie "Myvideo", "Myspace" oder "Sevenload" etc.

*

Frage: Auf der Videoplattform „Sevenload“ kann man bereits fast 50 Clips mit Musik von Ihnen hören und sehen, wird es in diesem Tempo weitergehen?

Antwort: Werden wohl noch mehr werden. Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben!

*

Frage: Welche Ihrer Kompositionen, die man im Internet hören kann, gefällt Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: Eigentlich gefallen mir alle gleich gut. Die Beurteilung meiner Musik überlasse ich den Hörern.

*

Frage: Welche Reaktionen gibt es zu Ihren musikalischen Kostproben im Internet?

Antwort: Die Mehrheit ist positiv eingestellt. Einige weinige Hörer mögen’s halt nicht so sehr.

*

Frage: Worüber freut sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn den Menschen seine Kompositionen gefallen.

*

Frage: Worüber ärgert sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn ungerecht beurteilt wird, also ohne Sachverstand.

*

Frage: Produzieren Sie auch Kompositionen oder Videoclips auf Bestellung?

Antwort: Zur Zeit nein. Überlege aber, dies möglich zu machen.

*

Frage: Kann sich ein Normalverdiener eine Komposition von Ihnen leisten?

Antwort: Leider nein, da der Aufwand ganz einfach zu groß ist. Auch wenn es einfach aussieht.


*

Frage: Sie leben in Mauer bei Heidelberg, dem weltberühmten Fundort des Homo heidelbergensis, der vor rund 600.000 Jahren existierte – was hat Sie bewogen, diesem Vorfahren Videos mit Musik zu widmen?

Antwort: Weil’s noch keine Musik dazu gab, und ich durch den Besuch des Museums inspiriert wurde. Außerdem befasse ich mich seit über 26 Jahren mit diesem Thema.

*

Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Pass auf meine lieben Freunde auf dieser Welt auf!

*

Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Komponist Franz Jüttner: Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben
Donnerstag, 07. August 2008, 19:37:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Komponisten Franz Jüttner aus Mauer bei Heidelberg, der auf Videoplattformen sehens- und hörenswerte Videos mit selbst komponierter Musik präsentiert. Sein Kanal bei „Sevenload“ beispielsweise ist unter der Adresse http://de.sevenload.com/mitglieder/juettnermusic im Internet zu finden.

*

Frage: Herr Jüttner, seit wann komponieren Sie Musik?

Antwort: Seit 1954, also seit meinem 5. Lebensjahr.

*

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Musik zu komponieren?

Antwort: Das konnte ich eigentlich schon immer, seitdem ich denken kann.

*

Frage: Ist das Komponieren Ihr Hobby oder Ihr Beruf?

Antwort: Eigentlich mehr Hobby, aber seit 10 Jahren auch irgendwie Beruf.

*

Frage: Welchem Genre kann man Ihre Kompositionen zuordnen?

Antwort: Da bin ich nicht festgelegt. Komme ursprünglich aus der Klassik, später in den 60-ern und 70-ern kamen noch Rockmusik und Jazz dazu. Ich liebe es, Filme musikalisch mit meinen Inspirationen zu unterlegen. Wichtig für mich ist es, dass man meine Musik erkennt, dass diese von mir ist. Dies ist mir bisher sehr gut gelungen. Viele Leute erkennen meine Musik bereits nach wenigen Takten.

*









Lustige Videos – Gratis Fun Video – Deine funny Videos bei Clipfish

Video: "Das Universum - Eine Reise durch das All" von Franz Jüttner bei "Clipfish"

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Frage: Unter welchen Internetadressen kann man Kompositionen von Ihnen hören?

Antwort: Hauptsächlich bei http://www.clipfish.de/user/franzcomposingart dort kann man Musik auch extra uploaden. Und natürlich in einigen Videoportalen wie "Myvideo", "Myspace" oder "Sevenload" etc.

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Frage: Auf der Videoplattform „Sevenload“ kann man bereits fast 50 Clips mit Musik von Ihnen hören und sehen, wird es in diesem Tempo weitergehen?

Antwort: Werden wohl noch mehr werden. Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben!

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Frage: Welche Ihrer Kompositionen, die man im Internet hören kann, gefällt Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: Eigentlich gefallen mir alle gleich gut. Die Beurteilung meiner Musik überlasse ich den Hörern.

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Frage: Welche Reaktionen gibt es zu Ihren musikalischen Kostproben im Internet?

Antwort: Die Mehrheit ist positiv eingestellt. Einige weinige Hörer mögen’s halt nicht so sehr.

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Frage: Worüber freut sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn den Menschen seine Kompositionen gefallen.

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Frage: Worüber ärgert sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn ungerecht beurteilt wird, also ohne Sachverstand.

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Frage: Produzieren Sie auch Kompositionen oder Videoclips auf Bestellung?

Antwort: Zur Zeit nein. Überlege aber, dies möglich zu machen.

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Frage: Kann sich ein Normalverdiener eine Komposition von Ihnen leisten?

Antwort: Leider nein, da der Aufwand ganz einfach zu groß ist. Auch wenn es einfach aussieht.


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Frage: Sie leben in Mauer bei Heidelberg, dem weltberühmten Fundort des Homo heidelbergensis, der vor rund 600.000 Jahren existierte – was hat Sie bewogen, diesem Vorfahren Videos mit Musik zu widmen?

Antwort: Weil’s noch keine Musik dazu gab, und ich durch den Besuch des Museums inspiriert wurde. Außerdem befasse ich mich seit über 26 Jahren mit diesem Thema.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Pass auf meine lieben Freunde auf dieser Welt auf!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Komponist Franz Jüttner: Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben
Donnerstag, 07. August 2008, 19:37:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit dem Komponisten Franz Jüttner aus Mauer bei Heidelberg, der auf Videoplattformen sehens- und hörenswerte Videos mit selbst komponierter Musik präsentiert. Sein Kanal bei „Sevenload“ beispielsweise ist unter der Adresse http://de.sevenload.com/mitglieder/juettnermusic im Internet zu finden.

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Frage: Herr Jüttner, seit wann komponieren Sie Musik?

Antwort: Seit 1954, also seit meinem 5. Lebensjahr.

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Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, Musik zu komponieren?

Antwort: Das konnte ich eigentlich schon immer, seitdem ich denken kann.

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Frage: Ist das Komponieren Ihr Hobby oder Ihr Beruf?

Antwort: Eigentlich mehr Hobby, aber seit 10 Jahren auch irgendwie Beruf.

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Frage: Welchem Genre kann man Ihre Kompositionen zuordnen?

Antwort: Da bin ich nicht festgelegt. Komme ursprünglich aus der Klassik, später in den 60-ern und 70-ern kamen noch Rockmusik und Jazz dazu. Ich liebe es, Filme musikalisch mit meinen Inspirationen zu unterlegen. Wichtig für mich ist es, dass man meine Musik erkennt, dass diese von mir ist. Dies ist mir bisher sehr gut gelungen. Viele Leute erkennen meine Musik bereits nach wenigen Takten.

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Lustige Videos – Gratis Fun Video – Deine funny Videos bei Clipfish

Video: "Das Universum - Eine Reise durch das All" von Franz Jüttner bei "Clipfish"

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Frage: Auf der Videoplattform „Sevenload“ kann man bereits fast 50 Clips mit Musik von Ihnen hören und sehen, wird es in diesem Tempo weitergehen?

Antwort: Werden wohl noch mehr werden. Meine Ideen reichen noch für ein langes Leben!

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Frage: Welche Ihrer Kompositionen, die man im Internet hören kann, gefällt Ihnen selbst am besten und warum?

Antwort: Eigentlich gefallen mir alle gleich gut. Die Beurteilung meiner Musik überlasse ich den Hörern.

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Frage: Welche Reaktionen gibt es zu Ihren musikalischen Kostproben im Internet?

Antwort: Die Mehrheit ist positiv eingestellt. Einige weinige Hörer mögen’s halt nicht so sehr.

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Frage: Worüber freut sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn den Menschen seine Kompositionen gefallen.

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Frage: Worüber ärgert sich ein Komponist wie Sie besonders?

Antwort: Wenn ungerecht beurteilt wird, also ohne Sachverstand.

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Frage: Produzieren Sie auch Kompositionen oder Videoclips auf Bestellung?

Antwort: Zur Zeit nein. Überlege aber, dies möglich zu machen.

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Frage: Kann sich ein Normalverdiener eine Komposition von Ihnen leisten?

Antwort: Leider nein, da der Aufwand ganz einfach zu groß ist. Auch wenn es einfach aussieht.


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Frage: Sie leben in Mauer bei Heidelberg, dem weltberühmten Fundort des Homo heidelbergensis, der vor rund 600.000 Jahren existierte – was hat Sie bewogen, diesem Vorfahren Videos mit Musik zu widmen?

Antwort: Weil’s noch keine Musik dazu gab, und ich durch den Besuch des Museums inspiriert wurde. Außerdem befasse ich mich seit über 26 Jahren mit diesem Thema.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einen Wunsch erfüllen könnte, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Pass auf meine lieben Freunde auf dieser Welt auf!

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Interview mit dem Astronauten Thomas Reiter
Montag, 04. August 2008, 21:29:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Journal Interview | Thomas Reiter, Astronaut" von "deutschewelle" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=ai9JpzbKPPc

Beschreibung des Videoclips:

Aufbruch ins All: Muss Europa sich stärker in der Raumfahrt engagieren?


Interview mit dem Astronauten Thomas Reiter
Montag, 04. August 2008, 21:29:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Journal Interview | Thomas Reiter, Astronaut" von "deutschewelle" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=ai9JpzbKPPc

Beschreibung des Videoclips:

Aufbruch ins All: Muss Europa sich stärker in der Raumfahrt engagieren?


Interview mit dem Astronauten Thomas Reiter
Montag, 04. August 2008, 21:29:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Journal Interview | Thomas Reiter, Astronaut" von "deutschewelle" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=ai9JpzbKPPc

Beschreibung des Videoclips:

Aufbruch ins All: Muss Europa sich stärker in der Raumfahrt engagieren?


Interview mit dem Astronauten Thomas Reiter
Montag, 04. August 2008, 21:29:00  | noreply@blogger.com (Impressum)


Video: "Journal Interview | Thomas Reiter, Astronaut" von "deutschewelle" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=ai9JpzbKPPc

Beschreibung des Videoclips:

Aufbruch ins All: Muss Europa sich stärker in der Raumfahrt engagieren?


Wie die Ideen für den Kanal "Genderforschung" geboren wurde
Dienstag, 22. Juli 2008, 12:02:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit „Genderforschung“, einem sehenswerten Kanal auf der Videoplattform „Youtube“, der in Österreich gegründet wurde und unter der Adresse http://de.youtube.com/user/Genderforschung im Internet zu finden ist

*

Frage: Was hat Sie bewogen, am 7. April 2008 den Kanal „Genderforschung“ bei „Youtube“ zu starten?

Antwort: Eine Erbschaftssache.

2001 musste ich für den Nachlaßverwalter den Verbleib einiger meiner Verwandten eruieren, die als Erben in Frage kamen. Es handelte sich um im letzten Krieg gefallene oder vermisst gemeldete, die nicht für tot erklärt wurden.

Da wir eine große Familie sind, lag es nahe auch gleich den Familienstammbaum unserer Kinder mit aufzunehmen. Das führte mich unter Anderem ins Österreichische Staats- und Kriegsarchiv wo die Akten der Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges aufbewahrt werden. Da man als Wiener auch böhmische Vorfahren zu haben hat, ging es auch ins Bundesarchiv nach Berlin das die Unterlagen der Volksdeutschen führt.

Dabei musste ich feststellen, dass die gesuchten weiblichen Verwandten gar nicht so einfach zu finden und meist nur aus den Militärunterlagen ihrer Männer ersichtlich waren. Zu dieser genealogischen Zusammenfassung unserer Familie sind dann im Laufe der Jahre allgemeine Fragen gesellschaftlicher Natur hinzugekommen die sich dadurch ausdrücken, wie denn die Zukunft unserer Töchter und Söhne aus Sicht ihres Geschlechts aussieht, wenn die simple Abwicklung einer Erbschaft fast nur über die Geschichte von Männern führt die unfreiwillig in Kriegen ums Leben kamen.

Ernst, gefallen bei Zawysoka im Juni 1941, Kopfschuss; Stefan, vermisst in der Ukraine im Juli 1943, Witwe Irmgard, verstorben 2001; Rudolf, vermisst 6 km nördlich von Boromlja im August 1943. So liest sich einer der Äste des Familienstammbaumes in den Akten in dem eine Familie binnen kurzem alle ihre Kinder verloren hatte.

Dieser letzte Krieg ist nun mehr als 60 Jahre vorüber. Man glaubt aber nicht, wie er die Familien und die Gesellschaft bis heute geschlechtsspezifisch und demographisch beeinflusst. Wolfgang Schmidbauers Buch „Ich wusste nie, was mit Vater ist“ hat mich dann auch die Familiengeschichten einiger überlebender verwandter Männer verstehen lassen. Mein Vater war zu jung, um in den Krieg ziehen zu müssen. Aber der Vater, dem man alle Buben weggeschossen hatte, dessen Bruder, der nach dem Krieg Lehrer wurde und durch seine Veröffentlichungen einige Generationen von Schülern und Lehrern beeinflusst hatte, die zahlreichen Großonkel und -tanten die mit Rat und Tat zur Seite standen, sie alle hatten etwas zu erzählen.

Als mein jüngster Sohn Anfang 2008 einige seiner Videos auf YouTube stellte wurde ich auch neugierig und merkte gleichzeitig, dass ich alt werde weil er dieses Medium vor mir entdeckt hatte.

*

Frage: Verfolgen Sie mit Ihrem Kanal, der letztlich ein Internetfernsehsender ist, bestimmte Ziele?

Antwort: Vornweg: Ich benutze YouTube als Vademekum für andere Internetauftritte und Anfragen Dritter. Im Mittelpunkt steht also nicht der Kanal, sondern der einzelne Beitrag wodurch eine auf den ersten Blick inhomogene Zusammenstellung auffallen kann.

Ziel? In Zeiten modischer Wortschöpfungen wie „Gender-Budgeting“ macht man sich als Eltern Gedanken darüber, ob die Leistungen der Gesellschaft zwischen den Geschlechtern auch angemessen verteilt sind. Fakt ist, dass unsere Söhne auf Grund ihres Geschlechts deutlich höheren gesetzlichen, und darauf aufbauenden sozialen Nachteilen ausgesetzt sind als unsere Töchter. Trotz (angeblicher) gesetzlicher Gleichstellung.

Während der Zusammenstellung des Familienstammbaumes habe ich den Versuch gestartet, ob ein einzelner anonymer Internetnutzer mit den dort angebotenen Mitteln die Möglichkeit hätte, gesellschaftliche Änderungen herbeizuführen ohne öffentlich aufzutreten. Der Grund für dieses Vorgehen war, dass kaum jemand realisiert, dass die Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen den Geschlechtern eine deutliche Schieflage zu Ungunsten der Männer aufweist und dass nicht gerne gehört wird.

Diese Schieflage wird dadurch begründet, dass Frauen weniger verdienen, angeblich unbezahlte Hausarbeit leisten müssen, Kinder betreuen, angeblich öfter Opfer von Gewalttaten werden, 52 Prozent der Bevölkerung stellen, aber kaum in Führungspositionen anzutreffen wären, keine Macht hätten, weniger Pension (Rente) bekommen.…

Eine Liste, die einer näheren Betrachtung allerdings nicht standhält.

Dem gegenüber waren es ausgerechnet Männer, die so gar nichts damit anfangen konnten, dass sie um 7 Jahre früher sterben, 5 Jahre später in Pension (Rente) gehen dürfen, drei Viertel aller Opfer von Gewalttaten stellen, für die Allgemeinheit Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten haben – und dadurch im Ernstfall auch zu den Todesopfern zählen, auf Grund der höheren Kilometerleistung im Berufsverkehr auch einem höherem Risiko ausgesetzt sind zu verunfallen, nahezu alleine die gefährlichen Berufe ausüben, im Schnitt 500 Stunden pro Jahr mehr Erwerbsarbeit leisten müssen, dreimal häufiger Selbstmord begehen und dass 52 Prozent der Neugeborenen männlich sind.

Der deutliche Überhang der Frauen mit 52 Prozent der Bevölkerung klärte sich 2006, als die Statistik Austria endlich auch öffentlich den Grund dafür bekanntgab: Die Toten der beiden Weltkriege. Auf Grund der Wehrpflicht starben wesentlich mehr Männer als Frauen. Insgesamt gelten 247.000 männliche Österreicher als gefallen oder vermisst. Mit einem Ausgleich des Geschlechterverhältnisses wird mit 2030 gerechnet, 85 Jahre nach dem Ende des letzten Krieges.

Wenn Zeit war, habe ich also im Laufe der Jahre gegenüber Medien und in Online-Foren auf die Nachteile eines Männerlebens hingewiesen, meist in humorvoller Weise. Und tatsächlich, nachdem die üblichen Bezichtigungen, als Mann sei man doch ohnehin nur ein Vergewaltiger, Kinderschänder und Frauenschläger nicht ankamen, begannen sich auch andere mit der Materie auseinanderzusetzen und die Diskussionen wurden konstruktiver.

YouTube ist nun eine weitere Möglichkeit diese Themen einem größeren Publikum näher zu bringen.

*

Frage: Gibt es Reaktionen die auf Ihren YouTube-Auftritt zurückzuführen sind?

Antwort: Ende 2007 hat man mir den Tipp gegeben, dass am 17. Jänner 2008 im Parlament eine Veranstaltung zum Thema Trennungsopfer stattfände, ebenfalls eine Männer benachteiligende Thematik. Bei etwa 19.000 Scheidungen pro Jahr werden in etwa 85 Prozent der Fälle die Kinder den Müttern zugesprochen und fallen 4000-4500 Besuchsrechtverfahren an, bei denen meist Männer versuchen den Anschluss an ihre Kinder nicht zu verlieren.

Schönheitsfehler der Veranstaltung war, dass sie durch die FPÖ organisiert wurde die nicht den besten Ruf genießt. Andererseits hört man von anderen Parteien so gar nichts zu diesem Thema das bei mittlerweile 50 Prozent Scheidungsrate nicht zu vernachlässigen ist und auch meine Kinder und Enkelkinder treffen könnte. Kein Wunder, fürchten alle Parteien um die Stimmen der Frauen wenn dieses Monopol auf die gemeinsamen Kinder fallen würde.

Am 3. Jänner 2008 erschien ein Artikel von Gerhard Amendt im Standard “Was Doris Bures den Vätern zu Weihnachten bescherte“ (schnell im Archiv gelandet), der auf das Plakat „Verliebt. Verlobt. Verprügelt.“ der damaligen Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) hinwies.

Ich habe dann beschlossen mein Experiment zu erweitern, kurz einen Teil der Anonymität aufgegeben und das Plakat bestellt. Auf diesem sind Mutter und Kind in Schutzanzügen, der Vater sinngemäß als Täter dargestellt. Faktisch wird aber auch dem dargestellten Buben schon die Täterrolle von morgen zugewiesen was mir gar nicht recht war.

Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung auf der auch viele Großeltern väterlicherseits anwesend waren, die ihre Enkelkinder nicht sehen durften weil der Vater sie nicht sehen durfte, habe ich kurz das Wort ergriffen, das Plakat präsentiert und angeregt, dieses bei den zuständigen Stellen zu hinterfragen.

Ab diesem Zeitpunkt merkte man dann auch einen deutlich Umschwung in den Online-Foren, wenn es um das Thema Gender Mainstreaming ging.

Einige Tage später ist dann die ÖVP aufmerksam geworden und hat eine parlamentarische Anfrage an das Frauenministerium gestellt, was denn diese Aktion den Steuerzahler kosten würde.

Am 6. Juni 2008 hielt der Abgeordnete Klement eine Rede zum Genderwahn, in der er der Frauenministerin nahelegte, sich bei den österreichischen Männern für dieses Plakat zu entschuldigen. Dieses YouTube-Video hat im deutschsprachigen Europa für Aufsehen gesorgt und wurde in zahlreichen Medien erwähnt.

12 Tage später trat die Frauenministerin ab was kein Wunder war, hatte sie doch die wichtigste Wählergruppe, die des Netto-Steuerzahlers Mann, pauschal als Gewalttäter bezichtigt. Die neue Frauenministerin Heidrun Silhavy ist in ihren Äußerungen zum Thema Gender Mainstreaming schon wesentlich vorsichtiger: „Man müsse [dabei] aber aufpassen, dass nicht eine Anti-Diskriminierungsmaßnahme andere Diskriminierungen zu Folge hätte“.

*

Frage: Videoplattformen wie „Youtube“ gibt es noch nicht sehr lange, bedauern Sie dies sehr?

Antwort: Jeder Zeit ihr Medium.

Was früher durch Postreiter, in Gesprächen, Briefen, Artikel, Büchern, Demonstrationen oder sonstigen denk- und undenkbaren Maßnahmen einer Öffentlichkeit kundgetan wurde, kann heute dank moderner Technik vom Schreibtisch oder aus der Badewanne erfolgen.

Als Kind des Computerzeitalters bin ich mit Steve Jobs, Bill Gates, DOS, UNIX, HTTP und Windows aufgewachsen. Jede Epoche war für sich bahnbrechend und brachte neue Möglichkeiten der Kommunikation. Heute sind On-Line-Foren modern in denen ein Link auf Artikel, der Argumente be- oder widerlegt, nun auch durch bewegte Bilder mit Ton erweitert wird was die gesellschaftliche Akzeptanz nahezu aller Schichten trifft. Ein durchwachsenes Programmangebot ist dabei auch sehr hilfreich.

Knigge meinte: „Man soll nie vergessen, dass die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will.“

*

Frage: Sie möchten anonym bleiben, wofür es im Internet gute Gründe gibt – ist es auch ein Betriebsgeheimnis, ob Sie im Medienbereich aktiv sind?

Antwort: Nein, ich bin nicht im Medienbereich tätig, ich arbeite in einem technischen Beruf. Die Beschäftigung mit dem Thema „Gender Mainstreaming“ hat aber gezeigt, dass dieses hochgradig emotional besetzt ist und sich Anonymität dort lohnt, wo versucht wird die Familie zu treffen um den eigenen Argumenten mehr Gewicht zu verleihen. Da lohnt sich Anonymität allemal weil es die ohnehin schriftliche Kommunikation abkürzt wenn man Untergriffe ignoriert.

*

Frage: Gestalten Sie Ihren Kanal ganz alleine?

Antwort: Ja. Es ist ein privater Versuch, ein Experiment das über einen längeren Zeitraum angelegt ist.

*

Frage: Wünschen sich Ihre Zuschauer/innen, dass bestimmte Themen aufgegriffen werden?

Antwort: Definitiv ja. Ich werde oft auf Artikel, Fernsehsendungen, Filme oder Pressekonferenzen hingewiesen. Soweit es meine Zeit zulässt sammle ich die Beiträge selbst oder lasse sie mir zusenden.

Auf der letzten Pressekonferenz der Frauenministerin Silhavy mit der Wiener Frauenstadträtin Frauenberger konnte ich mich davon überzeugen, dass die seit mehreren Jahren On-Line vorgebrachten Forderungen, Frauen endlich in die Hochlohnberufe zu „bringen“, um auch den Männern ein paar Jahre Kindererziehung daheim zu ermöglichen, einen weiteren Schritt vorankam. Das Problem ist, dass Frauen gerne Berufe wie Verkäuferin, Friseurin oder Sekretärin erlernen bzw. geisteswissenschaftliche Studien absolvieren, Männer meisten die aufwendigeren aber wesentlich besser bezahlten technischen Berufe bzw. das Studium der Technik oder Montanistik ergreifen.

Dadurch entsteht die berühmte Gehaltsschere die gerne vorgeschoben wird um Männern mehr Leistung und Mittel abzuverlangen. Auch das Thema der angeblich unbezahlten Hausarbeit wurde an mich herangetragen. Ein Video zur Väterkonferenz 2008 gibt es leider nicht, den Vortrag wo diese Behauptung aufgestellt wurde hätte ich gerne in der Sammlung.

Die Thematiken und die Reaktionen zeigen mir immer deutlicher, dass es zu einer Verschiebung der Verteilung von Rechten und Pflichten kommen muss um tatsächlich Gleichberechtigung für alle durchzusetzen. Damit wenigsten unsere Kinder und Enkelkinder davon profitieren können.

*



Video: „Frauen gehören hinter den Schreibtisch“

Frage: Manche Filmbeiträge bei „Genderforschung“ über die Rolle von Frauen und Männern sind von Ironie geprägt – kommt diese beim Publikum immer gut an?

Antwort: Grundsätzlich ist es so, dass die Beiträge mehr über externe Links aufgerufen werden und dort zur Untermauerung von Pro und Contra dienen. Sie sind also nicht primär als „Selbstzweck YouTube“ zu sehen sondern als Zusatzinformation in externen Diskussionen oder Artikel, meist in Foren größerer Zeitungen.

Beliebtes Thema dort ist oft, dass sich Väter angeblich hinterlistig um die Karenzzeit bei den Kindern drücken würden. Der Beitrag „Frauen gehören hinter den Schreibtisch“ wird argumentativ dafür verwendet, mit einem Augenzwinkern zu zeigen was passieren kann wenn Männer bei den Kindern daheimbleiben dürften und die Frauen die Brötchen verdienen müssten. Allerdings sind Männer betrieblich von denselben Folgen der Karenz betroffen die Frauen gerne für sich exklusiv in Anspruch nehmen. Mittlerweile versucht schon die Stadt Wien einen Vater zu kündigen der Karenz angemeldet hatte.

Eine unserer bekannteren Zeitungen leistet sich ein Internetportal für Frauen und vergibt dort so genannte „Zitronen“ für Themen, die von einer ausschließlich weiblich besetzten Redaktion ausgewählt werden. Von dieser wird oft die einseitige Darstellung der Frau in der Werbung bemängelt woraus sich mittlerweile unterhaltsame Diskussionen ergeben die durch Clips wie Otto, find ich gut, Grüne Wohngemeinschaft oder, wo Fakten durch Gefühle verdeckt werden sollen, mit Videos wie Mystisches – Horoskope unterlegt werden.

Sollten Beiträge im Gesamtzusammenhang als ironisch empfunden werde so wäre das nicht beabsichtigt. Aber in Asien meint man „Der Witz ist das Loch aus dem die Wahrheit pfeift“. Solche Beiträge solle das Programm vervollständigen.

*

Frage: Ein Phänomen der heutigen Zeit ist, dass es wenig Macher, aber viele Kritiker gibt – hatten Sie bereits mit übereifrigen Kritikern/innen zu tun?

Antwort: Natürlich. Ich würde sie aber nicht übereifrig nennen. Wie bereits erwähnt, ist dieses Thema ausgesprochen emotional besetzt weil es sich entgegen langjähriger Praxis mit einseitiger Benachteiligung beschäftigt. Mit der des angeblich so starken Geschlechts.

Hier beginnen sich Grenzen aufzulösen die bisher als unüberwindbare Bollwerke gegolten hatten. Die Schweizer Sozialdemokratinnen haben am 12. Juni 2008 auf Anraten einer NGO im Parlament die Anfrage „Geld ist geruchlos. Wirklich?“ gestellt, ob denn die Steuergelder auch gerecht zwischen Mann und Frau verteilt würden.

Im Kern wurde die Anfrage damit beantwortet, dass über Transferleistungen täglich 50 Millionen Franken Steuerleistungen von den Männern zu Frauen fließen. Der letzte Satz des Weltwoche-Artikels „Ein feminines Eigentor“ spiegelt das ganze Dilemma wieder, warum auch Reaktionen von Frauen oft auf tiefstes Niveau sinken: „Nur wer profitiert, kann verlieren.“

So ist auch die Rede der Abgeordneten Weinzinger (Grüne) verständlich, die in Reaktion zur Genderwahn-Rede des Abgeordneten Klement (FPÖ), gar nicht so cool, auf Grund des Geschlechts Vorstands- und Abgeordnetenposten durch Quote verlangte. Klement bemerkte einige Tage später in einer Rede zum Forschungs- und Technologiebericht, dass auf den Universitäten keine Forschungsapartheid herrsche und er noch keine Uni-Bänke gesehen hätte die nur für Männer bestimmt wären. Wer Technik studieren möchte könne dies unabhängig vom Geschlecht tun.

Sätze, die bisher nicht üblich waren. So etwas wird noch sehr heftig und unsachlich kritisiert, hat aber im Laufe der Jahre deutlich nachgelassen.

*

Frage: Einige der auf Ihrem Kanal präsentierten Filmbeiträge befassen sich mit den Schrecken des „Dritten Reiches“ und des „Zweiten Weltkrieges“ – gibt es darauf bereits Reaktionen?

Antwort: Diese Beiträge sind nicht wirklich von externen Reaktionen begleitet sondern mehr aus Reaktion entstanden.

Wie oben erwähnt, musste ich im Nachlassverfahren nach in den Kriegen gefallenen oder vermissten Verwandten suchen. Meine weiblichen Verwandten schilderten mir diese Zeit als schrecklich und wie sehr sie gelitten und Ängste ausgestanden hatten. Von ihren Männern hörte ich das kaum, die meisten von ihnen waren gefallen oder vermisst.

Solche Argumentation findet sich auch oft in Foren, wenn es um reflexartige Aufrechnung von Ängsten Überlebender gegen das Los Gefallener geht. Auch die Verantwortung für Kriegshandlungen wird fast immer auf ein Geschlecht projiziert.

Der Beitrag „SS-Maiden in Auschwitz“ entstand einerseits aus dieser einseitig geführten öffentlichen Diskussion, dass Männer Täter und Frauen Opfer zu sein haben und dem vehementen negieren von Mitschuld an Kriegshandlungen. Die in der Bildfolge gezeigten Frauen machen deutlich, dass geschlechtspezifisches Wissen über Kriegsverbrechen vorhanden war, bis zu den auch in heutigen Diskussionen gerne als sakrosankt genannten Krankenschwestern. Es gab also nicht nur „grobschlächtige“ Aufseherinnen die sich auf „Unschuld qua Geschlecht“ (Welt Online, 29. Dezember 2007) berufen konnten, sondern auch weibliches Personal im gehobenen administrativen Bereich. In Österreich wäre auch das weibliche medizinische Personal zu nennen, das im T4-Programm am Spiegelgrund den Kindern die Spritzen, die sogenannten „Speiberl“ verabreicht hatten.

In diesem Zusammenhang ist auch der Prim. Heinrich Gross von Interesse der von österreichischen Gerichten bis ins neue Jahrtausend gerne als Sachverständiger berufen wurde.

Der Clip Glückliches Leben nach dem Krieg entstand als Reaktion auf die unzulässige Aufrechnung von gefallenen und vermissten Männern mit überlebenden Frauen die noch viele Jahrzehnte leben durften. Kriegstraumen. Psychische Folgen von Kampfeinsätzen behandelt auch die lange totgeschwiegenen Ausfälle und Ängste von Männern auf Grund ständiger Bedrohung.

Sanitäter, Pazifisten, Wehrdienstverweigerer entstand aus der Diskussion, dass Männer zwar Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten hätten, die meisten Frauen aber trotz schleichendem Geburtenstreik und Pflegeproblematik durch ständig steigende Lebenserwartung selbst Hilfsdienste wie das Lenken von Rettungsautos als Zwang bezeichnen. Die Frauen die keinen Zivildienst leisten wollen könnten ihren Wehrdienst leisten. Nach 10 Jahren der Möglichkeit, dass Frauen zum Militär strömen tun das mit März 2008 gerade einmal 311 freiwillig, die Gefahr die Kasernen zu überlasten besteht also kaum.

Die USA im Zweiten Weltkrieg - 405.000 gefallene Männer weist darauf hin, dass die mit dem Zivildienst für Frauen verbundene Argumentation, den Wehrdienst durch ein Berufsheer zu ersetzen durch das Bespiel der USA ad absurdum geführt wird die, ohne sich im Krieg zu befinden, 1940 die Wehrpflicht einführte - nur für Männer.

Eine Beschreibung innerhalb der Clips erscheint mir nicht sinnvoll da diese auf möglichst viele externe Themen passen sollen.

*

Frage: Wissen Sie, ob Ihr Kanal mehr von Frauen oder mehr von Männern besucht wird?

Antwort: Etwas mehr als 25 Prozent der Besucher sind Frauen wobei man das natürlich nur über zum Zeitpunkt des Besuches eingeloggte YouTube-User sagen kann. Dieser Anteil ist auch bei den einzelnen Beiträgen zu beobachten.

Der Beitrag Kuckuckskinder zeigt mit 84 Prozent deutlich höheres Interesse durch Männer ab 40.

*

Frage: Werden die Filmbeiträge auch außerhalb des deutschsprachigen Gebietes angesehen?

Antwort: Im Wesentlichen kommen die Besucherinnen und Besucher aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die auch die Zielgruppen sind.

*

Frage: Haben bereits manche Medien über Ihren informativen Kanal berichtet?

Antwort: Der Kanal an sich hat sich nicht herumgesprochen und wird auch nicht beworben, es sind mehr die einzelnen Beiträge auf die, je nach externer Themenstellung, auch von Dritten verlinkt wird. Arne Hoffmann mit seinem genderama.blogspot.com ist einer derer, die auch außerhalb von Österreich für viele Besucher gesorgt haben.

*

Frage: Sie haben innerhalb eines Vierteljahres bereits mehr als 30 Filmbeiträge veröffentlicht – geht es in diesem flotten Tempo weiter?

Antwort: Seit die Möglichkeit besteht auf Festplattenrecordern aufzunehmen und dort direkt zu Schneiden oder mit digitalen Fotoapparaten schnell ein paar Fotos zu knipsen ist das Erstellen von Kurzbeiträgen auch von der Couch aus möglich. Viele Beiträge sind noch auf Festplatten oder DVDs gespeichert und warten darauf geschnitten zu werden.

*

Frage: Werden bei „Genderforschung“ noch weitere Themenbereiche hinzukommen?

Antwort: Zweifellos.

Die Thematik Trennungskinder dürfte in den nächsten Jahren deutlich öfter in den Medien präsent sein. Die österreichische Justizministerin hat ja am 10. Juli 2008 im Parlament unglaubliches vorgebracht, indem sie eingestand, dass gerade im sensiblen Familienbereich Richterinnen und Richter urteilen, die eigentlich zu jung und unerfahren sind und von den Abteilungen schnell wieder wegwollen. Jeder erfolgreiche Rekurs gegen einen Beschluss einer solchen Richterin oder eines solchen Richters senkt deren Chance von den ungeliebten Familienabteilungen wieder wegzukommen.

Damit lässt sich auch die häufige Beauftragung von Sachverständigen nachvollziehen, nach der Anfragebeantwortung etwa 2 Gutachten pro Fall. Die Nennung der Fälle die mit dem bekannten Gutachter Prof. Max Friedrich zu tun haben lassen nichts Gutes ahnen wenn dessen Arbeiten wegen fraglicher wissenschaftlicher Methoden aufgehoben werden. Auch dessen Forderung an die Gerichte einem Vater die Rechtsmittel einzuschränken dürften Merkmal eines Systemfehlers sein. Ein Aufrollen der Fälle des Prof. Friedrich würde unzählige Amtshaftungsverfahren nach sich ziehen, ist also eher unrealistisch. So dürfte auch die Forderung des Abgeordneten Fichtenbauer zu verstehen sein, dass Richterinnen und Richter eben innerhalb von 6 Monaten selbst entscheiden müssen was in den meisten Fällen wohl ausreichen würde; und eigentlich deren Job wäre.

Auch Gewalt in der Familie ist ein interessantes Thema das ins Portfolio passen würde. Der Kanal FuenfzigFuenfzig bietet da einiges an. Allerdings ist das auch ein heikles Thema, werden dort bizarre und unbemerkte Übergriffe von Müttern auf Kinder thematisiert. Auch ein Beitrag eines Besuchsrechtfalles ist dort zu finden bei dem ein Vater die Gutachterin wegen unwissenschaftlicher Methoden erfolgreich verklagt hatte um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs seines Kindes zu entkräften.

*

Frage: Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung Ihres Kanals zufrieden?

Antwort: Ich bin vielmehr überrascht. Überrascht, dass das Thema auf doch soviel Interesse stößt.

Ein Glücksfall war sicherlich, dass man mir das Video zum „Genderwahn“ zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn einige Äußerungen dieses Abgeordneten entbehrlich sind, so hat er doch etwas Außergewöhnliches auf den Weg gebracht und damit das Thema der deutlich einseitigen Verteilung der Steuergelder in der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee wichtige Wünsche für den Kanal „Genderforschung“ erfüllen würde, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Dass ich die Zeit finde die gesammelten Texte und Videos zusammenzufassen und in Schriftform zu veröffentlichen. Als Tribut an meine Familie und an meine Jugend, in der die Information noch aus Büchern kam.

Schließlich hat nicht jeder Mensch Zugang zu YouTube.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Wie die Ideen für den Kanal "Genderforschung" geboren wurde
Dienstag, 22. Juli 2008, 12:02:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit „Genderforschung“, einem sehenswerten Kanal auf der Videoplattform „Youtube“, der in Österreich gegründet wurde und unter der Adresse http://de.youtube.com/user/Genderforschung im Internet zu finden ist

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Frage: Was hat Sie bewogen, am 7. April 2008 den Kanal „Genderforschung“ bei „Youtube“ zu starten?

Antwort: Eine Erbschaftssache.

2001 musste ich für den Nachlaßverwalter den Verbleib einiger meiner Verwandten eruieren, die als Erben in Frage kamen. Es handelte sich um im letzten Krieg gefallene oder vermisst gemeldete, die nicht für tot erklärt wurden.

Da wir eine große Familie sind, lag es nahe auch gleich den Familienstammbaum unserer Kinder mit aufzunehmen. Das führte mich unter Anderem ins Österreichische Staats- und Kriegsarchiv wo die Akten der Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges aufbewahrt werden. Da man als Wiener auch böhmische Vorfahren zu haben hat, ging es auch ins Bundesarchiv nach Berlin das die Unterlagen der Volksdeutschen führt.

Dabei musste ich feststellen, dass die gesuchten weiblichen Verwandten gar nicht so einfach zu finden und meist nur aus den Militärunterlagen ihrer Männer ersichtlich waren. Zu dieser genealogischen Zusammenfassung unserer Familie sind dann im Laufe der Jahre allgemeine Fragen gesellschaftlicher Natur hinzugekommen die sich dadurch ausdrücken, wie denn die Zukunft unserer Töchter und Söhne aus Sicht ihres Geschlechts aussieht, wenn die simple Abwicklung einer Erbschaft fast nur über die Geschichte von Männern führt die unfreiwillig in Kriegen ums Leben kamen.

Ernst, gefallen bei Zawysoka im Juni 1941, Kopfschuss; Stefan, vermisst in der Ukraine im Juli 1943, Witwe Irmgard, verstorben 2001; Rudolf, vermisst 6 km nördlich von Boromlja im August 1943. So liest sich einer der Äste des Familienstammbaumes in den Akten in dem eine Familie binnen kurzem alle ihre Kinder verloren hatte.

Dieser letzte Krieg ist nun mehr als 60 Jahre vorüber. Man glaubt aber nicht, wie er die Familien und die Gesellschaft bis heute geschlechtsspezifisch und demographisch beeinflusst. Wolfgang Schmidbauers Buch „Ich wusste nie, was mit Vater ist“ hat mich dann auch die Familiengeschichten einiger überlebender verwandter Männer verstehen lassen. Mein Vater war zu jung, um in den Krieg ziehen zu müssen. Aber der Vater, dem man alle Buben weggeschossen hatte, dessen Bruder, der nach dem Krieg Lehrer wurde und durch seine Veröffentlichungen einige Generationen von Schülern und Lehrern beeinflusst hatte, die zahlreichen Großonkel und -tanten die mit Rat und Tat zur Seite standen, sie alle hatten etwas zu erzählen.

Als mein jüngster Sohn Anfang 2008 einige seiner Videos auf YouTube stellte wurde ich auch neugierig und merkte gleichzeitig, dass ich alt werde weil er dieses Medium vor mir entdeckt hatte.

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Frage: Verfolgen Sie mit Ihrem Kanal, der letztlich ein Internetfernsehsender ist, bestimmte Ziele?

Antwort: Vornweg: Ich benutze YouTube als Vademekum für andere Internetauftritte und Anfragen Dritter. Im Mittelpunkt steht also nicht der Kanal, sondern der einzelne Beitrag wodurch eine auf den ersten Blick inhomogene Zusammenstellung auffallen kann.

Ziel? In Zeiten modischer Wortschöpfungen wie „Gender-Budgeting“ macht man sich als Eltern Gedanken darüber, ob die Leistungen der Gesellschaft zwischen den Geschlechtern auch angemessen verteilt sind. Fakt ist, dass unsere Söhne auf Grund ihres Geschlechts deutlich höheren gesetzlichen, und darauf aufbauenden sozialen Nachteilen ausgesetzt sind als unsere Töchter. Trotz (angeblicher) gesetzlicher Gleichstellung.

Während der Zusammenstellung des Familienstammbaumes habe ich den Versuch gestartet, ob ein einzelner anonymer Internetnutzer mit den dort angebotenen Mitteln die Möglichkeit hätte, gesellschaftliche Änderungen herbeizuführen ohne öffentlich aufzutreten. Der Grund für dieses Vorgehen war, dass kaum jemand realisiert, dass die Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen den Geschlechtern eine deutliche Schieflage zu Ungunsten der Männer aufweist und dass nicht gerne gehört wird.

Diese Schieflage wird dadurch begründet, dass Frauen weniger verdienen, angeblich unbezahlte Hausarbeit leisten müssen, Kinder betreuen, angeblich öfter Opfer von Gewalttaten werden, 52 Prozent der Bevölkerung stellen, aber kaum in Führungspositionen anzutreffen wären, keine Macht hätten, weniger Pension (Rente) bekommen.…

Eine Liste, die einer näheren Betrachtung allerdings nicht standhält.

Dem gegenüber waren es ausgerechnet Männer, die so gar nichts damit anfangen konnten, dass sie um 7 Jahre früher sterben, 5 Jahre später in Pension (Rente) gehen dürfen, drei Viertel aller Opfer von Gewalttaten stellen, für die Allgemeinheit Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten haben – und dadurch im Ernstfall auch zu den Todesopfern zählen, auf Grund der höheren Kilometerleistung im Berufsverkehr auch einem höherem Risiko ausgesetzt sind zu verunfallen, nahezu alleine die gefährlichen Berufe ausüben, im Schnitt 500 Stunden pro Jahr mehr Erwerbsarbeit leisten müssen, dreimal häufiger Selbstmord begehen und dass 52 Prozent der Neugeborenen männlich sind.

Der deutliche Überhang der Frauen mit 52 Prozent der Bevölkerung klärte sich 2006, als die Statistik Austria endlich auch öffentlich den Grund dafür bekanntgab: Die Toten der beiden Weltkriege. Auf Grund der Wehrpflicht starben wesentlich mehr Männer als Frauen. Insgesamt gelten 247.000 männliche Österreicher als gefallen oder vermisst. Mit einem Ausgleich des Geschlechterverhältnisses wird mit 2030 gerechnet, 85 Jahre nach dem Ende des letzten Krieges.

Wenn Zeit war, habe ich also im Laufe der Jahre gegenüber Medien und in Online-Foren auf die Nachteile eines Männerlebens hingewiesen, meist in humorvoller Weise. Und tatsächlich, nachdem die üblichen Bezichtigungen, als Mann sei man doch ohnehin nur ein Vergewaltiger, Kinderschänder und Frauenschläger nicht ankamen, begannen sich auch andere mit der Materie auseinanderzusetzen und die Diskussionen wurden konstruktiver.

YouTube ist nun eine weitere Möglichkeit diese Themen einem größeren Publikum näher zu bringen.

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Frage: Gibt es Reaktionen die auf Ihren YouTube-Auftritt zurückzuführen sind?

Antwort: Ende 2007 hat man mir den Tipp gegeben, dass am 17. Jänner 2008 im Parlament eine Veranstaltung zum Thema Trennungsopfer stattfände, ebenfalls eine Männer benachteiligende Thematik. Bei etwa 19.000 Scheidungen pro Jahr werden in etwa 85 Prozent der Fälle die Kinder den Müttern zugesprochen und fallen 4000-4500 Besuchsrechtverfahren an, bei denen meist Männer versuchen den Anschluss an ihre Kinder nicht zu verlieren.

Schönheitsfehler der Veranstaltung war, dass sie durch die FPÖ organisiert wurde die nicht den besten Ruf genießt. Andererseits hört man von anderen Parteien so gar nichts zu diesem Thema das bei mittlerweile 50 Prozent Scheidungsrate nicht zu vernachlässigen ist und auch meine Kinder und Enkelkinder treffen könnte. Kein Wunder, fürchten alle Parteien um die Stimmen der Frauen wenn dieses Monopol auf die gemeinsamen Kinder fallen würde.

Am 3. Jänner 2008 erschien ein Artikel von Gerhard Amendt im Standard “Was Doris Bures den Vätern zu Weihnachten bescherte“ (schnell im Archiv gelandet), der auf das Plakat „Verliebt. Verlobt. Verprügelt.“ der damaligen Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) hinwies.

Ich habe dann beschlossen mein Experiment zu erweitern, kurz einen Teil der Anonymität aufgegeben und das Plakat bestellt. Auf diesem sind Mutter und Kind in Schutzanzügen, der Vater sinngemäß als Täter dargestellt. Faktisch wird aber auch dem dargestellten Buben schon die Täterrolle von morgen zugewiesen was mir gar nicht recht war.

Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung auf der auch viele Großeltern väterlicherseits anwesend waren, die ihre Enkelkinder nicht sehen durften weil der Vater sie nicht sehen durfte, habe ich kurz das Wort ergriffen, das Plakat präsentiert und angeregt, dieses bei den zuständigen Stellen zu hinterfragen.

Ab diesem Zeitpunkt merkte man dann auch einen deutlich Umschwung in den Online-Foren, wenn es um das Thema Gender Mainstreaming ging.

Einige Tage später ist dann die ÖVP aufmerksam geworden und hat eine parlamentarische Anfrage an das Frauenministerium gestellt, was denn diese Aktion den Steuerzahler kosten würde.

Am 6. Juni 2008 hielt der Abgeordnete Klement eine Rede zum Genderwahn, in der er der Frauenministerin nahelegte, sich bei den österreichischen Männern für dieses Plakat zu entschuldigen. Dieses YouTube-Video hat im deutschsprachigen Europa für Aufsehen gesorgt und wurde in zahlreichen Medien erwähnt.

12 Tage später trat die Frauenministerin ab was kein Wunder war, hatte sie doch die wichtigste Wählergruppe, die des Netto-Steuerzahlers Mann, pauschal als Gewalttäter bezichtigt. Die neue Frauenministerin Heidrun Silhavy ist in ihren Äußerungen zum Thema Gender Mainstreaming schon wesentlich vorsichtiger: „Man müsse [dabei] aber aufpassen, dass nicht eine Anti-Diskriminierungsmaßnahme andere Diskriminierungen zu Folge hätte“.

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Frage: Videoplattformen wie „Youtube“ gibt es noch nicht sehr lange, bedauern Sie dies sehr?

Antwort: Jeder Zeit ihr Medium.

Was früher durch Postreiter, in Gesprächen, Briefen, Artikel, Büchern, Demonstrationen oder sonstigen denk- und undenkbaren Maßnahmen einer Öffentlichkeit kundgetan wurde, kann heute dank moderner Technik vom Schreibtisch oder aus der Badewanne erfolgen.

Als Kind des Computerzeitalters bin ich mit Steve Jobs, Bill Gates, DOS, UNIX, HTTP und Windows aufgewachsen. Jede Epoche war für sich bahnbrechend und brachte neue Möglichkeiten der Kommunikation. Heute sind On-Line-Foren modern in denen ein Link auf Artikel, der Argumente be- oder widerlegt, nun auch durch bewegte Bilder mit Ton erweitert wird was die gesellschaftliche Akzeptanz nahezu aller Schichten trifft. Ein durchwachsenes Programmangebot ist dabei auch sehr hilfreich.

Knigge meinte: „Man soll nie vergessen, dass die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will.“

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Frage: Sie möchten anonym bleiben, wofür es im Internet gute Gründe gibt – ist es auch ein Betriebsgeheimnis, ob Sie im Medienbereich aktiv sind?

Antwort: Nein, ich bin nicht im Medienbereich tätig, ich arbeite in einem technischen Beruf. Die Beschäftigung mit dem Thema „Gender Mainstreaming“ hat aber gezeigt, dass dieses hochgradig emotional besetzt ist und sich Anonymität dort lohnt, wo versucht wird die Familie zu treffen um den eigenen Argumenten mehr Gewicht zu verleihen. Da lohnt sich Anonymität allemal weil es die ohnehin schriftliche Kommunikation abkürzt wenn man Untergriffe ignoriert.

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Frage: Gestalten Sie Ihren Kanal ganz alleine?

Antwort: Ja. Es ist ein privater Versuch, ein Experiment das über einen längeren Zeitraum angelegt ist.

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Frage: Wünschen sich Ihre Zuschauer/innen, dass bestimmte Themen aufgegriffen werden?

Antwort: Definitiv ja. Ich werde oft auf Artikel, Fernsehsendungen, Filme oder Pressekonferenzen hingewiesen. Soweit es meine Zeit zulässt sammle ich die Beiträge selbst oder lasse sie mir zusenden.

Auf der letzten Pressekonferenz der Frauenministerin Silhavy mit der Wiener Frauenstadträtin Frauenberger konnte ich mich davon überzeugen, dass die seit mehreren Jahren On-Line vorgebrachten Forderungen, Frauen endlich in die Hochlohnberufe zu „bringen“, um auch den Männern ein paar Jahre Kindererziehung daheim zu ermöglichen, einen weiteren Schritt vorankam. Das Problem ist, dass Frauen gerne Berufe wie Verkäuferin, Friseurin oder Sekretärin erlernen bzw. geisteswissenschaftliche Studien absolvieren, Männer meisten die aufwendigeren aber wesentlich besser bezahlten technischen Berufe bzw. das Studium der Technik oder Montanistik ergreifen.

Dadurch entsteht die berühmte Gehaltsschere die gerne vorgeschoben wird um Männern mehr Leistung und Mittel abzuverlangen. Auch das Thema der angeblich unbezahlten Hausarbeit wurde an mich herangetragen. Ein Video zur Väterkonferenz 2008 gibt es leider nicht, den Vortrag wo diese Behauptung aufgestellt wurde hätte ich gerne in der Sammlung.

Die Thematiken und die Reaktionen zeigen mir immer deutlicher, dass es zu einer Verschiebung der Verteilung von Rechten und Pflichten kommen muss um tatsächlich Gleichberechtigung für alle durchzusetzen. Damit wenigsten unsere Kinder und Enkelkinder davon profitieren können.

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Video: „Frauen gehören hinter den Schreibtisch“

Frage: Manche Filmbeiträge bei „Genderforschung“ über die Rolle von Frauen und Männern sind von Ironie geprägt – kommt diese beim Publikum immer gut an?

Antwort: Grundsätzlich ist es so, dass die Beiträge mehr über externe Links aufgerufen werden und dort zur Untermauerung von Pro und Contra dienen. Sie sind also nicht primär als „Selbstzweck YouTube“ zu sehen sondern als Zusatzinformation in externen Diskussionen oder Artikel, meist in Foren größerer Zeitungen.

Beliebtes Thema dort ist oft, dass sich Väter angeblich hinterlistig um die Karenzzeit bei den Kindern drücken würden. Der Beitrag „Frauen gehören hinter den Schreibtisch“ wird argumentativ dafür verwendet, mit einem Augenzwinkern zu zeigen was passieren kann wenn Männer bei den Kindern daheimbleiben dürften und die Frauen die Brötchen verdienen müssten. Allerdings sind Männer betrieblich von denselben Folgen der Karenz betroffen die Frauen gerne für sich exklusiv in Anspruch nehmen. Mittlerweile versucht schon die Stadt Wien einen Vater zu kündigen der Karenz angemeldet hatte.

Eine unserer bekannteren Zeitungen leistet sich ein Internetportal für Frauen und vergibt dort so genannte „Zitronen“ für Themen, die von einer ausschließlich weiblich besetzten Redaktion ausgewählt werden. Von dieser wird oft die einseitige Darstellung der Frau in der Werbung bemängelt woraus sich mittlerweile unterhaltsame Diskussionen ergeben die durch Clips wie Otto, find ich gut, Grüne Wohngemeinschaft oder, wo Fakten durch Gefühle verdeckt werden sollen, mit Videos wie Mystisches – Horoskope unterlegt werden.

Sollten Beiträge im Gesamtzusammenhang als ironisch empfunden werde so wäre das nicht beabsichtigt. Aber in Asien meint man „Der Witz ist das Loch aus dem die Wahrheit pfeift“. Solche Beiträge solle das Programm vervollständigen.

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Frage: Ein Phänomen der heutigen Zeit ist, dass es wenig Macher, aber viele Kritiker gibt – hatten Sie bereits mit übereifrigen Kritikern/innen zu tun?

Antwort: Natürlich. Ich würde sie aber nicht übereifrig nennen. Wie bereits erwähnt, ist dieses Thema ausgesprochen emotional besetzt weil es sich entgegen langjähriger Praxis mit einseitiger Benachteiligung beschäftigt. Mit der des angeblich so starken Geschlechts.

Hier beginnen sich Grenzen aufzulösen die bisher als unüberwindbare Bollwerke gegolten hatten. Die Schweizer Sozialdemokratinnen haben am 12. Juni 2008 auf Anraten einer NGO im Parlament die Anfrage „Geld ist geruchlos. Wirklich?“ gestellt, ob denn die Steuergelder auch gerecht zwischen Mann und Frau verteilt würden.

Im Kern wurde die Anfrage damit beantwortet, dass über Transferleistungen täglich 50 Millionen Franken Steuerleistungen von den Männern zu Frauen fließen. Der letzte Satz des Weltwoche-Artikels „Ein feminines Eigentor“ spiegelt das ganze Dilemma wieder, warum auch Reaktionen von Frauen oft auf tiefstes Niveau sinken: „Nur wer profitiert, kann verlieren.“

So ist auch die Rede der Abgeordneten Weinzinger (Grüne) verständlich, die in Reaktion zur Genderwahn-Rede des Abgeordneten Klement (FPÖ), gar nicht so cool, auf Grund des Geschlechts Vorstands- und Abgeordnetenposten durch Quote verlangte. Klement bemerkte einige Tage später in einer Rede zum Forschungs- und Technologiebericht, dass auf den Universitäten keine Forschungsapartheid herrsche und er noch keine Uni-Bänke gesehen hätte die nur für Männer bestimmt wären. Wer Technik studieren möchte könne dies unabhängig vom Geschlecht tun.

Sätze, die bisher nicht üblich waren. So etwas wird noch sehr heftig und unsachlich kritisiert, hat aber im Laufe der Jahre deutlich nachgelassen.

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Frage: Einige der auf Ihrem Kanal präsentierten Filmbeiträge befassen sich mit den Schrecken des „Dritten Reiches“ und des „Zweiten Weltkrieges“ – gibt es darauf bereits Reaktionen?

Antwort: Diese Beiträge sind nicht wirklich von externen Reaktionen begleitet sondern mehr aus Reaktion entstanden.

Wie oben erwähnt, musste ich im Nachlassverfahren nach in den Kriegen gefallenen oder vermissten Verwandten suchen. Meine weiblichen Verwandten schilderten mir diese Zeit als schrecklich und wie sehr sie gelitten und Ängste ausgestanden hatten. Von ihren Männern hörte ich das kaum, die meisten von ihnen waren gefallen oder vermisst.

Solche Argumentation findet sich auch oft in Foren, wenn es um reflexartige Aufrechnung von Ängsten Überlebender gegen das Los Gefallener geht. Auch die Verantwortung für Kriegshandlungen wird fast immer auf ein Geschlecht projiziert.

Der Beitrag „SS-Maiden in Auschwitz“ entstand einerseits aus dieser einseitig geführten öffentlichen Diskussion, dass Männer Täter und Frauen Opfer zu sein haben und dem vehementen negieren von Mitschuld an Kriegshandlungen. Die in der Bildfolge gezeigten Frauen machen deutlich, dass geschlechtspezifisches Wissen über Kriegsverbrechen vorhanden war, bis zu den auch in heutigen Diskussionen gerne als sakrosankt genannten Krankenschwestern. Es gab also nicht nur „grobschlächtige“ Aufseherinnen die sich auf „Unschuld qua Geschlecht“ (Welt Online, 29. Dezember 2007) berufen konnten, sondern auch weibliches Personal im gehobenen administrativen Bereich. In Österreich wäre auch das weibliche medizinische Personal zu nennen, das im T4-Programm am Spiegelgrund den Kindern die Spritzen, die sogenannten „Speiberl“ verabreicht hatten.

In diesem Zusammenhang ist auch der Prim. Heinrich Gross von Interesse der von österreichischen Gerichten bis ins neue Jahrtausend gerne als Sachverständiger berufen wurde.

Der Clip Glückliches Leben nach dem Krieg entstand als Reaktion auf die unzulässige Aufrechnung von gefallenen und vermissten Männern mit überlebenden Frauen die noch viele Jahrzehnte leben durften. Kriegstraumen. Psychische Folgen von Kampfeinsätzen behandelt auch die lange totgeschwiegenen Ausfälle und Ängste von Männern auf Grund ständiger Bedrohung.

Sanitäter, Pazifisten, Wehrdienstverweigerer entstand aus der Diskussion, dass Männer zwar Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten hätten, die meisten Frauen aber trotz schleichendem Geburtenstreik und Pflegeproblematik durch ständig steigende Lebenserwartung selbst Hilfsdienste wie das Lenken von Rettungsautos als Zwang bezeichnen. Die Frauen die keinen Zivildienst leisten wollen könnten ihren Wehrdienst leisten. Nach 10 Jahren der Möglichkeit, dass Frauen zum Militär strömen tun das mit März 2008 gerade einmal 311 freiwillig, die Gefahr die Kasernen zu überlasten besteht also kaum.

Die USA im Zweiten Weltkrieg - 405.000 gefallene Männer weist darauf hin, dass die mit dem Zivildienst für Frauen verbundene Argumentation, den Wehrdienst durch ein Berufsheer zu ersetzen durch das Bespiel der USA ad absurdum geführt wird die, ohne sich im Krieg zu befinden, 1940 die Wehrpflicht einführte - nur für Männer.

Eine Beschreibung innerhalb der Clips erscheint mir nicht sinnvoll da diese auf möglichst viele externe Themen passen sollen.

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Frage: Wissen Sie, ob Ihr Kanal mehr von Frauen oder mehr von Männern besucht wird?

Antwort: Etwas mehr als 25 Prozent der Besucher sind Frauen wobei man das natürlich nur über zum Zeitpunkt des Besuches eingeloggte YouTube-User sagen kann. Dieser Anteil ist auch bei den einzelnen Beiträgen zu beobachten.

Der Beitrag Kuckuckskinder zeigt mit 84 Prozent deutlich höheres Interesse durch Männer ab 40.

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Frage: Werden die Filmbeiträge auch außerhalb des deutschsprachigen Gebietes angesehen?

Antwort: Im Wesentlichen kommen die Besucherinnen und Besucher aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die auch die Zielgruppen sind.

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Frage: Haben bereits manche Medien über Ihren informativen Kanal berichtet?

Antwort: Der Kanal an sich hat sich nicht herumgesprochen und wird auch nicht beworben, es sind mehr die einzelnen Beiträge auf die, je nach externer Themenstellung, auch von Dritten verlinkt wird. Arne Hoffmann mit seinem genderama.blogspot.com ist einer derer, die auch außerhalb von Österreich für viele Besucher gesorgt haben.

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Frage: Sie haben innerhalb eines Vierteljahres bereits mehr als 30 Filmbeiträge veröffentlicht – geht es in diesem flotten Tempo weiter?

Antwort: Seit die Möglichkeit besteht auf Festplattenrecordern aufzunehmen und dort direkt zu Schneiden oder mit digitalen Fotoapparaten schnell ein paar Fotos zu knipsen ist das Erstellen von Kurzbeiträgen auch von der Couch aus möglich. Viele Beiträge sind noch auf Festplatten oder DVDs gespeichert und warten darauf geschnitten zu werden.

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Frage: Werden bei „Genderforschung“ noch weitere Themenbereiche hinzukommen?

Antwort: Zweifellos.

Die Thematik Trennungskinder dürfte in den nächsten Jahren deutlich öfter in den Medien präsent sein. Die österreichische Justizministerin hat ja am 10. Juli 2008 im Parlament unglaubliches vorgebracht, indem sie eingestand, dass gerade im sensiblen Familienbereich Richterinnen und Richter urteilen, die eigentlich zu jung und unerfahren sind und von den Abteilungen schnell wieder wegwollen. Jeder erfolgreiche Rekurs gegen einen Beschluss einer solchen Richterin oder eines solchen Richters senkt deren Chance von den ungeliebten Familienabteilungen wieder wegzukommen.

Damit lässt sich auch die häufige Beauftragung von Sachverständigen nachvollziehen, nach der Anfragebeantwortung etwa 2 Gutachten pro Fall. Die Nennung der Fälle die mit dem bekannten Gutachter Prof. Max Friedrich zu tun haben lassen nichts Gutes ahnen wenn dessen Arbeiten wegen fraglicher wissenschaftlicher Methoden aufgehoben werden. Auch dessen Forderung an die Gerichte einem Vater die Rechtsmittel einzuschränken dürften Merkmal eines Systemfehlers sein. Ein Aufrollen der Fälle des Prof. Friedrich würde unzählige Amtshaftungsverfahren nach sich ziehen, ist also eher unrealistisch. So dürfte auch die Forderung des Abgeordneten Fichtenbauer zu verstehen sein, dass Richterinnen und Richter eben innerhalb von 6 Monaten selbst entscheiden müssen was in den meisten Fällen wohl ausreichen würde; und eigentlich deren Job wäre.

Auch Gewalt in der Familie ist ein interessantes Thema das ins Portfolio passen würde. Der Kanal FuenfzigFuenfzig bietet da einiges an. Allerdings ist das auch ein heikles Thema, werden dort bizarre und unbemerkte Übergriffe von Müttern auf Kinder thematisiert. Auch ein Beitrag eines Besuchsrechtfalles ist dort zu finden bei dem ein Vater die Gutachterin wegen unwissenschaftlicher Methoden erfolgreich verklagt hatte um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs seines Kindes zu entkräften.

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Frage: Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung Ihres Kanals zufrieden?

Antwort: Ich bin vielmehr überrascht. Überrascht, dass das Thema auf doch soviel Interesse stößt.

Ein Glücksfall war sicherlich, dass man mir das Video zum „Genderwahn“ zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn einige Äußerungen dieses Abgeordneten entbehrlich sind, so hat er doch etwas Außergewöhnliches auf den Weg gebracht und damit das Thema der deutlich einseitigen Verteilung der Steuergelder in der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee wichtige Wünsche für den Kanal „Genderforschung“ erfüllen würde, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Dass ich die Zeit finde die gesammelten Texte und Videos zusammenzufassen und in Schriftform zu veröffentlichen. Als Tribut an meine Familie und an meine Jugend, in der die Information noch aus Büchern kam.

Schließlich hat nicht jeder Mensch Zugang zu YouTube.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


Wie "Erik von Wiesenbad" Schwertkämpfer wurde
Montag, 21. Juli 2008, 20:21:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit Erik Tributsch aus Mainz, genannt „Ritter Erik von Wiesenbad“, der Schwertkämpfe vor der Moosburg im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich bestreitet

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Frage: Herr Tributsch, wann, wo und wie sind Sie auf die Idee gekommen, Schwertkämpfe zu bestreiten?

Antwort: Also, das fing alles mit Hui Buh dem Schlossgespenst an. Als es damals die Hörspielkassetten gab, habe ich alle 23 Folgen gesammelt. Als kleiner Junge habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie wohl Hui Buh zu Lebzeiten als Ritter Balduin war. Viele Charaktereigenschaften von dieser Figur haben sich im Laufe der Jahre in mir manifestiert. Aber ich schweife ab, verzeiht. Ich war zu meinem 9. Sommer mit meinen Eltern zu einem Mittelaltermarkt in Dreieichenhain unterwegs. Dort angekommen sah ich wunderliche Menschen, die in tolle Gewänder gehüllt waren. Handwerker und Kaufleute, Marketenderinnen und allerlei Volk wuselte umher und die Luft roch nach Braten, frisch gebackenem Brot und fernöstlichen Gewürzen. In all dem Wirrwarr, der auf mich einwirkte, übersah ich eine in Eisen gehüllte Gestalt. Ich wurde von diesem Ritter hochgehoben, vor sein bärtiges Gesicht. Mit donnernder Stimme fragte er mich „Willst wohl später auch einmal ein Ritter werden ... wie?!“ Piepsend antwortete ich „Ja!“. Man kann sagen, dass dies mein Schlüsselerlebnis war. Seitdem wollte und will ich auch heute noch meine Lebensart den Menschen zeigen, sie an Tugenden erinnern und jedem beweisen, dass es früher zwar grausame und willkürliche Gewalt gab, doch schon damals gab es Menschen, die nach Idealen und „guten Taten“ strebten. Ich möchte Menschen daran erinnern, dass wir eine wunderbare Vergangenheit haben, die voller Abenteuer, wunderbaren Ereignissen und schier unendlichen Geschichten angefüllt ist (nicht nur 1939-1945) ... aber verzeiht ... ich schweife schon wieder ab ...

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Frage: Wann haben Sie den ersten Schwertkampf vor der Moosburg im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich geführt?

Antwort: Hm ... also genau weiß ich es jetzt nicht mehr, aber ich vermute etwa im Frühling 2003 war ich das erste mal im Schlosspark und war auch gewandet da. Den ersten Schwertkampf habe ich aber erst ein paar Wochen später gehabt. Eine Geschichte wiederholte sich. Jahre vor der Moosburg focht ich in der Burgruine Dreieichenhain. Seit 2003 besuchte ich oft die Moosburg. Sagte Bekannten, dass ich dort meine Rittermanier stehe und auch für Fotos der Besucher posiere. Mein erster Schwertkampf war damals gegen einen damaligen Arbeitskollegen :-)

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Frage: Bestreiten Sie auch Schwertkämpfe an anderen malerisch gelegenen Schauplätzen?

Antwort: In den Zeiten vor Wiesbaden war ich "Fahrender Ritter" sozusagen. Ich trieb mich auf vielen Mittelaltermärkten herum und forderte dort manchen Gegner heraus. In den Zeiten, in denen ich nicht auf Märkte ging, besuchte ich die Burgen am Rhein. Doch meine Lieblingsburg ist die Burg Berwadstein in der Pfalz. Diese Burg habe ich oft besucht und fühle dort so richtig die Lebendigkeit meines Ritterdaseins.

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Frage: Entspricht Ihre Rittergarderobe realen Vorbildern oder tragen Sie eine Fantasiekleidung?

Antwort: Nun, ich denke nicht, dass meine Gewandung „genau“ einem Original aus dem 13.Jahrhundert entspricht, doch ich versuchte, so gut es geht, in dieser Richtung meine Rüstung anzusiedeln. Ich bin Schaukämpfer für Theater, Film und Fernsehen, da kommt es nicht genau darauf an, ob sie einem Orginal entspricht. Jedoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass es mittlerweile viele Gruppen in Deutschland gibt die „orginalgetreu“ einstige Adelige, Ritter und höhere Persönlichkeiten darstellen, vom Schuh bis zur Kopfbedeckung über Beinlinge (Vorläufer der Hosen) und Kleidung jener Epoche.

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Frage: Kann mit Ihrem furchterregend aussehenden Schwert jemand ernsthaft verletzt werden?

Antwort: Selbstmurmelnd (Ja)! Mein Schaukampfschwert ist zwar nicht scharf und nicht spitz, doch ungeübte Hände könnten auch damit enormen Schaden und Verwundungen anrichten.

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Frage: Vor der Moosburg im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich lagert bei schönem Wetter an manchem Wochenende ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Schwertkämpfern, handelt es sich dabei um einen Verein?

Antwort: Nein, es ist eine Gruppe aus freien und unabhängigen Menschen, die sich zum Schwertkampf hingezogen fühlen und sich über die Monate und Jahre ihre eigene „Gewandung“ zugelegt haben.

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Frage: Gehören zu den Schwertkämpfern im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich auch Frauen, die zum Schwert greifen?

Antwort: Sicher! Doch sind Frauen eher selten im Schlachtgetümmel anzutreffen. Nach meiner Erfahrung sind Frauen öfter Bogenschützinnen. Diejenigen, die mit einer Klinge umzugehen verstehen, genießen in der Männerwelt meines Erachtens größten Respekt.

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Frage: Haben Sie Kontakte mit anderen Schwertkämpfern außerhalb von Mainz und Wiesbaden?

Antwort: Das bleibt nicht aus, wenn man seit ich 12 Jahre alt war, Leute kennen gelernt hat, die der selben Gesinnung folgen. Über ganz Deutschland verteilt erinnere ich mich an viele gute Schwertkämpfer ... und noch mehr erinnere ich mich an einige wenige verdammt gute Schwert(schau)kämpfer.

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Frage: Haben die Medien bereits über Schwertkämpfe im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich berichtet?

Antwort: Meines Wissens noch nicht.

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Frage: Sind Sie bei einem Ihrer Schwertkämpfe schon mal verletzt worden?

Antwort: Natürlich, doch das waren meist nur Schrammen und Kratzer. Die schlimmste Verwundung hatte ich mal an meiner rechten Hand, als ein Sarazenenschaukämpfer mich übel erwischt hatte. Doch bei meiner Art des „Schaukampfs“ ist es eher sehr selten, dass jemand ernsthafte Verletzungen erleidet. Meistens gründen diese dann auf übereifrige und unüberlegte Hiebe, die hektisch ausgeteilt werden.

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Frage: Wie sind die Reaktionen von Zuschauern, die zufällig Schwertkämpfe in Wiesbaden-Biebrich sehen?

Antwort: Überrascht, erfreut, neugierig stehen bleibend, die Handycamerazückendunddraufhaltend oder einfach nur kurz beachten und dann weiter des Weges. Oft kommt es auch vor, dass die Leute mich direkt fragen und ich ihnen dann ein bisschen was zeige (so wie Ihnen werter Herr Probst). Selten, sehr selten, kam es vor, dass mir Hohn und Spott entgegengebracht wurde. Doch das überhöre ich und strafe es mit Nichtachtung.

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Frage: Lesen Sie auch Bücher über das Mittelalter und sehen Sie gerne Filme über diese Zeit?

Antwort: Sicher! Königreich der Himmel, Braveheart uvm. doch der Film, der am besten meine Lieblingszeit darstellt, ist der Film „Timeline“. Ich lese auch gerne Bücher die das Mittelalter (10. bis 15 Jahrhundert) sachlich wiedergeben.

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Frage: Auf der Videoplattform „YouTube“ sind Filmbeiträge über Schwertkämpfe im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich zu sehen, gibt es darauf Reaktionen?

Antwort: Ja, ich habe schon viele Bekannte, die sehr befürworten, was ich mache. Die Kommentare auf meine Beiträge sind aber eher klein und kurz gehalten, vielmehr kommen die Leute direkt auf mich zu und sagen mir ihre Meinung dazu ... oder sie rufen mich einfach an.

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Frage: Haben Sie in Ihrer Eigenschaft als Schwertkämpfer noch unerfüllte Wünsche?

Antwort: Ich würde gerne mal in einem richtig guten (ernstgemeinten) Ritterfilm mitmachen, meine eigene Burg bauen ... mir in Tschechien (übrigens das tollste Land der Welt, wenn es um mittelalterliche Dinge geht) eine Rüstung anfertigen lassen wie aus dem Film „Ritter aus Leidenschaft“.

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Die Fragen für das Interview stellt der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der die Weblogs http://interview-weblog.blogspot.com und http://videos-aus-wiesbaden.blogspot.com betreibt

Videos über Schwertkämpfer im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich sind unter der Internetadresse http://de.youtube.com/user/ErikTributsch zu sehen.


Wie "Erik von Wiesenbad" Schwertkämpfer wurde
Montag, 21. Juli 2008, 20:21:00  | noreply@blogger.com (Impressum)
Interview mit Erik Tributsch aus Mainz, genannt „Ritter Erik von Wiesenbad“, der Schwertkämpfe vor der Moosburg im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich bestreitet

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Frage: Herr Tributsch, wann, wo und wie sind Sie auf die Idee gekommen, Schwertkämpfe zu bestreiten?

Antwort: Also, das fing alles mit Hui Buh dem Schlossgespenst an. Als es damals die Hörspielkassetten gab, habe ich alle 23 Folgen gesammelt. Als kleiner Junge habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie wohl Hui Buh zu Lebzeiten als Ritter Balduin war. Viele Charaktereigenschaften von dieser Figur haben sich im Laufe der Jahre in mir manifestiert. Aber ich schweife ab, verzeiht. Ich war zu meinem 9. Sommer mit meinen Eltern zu einem Mittelaltermarkt in Dreieichenhain unterwegs. Dort angekommen sah ich wunderliche Menschen, die in tolle Gewänder gehüllt waren. Handwerker und Kaufleute, Marketenderinnen und allerlei Volk wuselte umher und die Luft roch nach Braten, frisch gebackenem Brot und fernöstlichen Gewürzen. In all dem Wirrwarr, der auf mich einwirkte, übersah ich eine in Eisen gehüllte Gestalt. Ich wurde von diesem Ritter hochgehoben, vor sein bärtiges Gesicht. Mit donnernder Stimme fragte er mich „Willst wohl später auch einmal ein Ritter werden ... wie?!“ Piepsend antwortete ich „Ja!“. Man kann sagen, dass dies mein Schlüsselerlebnis war. Seitdem wollte und will ich auch heute noch meine Lebensart den Menschen zeigen, sie an Tugenden erinnern und jedem beweisen, dass es früher zwar grausame und willkürliche Gewalt gab, doch schon damals gab es Menschen, die nach Idealen und „guten Taten“ strebten. Ich möchte Menschen daran erinnern, dass wir eine wunderbare Vergangenheit haben, die voller Abenteuer, wunderbaren Ereignissen und schier unendlichen Geschichten angefüllt ist (nicht nur 1939-1945) ... aber verzeiht ... ich schweife schon wieder ab ...

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Frage: Wann haben Sie den ersten Schwertkampf vor der Moosburg im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich geführt?

Antwort: Hm ... also genau weiß ich es jetzt nicht mehr, aber ich vermute etwa im Frühling 2003 war ich das erste mal im Schlosspark und war auch gewandet da. Den ersten Schwertkampf habe ich aber erst ein paar Wochen später gehabt. Eine Geschichte wiederholte sich. Jahre vor der Moosburg focht ich in der Burgruine Dreieichenhain. Seit 2003 besuchte ich oft die Moosburg. Sagte Bekannten, dass ich dort meine Rittermanier stehe und auch für Fotos der Besucher posiere. Mein erster Schwertkampf war damals gegen einen damaligen Arbeitskollegen :-)

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Frage: Bestreiten Sie auch Schwertkämpfe an anderen malerisch gelegenen Schauplätzen?

Antwort: In den Zeiten vor Wiesbaden war ich "Fahrender Ritter" sozusagen. Ich trieb mich auf vielen Mittelaltermärkten herum und forderte dort manchen Gegner heraus. In den Zeiten, in denen ich nicht auf Märkte ging, besuchte ich die Burgen am Rhein. Doch meine Lieblingsburg ist die Burg Berwadstein in der Pfalz. Diese Burg habe ich oft besucht und fühle dort so richtig die Lebendigkeit meines Ritterdaseins.

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Frage: Entspricht Ihre Rittergarderobe realen Vorbildern oder tragen Sie eine Fantasiekleidung?

Antwort: Nun, ich denke nicht, dass meine Gewandung „genau“ einem Original aus dem 13.Jahrhundert entspricht, doch ich versuchte, so gut es geht, in dieser Richtung meine Rüstung anzusiedeln. Ich bin Schaukämpfer für Theater, Film und Fernsehen, da kommt es nicht genau darauf an, ob sie einem Orginal entspricht. Jedoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass es mittlerweile viele Gruppen in Deutschland gibt die „orginalgetreu“ einstige Adelige, Ritter und höhere Persönlichkeiten darstellen, vom Schuh bis zur Kopfbedeckung über Beinlinge (Vorläufer der Hosen) und Kleidung jener Epoche.

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Frage: Kann mit Ihrem furchterregend aussehenden Schwert jemand ernsthaft verletzt werden?

Antwort: Selbstmurmelnd (Ja)! Mein Schaukampfschwert ist zwar nicht scharf und nicht spitz, doch ungeübte Hände könnten auch damit enormen Schaden und Verwundungen anrichten.

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Frage: Vor der Moosburg im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich lagert bei schönem Wetter an manchem Wochenende ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Schwertkämpfern, handelt es sich dabei um einen Verein?

Antwort: Nein, es ist eine Gruppe aus freien und unabhängigen Menschen, die sich zum Schwertkampf hingezogen fühlen und sich über die Monate und Jahre ihre eigene „Gewandung“ zugelegt haben.

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Frage: Gehören zu den Schwertkämpfern im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich auch Frauen, die zum Schwert greifen?

Antwort: Sicher! Doch sind Frauen eher selten im Schlachtgetümmel anzutreffen. Nach meiner Erfahrung sind Frauen öfter Bogenschützinnen. Diejenigen, die mit einer Klinge umzugehen verstehen, genießen in der Männerwelt meines Erachtens größten Respekt.

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Frage: Haben Sie Kontakte mit anderen Schwertkämpfern außerhalb von Mainz und Wiesbaden?

Antwort: Das bleibt nicht aus, wenn man seit ich 12 Jahre alt war, Leute kennen gelernt hat, die der selben Gesinnung folgen. Über ganz Deutschland verteilt erinnere ich mich an viele gute Schwertkämpfer ... und noch mehr erinnere ich mich an einige wenige verdammt gute Schwert(schau)kämpfer.

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Frage: Haben die Medien bereits über Schwertkämpfe im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich berichtet?

Antwort: Meines Wissens noch nicht.

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Frage: Sind Sie bei einem Ihrer Schwertkämpfe schon mal verletzt worden?

Antwort: Natürlich, doch das waren meist nur Schrammen und Kratzer. Die schlimmste Verwundung hatte ich mal an meiner rechten Hand, als ein Sarazenenschaukämpfer mich übel erwischt hatte. Doch bei meiner Art des „Schaukampfs“ ist es eher sehr selten, dass jemand ernsthafte Verletzungen erleidet. Meistens gründen diese dann auf übereifrige und unüberlegte Hiebe, die hektisch ausgeteilt werden.

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Frage: Wie sind die Reaktionen von Zuschauern, die zufällig Schwertkämpfe in Wiesbaden-Biebrich sehen?

Antwort: Überrascht, erfreut, neugierig stehen bleibend, die Handycamerazückendunddraufhaltend oder einfach nur kurz beachten und dann weiter des Weges. Oft kommt es auch vor, dass die Leute mich direkt fragen und ich ihnen dann ein bisschen was zeige (so wie Ihnen werter Herr Probst). Selten, sehr selten, kam es vor, dass mir Hohn und Spott entgegengebracht wurde. Doch das überhöre ich und strafe es mit Nichtachtung.

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Frage: Lesen Sie auch Bücher über das Mittelalter und sehen Sie gerne Filme über diese Zeit?

Antwort: Sicher! Königreich der Himmel, Braveheart uvm. doch der Film, der am besten meine Lieblingszeit darstellt, ist der Film „Timeline“. Ich lese auch gerne Bücher die das Mittelalter (10. bis 15 Jahrhundert) sachlich wiedergeben.

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Frage: Auf der Videoplattform „YouTube“ sind Filmbeiträge über Schwertkämpfe im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich zu sehen, gibt es darauf Reaktionen?

Antwort: Ja, ich habe schon viele Bekannte, die sehr befürworten, was ich mache. Die Kommentare auf meine Beiträge sind aber eher klein und kurz gehalten, vielmehr kommen die Leute direkt auf mich zu und sagen mir ihre Meinung dazu ... oder sie rufen mich einfach an.

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Frage: Haben Sie in Ihrer Eigenschaft als Schwertkämpfer noch unerfüllte Wünsche?

Antwort: Ich würde gerne mal in einem richtig guten (ernstgemeinten) Ritterfilm mitmachen, meine eigene Burg bauen ... mir in Tschechien (übrigens das tollste Land der Welt, wenn es um mittelalterliche Dinge geht) eine Rüstung anfertigen lassen wie aus dem Film „Ritter aus Leidenschaft“.

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Die Fragen für das Interview stellt der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der die Weblogs http://interview-weblog.blogspot.com und http://videos-aus-wiesbaden.blogspot.com betreibt

Videos über Schwertkämpfer im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich sind unter der Internetadresse http://de.youtube.com/user/ErikTributsch zu sehen.


Nachteile eines Männerlebens
Montag, 21. Juli 2008, 12:03:00  | noreply@blogger.com (Impressum)













Interview mit „Genderforschung“, einem sehenswerten Kanal auf der Videoplattform „YouTube“, der in Österreich gegründet wurde und unter der Adresse http://de.youtube.com/user/Genderforschung im Internet zu finden ist

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Frage: Was hat Sie bewogen, am 7. April 2008 den Kanal „Genderforschung“ bei „YouTube“ zu starten?

Antwort: Eine Erbschaftssache. 2001 musste ich für den Nachlassverwalter den Verbleib einiger meiner Verwandten eruieren, die als Erben in Frage kamen. Es handelte sich um im letzten Krieg gefallene oder vermisst Gemeldete, die nicht für tot erklärt wurden.
Da wir eine große Familie sind, lag es nahe, auch gleich den Familienstammbaum unserer Kinder mit aufzunehmen. Das führte mich unter anderem ins Österreichische Staats- und Kriegsarchiv http://www.oesta.gv.at/site/5170/default.aspx, wo die Akten der Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges aufbewahrt werden. Da man als Wiener auch böhmische Vorfahren zu haben hat, ging es auch ins Bundesarchiv nach Berlin http://www.bundesarchiv.de, das die Unterlagen der Volksdeutschen führt. Dabei musste ich feststellen, dass die gesuchten weiblichen Verwandten gar nicht so einfach zu finden und meist nur aus den Militärunterlagen ihrer Männer ersichtlich waren. Zu dieser genealogischen Zusammenfassung unserer Familie sind dann im Laufe der Jahre allgemeine Fragen gesellschaftlicher Natur hinzugekommen, die sich dadurch ausdrücken, wie denn die Zukunft unserer Töchter und Söhne aus Sicht ihres Geschlechts aussieht, wenn die simple Abwicklung einer Erbschaft fast nur über die Geschichte von Männern führt, die unfreiwillig in Kriegen ums Leben kamen.
Ernst, gefallen bei Zawysoka im Juni 1941, Kopfschuss; Stefan, vermisst in der Ukraine im Juli 1943, Witwe Irmgard, verstorben 2001; Rudolf, vermisst 6 km nördlich von Boromlja im August 1943. So liest sich einer der Äste des Familienstammbaumes in den Akten, in dem eine Familie binnen kurzem alle ihre Kinder verloren hatte.
Dieser letzte Krieg ist nun mehr als 60 Jahre vorüber. Man glaubt aber nicht, wie er die Familien und die Gesellschaft bis heute geschlechtsspezifisch und demographisch beeinflusst. Wolfgang Schmidbauers Buch „Ich wusste nie, was mit Vater ist“ http://www.amazon.de/wu%C3%9Fte-Vater-ist-Trauma-Krieges/dp/3498063316 hat mich dann auch die Familiengeschichten einiger überlebender verwandter Männer verstehen lassen.
Mein Vater war zu jung, um in den Krieg ziehen zu müssen. Aber der Vater, dem man alle Buben weggeschossen hatte, dessen Bruder, der nach dem Krieg Lehrer wurde und durch seine Veröffentlichungen einige Generationen von Schülern und Lehrern beeinflusst hatte, die zahlreichen Großonkel und -tanten, die mit Rat und Tat zur Seite standen, sie alle hatten etwas zu erzählen.
Als mein jüngster Sohn Anfang 2008 einige seiner Videos auf „YouTube“ stellte, wurde ich auch neugierig und merkte gleichzeitig, dass ich alt werde, weil er dieses Medium vor mir entdeckt hatte.

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Frage: Verfolgen Sie mit Ihrem Kanal, der letztlich ein Internetfernsehsender ist, bestimmte Ziele?

Antwort: Vornweg: Ich benutze „YouTube“ als Vademekum für andere Internetauftritte und Anfragen Dritter. Im Mittelpunkt steht also nicht der Kanal, sondern der einzelne Beitrag, wodurch eine auf den ersten Blick inhomogene Zusammenstellung auffallen kann. Ziel? In Zeiten modischer Wortschöpfungen wie „Gender-Budgeting“ macht man sich als Eltern Gedanken darüber, ob die Leistungen der Gesellschaft zwischen den Geschlechtern auch angemessen verteilt sind. Fakt ist, dass unsere Söhne auf Grund ihres Geschlechts deutlich höheren gesetzlichen, und darauf aufbauenden sozialen Nachteilen ausgesetzt sind als unsere Töchter. Trotz (angeblicher) gesetzlicher Gleichstellung.
Während der Zusammenstellung des Familienstammbaumes habe ich den Versuch gestartet, ob ein einzelner anonymer Internetnutzer mit den dort angebotenen Mitteln die Möglichkeit hätte, gesellschaftliche Änderungen herbeizuführen, ohne öffentlich aufzutreten. Der Grund für dieses Vorgehen war, dass kaum jemand realisiert, dass die Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen den Geschlechtern eine deutliche Schieflage zu Ungunsten der Männer aufweist und das nicht gerne gehört wird. Diese Schieflage wird dadurch begründet, dass Frauen weniger verdienen, angeblich unbezahlte Hausarbeit leisten müssen, Kinder betreuen, angeblich öfter Opfer von Gewalttaten werden, 52 Prozent der Bevölkerung stellen, aber kaum in Führungspositionen anzutreffen wären, keine Macht hätten, weniger Pension (Rente) bekommen
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3924&cob=287679. Eine Liste, die einer näheren Betrachtung allerdings nicht standhält.
Dem gegenüber waren es ausgerechnet Männer, die so gar nichts damit anfangen konnten, dass sie um 7 Jahre früher sterben http://www.statistik.at/Lebenserwartung/Start.jsp, 5 Jahre später in Pension (Rente) gehen dürfen, drei Viertel aller Opfer von Gewalttaten stellen, für die Allgemeinheit Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten haben und dadurch im Ernstfall auch zu den Todesopfern zählen, auf Grund der höheren Kilometerleistung im Berufsverkehr auch einem höherem Risiko ausgesetzt sind zu verunfallen, nahezu alleine die gefährlichen Berufe http://de.youtube.com/watch?v=frb5UNHzJdw ausüben, im Schnitt 500 Stunden pro Jahr mehr Erwerbsarbeit leisten müssen, dreimal häufiger Selbstmord begehen und dass 52 Prozent der Neugeborenen männlich sind.
Der deutliche Überhang der Frauen mit 52 Prozent der Bevölkerung klärte sich 2006, als die Statistik Austria endlich auch öffentlich den Grund dafür bekanntgab: Die Toten der beiden Weltkriege http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/volkszaehlungen/bevoelkerung_nach_demographischen_merkmalen/index.html - Auf Grund der Wehrpflicht starben wesentlich mehr Männer als Frauen. Insgesamt gelten 247.000 männliche Österreicher als gefallen oder vermisst. Mit einem Ausgleich des Geschlechterverhältnisses wird mit 2030 gerechnet, 85 Jahre nach dem Ende des letzten Krieges.
Wenn Zeit war, habe ich also im Laufe der Jahre gegenüber Medien und in Online-Foren auf die Nachteile eines Männerlebens hingewiesen, meist in humorvoller Weise. Und tatsächlich, nachdem die üblichen Bezichtigungen, als Mann sei man doch ohnehin nur ein Vergewaltiger, Kinderschänder und Frauenschläger nicht ankamen, begannen sich auch andere mit der Materie auseinanderzusetzen und die Diskussionen wurden konstruktiver.
„YouTube“ ist nun eine weitere Möglichkeit, diese Themen einem größeren Publikum näher zu bringen.

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Frage: Gibt es Reaktionen, die auf Ihren „YouTube“-Auftritt zurückzuführen sind?

Antwort: Ende 2007 hat man mir den Tipp gegeben, dass am 17. Jänner 2008 im Parlament eine Veranstaltung zum Thema Trennungsopfer http://www.trennungsopfer.at stattfände, ebenfalls eine Männer benachteiligende Thematik. Bei etwa 19.000 Scheidungen pro Jahr werden in etwa 85 Prozent der Fälle die Kinder den Müttern zugesprochen und fallen 4000-4500 Besuchsrechtverfahren an, bei denen meist Männer versuchen, den Anschluss an ihre Kinder nicht zu verlieren. Schönheitsfehler der Veranstaltung war, dass sie durch die FPÖ http://www.fpoe.at organisiert wurde, die nicht den besten Ruf genießt. Andererseits hört man von anderen Parteien so gar nichts zu diesem Thema, das bei mittlerweile 50 Prozent Scheidungsrate http://www.statistik.at/web_de/presse/031441/index.do nicht zu vernachlässigen ist und auch meine Kinder und Enkelkinder treffen könnte. Kein Wunder, fürchten alle Parteien um die Stimmen der Frauen, wenn dieses Monopol auf die gemeinsamen Kinder fallen würde.
Am 3. Jänner 2008 erschien ein Artikel von Gerhard Amendt im „Standard“
http://derstandard.at/?id=3168090 „Was Doris Bures den Vätern zu Weihnachten bescherte“ (schnell im Archiv gelandet), der auf das Plakat „Verliebt. Verlobt. Verprügelt.“ http://www.aoef.at/aktuell/verliebt.jpg der damaligen Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) http://www.spoe.at hinwies.
Ich habe dann beschlossen, mein Experiment zu erweitern, kurz einen Teil der Anonymität aufgegeben und das Plakat bestellt. Auf diesem sind Mutter und Kind in Schutzanzügen, der Vater sinngemäß als Täter dargestellt. Faktisch wird aber auch dem dargestellten Buben schon die Täterrolle von morgen zugewiesen, was mir gar nicht recht war.
Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung, auf der auch viele Großeltern väterlicherseits anwesend waren, die ihre Enkelkinder nicht sehen durften, weil der Vater sie nicht sehen durfte, habe ich kurz das Wort ergriffen, das Plakat präsentiert und angeregt, dieses bei den zuständigen Stellen zu hinterfragen.
Ab diesem Zeitpunkt merkte man dann auch einen deutlich Umschwung in den
Online-Foren, wenn es um das Thema Gender Mainstreaming ging.
Einige Tage später ist dann die ÖVP http://www.oevp.at aufmerksam geworden und hat eine parlamentarische Anfrage http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/J/J_03444/fnameorig_099848.html an das Frauenministerium gestellt, was denn diese Aktion den Steuerzahler kosten würde
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/AB/AB_03447/fname_104927.pdf
Am 6. Juni 2008 hielt der Abgeordnete Klement eine Rede zum Genderwahn http://de.youtube.com/watch?v=bF4T4LQ6sPU, in der er der Frauenministerin nahe legte, sich bei den österreichischen Männern für dieses Plakat zu entschuldigen. Dieses „YouTube“-Video hat im deutschsprachigen Europa für Aufsehen gesorgt und wurde in zahlreichen Medien erwähnt http://genderama.blogspot.com/search?q=ordnungsrufe.
12 Tage später trat die Frauenministerin ab, was kein Wunder war, hatte sie doch die wichtigste Wählergruppe, die des Netto-Steuerzahlers Mann, pauschal als Gewalttäter bezichtigt. Die neue Frauenministerin Heidrun Silhavy ist in ihren Äußerungen zum Thema Gender Mainstreaming schon wesentlich vorsichtiger: „Man müsse [dabei] aber aufpassen, dass nicht eine Anti-Diskriminierungsmaßnahme andere Diskriminierungen zu Folge hätte“ http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/392601

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Frage: Videoplattformen wie „YouTube“ gibt es noch nicht sehr lange, bedauern Sie dies sehr?

Antwort: Jeder Zeit ihr Medium. Was früher durch Postreiter, in Gesprächen, Briefen, Artikeln, Büchern, Demonstrationen oder sonstigen denk- und undenkbaren Maßnahmen einer Öffentlichkeit kundgetan wurde, kann heute dank moderner Technik vom Schreibtisch oder aus der Badewanne erfolgen. Als Kind des Computerzeitalters bin ich mit Steve Jobs, Bill Gates, DOS, UNIX, HTTP und Windows aufgewachsen. Jede Epoche war für sich bahnbrechend und brachte neue Möglichkeiten der Kommunikation. Heute sind Online-Foren modern, in denen ein Link auf Artikel, der Argumente be- oder widerlegt, nun auch durch bewegte Bilder mit Ton erweitert wird, was die gesellschaftliche Akzeptanz nahezu aller Schichten trifft. Ein durchwachsenes Programmangebot ist dabei auch sehr hilfreich. Knigge meinte: „Man soll nie vergessen, dass die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will.“

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Frage: Sie möchten anonym bleiben, wofür es im Internet gute Gründe gibt – ist es auch ein Betriebsgeheimnis, ob Sie im Medienbereich aktiv sind?

Antwort: Nein, ich bin nicht im Medienbereich tätig, ich arbeite in einem technischen Beruf. Die Beschäftigung mit dem Thema „Gender Mainstreaming“ hat aber gezeigt, dass dieses hochgradig emotional besetzt ist und sich Anonymität dort lohnt, wo versucht wird die Familie zu treffen, um den eigenen Argumenten mehr Gewicht zu verleihen. Da lohnt sich Anonymität allemal, weil es die ohnehin schriftliche Kommunikation abkürzt, wenn man Untergriffe ignoriert.

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Frage: Gestalten Sie Ihren Kanal ganz alleine?

Antwort: Ja. Es ist ein privater Versuch, ein Experiment das über einen längeren Zeitraum angelegt ist.

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Frage: Wünschen sich Ihre Zuschauer/innen, dass bestimmte Themen aufgegriffen werden?

Antwort: Definitiv ja. Ich werde oft auf Artikel, Fernsehsendungen, Filme oder Pressekonferenzen hingewiesen. Soweit es meine Zeit zulässt, sammle ich die Beiträge selbst oder lasse sie mir zusenden. Auf der letzten Pressekonferenz der Frauenministerin Silhavy mit der Wiener Frauenstadträtin Frauenberger http://de.youtube.com/watch?v=lznI9p6Qt5s# konnte ich mich davon überzeugen, dass die seit mehreren Jahren Online vorgebrachten Forderungen, Frauen endlich in die Hochlohnberufe zu „bringen“, um auch den Männern ein paar Jahre Kindererziehung daheim zu ermöglichen, einen weiteren Schritt vorankam. Das Problem ist, dass Frauen gerne Berufe wie Verkäuferin, Friseurin oder Sekretärin erlernen bzw. geisteswissenschaftliche Studien absolvieren, Männer meisten die aufwendigeren aber wesentlich besser bezahlten technischen Berufe bzw. das Studium der Technik oder Montanistik ergreifen. Dadurch entsteht die berühmte Gehaltsschere die gerne vorgeschoben wird, um Männern mehr Leistung und Mittel abzuverlangen. Auch das Thema der angeblich unbezahlten Hausarbeit http://www.kindergefuehle.at/externe_html/vaeterkonferenz_2008/vaeterkonferenz_2008.html wurde an mich herangetragen. Ein Video zur Väterkonferenz 2008 gibt es leider nicht, den Vortrag, wo diese Behauptung aufgestellt wurde, hätte ich gerne in der Sammlung.
Die Thematiken und die Reaktionen zeigen mir immer deutlicher, dass es zu einer Verschiebung der Verteilung von Rechten und Pflichten kommen muss, um tatsächlich Gleichberechtigung für alle durchzusetzen. Damit wenigstens unsere Kinder und Enkelkinder davon profitieren können.

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Frage: Manche Filmbeiträge bei „Genderforschung“ über die Rolle von Frauen und Männern sind von Ironie geprägt – kommt diese beim Publikum immer gut an?

Antwort: Grundsätzlich ist es so, dass die Beiträge mehr über externe Links aufgerufen werden und dort zur Untermauerung von Pro und Contra dienen. Sie sind also nicht primär als „Selbstzweck YouTube“ zu sehen, sondern als Zusatzinformation in externen Diskussionen oder Artikel, meist in Foren größerer Zeitungen. Beliebtes Thema dort ist oft, dass sich Väter angeblich hinterlistig um die Karenzzeit bei den Kindern drücken würden. Der Beitrag „Frauen gehören hinter den Schreibtisch“ http://de.youtube.com/watch?v=N5LzKWXs24g wird argumentativ dafür verwendet, mit einem Augenzwinkern zu zeigen, was passieren kann, wenn Männer bei den Kindern daheim bleiben dürften und die Frauen die Brötchen verdienen müssten. Allerdings sind Männer betrieblich von denselben Folgen der Karenz betroffen, die Frauen gerne für sich exklusiv in Anspruch nehmen http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&Alias=wzo&cob=353838 - Mittlerweile versucht schon die Stadt Wien einen Vater zu kündigen, der Karenz angemeldet hatte http://www.kurier.at/nachrichten/wien/172589.php
Eine unserer bekannteren Zeitungen leistet sich ein Internetportal für Frauen und vergibt dort so genannte „Zitronen“ http://diestandard.at/?ressort=zitronen für Themen, die von einer ausschließlich weiblich besetzten Redaktion ausgewählt werden. Von dieser wird oft die einseitige Darstellung der Frau in der Werbung bemängelt, woraus sich mittlerweile unterhaltsame Diskussionen ergeben die durch Clips wie „Otto, find ich gut“ http://de.youtube.com/watch?v=csbHG5_BBGc oder „Grüne Wohngemeinschaft“
http://de.youtube.com/watch?v=cNsOkIk50B4 - wo Fakten durch Gefühle verdeckt werden sollen - mit Videos wie „Mystisches – Horoskope“ http://de.youtube.com/watch?v=6-RDDNarfKw unterlegt werden.
Sollten Beiträge im Gesamtzusammenhang als ironisch empfunden werden, so wäre das nicht beabsichtigt. Aber in Asien meint man „Der Witz ist das Loch, aus dem die Wahrheit pfeift“. Solche Beiträge sollen das Programm vervollständigen.

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Frage: Ein Phänomen der heutigen Zeit ist, dass es wenig Macher, aber viele Kritiker gibt – hatten Sie bereits mit übereifrigen Kritikern/innen zu tun?

Antwort: Natürlich. Ich würde sie aber nicht übereifrig nennen. Wie bereits erwähnt, ist dieses Thema ausgesprochen emotional besetzt, weil es sich entgegen langjähriger Praxis mit einseitiger Benachteiligung beschäftigt. Mit der des angeblich so starken Geschlechts. Hier beginnen sich Grenzen aufzulösen, die bisher als unüberwindbare Bollwerke gegolten hatten. Die Schweizer Sozialdemokratinnen haben am 12. Juni 2008 auf Anraten einer NGO im Parlament die Anfrage „Geld ist geruchlos. Wirklich?“ gestellt, ob denn die Steuergelder auch gerecht zwischen Mann und Frau verteilt würden http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20081056
Im Kern wurde die Anfrage damit beantwortet, dass über Transferleistungen
http://de.wikipedia.org/wiki/Transferleistungen täglich 50 Millionen Franken Steuerleistungen von den Männern zu Frauen fließen http://e2uepg.blu.livefilestore.com/y1p_Lvh5An4hgW04URjwyI_0v8OLgZUFuef5vqPfxggOoKtRB6lQ7cosNGjj2MNShTC0sTTJBx6IbY/Die%20Weltwoche%20'Ein%20feminines%20Eigentor'.pdf. Der letzte Satz des Weltwoche-Artikels „Ein feminines Eigentor“ spiegelt das ganze Dilemma wieder, warum auch Reaktionen von Frauen oft auf tiefstes Niveau sinken: „Nur wer profitiert, kann verlieren.“
So ist auch die Rede der Abgeordneten Weinzinger (Grüne) http://de.youtube.com/watch?v=dTh6mPHoXzU verständlich, die in Reaktion zur Genderwahn-Rede des Abgeordneten Klement (FPÖ), gar nicht so cool, auf Grund des Geschlechts Vorstands- und Abgeordnetenposten durch Quote verlangte. Klement bemerkte einige Tage später in einer Rede zum Forschungs- und Technologiebericht http://de.youtube.com/watch?v=jDRfmuN1kQo, dass auf den Universitäten keine Forschungsapartheid herrsche und er noch keine Uni-Bänke gesehen hätte, die nur für Männer bestimmt wären. Wer Technik studieren möchte, könne dies unabhängig vom Geschlecht tun. Sätze, die bisher nicht üblich waren. So etwas wird noch sehr heftig und unsachlich kritisiert, hat aber im Laufe der Jahre deutlich nachgelassen.

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Frage: Einige der auf Ihrem Kanal präsentierten Filmbeiträge befassen sich mit den Schrecken des „Dritten Reiches“ und des „Zweiten Weltkrieges“ – gibt es darauf bereits Reaktionen?

Antwort: Diese Beiträge sind nicht wirklich von externen Reaktionen begleitet, sondern mehr aus Reaktion entstanden. Wie oben erwähnt, musste ich im Nachlassverfahren nach in den Kriegen gefallenen oder vermissten Verwandten suchen. Meine weiblichen Verwandten schilderten mir diese Zeit als schrecklich und wie sehr sie gelitten und Ängste ausgestanden hatten. Von ihren Männern hörte ich das kaum, die meisten von ihnen waren gefallen oder vermisst. Solche Argumentation findet sich auch oft in Foren, wenn es um reflexartige Aufrechnung von Ängsten Überlebender gegen das Los Gefallener geht. Auch die Verantwortung für Kriegshandlungen wird fast immer auf ein Geschlecht projiziert.
Der Beitrag „SS-Maiden in Auschwitz“ http://de.youtube.com/watch?v=PngmdE6tcpc entstand einerseits aus dieser einseitig geführten öffentlichen Diskussion, dass Männer Täter und Frauen Opfer zu sein haben und dem vehementen Negieren von Mitschuld an Kriegshandlungen. Die in der Bildfolge gezeigten Frauen machen deutlich, dass geschlechtspezifisches Wissen über Kriegsverbrechen vorhanden war, bis zu den auch in heutigen Diskussionen gerne als sakrosankt genannten Krankenschwestern. Es gab also nicht nur http://de.youtube.com/watch?v=c9ZyMy0CKPo „grobschlächtige“ Aufseherinnen, die sich auf „Unschuld qua Geschlecht“ (Welt Online, 29. Dezember 2007)
http://www.welt.de/kultur/article1499448/KZ-Aufseherinnen_und_ihre_Lust_an_der_Gewalt_.html berufen konnten, sondern auch weibliches Personal im gehobenen administrativen Bereich. In Österreich wäre auch das weibliche medizinische Personal zu nennen, das im T4-Programm http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelgrund am Spiegelgrund den Kindern die Spritzen, die sogenannten „Speiberl“, verabreicht hatten. In diesem Zusammenhang ist auch der Prim. Heinrich Gross
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&Alias=wzo&cob=212347 von Interesse der, von österreichischen Gerichten bis ins neue Jahrtausend gerne als Sachverständiger berufen wurde.
Der Clip „Glückliches Leben“ nach dem Krieg“ http://de.youtube.com/watch?v=qWTmZO2o1RE entstand als Reaktion auf die unzulässige Aufrechnung von gefallenen und vermissten Männern mit überlebenden Frauen, die noch viele Jahrzehnte leben durften.
„Kriegstraumen. Psychische Folgen von Kampfeinsätzen“ http://de.youtube.com/watch?v=uUNVSaz7_Mo behandelt auch die lange totgeschwiegenen Ausfälle und Ängste von Männern auf Grund ständiger Bedrohung.
„Sanitäter, Pazifisten, Wehrdienstverweigerer“ http://de.youtube.com/watch?v=GGDeisZJVAY entstand aus der Diskussion, dass Männer zwar Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten hätten, die meisten Frauen aber trotz schleichendem Geburtenstreik und Pflegeproblematik durch ständig steigende Lebenserwartung selbst Hilfsdienste wie das Lenken von Rettungsautos als Zwang bezeichnen. Die Frauen, die keinen Zivildienst leisten wollen, könnten ihren Wehrdienst leisten. Nach 10 Jahren der Möglichkeit, dass Frauen zum Militär strömen, tun das mit März 2008 gerade einmal 311 freiwillig, die Gefahr die Kasernen zu überlasten, besteht also kaum.
„Die USA im Zweiten Weltkrieg - 405.000 gefallene Männer“ http://de.youtube.com/watch?v=ajK9PyT7WS4 weist darauf hin, dass die mit dem Zivildienst für Frauen verbundene Argumentation, den Wehrdienst durch ein Berufsheer zu ersetzen, durch das Beispiel der USA ad absurdum geführt wird, die, ohne sich im Krieg zu befinden, 1940 die Wehrpflicht einführte - nur für Männer. Eine Beschreibung innerhalb der Clips erscheint mir nicht sinnvoll, da diese auf möglichst viele externe Themen passen sollen.

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Frage: Wissen Sie, ob Ihr Kanal mehr von Frauen oder mehr von Männern besucht wird?

Antwort: Etwas mehr als 25 Prozent der Besucher sind Frauen, wobei man das natürlich nur über zum Zeitpunkt des Besuches eingeloggte „YouTube“-User sagen kann. Dieser Anteil ist auch bei den einzelnen Beiträgen zu beobachten. Der Beitrag "Kuckuckskinder" http://de.youtube.com/watch?v=VprMxu5Fpy8 zeigt mit 84 Prozent deutlich höheres Interesse durch Männer ab 40.

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Frage: Werden die Filmbeiträge auch außerhalb des deutschsprachigen Gebietes angesehen?

Antwort: Im Wesentlichen kommen die Besucherinnen und Besucher aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die auch die Zielgruppen sind.

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Frage: Haben bereits manche Medien über Ihren informativen Kanal berichtet?

Antwort: Der Kanal an sich hat sich nicht herumgesprochen und wird auch nicht beworben, es sind mehr die einzelnen Beiträge auf die, je nach externer Themenstellung, auch von Dritten verlinkt wird. Arne Hoffmann
http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url?%5Fencoding=UTF8&searchtype=ss&index=books-de&field-author=Arne%20Hoffmann mit seinem http://genderama.blogspot.com ist einer derer, die auch außerhalb von Österreich für viele Besucher gesorgt haben.

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Frage: Sie haben innerhalb eines Vierteljahres bereits mehr als 30 Filmbeiträge veröffentlicht – geht es in diesem flotten Tempo weiter?

Antwort: Seit die Möglichkeit besteht, auf Festplattenrecordern aufzunehmen und dort direkt zu schneiden oder mit digitalen Fotoapparaten schnell ein paar Fotos zu knipsen, ist das Erstellen von Kurzbeiträgen auch von der Couch aus möglich. Viele Beiträge sind noch auf Festplatten oder DVDs gespeichert und warten darauf geschnitten zu werden.

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Frage: Werden bei „Genderforschung“ noch weitere Themenbereiche hinzukommen?

Antwort: Zweifellos. Die Thematik Trennungskinder dürfte in den nächsten Jahren deutlich öfter in den Medien präsent sein. Die österreichische Justizministerin http://de.youtube.com/watch?v=iosD7D6lRdc hat ja am 10. Juli 2008 im Parlament Unglaubliches vorgebracht, indem sie eingestand, dass gerade im sensiblen Familienbereich Richterinnen und Richter urteilen, die eigentlich zu jung und unerfahren sind und von den Abteilungen schnell wieder wegwollen. Jeder erfolgreiche Rekurs gegen einen Beschluss einer solchen Richterin oder eines solchen Richters senkt deren Chance von den ungeliebten Familienabteilungen wieder wegzukommen. Damit lässt sich auch die häufige Beauftragung von Sachverständigen nachvollziehen, nach der Anfragebeantwortung etwa 2 Gutachten pro Fall. Die Nennung der Fälle http://de.youtube.com/watch?v=_DnOas3MAhU, die mit dem bekannten Gutachter Prof. Max Friedrich zu tun haben, lassen nichts Gutes ahnen, wenn dessen Arbeiten wegen fraglicher wissenschaftlicher Methoden aufgehoben werden. Auch dessen Forderung an die Gerichte, einem Vater die Rechtsmittel einzuschränken, dürften Merkmal eines Systemfehlers sein. Ein Aufrollen der Fälle des Prof. Friedrich würde unzählige Amtshaftungsverfahren nach sich ziehen, ist also eher unrealistisch. So dürfte auch die Forderung des Abgeordneten Fichtenbauer http://de.youtube.com/watch?v=4ojc2I_xm9U zu verstehen sein, dass Richterinnen und Richter eben innerhalb von 6 Monaten selbst entscheiden müssen, was in den meisten Fällen wohl ausreichen würde; und eigentlich deren Job wäre.
Auch Gewalt in der Familie ist ein interessantes Thema, das ins Portfolio passen würde. Der Kanal „FuenfzigFuenfzig“ http://de.youtube.com/user/FuenfzigFuenfzig bietet da einiges an. Allerdings ist das auch ein heikles Thema, werden dort bizarre und unbemerkte Übergriffe von Müttern auf Kinder thematisiert. Auch ein Beitrag eines Besuchsrechtfalles ist dort zu finden, bei dem ein Vater die Gutachterin wegen unwissenschaftlicher Methoden http://de.youtube.com/watch?v=Ox5mvXp5GM4 erfolgreich verklagt hatte, um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs seines Kindes zu entkräften.

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Frage: Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung Ihres Kanals zufrieden?

Antwort: Ich bin vielmehr überrascht. Überrascht, dass das Thema auf doch soviel Interesse stößt. Ein Glücksfall war sicherlich, dass man mir das Video zum „Genderwahn“ http://de.youtube.com/watch?v=bF4T4LQ6sPU zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn einige Äußerungen dieses Abgeordneten entbehrlich sind, so hat er doch etwas Außergewöhnliches auf den Weg gebracht und damit das Thema der deutlich einseitigen Verteilung der Steuergelder in der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee wichtige Wünsche für den Kanal „Genderforschung“ erfüllen würde, was würden Sie ihr sagen?

Antwort: Dass ich die Zeit finde, die gesammelten Texte und Videos zusammenzufassen und in Schriftform zu veröffentlichen. Als Tribut an meine Familie und an meine Jugend, in der die Information noch aus Büchern kam. Schließlich hat nicht jeder Mensch Zugang zu „YouTube“.

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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Journalist Ernst Probst, der das „Interview-Weblog“ http://interview-weblog.blogspot.com betreibt


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